Die Gedanken kreisen nur um sich selbst, Angst vor Ablehnung und Wunsch nach Anerkennung wechseln sich ab. Soziale Phobie kann schlimme Folgen haben.von Claudia Borchard-Tuch
Die Leistungsgesellschaft schaltet um vom Sollen auf Können (yes, we can), und wer nicht mitkommt, wird als Versager dargestellt (Byung-Chul Han). Das war schon zu meiner Schulzeit so, frühe Siebziger. Bei meinen Mitschülern hatte ich mich immer gefragt, was für Eltern die so haben, und diese Frage sei hier an viele Eltern gestellt, die nicht mitbekommen, wie der ältere Bruder auf dem Heimweg seine kleine Schwester regelmäßig als blöd und Versagerin darstellt, wie der Sohn in der Schule mit den Klassenclowns immer denselben Mitschüler ab und zu "ein bißchen" verprügelt, jene Eltern, die nie zum Elternsprechtag gehen (gibts das noch?) oder auch die, die immer hingehen und die erfolgreiche Mutti spielen, wenn in der Klasse jeder weiß, das von ihrem Kind mit anderen Mitläufern die ätzende Ausgrenzung ausgeht, die eine ganze Klasse jahrelang (!) stresst, durch für manche lebenslang erinnerbare Drangsalierungen. Lehrer sind ebenfalls aufgerufen, sich zB beim Sportunterricht genau selbst zu beobachten, wenn jemand im Wettbewerb mit anderen nicht mitkommen kann, weil er das Gefühl hat, dass er hier seine Schwäche nochmal vollends aufführen soll. - Schule kann kein peace camp sein (oder doch?) darf aber auch kein Ort im Leben sein, der einen immer wieder an Schande und die eigene Lächerlichkeit erinnert. Es gibt viele Menschen da draußen, oft mit auffälligen Symptomen, die diese Zeit hassen. Ich finde, in der Schule kann sich soziale Phobie bilden, wenn man im Kindergarten noch behütet war.
31.12.2012 09:47 Uhr
von Erich Schlapphut:
@Erfahrungen:
“ Früher gabs das natürlich auch, aber es war nicht so schlimm wie heute, denn es gab kein Internet und Fotohandys.“ Wann ist früher? Wenn früher bedeutet in den letzten 300 Jahren oder mehr, dann, wer weis das schon welche Ausmaße das hatte, denn jede Generation erlebte Krieg. In Romanen aus der Zeit kommen derartige Verhalten schon mal vor, ansonsten traumatisierte Menschen (Kinder) wird es da sicher viele gegeben haben. Der Anpassungsdruck war schon immer vorhanden, z.B. die Religionskriege und Vertreibungen. Außerdem die BRD war schon immer eine Ellenbogengesellschaft
Jetzt durch die neue Technik wird das Problem natürlich öffentlicher.
@Marius:
„Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir einfühlsamer mit uns selbst und anderen sein werden und immer mehr wir selbst sind.“ Gesamtgesellschaftlich gesehen wird dieses Ziel wohl ein Traum bleiben. Die Gesellschaft bewegt sich nur bis zu einem bestimmten Level in die Richtung, da aber ethisch- moralisches Verhalten von der Gesellschaft definiert wird, wird es immer zu diesen Phobien kommen. Alle Gesellschaften zerfallen immer wieder. Damit wird sich nicht immer alles zum Besseren entwickeln und dort bleiben.
Wenn jetzt diesen Phobien mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, dann ist zu erwarten das die Pharmaindustrie bald damit Geschäfte macht, siehe ADHS.
30.12.2012 23:23 Uhr
von Marius:
Ich bin echt entsetzt, dass in diesem Artikel nicht mehr Worte über die gesellschaftlichen Strukturen fallen, die diese "Krankheit" verursachen. Dass die Ursachen so stark bei den einzelnen Individuen gesucht werden, halte ich für gefährlich und es macht mir ehrlich gesagt Angst. Da wir in einer Kultur leben, in der immer wieder vermittelt wird, was moralisch falsch und richtig ist, wofür man bestraft und belohnt werden und wofür man sich schämen muss, wundere ich mich nicht über die Furcht der Menschen, die in diesem Artikel beschrieben wird. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir einfühlsamer mit uns selbst und anderen sein werden und immer mehr wir selbst sind. Besser spät als nie :-)
30.12.2012 19:13 Uhr
von Erfahrungen:
Soziale Phobie ist oft ein Folge der Leistungsgesellschaft in der du der Beste, Schönste und Erfolgreichste sein musst. Das bekommen Kinder in der Schule auch von Kinder schon vorgelebt, wer da in der Clique nicht "in" ist, hat schechte Karten und kann nur noch den Rückzug in die (innere) Isolation nehmen, die sich dann häufig in Phobien verhärtet.
