• 11.03.2010

Sozialpolitisches Thesenpapier

FDP versenkt Dekadenzdebatte

Die FDP will bei Hartz-IV den Zuverdienst erleichtern und die Kosten der Unterkunft pauschalieren. Angesichts eines neuen FDP-Thesenpapiers zeigten sich Wohlfahrtsverbände erleichtert.von Ralph Bollmann

  • 14.03.2010 08:17 Uhr

    von gelderlander:

    Pauschalisierung der Unterkunftskosten ist der falsche Weg, dadurch entstehen Ghettos, dadurch werden die HARTZ-IV-Opfer noch mehr aus der Gesellschaft abgedrängt.

    Aberr das ist ja der Stil der FDP, einer Partei, die sich kaufen lässt

  • 14.03.2010 00:58 Uhr

    von rko:

    @PetraBergmann:
    Gegenfrage: Mit welcher Berechtigung darf man jemandem das Leben schwer machen, weil er zwar arbeitsfähig ist, aber nun mal keine Arbeit hat? Sie wollen doch nicht allen arbeitsfähigen Arbeitslosen unterstellen, sie seien arbeitsunwillig, oder?

  • 13.03.2010 23:30 Uhr

    von mit Majo:

    Wenn die gar nicht so Liberalen so weitermachen mit ihrem gesellschaftlichen Angagement darf nicht niemand mehr wundern, wenn uns allen der sozialpolitsche Cocktail eines Tages explodiert und um die Ohren fliegt, so wie in Frankreich in den Banlieue sprich - Bannmeile - schon geschehen!

  • 13.03.2010 16:37 Uhr

    von KarlderKleine:

    Die Änderungen der Zuverdienstgrenzen ist längst überfällig.
    Nur.. was passiert, wenn die FDP.., das Ganze anpackt..??

    Es wird mal wieder gemurkst !

    Man sollte 1. Die Anreize gerade für Langzeitarbeitslose richtig großzügig gestalten ( klotzen statt kleckern !)
    2. Man sollte 100 Euro Freipauschale belassen ( man bedenke., dafür auch Mehrkosten für Fahrt, Telefon etc.. ebenfalls abgedeckt werden muß..).

    3. Die FDP sollte endlich begreifen., das den 40.000.000 Millionen Menschen auch finanziell geholfen werden muß.., die einfach zu wenig Geld, um den Geldkreislauf in Gang zu bringen.


    Die Alternative sieht so aus: Mehr Kriminalität, Mehr Schwarzarbeit.., denn wer kann sich denn noch einen richtigen Handwerker leisten? Mehr Perspektivlosigkeit, weniger Binnennachfrage.. höherer Arbeitslosigkeit.
    DAs System kollabiert..und die Bonzen verstecken sich irgendwann in ihren Bürotürmen.

    Diese Mangelwirtschaft ist Unsinn., das weiß man spätestens seit dem Marshallplan.

    Ich hoffe, das die FDP endlich einen Dreh findet, den Menschen zu helfen..,

  • 13.03.2010 02:56 Uhr

    von jimmygjan:

    Was nützt ein nettes Thesenpapier der FDP, wenn die politische Realität längst etwas anderes vorschreibt. Nach dem jüngst das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) feststellte, dass die Hartz IV Regelleistungen verfassungswidrig und deshalb neu zu ermitteln sind, ist das Thesenpapier der FDP das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist.

    Nur ein "Blinder mit dem Krückstock" (soll keine Diskriminierung der Blinden sein!) glaubt doch daran, dass die Regelsätze geringer ausfallen Es wird so sein, dass die Regelsätze erheblich ansteigen werden. Auch das jetzige "Gerede" mehr Sachleistungen, als Geldleistungen den Betroffenen zu geben, ist bei genauer Betrachtung nicht aufrecht zu erhalten. Dies bedeutet doch im Umkehrschluss, dass alle Hartz IV Empfänger in ihrer Gesamtheit nicht mit Geld umgehen können, was diskriminierend wäre und ebenfalls vor dem BVerfG keinen Bestand haben würde.

    Dem zu Folge sind also erheblich mehr finanzielle Mittel im Haushalt bereit zu stellen. Was hilft denn da ein Thesenpapier !?

