Die Anti-Gentrifizierungsinitiative plant ein Stadtteilprojekt im Bernhard-Nocht-Quartier. Die Investoren Köhler und von Bargen sind angeblich verhandlungsbereit.von Gernot Knödler
Vorausgesetzt Köhler von Bargen verhandelt ernsthaft und es handelt sich nicht um eine Finte um Zeit und Ruhe zu gewinnen, könnte hier das spannendste Projekt derzeitiger Stadtentwicklung in Hamburg entstehen.
Schon die Vorplanung der Initiative zeigt, wie bisher leere Begriffe wie Transparenz und Partizipation, die Stadtentwicklungspolitiker immer gern vor sich her tragen mit Leben erfüllt werden können.
Gentrifikation, der Austausch ganzer Bevölkerungsschichten durch planlose Aufwertung, ist kein Naturereignis dem wir hilflos ausgeliefert sind. Politik hat hier Möglichkeiten und die Pflicht steuernd und schützend einzugreifen. Dies geschieht bislang, wenn überhaupt nur halbherzig und zu langsam. Sollte irgendwann eine Soziale Erhaltungsverordnung für St.Pauli beschlossen werden, wird es für zu viele schon zu spät sein.
Die Hamburger Politik täte gut daran die Initiative endlich ernst zu nehmen und zu unterstützen, anstatt hinter verschlossenen Türen Scheinzugeständnisse zu initiieren, wie die Mietpreisbindungen, die sich in Wahrheit aus öffentlichen Krediten sowieso ergeben, um das eigentlich schädliche aber gewinnträchtige Investorenprojekt, die Schaffung weiterer Eigentumswohnungen zu schützen.
Hier bietet sich die Chance ein Modell zu verwirklichen, das zeigt, wie Gentrifikation aufgefangen und Aufwertung ohne die Zerstörung der sozialen Strukturen eines Stadtteils aussehen kann.
Andreas Gerhold Koordinator LAG Stadtentwicklung Piratenpartei, LV Hamburg
Leserkommentare
08.03.2010 19:11 Uhr
von Pauli Pirat:
Vorausgesetzt Köhler von Bargen verhandelt ernsthaft und es handelt sich nicht um eine Finte um Zeit und Ruhe zu gewinnen, könnte hier das spannendste Projekt derzeitiger Stadtentwicklung in Hamburg entstehen.
Schon die Vorplanung der Initiative zeigt, wie bisher leere Begriffe wie Transparenz und Partizipation, die Stadtentwicklungspolitiker immer gern vor sich her tragen mit Leben erfüllt werden können.
Gentrifikation, der Austausch ganzer Bevölkerungsschichten durch planlose Aufwertung, ist kein Naturereignis dem wir hilflos ausgeliefert sind. Politik hat hier Möglichkeiten und die Pflicht steuernd und schützend einzugreifen. Dies geschieht bislang, wenn überhaupt nur halbherzig und zu langsam. Sollte irgendwann eine Soziale Erhaltungsverordnung für St.Pauli beschlossen werden, wird es für zu viele schon zu spät sein.
Die Hamburger Politik täte gut daran die Initiative endlich ernst zu nehmen und zu unterstützen, anstatt hinter verschlossenen Türen Scheinzugeständnisse zu initiieren, wie die Mietpreisbindungen, die sich in Wahrheit aus öffentlichen Krediten sowieso ergeben, um das eigentlich schädliche aber gewinnträchtige Investorenprojekt, die Schaffung weiterer Eigentumswohnungen zu schützen.
Hier bietet sich die Chance ein Modell zu verwirklichen, das zeigt, wie Gentrifikation aufgefangen und Aufwertung ohne die Zerstörung der sozialen Strukturen eines Stadtteils aussehen kann.
Andreas Gerhold
Koordinator LAG Stadtentwicklung
Piratenpartei, LV Hamburg