• 11.03.2010

Sibel Kekilli in "Die Fremde"

Der Türke als Zeitbombe

Der Wunsch nach einem eigenen Leben überfordert die Familie: In Feo Aladags Fim "Die Fremde" gibt Sibel Kekilli eine Art Hatun Sürücü. Schön - aber auch irgendwie klischeehaft.von Ines Kappert

  • 23.03.2010 21:26 Uhr

    von hello:

    @ tine, fixier dich mal nicht auf diese sexistische wahrnehmung von filmkritiken.... für mich - als leser einer filmkritik - ist ganz klar, was mit "noch schöner geworden" gemeint ist. die hauptdarstellerin ist reifer, überzeugender geworden und kann die Dinge nach außen und innen noch authentischer wirken lassen. Sie neigt nicht dazu, Dinge durch schaupsielerischen Übereifer zu über- oder unterzeichnen, zu dramatisieren oder wegzulassen, sondern ist einfach in der Mitte. Nichts anderes ist hier mit schön gemeint. Denn es ist eine Filmkritik und kein Werbeprospekt für eine Klinik für plastische Chirurgie. Jeder Mensch, der in seiner Mitte ist und mit seinem Aussehen nicht ununterbrochen hadert, sondern sich selbst in seiner Einzigartigkeit zu leben "traut" - ist schön. Das gilt für alle, die sich nicht unters Messer legen.

  • 23.03.2010 19:17 Uhr

    von Schelve:

    Hat der Schreiber den Film überhaupt gesehen? Eine vielschichtige Geschichte, die hier runtergekocht wird auf den Gedanken "Vorurteile gegen Türken". Daß der Film sich tatsächlich an einer wahren Geschichte orientiert, scheint der eigentliche, aber unausgesprochene Vorwurf zu sein.

  • 16.03.2010 12:10 Uhr

    von slamosch:

    an tine:

    verstehe den einwand nicht. ein frau wird nach 7 jahren als "noch schöner" bezeichnet. für gewöhnlich gelten nur ganz junge frauen als schön. hier wird gerade die schönheit des alterns betont. wo ist da die verbindung zu einem aufruf zu schönheitsoperationen? (es sei denn, man würde das z.B. als aufruf verstehen, sich altersflecken auf die hand zu tätowieren...)

  • 12.03.2010 16:47 Uhr

    von Peter Müller:

    Der Film zeichnet eine Welt, die von männlichen türkischen affektgesteuerten irrationalen brutalen Tätern einerseits und deutschen liebe- und verständnisvollen "Guten" andererseits bewohnt wird.

    Somit folgt der Film einer Erzähl- und Bildertradition, die Edward Said bereits 1978 kritisch in seinem Buch "Orientalismus" beschrieben hat.

    So legitim es ist, einen Film über einen sogenannten "Ehrenmord" zu machen, so notwendig ist es, sich als Filmemacherin Gedanken zu machen, welche Botschaften man durch die gewählte Erzählweise über bestimmte Bevölkerungs-, ethnische oder religiöse Gruppen verbreitet.

    Betrachtet man die deutlich zunehmende Islamophobie in den letzten Jahren in Europa, so überrascht, wie der Film sämtliche Fragen über die Repräsentation sogenannter "Anderer" missachtet, und nahezu zielsicher rassistische Ressentiments schürt.

  • 11.03.2010 15:42 Uhr

    von Tine:

    Ich finde es durchaus erschreckend, dass Sibel Kekilli in dieser Kritik als "noch schöner" beschrieben wird, als sie es in "Gegen die Wand" gewesen sei. Vergessen scheinen alle Debatten um Sexismus und vor allem um Minderwertigkeitskomplexe junger Mädchen. Ist das als ein Aufruf zu Schönheits-Operationen zu verstehen?

  • 11.03.2010 13:12 Uhr

    von BigKelle:

    Ja Ja, da versuchen diese Diaspora mit einem Film, doch immer wieder eine Rechfertigung für diese "Ehrenmorde" zu finden!

    steter Tropfen höhlt den stein

  • 11.03.2010 12:13 Uhr

    von nemo:

    "Auch die Deutsch-Deutschen, die Umay zur Hilfe eilen, sind allzu eindeutig gut. Sie machen keine Fehler, sind rasend nett und verständnisvoll"

    was sind eigentlich deutsch-deutsche? solche wortschöpfungen dürfen sie gerne für sich behalten!

    und das ihnen "allzu eindeutig gute deutsche" sauer aufstossen, zeigt welch geistes kind hinter diesem artikel steckt.

    mehr ist diesem geschreibsel nicht hinzuzufügen!

  • 11.03.2010 09:33 Uhr

    von leser ein:

    Thema: Filmkritik
    Wenn man einen Film kritisiert und das auch noch in dieser negativen Form sollte man doch mindestens inhaltliche Fehler ausschließen. Es ist doch ein durchaus großer Unterschied zwischen einem Amoklauf und einem Ehrenmord, der sich aus der Definition der beiden Begriffe ergibt. Wenn diese dann vertauscht werden wirkt die gesamte Kritik, weil inkompetent, irrelevant.

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