    Auch scheint der FDP die Zusammenhänge noch nicht klar zu sein, bzw. es ist ihnen klar, weshalb sie unbedingt die Hartz IV Leistungen kürzen wollen.

    Zur Zeit haben wir ca. 7 Millionen Hartz IV Empfänger, eingeschlossen die sogenannten Aufstocker. Je höher die Regelleistungen, desto höher die Anzahl der Hartz IV Empfänger einschließlich der Aufstocker. Das heißt, dass auch die Löhne ansteigen müssen, weil sonst mit Arbeit weniger an Einkommen zu erzielen ist, als mit Hartz IV. Die Zeit des tricksens bei den Regelleistungen ist vorbei, weil das BVerfG alles genau vorgegeben hat. Man wird also nicht umhinkommen, einen Mindestlohn einzuführen. Gibt es kein Mindestlohn, werden wie heute schon die Arbeitgeber sagen, dass es einen Grundlohn gibt und der Rest vom Amt (Aufstocker). Dies bedeutet jedoch, dass mit Hilfe von Steuergeldern auch noch die Arbeitgeber mit Sozialleistungen subventioniert werden, weil diese an Arbeitslöhnen sparen. So möchte es aber die FDP. Nur diese bisher weit verbreitete Praxis wird den Rahmen der Finanzierbarkeit sprengen, so dass die Politik gezwungen ist Mindestlöhne einzuführen, damit der Sozialhaushalt entlastet wird.

    Was hilft hierzu schon ein Thesenpapier der FDP !

  • 12.03.2010 12:09 Uhr

    von GWalter:

    Die haltlosen Versprechungen des Herrn Westerwelle und der FDP !!??

    1 "Arbeitsplätze sind das beste Sozialprogramm"
    Es wurden bis jetzt nur Arbeitsplätze für Staatssekretäre und Beamten geschaffen, die Bürger gehen leer aus. Statt dessen beschimpft der die Harz-4- Empfänger, die keine Arbeitsplätze finden.

    2 "Mehr Netto vom Brutto"
    Statt mehr Netto , haben in diesem Jahr fast alle Normalbürger weniger Netto in der Tasche !

    3 "Kosten sparen durch weniger Kontrollen im Gesundheitswesen"
    Den Krankenkassen soll nun verboten werden die Rechungen der Krankenhäuser und Ärzte zu kontollieren.
    Seither sind dabei Fehler in Milliardenhöhe aufgedeckt worden !!??

    4 "Keine Renten nach Kassenlage des Bundes"
    In diesem Jahr will man trotz dieser Versprechen wegen des Finanzlage des Bundes keine Rentenerhöhung an die Rentner zahlen!
    5 "Besatzungstruppen von USA und GB nach Hause schicken"

    Er kriecht vor den USA und erfüllt alle deren Wünsche!

    Fazit: alles Leere Versprechungen dieser Klientelpartei für die Reichen!!!!

  • 12.03.2010 12:08 Uhr

    von GWalter:

    Die haltlosen Versprechungen des Herrn Westerwelle und der FDP !!??

    1 "Arbeitsplätze sind das beste Sozialprogramm"
    Es wurden bis jetzt nur Arbeitsplätze für Staatssekretäre und Beamten geschaffen, die Bürger gehen leer aus. Statt dessen beschimpft der die Harz-4- Empfänger, die keine Arbeitsplätze finden.

    2 "Mehr Netto vom Brutto"
    Statt mehr Netto , haben in diesem Jahr fast alle Normalbürger weniger Netto in der Tasche !

    3 "Kosten sparen durch weniger Kontrollen im Gesundheitswesen"
    Den Krankenkassen soll nun verboten werden die Rechungen der Krankenhäuser und Ärzte zu kontollieren.
    Seither sind dabei Fehler in Milliardenhöhe aufgedeckt worden !!??

    4 "Keine Renten nach Kassenlage des Bundes"
    In diesem Jahr will man trotz dieser Versprechen wegen des Finanzlage des Bundes keine Rentenerhöhung an die Rentner zahlen!
    5 "Besatzungstruppen von USA und GB nach Hause schicken"

    Er kriecht vor den USA und erfüllt alle deren Wünsche!