Hin und wieder dreht auch eine(r) per Schulmassaker oder andere Gewalttaten durch, aber die aller meißten leiden still, nachdem sie heute auch im Internet regelrecht fertig und sozial kaput gemacht werden.
Früher gabs das natürlich auch, aber es war nicht so schlimm wie heute, denn es gab kein Internet und Fotohandys. Mich äregert, dass vor allem die Linken nichts dagegen haben und machen, wo sie doch sonst so gutmenschlich für Schwächere einsetzen wollen.
30.12.2012 19:04 Uhr
von ion:
"Soziale Phobie kann schlimme Folgen haben." Gesellschaftliche Angepasstheit auch! "Soziale Phobie" ist nicht zwingend eine: "krankhafte Entwicklung", sondern kann ebenso als eine temporäre Begleit-‘Erkrankung’ bei Personen auf dem Weg zu ‘awareness’, für Erwachende gesehen werden. Insofern sind alle systemintegrativ angebotenen ‘Psychoklempner-Hilfen’ sehr kritisch zu betrachten.
Ist der Artikel ’ne Werbemaßnahme für die Publikationen der Autorin?
„Wer einen Hammer als einziges Werkzeug hat, für den sieht jedes Problem nach einem Nagel aus.“ — P. Watzlawick
30.12.2012 18:26 Uhr
von Heiko:
Ich habe Erfahrungen mit klassicher Psychotherapie und mit der alternativen Methode names Kinesologie machen können. Die Kinesiologie ist in Sache Effektivität und tiefgreifender Wirkung der klassischen Therapie sehr weit überlegen. Ich gehe lieber zu meiner Kinesiologin als zu einer Schulpsychologin, obwohl ich die Kinesiologin privat bezahlen muß. Aber die Kinesiologie half mir so schnell und effektiv, das es mir das Geld wert ist. Warum man die Kinesiologie als nicht "wissenschaftlich" anerkennt ist mir ein Rätsel. Entweder bin ich an eine wirklich gute Heilerin geraten oder die Pharmaindustrie stänkert gegen diese neue Methode, weil sie so ihre Medikamente nicht verkaufen kann. Wer weiß. Aber wer effektiv Hilfe möchte, sollte die Kinesiologie aufprobieren, wer an einen guten Kinesiologen kommt, wird schnell Besserung spüren.
30.12.2012 18:04 Uhr
von Rainer B.:
Wie bei allen psychischen Störungen, sind die Grenzen zwischen Störung und Normalität fließend und oft kaum wahrnehmbar. Es gibt immer einen exogenen und einen endogenen Anteil. In einem familiären und schulischen Umfeld, in dem der Wert eines Menschen danach bemessen wird, wie gut er für dieses Umfeld funktioniert, ist die "soziale Phobie" nur eine adäquate Reaktion auf dieses Umfeld. Es wäre wohl richtiger, von einem kranken Umfeld als von einer psychischen Störung zu sprechen.
Wer einen unverstellten Blick auf seine Jugendzeit werfen kann, wird bei sich selbst mühelos zahlreiche Symptome benennen können, die die Diagnose "soziale Phobie" im Nachhinein rechtfertigen würden. Den akut Betroffenen hilft dies leider wenig bis gar nicht.
30.12.2012 17:11 Uhr
von anke:
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass psychische Erkrankungen in vielen Fällen eine Frage gesellschaftlicher Zuschreibungen sind – hier wäre er gewesen. Wäre noch vor ein paar Jahrzehnten jede in psychiatrische Behandlung geschickt worden, die auf Weisung leere Cola-Dosen an einer Schnur durch die belebte Innenstadt von Berlin zieht, wird heute erbarmungslos jeder behandelt, der damit Probleme hat. Die Zeiten ändern sich eben. Heute geben die den Ton an, die ihren Mitmenschen gar nicht genug auf die Nerven fallen können mit ihrem sinnlosen Gedöns. Wer gelobt werden will von den Ton-Angebern, statt zum Sozialphobiker oder zum Angstneurotiker gestempelt zu werden, der muss halt mitlärmen. Ob das seiner Natur nun entspricht oder nicht. Hoch lebe die Freiheit des Individuums! Ein "Prost!" auf den goldenen Westen!
