"Wer am lautesten schreit, wird heute bedient", sagt Hartmut Rosa. Der Soziologe über den Beschleunigungsdruck der Moderne - und die Taliban als Alternative.
Ein sehr guter Artikel...ich bin überzeugt, daß die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens, das sich in das Erwerbseinkommen schiebt, doch zu einer "Entschleunigung" führen kann, gerade in Hinsicht auf die Betreuung von Kindern. Denn sie geraten auch viel zu sehr in diese "Zeitmühle"... Denn Krativität fließt in Momenten der Muße, der Entspannung und nicht unter Leistungsdruck. Und ich hoffe sehr, dass viele Menschen Interesse haben, die Arbeitswelt wieder "menschlicher" zu machen um von "unten" auf die Politik einzuwirken. Ich wünschte, viele Politiker würden solche Artikel lesen... Viele Grüße C.Nicolay-Danisch
23.09.2009 09:42 Uhr
von otto:
Die Taliban sind keine Alternative!
22.09.2009 20:49 Uhr
von Kritikus:
Unsinn, suhrkamp ist ein renommierter wissenschaftlicher Verlag, der Schwerpunktmäßig in den Geisteswiss. Politik/Soziologie/Philosophie tätig ist.
Das Buch "Beschleunigung" ist gut zu lesen, auf Amazon gibts einen "Blick ins Buch".
Und man wird ja wohl wirklich mal die Frage stellen dürfen, ob unendliche Beschleunigung wirklich so wünschenswert ist. Sowas führt nämlich dazu, dass neue Konzepte und Projekte über firmeninterne Emails scheibchenweise weitergereicht werden, anstatt Konzepte und Projekte in handhabbaren Teilstücken weiterzugeben. Hinterher hat man dann 15 Emails von 2 Kollegen im Posteingang und man kann sich dann das neue Projekt aus den Stichworten dieser 15 Emails zusammensetzen - sehr effektiv, denn dann stellt man meistens fest, dass da einiges nicht passt, was aber durch die Stückelung erst garnicht aufgefallen ist.
Auch Schulen können von der neuen Beschleunigung ein Liedchen singen: neue Erlasse und Beschlüsse werden vom Schulministerium derartig schnell herausgehauen, dass die Schulen und Lehrer mit der Umsetzung kaum noch hinterherkommen (selber in neues Thema einarbeiten, neue Bücher bestellen, bisherige Unterrichtsreihen umstellen, schulspezifisches Curricula umstellen) und hat man erstmal die neueren Anweisungen umgesetzt, werden genau diese in den allerneuesten Anweisungen wieder zurückgenommen.
Im Berufsleben läuft es heute etwa so:
Das geht 2 Schritte vorwärts, 3 Schritte zurück, 1 Fuß nach vorne, 3 cm nach hinten, 25 m Sprint, 120 Zoll zurück, im 30°-Winkel nach links drehen, 70''Bogenminuten zurück und 15 min bei Geschwindigkeit v = 25 Fuß/Minute vorwärts, einen Schritt nach links, Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn, vorneüberbeugen und dann 4 Minuten im Gallopp mit geschlossenen Augen rückwärts laufen.
Frage: Wo ist ihre momentane Position in Relation zu ihrer Ausgangsposition am 17. März 1995, 15:27 Uhr? Schicken sie die Lösung bitte bis gestern an den Vorgesetzten ihrer Großmutter väterlicherseits.
EINE Reform, EIN durchdachtes Konzept wäre da mal sehr wünschenswert.
Wenn du in Eile bist, dann nimm dir Zeit!
22.09.2009 17:35 Uhr
von Keine Zeit:
Ich denke, das Interview trifft genau den Zeit-Geist. Der zunehmende Zeit = Geld-Wahn ist wahrscheinlich das zentrale Problem des derzeit aus dem Ruder laufenden Turbo-Kapitalismus.
Vor ein paar Jahren hat der Ökonom Richard Florida die globalen Orte der Zukunft bejubelt, die die kreative Klasse" anlocken, und spornte damit zum Wettlauf der Regionen um die globale Elite an. Doch was mit den übrigen Orten und den übrigen "Klassen" passieren soll, das erklärte er nicht.
Vielleicht kann eine Art Grundeinkommen sowie Steuern auf alle Art blasenanfälliger Investitionen tatsächlich ein geeignetes Gegenmittel sein, um den Schleudergang des Hamsterrads zu bremsen, bevor viele herausfliegen.
22.09.2009 15:57 Uhr
von Andrea:
Wie war das mit den Taliban? Wo ist der Zusammenhang?
22.09.2009 15:24 Uhr
von Moritz:
"In einem Hamsterrad kann ich nicht langsam laufen, ich kann nur herausspringen."
... sagen Sie das mal einem deutschen Beamten.
Und was soll denn das mit den Taliban bedeuten? Besteht die Alternative zur Handynutzung etwa in der Scharia?
Das halte ich für Blödsinn. Es steht jedem frei, kein Handy und kein e-mail Account zu haben... ...zumindest privat und zumindest noch.
Das einzige echte Problem, das hier angesprochen wird ist doch, das derjenige zuerst bedient wird, der am lautesten schreit. Das ist der Kern der Steuerproblematik, des Gesundheitswesens und des parlamentarisch wirksamen Lobbyismus.
Deutsche Disziplin und Tugend könnte aber auch anders: indem die brave Beamtenseele nämlich jeden Bürger gleich gut und gleich schnell (oder langsam) bedient.
Wie bei MyFairLady, wo es eine eigenartige Form der Höflichkeit ist, jeden Menschen gleichermaßen unfreundlich zu behandeln.