    Fazit: alles Leere Versprechungen dieser Klientelpartei für die Reichen!!!!

  • 12.03.2010 10:31 Uhr

    von isomatte:

    Was soll dieses blöde Thesenpapier? Die FDP ist doch höchstens daran interessiert, auf diese Weise ihren Ruf zu retten und die Umfragewerte.

    Ansonsten alles wie gehabt-mit den höheren Zuverdienstmöglichkeiten werden vor allem die Unternehmen unterstützt, die Leute zu Niedrigstlöhnen beschäftigen. Ansonsten ist alles wie gehabt: Kein Konzept wie neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, eine bessere Bildung finanziert, etc.

    Das einzige uralte Argument lautet nach wie vor: Wenn die Kapitalisten mehr Geld haben, werden sie auch mehr investieren und mehr Arbeitsplätze schaffen. Das ich nicht lache! Wer glaubt denn das noch?

    Leider, leider nur allzu viele Menschen hier. Und wieder gehen sie ihnen auf den Leim, was man am Kommentar der Wohlfahrtsverbände sehen kann, die erleichtert sind. Einfach nur lachhaft!

    (Schade nur, dass ich darüber nicht mehr lachen kann!)

  • 12.03.2010 09:07 Uhr

    von claudia:

    >>Außerdem wollen die Liberalen für die Unterkunft von Hartz-IV-Empfängern nicht mehr die realen Kosten erstatten, sondern einen regional unterschiedlichen Pauschalbetrag.<<
    Die "Beihilfe zur Unterkunft" ist auch heute nach oben begrenzt. Das bedeutet z.B. in München auch heute schon, daß Viele von den 359 € ALG 2 für die Wohnungskosten etwas abzweigen müssen.

    Die FDP ist mit Sicherheit nicht so unwissend wie sie sich immer wieder gibt. Weil sie wie auch CDSPgrün Hatz4-Betroffene ohnehin nicht zu ihrer Klientel zählt, erzählt sie Unbetroffenen Geschichten vom Pferd.

    Wer jenseits des 50sten Lebensjahres die Atbeit "verlor", wurde erst mal gezwungen, Ersparnisse nis auf einen minimalen Rest aufzubrauchen. Gleichzeitig sank Jahr für Jahr der beitragsfinanzierte Rentenanspruch. (auch hier hat ja gerade die FDP schon vor 15 Jahren suggeriert, Beitragsrentner seien den Parlamentariern gleichgestellt, die nach nicht mal 4 Jahren einen beitragsfreien unverfallbaren Pensionsanspruch haben. "RV = keine Eigenvorsorge")

    Ähnlich wie bei der Rentenversicherung mußten die später Gekündigten viele Jahre lang Beiträge vom erarbeiteten Einkommen für die "Arbeitslosenversicherung" abzweigen. Um dann festzustellen, daß die "Versicherung" sich aus der Regulierung des Schadensfalles zurückgezogen hatte, als er eintrat. Denn die Beitragsgelder werden nicht erst seit heute veruntreut.

    Das alles wird geflissentlich verschwiegen. Das kommt eben daher, dass Täter für glaubhafte Tatzeugen gehalten werden.
    @ einer:
    >>Schachzug No1: Arbeitslosigkeit muß maximal unangenehm sein.<<
    Das klingt allzu sehr nach dem "psychischen Unwohlsein ohne matierelle Probleme", wie es auch Hannelore Kraft den noch nicht betroffenen Wählern einreden wollte. Man muß schon dazu sagen, daß die Hartz4-Lebenssituation nicht nur „unangenehm" ist, sondern eine akute materielle Zwangslage.
    Wodurch der Zwang entsteht, z. Z. noch gültige Entgelttarife zu unterlaufen, um überhaupt mal ein paar € zu generieren. Nicht für den neuen Porsche, sondern z.B. für ein Paar neue Winterstiefel.
    Das Unterlaufen geschieht keineswegs nur im unqualifizierten Bereich. Auch im chemischen Laborbereich z.B. "verdienen" Arbeitslose mit Ausbildung und Berufserfahrung extrem weniger als ihre festangestellten KollegInnen und graben ihnen aus purer Not mit der Zeit das Wasser ab.