30.12.2012 17:03 Uhr
von SchnurzelPu:
Genetisch bedingt und dann 5 bis 10% aller Menschen betroffen. Dann muss es ja irgendeinen Vorteil haben Soziphob zu sein. Ansonsten wären die ja schon längst ausgestorben. Bekommen Soziophobiker vielleicht weniger häufig Infektionskrankheiten?
30.12.2012 15:43 Uhr
von Jiri:
Es ist zwar sehr löblich, dass die TAZ einen Bericht über die soziale Phobie schreibt.
Aber muss unbedingt eine relativ ungenaue Beschreibung einer Professorin einer katholischen (!?) Universität zitiert werden, wenn die soziale Phobie mit einem einfachen Auszug aus dem ICD-10 besser beschrieben wäre?
Es gibt auf diesem Gebiet bessere Forscher (z.B. Ulrich Stangier) als diese Professorin, die hier genannt werden.
30.12.2012 14:32 Uhr
von highks:
@bla, den Artikel zwar gelesen, aber anscheinend nicht verstanden? Für einen Menschen ohne Sozialphobie sollte weder das Ziehen von Coladosen, noch das Tragen eines Pakets ein Problem sein. Weder in Berlin, noch in Stuttgart. Die soziale Phobie zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass die Betroffenen unverhältnismäßig starke Angst vor Situationen mit anderen Menschen entwickeln.
Es geht bei der Aktion mit den Coladosen nicht darum, ob und wie viele Menschen komisch schauen, sondern um die Wahrnehmung des Patienten. Da könnte es sehr hilfreich sein, wenn die Passanten gar nicht hinschauen. Das kann der Therapeut auf Video festhalten, und dem Patienten hinterher zeigen - um ihm klar zu machen, dass sich eigentlich gar niemand für ihn interessiert hat, trotz der Coladosen an der Schnur.
30.12.2012 13:18 Uhr
von Erich Schlapphut:
Zitat: “ „ist eine ausgeprägte Angst, in Gegenwart anderer etwas Peinliches zu tun.“ Wer definiert denn was peinlich ist? Die Gesellschaft, die Religionen, die Parteien, die Organisationen, die Familie u.s.w.. Hier wird ein Verhalten beschrieben, das auf eine kranke Gesellschaft hindeutet und der einzelne der darauf entsprechend reagiert wird dann als krank bezeichnet. Nicht jeder kann oder will sich einer kranken Gesellschaft anpassen. Nur das erfordert sehr viel Kraft und Aufmerksamkeit um zu erkennen welche Krankheiten und Schwächen die sogenannten Angepassten haben. Die haben dann wieder andere Krankheiten, wie Burnout, Bluthochdruck u,a, welche gesellschaftsfähig sind und auf Partys groß diskutiert werden können. Das mit der entsprechenden Pille kommt noch, wie bei ADHS, wenn man genug als krank abgestempelt hat.
30.12.2012 12:18 Uhr
von erika werschtnet:
Schwabe, die net schräg gugge un sich net des Maul äwwer nix zerreisse dürfe, sin koi Schwabe, sondern Neigschmeckte.
30.12.2012 11:36 Uhr
von Ex-Odenwaldschüler:
Die Entwicklung von sozialen Phobien bei Schulkindern ist angesichts der Situationen an vielen deutschen Schulen kein Wunder.Statt die Strukturen an Schulen zu verändern und Mobbing damit vorzubeugen schauen die Lehrer weg(Aufsichtsverletzung)und die Kinder und Jugendlichen landen dann auch gerne in der Kinder-und Jugendpsychiatrie.Bloss nicht das System in Frage stellen.Krank ist das Kind,Schuld die Eltern und keinesfalls die Schulstrukturen!
