Sicherheitslage in Afghanistan

250.000 vertrieben seit Jahresanfang

In Afghanistan fliehen weiterhin Zehntausende Menschen vor Kämpfen und Gefechten. Allein in der vergangenen Woche flüchteten fast 30.000 Menschen.

In Afghanistan steht ein gepanzerter Wagen auf einer Kreuzung

Viele Menschen fliehen vor den Taliban: Soldaten nach einem Taliban Angriff am 7. Oktober 2018 Foto: reuters

KABUL dpa | In Afghanistan sind seit Jahresanfang fast 250.000 Menschen innerhalb des Landes vor Kämpfen und Gefechten aus ihren Dörfern und Städten geflohen. Das geht aus einem in der Nacht zu Dienstag veröffentlichten Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor. Demnach sind allein in der vergangenen Woche mehr als 28.400 Menschen heimatlos geworden – vor allem wegen schwerer Gefechte in drei Bezirken der nördlichen Provinz Tachar.

Seit Januar gab es Vertriebene aus 32 der insgesamt 34 afghanischen Provinzen. 57 Prozent davon sind dem Bericht zufolge Kinder unter 18 Jahren. Laut Militärangaben kontrollieren die Taliban rund 14 Prozent der Bezirke des Landes, 30 Prozent sollen umkämpft sein.

Im vergangenen Jahr hatten die UN bis Anfang Oktober rund 325.000 Kriegs-Binnenflüchtlinge registriert, im Gesamtjahr 2017 waren es rund 450.000. Ob alle im Vorjahr als vertrieben registrierten Menschen weiter ohne Heimat sind, ist nach Angaben der UN unter anderem wegen des mangelnden Zugangs zu vielen umkämpften Provinzen schwer festzustellen.

Neben den Flüchtlingen, die innerhalb des Landes vor Kämpfen flohen, sind laut dem Bericht aktuell zusätzlich rund 216.000 Afghanen aufgrund der schweren Dürre in Westafghanistan als Binnenflüchtlinge registriert. Afghanistan hat geschätzte 30 Millionen Einwohner.

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Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Verfolgung und Armut. Im Mittelmeer sterben Zehntausende. Und die EU setzt auf Abschottung.

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