• 16.01.2010

Soziale Stadt (6): Rendite ziehen aus dem Grundbedürfnis Wohnen

Der Traum der Mieter vom Handy-Tarif

Mobilfunktarife sind durch politische Vorgaben begrenzt. Bei Wohnungsmieten scheint das undenkbar. Denn inner- wie außerparlamentarische Initiativen tun sich schwer, eine Politik gegen die steigenden Mieten zu formulieren.von Christoph Villinger

  • 17.01.2010 10:37 Uhr

    von kritiker:

    selektive wahrnehmung!

    wenn hier bemängelt wird, dass sich "die autonomen" zu wenig für ein gesamtgesellschaftliches phänomen engagieren, wird zum einen vergessen was "autonome politk" ist und was sie leisten kann - nämlich vor allem ausserparlamentarisch und themen anstoßend - NICHT leitend!- um parlamentarische initiativen und andere legalistische projekte müssen sich also diejenigen kümmern die soetwas vertreten können und das sind bestimmt nicht "die autonomen". zum anderen ist es bestandteil "autonomer politik" eben nicht die leute an die hand zu nehmen und ihnen zu sagen was zu tun ist, sondern lediglich themen in den gesellschaftlichen diskurs einzubringen und in eine bestimmte richtung zu lenken. hier wird der blick der Taz dann sehr selektiv. die initiative "mietenstopp" ist teil der "WBA-Kampagne" die seit mehreren jahren die verteidigung von "freiräumen" ebenso anspricht, wie die prolematische gentrifizierung. die themen einer broschüre von 2008 machen das sehr deutlich:
    "Inhalt
    # Miese Hausbesitzer im Berliner Filz 4
    # Die Berliner Kampagne gegen Zwangsumzüge 6
    # Mieterhöhung? Widerstand! 8
    # Soziale Bewegung rund ums Wohnen 9
    # Anwohner_innengarten Rosa Rose 11
    # Wir bleiben Alle! Freiräume erkämpfen und verteidigen! 12
    # Warum lebst du in einem Hausprojekt? 15
    # Rigaerstraße im Wandel 16
    # Öffentlicher Raum – Ein Freiraum? 18
    # Hamburg privatisiert öffentlichen Platz 21
    # MediaSpree? Versenken! 21
    # Trans-Queer-Wagenplatz „Schwarzer Kanal“ 24
    # Das Gasometerprojekt 24
    # Bethanien, Mariannenplatz 26
    # Beispiel GSW: Privatisierung wird teuer 29
    # Wohnkämpfe in Brasilien 29
    # Kommunikation – Leben – Freiraum! 30
    # Über Gewalt 32"
    http://wba.blogsport.de/2008/06/13/broschuere-ist-online/

    es ist also schlicht unwahr bzw eine extrem selektive wahrnehmung der "autonomen politik", dass sich "autonome" nur um ihre eigenen probleme aka hausprojekte kümmern!
    baugruppen - Taz definiert das hier verharmlosend als das streben nach sanierter wohnung ohne ofen und mit mehr licht- hingegen lediglich als soziales projekt zu begreifen ist zwar Taz-typisch aber ebenso selektiv. ausser acht gelassen werden die problematische privatisierung von wohnraum, der beitrag der baugruppen zur gentrifizierung und die soziale selektivität der baugruppen (nicht jeder hat die nötigen finanziellen mittel sich an einer baugruppe zu beteiligen). also christoph: hinsetzen und 2. teil des textes überarbeiten!

  • 16.01.2010 16:29 Uhr

    von Daniel:

    Insgesamt gefällt mir der Artikel, da er einige Zusammenhänge aufzeigt, die einem nicht unbedingt so bewusst waren. Auch wird deutlich, dass die ach so linken Parteien in D sich zunehmend schwer darin tun, eine linke Politik zu verwirklichen. Wie rot muss Berlin noch werden, damit es die Politik auch wird?

    Etwas, was mir an dem Artikel ganz und gar nicht gefällt: ein pauschales Urteil gegen die autonome Szene. So waren es doch vor allem diese Menschen, die die gesamte Gentrifizierungsdebatte erst in die Öffentlichkeit getragen haben. Zudem war das Problem der steigenden Mieten immer auch im Hauptfokus der Bewegung.
    Während die Verteidigung linker Freiräume immer auch ein Thema ist und bleibt, so lässt sich beides doch kaum voneinander trennen, da sowohl die steigenden Mieten als auch die Räumung und Verdrängung linker Freiräume maßgeblich von den Interessen von Investoren geprägt ist.
    Ich erinner nur an die versuchte Tempelhofbesetzung im Juni09: ein von Autonomen initiierter Versuch, der von großen Teilen der Bevölkerung unterstützt, zumindest gutgeheißen, wurde und das Problem Gentrifizierung über Wochen aktuell gehalten hat. Gleichzeitig waren damals in den Forderungen neben Bauwagenplätzen auch sozialer Wohnungsbau schon enthalten.
    Und natürlich ist wohl allen bewusst, dass das Freiraum-Konzept wohl kaum ein Lebensstil für alle sein soll. Er sollte aber trotzdem möglich sein und genau darum geht es in dem Kampf.

    Was allerdings auch stimmt ist, dass sich kaum eine breite gesellschaftliche Bewegung entwickeln wird, wenn diese angeführt wird von Menschen, die "Autos anzünden". Die Wirksamkeit dieser Methode in puncto Wahrnehmung kann man kaum bestreiten. Dennoch ist diese Art des recht persönlichen Angriffes für viele wohl ein Hinderungsgrund, sich eindeutig mit den gleichen Zielen und Forderungen zu identifizieren.
    Da tut sich ja sogar die LINKE schwer, zu sagen, die Autonomen hätten recht mit ihren Forderungen.
    Stattdessen wird sich öffentlich distanziert, um bloß der Opposition keine offene Flanke zu bieten.
    Die steigende Akzeptanz des linksradikalen Protestes in der Gesellschaft und vermehrte Zulauf in der autonomen Szene lässt aber Hoffnung aufkommen.

  • 16.01.2010 02:48 Uhr

    von Jörn Dargel,Stadtplaner,Berlin/Potsdam:

    Dieser Vergleich ist anregend und frappierend überzeugend zugleich: was der EU als Handy-Tarif teuer ist und der Crossover-Regulierung unterliegt, sollte erst Recht unserer Bundesregierung als sozialer Tarif für Mieter billig sein -oder wie
    sehen sie das für Ihr Wahlprogramm Herr Rüttgers,Herr Beust und Herr Wowereit ?

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