Leserkommentare
23.09.2009 15:21 Uhr
von Cornelia Nicolay-Danisch:
Ein sehr guter Artikel...ich bin überzeugt, daß die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens, das sich in das Erwerbseinkommen schiebt, doch zu einer "Entschleunigung" führen kann, gerade in Hinsicht auf die Betreuung von Kindern. Denn sie geraten auch viel zu sehr in diese "Zeitmühle"...
Denn Krativität fließt in Momenten der Muße, der Entspannung und nicht unter Leistungsdruck. Und ich hoffe sehr, dass viele Menschen Interesse haben, die Arbeitswelt wieder "menschlicher" zu machen um von "unten" auf die Politik einzuwirken. Ich wünschte, viele Politiker würden solche Artikel lesen...
Viele Grüße C.Nicolay-Danisch
23.09.2009 09:42 Uhr
von otto:
Die Taliban sind keine Alternative!
22.09.2009 20:49 Uhr
von Kritikus:
Unsinn, suhrkamp ist ein renommierter wissenschaftlicher Verlag, der Schwerpunktmäßig in den Geisteswiss. Politik/Soziologie/Philosophie tätig ist.
Das Buch "Beschleunigung" ist gut zu lesen, auf Amazon gibts einen "Blick ins Buch".
Und man wird ja wohl wirklich mal die Frage stellen dürfen, ob unendliche Beschleunigung wirklich so wünschenswert ist.
Sowas führt nämlich dazu, dass neue Konzepte und Projekte über firmeninterne Emails scheibchenweise weitergereicht werden, anstatt Konzepte und Projekte in handhabbaren Teilstücken weiterzugeben.
Hinterher hat man dann 15 Emails von 2 Kollegen im Posteingang und man kann sich dann das neue Projekt aus den Stichworten dieser 15 Emails zusammensetzen - sehr effektiv, denn dann stellt man meistens fest, dass da einiges nicht passt, was aber durch die Stückelung erst garnicht aufgefallen ist.
Auch Schulen können von der neuen Beschleunigung ein Liedchen singen: neue Erlasse und Beschlüsse werden vom Schulministerium derartig schnell herausgehauen, dass die Schulen und Lehrer mit der Umsetzung kaum noch hinterherkommen (selber in neues Thema einarbeiten, neue Bücher bestellen, bisherige Unterrichtsreihen umstellen, schulspezifisches Curricula umstellen) und hat man erstmal die neueren Anweisungen umgesetzt, werden genau diese in den allerneuesten Anweisungen wieder zurückgenommen.
Im Berufsleben läuft es heute etwa so:
Das geht 2 Schritte vorwärts,
3 Schritte zurück,
1 Fuß nach vorne,
3 cm nach hinten,
25 m Sprint,
120 Zoll zurück,
im 30°-Winkel nach links drehen,
70''Bogenminuten zurück und
15 min bei Geschwindigkeit v = 25 Fuß/Minute
vorwärts, einen Schritt nach links, Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn, vorneüberbeugen und dann 4 Minuten im Gallopp mit geschlossenen Augen rückwärts laufen.
Frage: Wo ist ihre momentane Position in Relation zu ihrer Ausgangsposition am 17. März 1995, 15:27 Uhr?
Schicken sie die Lösung bitte bis gestern an den Vorgesetzten ihrer Großmutter väterlicherseits.
EINE Reform, EIN durchdachtes Konzept wäre da mal sehr wünschenswert.
Wenn du in Eile bist, dann nimm dir Zeit!
22.09.2009 17:35 Uhr
von Keine Zeit:
Ich denke, das Interview trifft genau den Zeit-Geist. Der zunehmende Zeit = Geld-Wahn ist wahrscheinlich das zentrale Problem des derzeit aus dem Ruder laufenden Turbo-Kapitalismus.
Vor ein paar Jahren hat der Ökonom Richard Florida die globalen Orte der Zukunft bejubelt, die die kreative Klasse" anlocken, und spornte damit zum Wettlauf der Regionen um die globale Elite an. Doch was mit den übrigen Orten und den übrigen "Klassen" passieren soll, das erklärte er nicht.
Vielleicht kann eine Art Grundeinkommen sowie Steuern auf alle Art blasenanfälliger Investitionen tatsächlich ein geeignetes Gegenmittel sein, um den Schleudergang des Hamsterrads zu bremsen, bevor viele herausfliegen.
22.09.2009 15:57 Uhr
von Andrea:
Wie war das mit den Taliban?
Wo ist der Zusammenhang?
22.09.2009 15:24 Uhr
von Moritz:
"In einem Hamsterrad kann ich nicht langsam laufen, ich kann nur herausspringen."
... sagen Sie das mal einem deutschen Beamten.
Und was soll denn das mit den Taliban bedeuten?
Besteht die Alternative zur Handynutzung etwa in der Scharia?
Das halte ich für Blödsinn. Es steht jedem frei, kein Handy und kein e-mail Account zu haben...
...zumindest privat und zumindest noch.
Das einzige echte Problem, das hier angesprochen wird ist doch, das derjenige zuerst bedient wird, der am lautesten schreit. Das ist der Kern der Steuerproblematik, des Gesundheitswesens und des parlamentarisch wirksamen Lobbyismus.
Deutsche Disziplin und Tugend könnte aber auch anders: indem die brave Beamtenseele nämlich jeden Bürger gleich gut und gleich schnell (oder langsam) bedient.
Wie bei MyFairLady, wo es eine eigenartige Form der Höflichkeit ist, jeden Menschen gleichermaßen unfreundlich zu behandeln.
22.09.2009 13:35 Uhr
von Lukas:
Das ist Trivialliteratur, mehr nicht. Gähn!