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Schwerpunkt Kongo-Kriegsverbrecherprozess

  • 75.-76. TAG KONGO-KRIEGSVERBRECHERPROZESS

    „Gott beschützt uns“

    Ein Telefonat zwischen den beiden Angeklagten vor ihrer Verhaftung enthüllt, wie sie sich auf ihren Prozess vorbereiteten. Sie sehen sich als Opfer, aber zugleich als von Gott geschützt. von Bianca Schmolze

  • 77. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Der Prozess ist unterbrochen

    Ein erneuter Befangenheitsantrag der Verteidigung führt erstmals zum Abbruch der Verhandlung. Die Anwälte der beiden Angeklagten monieren Weitergabe von Beweismitteln an die UN. von B. Schmolze & D. Johnson

  • 74. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Töten war OK, sagt die Verteidigung

    Die mutmaßlich zivilen Opfer der FDLR im Kongo waren keine Zivilisten. Daher war es kein Kriegsverbrechen, sie umzubringen, sagen die Anwälte. von Dominic Johnson

  • 72.-73. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Handys und Schweine-Hutu

    Warum verlassen FDLR-Kämpfer die ruandische Miliz im Kongo und gehen nach Ruanda zurück? Die FDLR-Führung sagt: Das ist eine „Krankheit“ und das Mobiltelefon ist schuld. von Dominic Johnson

  • 70.-71. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Aus dem Kongo nach Darfur

    Ein erneut geladener ehemaliger FDLR-Kämpfer berichtet darüber, wie Demobilisierte in Ruanda organisiert sind – und wird gebeten, bei den Ermittlungen zu helfen. von Bianca Schmolze

  • 66.-69. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Erinnerungen eines Kriegers

    Der ehemalige FDLR-Soldat D liefert im Laufe seiner Vernehmung die bisher genaueste historische Schilderung des langen Kampfes der ruandischen Hutu-Exilanten im Kongo. von Bianca Schmolze

  • 62.-65. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Das Telegramm des Generals

    Ein FDLR-Kämpfer bestätigt, dass die Miliz Kinder rekrutierte. Der Militärchef habe angeordnet, Zivilisten als Feind zu betrachten, falls sie mit Kongos Armee zusammenarbeiten. von Bianca Schmolze

  • Hintergrund Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Das Massaker von Busurungi

    Das ostkongolesische Dorf Busurungi wurde in der Nacht vom 9. zum 10. Mai 2009 dem Erdboden gleichgemacht, zahlreiche Menschen starben. Was geschah genau? von Simone Schlindwein

  • 61. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    "Wir waren erfolgreich"

    Aus Telefonaten mit seinen Kollegen in der FDLR-Führung geht hervor, wie unnachgiebig FDLR-Präsident Murwanashyaka auf die militärische Schwächung seiner Miliz 2009 reagierte. von Bianca Schmolze

  • 57.-60. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Schüsse fielen wie Regen

    Erstmals beschreibt ein Mittäter im Detail den Angriff der ruandischen FDLR-Miliz auf das kongolesische Dorf Busurungi im Mai 2009. von Bianca Schmolze

  • 57. & 61. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Strafanzeige gegen den Staatsanwalt

    Die Verteidigung von FDLR-Vizepräsident Musoni erstattet Anzeige gegen den leitenden Bundesanwalt. Der dementiert umstrittene Äußerung. von Bianca Schmolze

  • 53.-56. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Der Zeuge und das Video

    Kuriose Umstände der Vernehmung eines Ex-FDLR-Kämpfers bringen die Anklage in Bedrängnis. Erstmals wird das Video einer Vernehmung öffentlich im Gerichtssaal gezeigt. von Bianca Schmolze

  • 49.-52. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Der Zeuge als Opfer

    Ein ehemaliger FDLR-Meldegänger erzählt - aber nicht so, wie es die Prozessbeteiligten gerne hätten. "Es ist die Pflicht des Zeugen, sich anzustrengen!", meckert die Verteidigerin. von Bianca Schmolze

  • 48. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Murwanashyakas Hoffnung

    Vor der Weihnachtspause gibt Den Haag der Verteidigung des FDLR-Präsidenten Auftrieb. Und es wird deutlich, welche Hoffnungen er 2009 auf Kongos Unzufriedenheit mit Kabila setzte.

