Die Profiboxerin Susianna Kentikian sieht blutleere Gestalten, der Men's Health Autor Jens Clasen warnt vor einer Wunschinflation. Ist der neue Mann ein Weichei?von Felix Zimmermann

Weicheier? Überhaupt noch Eier? Bild: reuters
Ja, der neue Mann – falls es ihn denn wirklich schon gibt – ist ein Weichei, sagt Sonja Eismann, Mitherausgeberin des feministischen Frauenmagazins Missy Magazine. Und sie findet: "Das ist das Beste, was uns allen passieren kann."
Schließlich bezeichne der stets despektierlich gemeinte Begriff "Weichei", den Eismann "genauso geschlechtsspezifisch bescheuert" findet wie "Zicke" für Frauen, "einen Typen, der kein Problem damit hat, sich nicht an den längst morsch gewordenen Leitplanken von 'echter Männlichkeit' festzuklammern, sondern diesen binären Mist leichten Herzens über Bord werfen kann".
Eismann hat in einem Gastbeitrag für die sonntaz die Debatte über den 'neuen' Mann kommentiert, die ausgehend von einem Artikel in der Zeit in diversen Medien diskutiert wird: Verweichlicht sei er, entscheidungsscheu und grübelnd. Nina Pauer sah in ihrem Zeit-Beitrag "ein Land voller Schmerzensmänner".
Eismann wendet Pauers Kritik ins Positive: Männer, die die längst überkommene Einteilung in "harte, aktive Männlein und weiche, passive Weiblein" in Frage stellten, seien "wie ebensolche Frauen nichts weniger als ein Geschenk".
Die mehrfache Box-Weltmeisterin Susianna Kentikian dagegen hält die 'neuen' Männer für "blutleere Gestalten, die mit dreißig noch bei Mama wohnen, und nicht wissen, wie man eine Waschmaschine oder eine Frau anmacht". Die, die jetzt über diese Art von Männern klagen, sollten nach Ansicht Kentikians aber "einfach mal den Stadtteil wechseln", wenn sie nicht gar froh seien, "dass aus den gedankenlosen Machos endlich willenlose Opfer geworden sind".

Den kompletten Streit der Woche und viele andere spannende Geschichte von Frauen und Männern lesen Sie in der sonntaz vom 4./5. Februar 2012. Am Kiosk, eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und für Fans und Freunde: facebook.com/sonntaz
Foto: tazSie selbst habe es in ihrem Alltag "als Profiboxerin mit sogenanntem Migrationshintergrund" täglich mit durchsetzungsstarken Typen zu tun, die wissen, was sie wollen was ihr allerdings offenbar auch nicht immer gefällt: "Manche sind so gierig und vermessen, dass sie denken, die Welt drehe sich alleine um und für sie."
Jens Clasen, Chefautor der Männerzeitschrift Men's Health, glaubt, die Männer seien ganz sicher "von der Wunschinflation verunsichert" - aber es seien nicht alle Männer Weicheier, "nur weil in Berlin-Mitte ein paar junge Burschen in ihr Limetten-Bier weinen". Es stünden aber eben auch nicht alle Frauen auf "wortkarge Macho-Typen in Flanellhemden".
Im "Streit der Woche" in der aktuellen sonntaz erklärt die Genderforscherin Martina Läubli, warum die Klage über die angeblich weichen Männer auch viel mit dem Eigeninteresse junger Frauen zu tun hat. Außerdem streiten die Buchautorin Lisa Ortgies, taz.de-Leserin Sindy Malsch, taz.de-Leser Jörg Erbguth und der Rapper Bushido über die Frage "Ist der neue Mann ein Weichei?". Ab Samstag in der sonntaz vom 4./5. Februar – am Kiosk, im eKiosk oder per Wochenendabo. Und für Fans und Freunde: facebook.com/sonntaz
Bei seinem Besuch in Israel hat Gauck die Merkel’sche Formel von der Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson vermieden. Realpolitisch war das unklug. von Rafael Seligmann
Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
16.02.2012 15:51 | ArtBruit
Die Wurzel allen Bullshits ist die Spezifikation von Rollenverhalten auf dem Spielfeld gesellschaftlicher Normen. Goethe un ...
08.02.2012 05:01 | mudder dalton for teh win
erstmal eine feststellung: ich wurde mit hoden und penis geboren. hab sie auch heute noch. ...
05.02.2012 18:00 | Wahrheit
Die Schizophrenie und Entscheidungsunfähigkeit der Frauen darf man nicht mit machen, weichliches Hippsterkind und harter Gl ...