Studie über Nachrichten im Web
Kaum Bereitschaft zum Bezahlen
Die Verlagsbranche plant angesichts wegbrechender Print-Umsätze wieder Bezahlinhalte: Im Netz sollen Artikel Geld kosten. Doch die Nutzer wollen nicht mitmachen, wie eine Umfrage ergab.von Ben Schwan
Leserkommentare
13.10.2009 23:30 Uhr
von Stefan:
an einer angemessenen Bezahlung von hochwertigen Onlinetexten führt kein Weg vorbei. Journalistische Unabhängigkeit und gründliche Recherche sind ohne angemessene Bezahlung nicht auf Dauer möglich. Verlage, die teuer produzierte Inhalte für minimale Werbeeinnahmen im Internet verschenken, schaufeln sich und ihren Journalisten das eigene Grab. Wer kauft noch eine Zeitung, wenn er die Texte kostenlos im Internet lesen kann? Wenn sich Bezahlmodelle durchsetzen, kann auch ein von Anzeigen unabhängiger Markt für Onlinejournalismus entstehen. Dann können Journalisten mit eigenem Internetauftritt auch Themen recherchieren, die sie möglicherweise nicht an einen Verlag verkaufen können, die aber trotzdem viele Menschen interessieren. Wenn diese interessierten Menschen dann auch noch bereit sind, für diese Information etwas zu bezahlen, gewinnt journalistische Unabhängigkeit eine neue Dimension.
Journalistische Grüße
Stefan
12.10.2009 15:09 Uhr
von anke:
Das Internet hat sich unter anderem deshalb so rasant durchgesetzt, weil der User da quasi zum Nulltarif Informationen abrufen konnte, die früher mit einem gewissen Aufwand verbunden waren: Er oder sie musste wieder und wieder hingehen, suchen (lassen), ggf. zurückbringen und vor allem: zahlen. Seit 1989 hatte mensch neben den einmaligen Kosten für PC und Anschluss bloß noch die monatliche Telefonrechnung zu begleichen und die ist ihm immer schon als notwendiges Übel bekannt gewesen. Die Geschichte nun bis an jenen Punkt zurück zu drehen, an dem die Medien in ihrer Euphorie zu weit gegangen sind, wird sehr viel schwerer werden. Selbst wenn die heute Unter-30-Jährigen kostenpflichtige Angebote nutzen – es werden wohl auch in Zukunft andere sein als die, die ihre Eltern bezahlt haben und die, glaubt man den sogenannten seriösen Medien, von besonderer Wichtigkeit für den Fortbestand der Demokratie in Deutschland sind. Davon, dass die Realeinkommen der Bevölkerungsmehrheit in den nächsten Jahren voraussichtlich eher sinken als steigen werden, mag ich gar nicht erst anfangen. Wäre ich heute Verleger, würde ich den diversen Verschlüsslern jedenfalls nicht all zu viel von meinen knapper werdenden Einnahmen abgeben. Könnte sein, ich muss davon doch noch Leute bezahlen, die lieber denken als rechnen.
12.10.2009 14:45 Uhr
von Axel Dörken:
Aus Erfahrung weiß ich: Wer authentisch rüber kommt, erhält auch Bezahlung.
Zumeißt komme ich dabei auf die Summe, die ich im Auge hatte.
Bei mir hapert es noch an der Häufigkeit der Zahlungseingänge. Trotzdem halte ich an der Freiwilligkeit von Bezahlung fest. Bei mir sucht sich jeder den Preis selbst aus.
Liebe Grüße
Axel