• 28.05.2009

Strom aus der Sahara für Europa

Afrika-Experten zweifeln an Solar-Plan

Solarstrom aus der Sahara soll an Europa geliefert werden. Nordafrika habe aber dringendere Sorgen, als die Energieprobleme Europas zu lösen, warnen Afrika-Experten.von Mark Berger / Jens Pietrucha

  • 08.06.2009 17:11 Uhr

    von Bernhard H. Johannes Wagner:

    Ich bin ebenfalls für EE Ausbau auch in Afrika, aber primär zugunsten der dort lebenden Menschen, sekundär aber evtl. auch für Stromexport nach Europa.

    Als Ergänzung zu Windkraft in Dänemark, Schottland u.s.w. auch Geothermie nicht zu vergessen, wäre eine Alternative - oder auch eine Ergänzung - zu "Wüstenstrom" à la Desertec etc,

    in den weniger als 200 m tiefen Gewässern des Mittelmeeres und der atlantischen Küste Portugals und Südspaniens (vor Cádiz etc.) offshore Wellenkraftwerken vgl. www.wavedragon.net zu installieren, die zudem von Vornherein Solarmodul-Dächer haben könnten (was sich natürlich in der Nordsee oder Ostsee kaum lohnen würde).

  • 29.05.2009 17:22 Uhr

    von Leser:

    @anderer leser:

    nur damit ich es richtig verstehe: sobald man auf mögliche probleme hinweist, ist man also ein dogmatiker?

    es geht bei der ganzen geschichte um milliardeninvestitionen und milliardenverdienste. das weckt begehrlichkeiten, und die entladen sich schnell in konflikten. das kann man überall, und gerade in afrika, immer wieder sehen. ich denke, da ist es schon ganz gut, wenn man auf die skeptiker hört.

    dass die leute von desertec ihr konzept ganz ganz toll finden überrascht mich jetzt nicht so sonderlich. aber zumindest könnte man mal überlegen, wie man verhindern könnte, dass in den afrikanischen staaten nur die üblichen eliten profitieren, während die breite masse nichts davon hat. und was ist mit den subsaharastaaten? die sind doch mal wieder außen vor und können sehen, wo sie bleiben.

  • 29.05.2009 15:57 Uhr

    von rainbowsailor:

    Ich möchte zu meinem Statement noch hinzufügen:

    1. Die Debatte leidet sehr unter falschen Alternativen

    wie "Probleme Afrikas oder Probleme Europas lösen".

    2. Das Desertec Programm sollte auf keinen Fall den Ausbau der regenerativen Energien in Europa selbst ersetzen oder bremsen.

    Mindestens die Hälfte der Strommenge die alle Privathaushalte brauchen kann z. B. in Deutschland durch Solaranlagen auf weniger als 25% aller Dächer gedeckt werden, wie im Rahmen des Sun Area Projekt der FU Onsnabrück Prof. Dr. Martina Klärle u. a. nachgewiesen haben.

    Auch die Geothermie kann nach Abschluss der erforderlichen Probebohrungen mehrere GW Energie liefern.

    Und europaweit sind sehr viele extrem gute Windkraftstadnorte (z. B. Schottland u. a.) noch nicht einmal annäherungsweise genutzt.

    Da aus Umweltgründen auch der Verkehr elektrifiziert werden sollte, wäre ein Stromimport aus dem Süden aber - als zusätzliche Quelle - angebracht.

  • 29.05.2009 15:36 Uhr

    von Anderer Leser:

    DESERTEC ist ein internationales Netzwerk von Energieexperten von denen sich die meisten ehrenamtlich für die Idee einsetzen.
    Wenn man jedoch Europa- und Deutschlandzentrierte dogmatische Dezentralisten dazu befragt, was von einer internationalen Vernetzung Erneuerbarer Energien zu halten ist, sind die Antworten (wie im obigen Artikel) vorhersehbar, oder?

  • 29.05.2009 15:11 Uhr

    von rainbowsailor:

    Das Projekt könnte als ein Bestandteil von einer Art von Green New Deal z. B. gerade den Menschen in Marokko und Ägypten selbst sehr nützen
    und z u s ä t z l i c h dann noch uns in Europa.

    Allein eine Fläche von weniger als der Insel Kreta, verteilt etwa auf Marokko und Ägypten, könnte mit Solarkraftwerken
    s o w o h l des geamten nordafrikanischen,
    a l s a u c h einen großen Teil des europäischen Strombedarf decken. Mehr als 1/3 des nordafrikansichen Energiebedarfs entfällt übrigens sowieso auf Ägypten, der Rest v.a. auf Marokko und Algerien.

    Zusätzlich sollten die reichen Staaten mindestens 1% ihre BIP für Green New Deals in armen Ländern der Erde investieren, wobei in Regionen ohne Stromnetze dezentrale Konzepte (natürlich) besser sind, vgl. z. B. http://www.tiloo.ch

    Immerhin werden Milliarden Dollar/Euro etc. jährlich für Reklame ausgegeben, und allein mehrere Hundert Milliarden für Krieg in "Nahost" (v.a. um strategisch die Erdölquellen von Afghanistan bis Saudi-Arabien ausreichend unter Kontrolle zu haben).

  • 29.05.2009 11:23 Uhr

    von Leser:

    Wenn ich wissen will, ob Rauchen schädlich ist, rufe ich nicht unbedingt bei Philip Morris an.

    DESERTEC ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, der den Bau der Solaranlagen vorantreiben soll. Dass ein solches Konglomerat natürlich positive Stimmen zu seinem Projekt sammelt, liegt ja wohl auf der Hand, oder?

  • 29.05.2009 01:25 Uhr

    von Michael:

    Das Konzept wurde von einem Netzwerk entwickelt, das zur Hälfte aus Experten aus Nord-Afrika und dem Nahen Osten besteht. Was Experten aus der Region wirklich dazu meinen (und nicht nur europäische "Afrika-Experten"), steht in einem kompletten Kapitel in diesem Buch (PDF):
    www.desertec.org/en/concept/whitebook/

    Die Zusammenfassung (auch auf deutsch) gibts hier:
    www.desertec.org/en/concept/redpaper/

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