30.12.2012 09:52 Uhr
von bla:
in berlin ist das eine schwierige übung? advanced achievement in süd-deutschland. da wird man schon mit ganz anderen sachen mächtig schräg angeschaut... test: setze dich mit einem grossen, unhandlichen paket in die stuttgarter u-bahn
Leserkommentare
31.12.2012 11:07 Uhr
von yeswecan:
Die Leistungsgesellschaft schaltet um vom Sollen auf Können (yes, we can), und wer nicht mitkommt, wird als Versager dargestellt (Byung-Chul Han). Das war schon zu meiner Schulzeit so, frühe Siebziger. Bei meinen Mitschülern hatte ich mich immer gefragt, was für Eltern die so haben, und diese Frage sei hier an viele Eltern gestellt, die nicht mitbekommen, wie der ältere Bruder auf dem Heimweg seine kleine Schwester regelmäßig als blöd und Versagerin darstellt, wie der Sohn in der Schule mit den Klassenclowns immer denselben Mitschüler ab und zu "ein bißchen" verprügelt, jene Eltern, die nie zum Elternsprechtag gehen (gibts das noch?) oder auch die, die immer hingehen und die erfolgreiche Mutti spielen, wenn in der Klasse jeder weiß, das von ihrem Kind mit anderen Mitläufern die ätzende Ausgrenzung ausgeht, die eine ganze Klasse jahrelang (!) stresst, durch für manche lebenslang erinnerbare Drangsalierungen. Lehrer sind ebenfalls aufgerufen, sich zB beim Sportunterricht genau selbst zu beobachten, wenn jemand im Wettbewerb mit anderen nicht mitkommen kann, weil er das Gefühl hat, dass er hier seine Schwäche nochmal vollends aufführen soll. - Schule kann kein peace camp sein (oder doch?) darf aber auch kein Ort im Leben sein, der einen immer wieder an Schande und die eigene Lächerlichkeit erinnert. Es gibt viele Menschen da draußen, oft mit auffälligen Symptomen, die diese Zeit hassen. Ich finde, in der Schule kann sich soziale Phobie bilden, wenn man im Kindergarten noch behütet war.
31.12.2012 09:47 Uhr
von Erich Schlapphut:
@Erfahrungen:
“ Früher gabs das natürlich auch, aber es war nicht so schlimm wie heute, denn es gab kein Internet und Fotohandys.“
Wann ist früher? Wenn früher bedeutet in den letzten 300 Jahren oder mehr, dann, wer weis das schon welche Ausmaße das hatte, denn jede Generation erlebte Krieg. In Romanen aus der Zeit kommen derartige Verhalten schon mal vor, ansonsten traumatisierte Menschen (Kinder) wird es da sicher viele gegeben haben. Der Anpassungsdruck war schon immer vorhanden, z.B. die Religionskriege und Vertreibungen. Außerdem die BRD war schon immer eine Ellenbogengesellschaft
Jetzt durch die neue Technik wird das Problem natürlich öffentlicher.
@Marius:
„Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir einfühlsamer mit uns selbst und anderen sein werden und immer mehr wir selbst sind.“
Gesamtgesellschaftlich gesehen wird dieses Ziel wohl ein Traum bleiben. Die Gesellschaft bewegt sich nur bis zu einem bestimmten Level in die Richtung, da aber ethisch- moralisches Verhalten von der Gesellschaft definiert wird, wird es immer zu diesen Phobien kommen. Alle Gesellschaften zerfallen immer wieder. Damit wird sich nicht immer alles zum Besseren entwickeln und dort bleiben.
Wenn jetzt diesen Phobien mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, dann ist zu erwarten das die Pharmaindustrie bald damit Geschäfte macht, siehe ADHS.
30.12.2012 23:23 Uhr
von Marius:
Ich bin echt entsetzt, dass in diesem Artikel nicht mehr Worte über die gesellschaftlichen Strukturen fallen, die diese "Krankheit" verursachen. Dass die Ursachen so stark bei den einzelnen Individuen gesucht werden, halte ich für gefährlich und es macht mir ehrlich gesagt Angst. Da wir in einer Kultur leben, in der immer wieder vermittelt wird, was moralisch falsch und richtig ist, wofür man bestraft und belohnt werden und wofür man sich schämen muss, wundere ich mich nicht über die Furcht der Menschen, die in diesem Artikel beschrieben wird. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir einfühlsamer mit uns selbst und anderen sein werden und immer mehr wir selbst sind. Besser spät als nie :-)
30.12.2012 19:13 Uhr
von Erfahrungen:
Soziale Phobie ist oft ein Folge der Leistungsgesellschaft in der du der Beste, Schönste und Erfolgreichste sein musst. Das bekommen Kinder in der Schule auch von Kinder schon vorgelebt, wer da in der Clique nicht "in" ist, hat schechte Karten und kann nur noch den Rückzug in die (innere) Isolation nehmen, die sich dann häufig in Phobien verhärtet.
