Studie zu unterbezahlten Frauen
22 Prozent mehr für den Schlips
Berufstätige Frauen werden europaweit schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Der "Equal Pay Day" soll jetzt die Regierung unter Druck setzen, um das zu ändern.von Heide Oestreich
Leserkommentare
22.04.2008 17:39 Uhr
von guinevra:
die in der Printversion des Artikel angegebene homepage "www.equalpayday.com", führt auf die Homepage der Conservative Party in England! Und viel zu Aktionen in DE kann man da nicht unbedingt finden...
An die beiden Kommentatoren ganz oben: es geht darum, dass für GLEICHE Arbeit oft unbegründet riesige, allein geschlechtlich bezogene Unterschiede in der Entlohung bestehen - guckt euch mal die Tabelle zu dem Thema auf zeit.de an. Dazu kommen dann solche Dinger wie tarifliche Bestimmungen, die seltsamerweise (?) immer die typisch weiblichen Berufe geringer bewerten. Das sind Sachen, die man wohl kaum den Frauen in die Schuhe schieben kann.
18.04.2008 23:53 Uhr
von sioned:
Wie süß sich doch die Gemüter erhitzen können bei diesem Thema. Dabei können sich die Herren doch gar nicht beschweren; sie haben doch das Geld in der Tasche.
Und die Frauen sind ja in gewisser Weise auch tatsächlich selber Schuld, indem sie tendenziell soziale Berufe ergreifen, die schlechter bezahlt werden. Aber (!) worauf die Autoren dieser beiden Beiträge nicht eingehen ist die Tatsache, dass die Bewertung von Arbeit nichts objektiv vorgegebenes ist. Daher muss in diesem Kontext also tatsächlich auch über ein gesellschaftliches Phänomen nachgedacht werden. Nämlich jenes, warum es eigentlich ausgerechnet typisch weibliche Berufsfelder sind, die als weniger "wert" gelten.
Ein zweiter Punkt wäre jener, dass es in anderen europäischen Ländern teilweise ganz anders aussieht und ein so starkes Gefälle in den Gehältern sich kaum finden lässt. Da wäre es schon wichtig, zu fragen, was in diesen Ländern eigentlich anders läuft als hier.
16.04.2008 21:16 Uhr
von Michael Baleanu:
Ich bin wahrlich enttäuscht! Das ist mal wieder ein Beweis, dass Frauen sich innerhalb 5 Minuten selbst widersprechen!
Sie verkünden am Anfang die unterschwellige Botschaft, dass das böse Patriarchat für die Gehaltsschere verantwortlich wäre, um dann keine 3 Absätze weiter die wissenschaftliche Erklärung dafür abzugeben: Frauen haben nun mal andere, schlechter bezahlte Berufe als Männer!
So, und was schlagen Sie nun vor, dass wir Männer tun sollen? Wir haben doch ausreichend Vorarbeit geleistet: wir haben auf das Letztentscheidungsrecht und auf das allgemeine Wahlrecht bei der Wahl von Gleichstellungsbeauftragten freiwillig verzichtet.
Sollen wir vielleicht in einigen Jahren mit roten Lohntüten von Gucci über deutsche Marktplätze ziehen? Wir Männer, in den Zeiten der "menschlichen Gesellschaft", bekommen diese "roten Taschen" ja nicht vom BundesMisterium für Alle außer Männer gefördert!
Wenn Sie Strukturen kritisieren, die den Frauen angeblich keine Alternative lassen, beachten Sie bitte, dass solche Strukturen von solchen Damen geprägt werden, wie von der Leyen oder Zypries. Und wenn ich mir die "EqualPayDay"-Protagonistinnen betrachte, u. zw. die von bpw-germany.de, dann muss ich mit Erschrecken feststellen, dass es in der Mehrzahl Unternehmerinnen sind.
Wenn mich nicht alles täuscht, sprach Erzbischof Marx von primitiv-kapitalistischen Zustände in DE! Gerade die Damen vom bpw scheinen solche Tendenzen mitzutragen! Mit staatlich geförderten "roten Taschen" (von Gucci?)!
Bei dergleichen "Verfechterinnen" werden Sie doch nicht glauben, dass jemand ernsthaft diesen Damen Folge leisten wird?
15.04.2008 20:26 Uhr
von Dirk Schubert:
Da hat doch das Familienministerium festgestellt, dass tatsächlich 68% der Bevölkerung inzwischen das Märchen von der Lohndiskriminierung glauben. Immerhin ? und das ist die gute Nachricht ? haben sich 32% der Bevölkerung das eigenständige Denken bewahrt. Die 68% Nichtdenker und Allesglauber sollten sich jedoch fragen, warum Unternehmer die sonst jede Chance ergreifen Lohnkosten zu sparen, sich hier die Möglichkeit entgehen lassen, durch die Entlassung von Männer zugunsten der Frauen bis zu 1/4 ihrer Lohnkosten zu sparen, wenn diese Differenz tatsächlich bei derselben Arbeit zustande käme.
Lobenswerter Weise hat die TAZ die tatsächlichen Ursachen aber (teilweise) benannt. Frauen wählen, freiwillig und ohne irgendeine Notwendigkeit, zum großen Teil Berufe, von denen bekannt ist, dass die Entlohnung lausig ist ? und sorgen auf diese Weise dafür, dass es auch so bleibt. Die Schuld von Männern oder der Gesellschaft? Wohl kaum! Frauen arbeiten mehr Teilzeit. Sicherlich auch ein Problem der Kinderbetreuung, aber keine Gehaltsdiskriminierung, wenn man für die halbe Arbeit auch nur das halbe Geld bekommt. Und Frauen leisten weniger Überstunden als Männer. Ist es jetzt auch schon Diskriminierung, wenn Männer für ihre Überstunden eine Gegenleistung erhalten?
Schade, dass die TAZ trotzdem von ?Gehaltsdiskriminierung? spricht, gut hingegen die auf den Punkt gebrachten fünf großen Lebenslügen vieler Frauen, denn in Wahrheit haben es die Frauen in der Hand, an dieser mehrheitlich durch Eigenverschulden verursachten Gehaltsdifferenz etwas zu ändern.