• 08.03.2010

"Stern"-Chefredakteure über "Buntegate"

"Ein Outsourcen von Drecksarbeit"

Die beiden "Stern"-Chefredakteure Petzold und Osterkorn sprechen darüber, warum Medien Detektive auf Politiker ansetzen und was dies für den Zustand des Journalismus bedeutet.von David Denk

  • 11.03.2010 15:04 Uhr

    von Andrea:

    Wenn kein Honorar, wohl aber eine „Aufwandsentschädigung“ (Zitat Osterkorn) von etlichen tausend Euro an die Informanten gezahlt wurde – haben die ihre Geschichte dann mit Blattgold auf Büttenpapier an den stern geschickt? Oder wie viel „Aufwand“ könnte es wohl sonst für die CMK-Typen gewesen sein, ihre Version dieser Geschichte zu erzählen? Anderen Blättern soll die Story ja anfangs sogar für einen sechsstelligen Betrag angeboten worden sein. Dafür sind die beiden dann auch sicher nicht „rumgelaufen“ (Zitat Petzold), um ihre Informationen zu verkaufen, sondern mit dem Taxi gefahren!

  • 10.03.2010 10:41 Uhr

    von Thomas:

    "Outsourcing wird im Journalismus immer üblicher, weil freie Mitarbeiter billiger sind als Festangestellte."

    Gut, und die Taz beschäftigt wahrscheinlich keine Freien Mitarbeiter, wegen Ausbeuterei, nicht wahr? :-)

  • 09.03.2010 21:07 Uhr

    von Gerd Hansen:

    Und was hat der stern in und nach Winnenden anders als Bunte und CMK gemacht, als er sich Fotos der Opfer aus dem Internet klaute?

  • 09.03.2010 11:50 Uhr

    von schmutzundschund:

    Die Redakteure geben zwar an, nicht in direkter Konkurrenz zur Bunten zu stehen. Tatsächlich liegt er über den Lesezirkel aber auch in den Wartezimmern der Ärzte und Friseure und muss sich spätestens dort bei den Mainstreamleser/innen gegen die Gelben Blätter behaupten.

  • 09.03.2010 10:49 Uhr

    von elektra:

    Vielleicht sollte man im Zeitalter des Web 2.0 mal den Pressecodex ändern.

    Wer journalistische Informationsbeschaffung, sprich Recherche, als Drecksarbeit bezeichnet, kann aber auch nicht so ganz mit Begeisterung und Leidenschaft bei der Sache sein....

    Eine sachlich richtige Information ist erst mal wertneutral und deshalb kommt es gar nicht darauf an, wer sie bringt und wie sie zustande gekommen ist.

    Wichtig ist nur, dass sie jemanden interessiert, der sie verbreitet. Und damit kann sie - auch ausserhalb der etablierten Printmedien - Relevanz entfalten.

    Die Printausgaben Stern, Focus und wahrscheinlich auch Bunte sind mit ihren 70er-Jahre-Kiosk-Konzepten eh schon Anachronisten und werden von der jungen internetaffinen Zielgruppe kaum noch gebraucht.

    Was soll Bild auch dazu sagen, wenn sie selbst Bilder ihrer Leser druckt und sie besser dafür bezahlt als ihre Mitarbeiter?

    Mit dieser Disskussion zeigt sich ein letztes Aufbäumen der Besitzstandswahrer, die noch nicht gemerkt haben, dass sie rechts überholt worden sind. Bevor sie endgültig zu Grabe getragen werden.



  • 08.03.2010 22:19 Uhr

    von Christian G. Christiansen:

    Ja - bin ich bei Landlust oder der taz gelandet?
    Die verhaltenen Fragen von David Denk an die Chefredakteure des Stern, "Pat und Osterkorn",
    bringen nicht viel Licht in dieses schmutzige Dunkel.
    Einziges Ergebnis: Der berühmt "geneigte Leser" wird aus der Antwort von Thomas Osterkorn in Sachen Sebastian Graf Bassewitz heraushören, dass wir demnächst ein "Bildgate" zu Zeiten des Grafen erwarten dürfen...
    Christian G. Christiansen, Berlin

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