Hin und wieder dreht auch eine(r) per Schulmassaker oder andere Gewalttaten durch, aber die aller meißten leiden still, nachdem sie heute auch im Internet regelrecht fertig und sozial kaput gemacht werden.
Früher gabs das natürlich auch, aber es war nicht so schlimm wie heute, denn es gab kein Internet und Fotohandys. Mich äregert, dass vor allem die Linken nichts dagegen haben und machen, wo sie doch sonst so gutmenschlich für Schwächere einsetzen wollen.
30.12.2012 19:04 Uhr
von ion:
"Soziale Phobie kann schlimme Folgen haben."
Gesellschaftliche Angepasstheit auch!
"Soziale Phobie" ist nicht zwingend eine: "krankhafte Entwicklung", sondern kann ebenso als eine temporäre Begleit-‘Erkrankung’ bei Personen auf dem Weg zu ‘awareness’, für Erwachende gesehen werden.
Insofern sind alle systemintegrativ angebotenen ‘Psychoklempner-Hilfen’ sehr kritisch zu betrachten.
Ist der Artikel ’ne Werbemaßnahme für die Publikationen der Autorin?
„Wer einen Hammer als einziges Werkzeug hat, für den sieht jedes Problem nach einem Nagel aus.“ — P. Watzlawick
30.12.2012 18:26 Uhr
von Heiko:
Ich habe Erfahrungen mit klassicher Psychotherapie und mit der alternativen Methode names Kinesologie machen können. Die Kinesiologie ist in Sache Effektivität und tiefgreifender Wirkung der klassischen Therapie sehr weit überlegen. Ich gehe lieber zu meiner Kinesiologin als zu einer Schulpsychologin, obwohl ich die Kinesiologin privat bezahlen muß. Aber die Kinesiologie half mir so schnell und effektiv, das es mir das Geld wert ist.
Warum man die Kinesiologie als nicht "wissenschaftlich" anerkennt ist mir ein Rätsel. Entweder bin ich an eine wirklich gute Heilerin geraten oder die Pharmaindustrie stänkert gegen diese neue Methode, weil sie so ihre Medikamente nicht verkaufen kann. Wer weiß.
Aber wer effektiv Hilfe möchte, sollte die Kinesiologie aufprobieren, wer an einen guten Kinesiologen kommt, wird schnell Besserung spüren.
30.12.2012 18:04 Uhr
von Rainer B.:
Wie bei allen psychischen Störungen, sind die Grenzen zwischen Störung und Normalität fließend und oft kaum wahrnehmbar. Es gibt immer einen exogenen und einen endogenen Anteil. In einem familiären und schulischen Umfeld, in dem der Wert eines Menschen danach bemessen wird, wie gut er für dieses Umfeld funktioniert, ist die "soziale Phobie" nur eine adäquate Reaktion auf dieses Umfeld. Es wäre wohl richtiger, von einem kranken Umfeld als von einer psychischen Störung zu sprechen.
Wer einen unverstellten Blick auf seine Jugendzeit werfen kann, wird bei sich selbst mühelos zahlreiche Symptome benennen können, die die Diagnose "soziale Phobie" im Nachhinein rechtfertigen würden. Den akut Betroffenen hilft dies leider wenig bis gar nicht.
30.12.2012 17:11 Uhr
von anke:
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass psychische Erkrankungen in vielen Fällen eine Frage gesellschaftlicher Zuschreibungen sind – hier wäre er gewesen. Wäre noch vor ein paar Jahrzehnten jede in psychiatrische Behandlung geschickt worden, die auf Weisung leere Cola-Dosen an einer Schnur durch die belebte Innenstadt von Berlin zieht, wird heute erbarmungslos jeder behandelt, der damit Probleme hat. Die Zeiten ändern sich eben. Heute geben die den Ton an, die ihren Mitmenschen gar nicht genug auf die Nerven fallen können mit ihrem sinnlosen Gedöns. Wer gelobt werden will von den Ton-Angebern, statt zum Sozialphobiker oder zum Angstneurotiker gestempelt zu werden, der muss halt mitlärmen. Ob das seiner Natur nun entspricht oder nicht. Hoch lebe die Freiheit des Individuums! Ein "Prost!" auf den goldenen Westen!