    Darum ging es bei der Agenda 2010, und Politiker und Parteien, die daran festhalten, sind Täter und nicht Problemlöser.

  • 12.03.2010 04:28 Uhr

    von vic:

    Die Hinzuverdienstgrenze bis 200 Euro wird weitaus öfter beansprucht als die bis zu 1000 Euro. Also werden mit diesen Plänen einmal mehr die Menschen am Bodensatz der Gesellschaft belastet.
    Zudem versuchen jetzt nur ein paar Leute aus der Bonzenpartei, im gewöhnlichen Volk zu retten was Westerwelle noch nicht zerstört hat.
    Die Verlierer kümmern sie zwar einen Dreck, als Wähler sind sie aber doch ganz nützlich.

  • 12.03.2010 00:21 Uhr

    von was tut's:

    Na, jetzt wird man schon gelobt, wenn man nicht mehr ganz so blöd daherredet.
    Das Papier selbst bleibt ziemlich ungenau. Abgesehen von solchen eher etwas bizarren Forderungen, die Grundsicherung umzubenennen, gibt es wenig her. Alarmglocken schrillen bei mir aber sofort beim Vorschlag die Miete zu pauschalieren. Angesichts der Tatsache, dass viele Kommunen die Kosten über mehrere Jahre nicht den Mietspiegeln anpassen, ist hier Schlimmes zu befürchten. Zumindest wüsste man doch gerne, wer die Pauschalen berechnen soll und wie. Dann könnte man auch entscheiden ob der Satz "Wir stärken so zum einen die Selbstbestimmung der Leistungsempfänger, die frei entscheiden können, zu welche Preisen sie Wohnraum und Heizbedarf erwerben wollen.", ernst gemeint ist oder als Scherz. Nebenbei: Ein FDPler mietet keinen Wohnraum, er "erwirbt" ihn. Bei ALG II-Empfängern kann es sich da nur um sehr kleinen Wohnraum handeln.
    Und hier noch eine Passage:
    "Die FDP diskutiert, ob volljährige zusammenlebende Partner jeweils den vollen Regelsatz des ALG II erhalten sollten. Die gegenwärtig bestehenden Anreize zur scheinbaren oder faktischen Trennung von Bedarfsgemeinschaften würden so teilweise beseitigt, die für alle Beteiligten würdelose Prüfung der Anspruchsberechtigung bis in den Intimbereich wäre dann entbehrlich.
    Geprüft werden muss allerdings, ob die entstehenden Entlastungen bei den Kosten der Unterkunft und in der Verwaltung zur Finanzierung dieser Maßnahmen allein ausreichend wären."

    Ich wusste es doch: Die FDP ist immer für die freie Entfaltung aller Menschen.
    Solange es nicht zuviel kostet.

  • 11.03.2010 21:41 Uhr

    von DeinName:

    Mhhh... wäre es nicht besser endlich den Mindestlohn einzuführen, statt den Zuverdienst von jobbenden Harz4-Empfängern zu erhöhen?
    -> Somit würde man schneller aus Harz4 "rauskommen"
    -> Wenn die Arbeitgeber anständig bezahlen, muss auch der Staat weniger zur Tasche greifen
    -> Arbeitslosenquote würde sinken

    Im Ganzen freue ich mich aber dennoch, dass die FDP ihre Harz4-Debatten-Taktik etwas in Richtung Solidarität mit den Arbeitslosen Bundesbürgern einlenkt. :)

  • 11.03.2010 21:15 Uhr

    von PetraBergmann:

    "Arbeitslosigkeit muß maximal unangenehm sein."

    Was spricht (gerade bei längeren Zeiträumen) dagegen, wenn derjenige arbeitsfähig ist und auf Kosten der Gemeinschaft lebt?

  • 11.03.2010 19:12 Uhr

    von einer:

    als ob es der FDP jemals tatsächlich um den Mißbrauch oder die Kosten gegangen wäre. Deren Lobby-Interresse ist einzig den Preisdruck auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Schachzug No1: Arbeitslosigkeit muß maximal unangenehm sein. Durch ökonomischen Druck, soziale Ächtung, bürokratische Ungetüme, entwürdigende Kontrollpraxis. Nun No2: Staatlich geförderte Billiglöhner.

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