30.12.2012 17:03 Uhr
von SchnurzelPu:
Genetisch bedingt und dann 5 bis 10% aller Menschen betroffen. Dann muss es ja irgendeinen Vorteil haben Soziphob zu sein. Ansonsten wären die ja schon längst ausgestorben. Bekommen Soziophobiker vielleicht weniger häufig Infektionskrankheiten?
30.12.2012 15:43 Uhr
von Jiri:
Es ist zwar sehr löblich, dass die TAZ einen Bericht über die soziale Phobie schreibt.
Aber muss unbedingt eine relativ ungenaue Beschreibung einer Professorin einer katholischen (!?) Universität zitiert werden, wenn die soziale Phobie mit einem einfachen Auszug aus dem ICD-10 besser beschrieben wäre?
Es gibt auf diesem Gebiet bessere Forscher (z.B. Ulrich Stangier) als diese Professorin, die hier genannt werden.
30.12.2012 14:32 Uhr
von highks:
@bla, den Artikel zwar gelesen, aber anscheinend nicht verstanden?
Für einen Menschen ohne Sozialphobie sollte weder das Ziehen von Coladosen, noch das Tragen eines Pakets ein Problem sein. Weder in Berlin, noch in Stuttgart.
Die soziale Phobie zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass die Betroffenen unverhältnismäßig starke Angst vor Situationen mit anderen Menschen entwickeln.
Es geht bei der Aktion mit den Coladosen nicht darum, ob und wie viele Menschen komisch schauen, sondern um die Wahrnehmung des Patienten.
Da könnte es sehr hilfreich sein, wenn die Passanten gar nicht hinschauen.
Das kann der Therapeut auf Video festhalten, und dem Patienten hinterher zeigen - um ihm klar zu machen, dass sich eigentlich gar niemand für ihn interessiert hat, trotz der Coladosen an der Schnur.
30.12.2012 13:18 Uhr
von Erich Schlapphut:
Zitat:
“ „ist eine ausgeprägte Angst, in Gegenwart anderer etwas Peinliches zu tun.“
Wer definiert denn was peinlich ist? Die Gesellschaft, die Religionen, die Parteien, die Organisationen, die Familie u.s.w..
Hier wird ein Verhalten beschrieben, das auf eine kranke Gesellschaft hindeutet und der einzelne der darauf entsprechend reagiert wird dann als krank bezeichnet. Nicht jeder kann oder will sich einer kranken Gesellschaft anpassen. Nur das erfordert sehr viel Kraft und Aufmerksamkeit um zu erkennen welche Krankheiten und Schwächen die sogenannten Angepassten haben. Die haben dann wieder andere Krankheiten, wie Burnout, Bluthochdruck u,a, welche gesellschaftsfähig sind und auf Partys groß diskutiert werden können. Das mit der entsprechenden Pille kommt noch, wie bei ADHS, wenn man genug als krank abgestempelt hat.
30.12.2012 12:18 Uhr
von erika werschtnet:
Schwabe, die net schräg gugge un sich net des Maul äwwer nix zerreisse dürfe, sin koi Schwabe, sondern Neigschmeckte.
30.12.2012 11:36 Uhr
von Ex-Odenwaldschüler:
Die Entwicklung von sozialen Phobien bei Schulkindern ist angesichts der Situationen an vielen deutschen Schulen kein Wunder.Statt die Strukturen an Schulen zu verändern und Mobbing damit vorzubeugen schauen die Lehrer weg(Aufsichtsverletzung)und die Kinder und Jugendlichen landen dann auch gerne in der Kinder-und Jugendpsychiatrie.Bloss nicht das System in Frage stellen.Krank ist das Kind,Schuld die Eltern und keinesfalls die Schulstrukturen!
30.12.2012 09:52 Uhr
von bla:
in berlin ist das eine schwierige übung? advanced achievement in süd-deutschland. da wird man schon mit ganz anderen sachen mächtig schräg angeschaut... test: setze dich mit einem grossen, unhandlichen paket in die stuttgarter u-bahn