  • 46.-47. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Ziegen und Zivilisten

    Ein demobilisierter FDLR-Kämpfer erklärt, wie friedlich seine Miliz im Kongo lebte. Und wie rücksichtslos sie kämpfte, als der Frieden vorbei war. von Dominic Johnson

  • 44.-45. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Wenn die Hütten brennen

    Ein FDLR-Soldat schildert in Stuttgart Einzelheiten von Angriffen der ruandischen Hutu-Miliz auf Zivilisten in den ostkongolesischen Dörfern Busurungi und Manje.

  • 42.-43. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Das Satellitentelefon im Wald

    Ein Verbindungsoffizier der FDLR erzählt im Stuttgarter Oberlandesgericht, wie die Führung in Deutschland mit den Militärs im Kongo kommunizierte.

  • 40.-41. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Telegramm aus Deutschland

    Ein FDLR-Offizier bestätigt, dass Präsident Murwanashyaka seiner Miliz im Kongo aus Deutschland Befehle gab. Auch den, die Zivilbevölkerung unter Umständen als "Feind" zu betrachten.

  • 38.-39. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Die Militärs sind schuld

    Die FDLR-Miliz hat Übergriffe an der Zivilbevölkerung im Kongo verübt, bestätigt ein Zeuge. Aber dies habe nicht der angeklagte Präsident Murwanashyaka zu verantworten. von Bianca Schmolze

  • 36.-37. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Die Grenzen der Wahrheitsfindung

    Die Befragung eines ehemaligen FDLR-Leutnants bleibt hinter den Möglichkeiten zurück, die das OLG Stuttgart eigentlich bräuchte, um diesen Prozess konsequent zu führen. von B. Schmolze & D. Johnson

  • 34.-35. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Der Militärchef packt aus

    Paul Rwarakabije sagt gegen seinen Präsidenten aus und belastet ihn stark. Er ist einer der ehemaligen FDLR-Milizionäre, die aus Ruanda nach Stuttgart geflogen werden. von Bianca Schmolze

  • 33. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Die Suche nach dem Bruder

    Ein ruandischer Flüchtling in Deutschland erzählt, wozu er die FDLR brauchte. Mitglied werden wollte er nicht: Demokratie in Ruanda müsse auf diplomatischem Wege erreicht werden. von Bianca Schmolze

  • 32. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Der Sympathisant

    Ein Exilruander aus einer prominenten Familie macht im Zeugenstand klar, wie sehr die FDLR dem bewaffneten Kampf gegen Ruanda verpflichtet ist. von Bianca Schmolze

  • 31. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Ein Satellitentelefon aus Belgien

    Ein Exilruander aus Belgien berichtet über seine Kontakte zum angeklagten FDLR-Präsidenten Ignace Murwanashyaka. Und welche Hilfe dieser aus Belgien und Kongo erhielt. von Bianca Schmolze

  • 30. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    "Kann mich nicht erinnern"

    Eine unergiebige Zeugenbefragung in Stuttgart überschattet den Streit um den Umgang mit dem Internationalen Strafgerichtshof. Denn der hat ebenfalls gegen die FDLR Anklage erhoben.

  • 29. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Hinter verschlossenen Türen

    Eine ehemalige deutsche Lebensgefährtin des FDLR-Präsidenten Igance Murwanashyakas wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. von Bianca Schmolze

  • 27./28. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Die gescheiterte Vermittlung

    FDLR-Präsident Murwanashyaka zeigte kein Interesse an einem Ende des militärischen Kampfes der ruandischen Miliz. Das sagt ein Unterhändler aus. von Bianca Schmolze & Simone Schlindwein

  • 26. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    So feiert die FDLR

    Weil die geladene Ex-Ehefrau eines Angeklagten die Aussage verweigerte, verlas das Gericht teils kuriose interne Dokumente der ruandischen Miliz. von Bianca Schmolze/Simone Schlindwein

  • 25. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Bahembera erklärt vage

    Eric Bahembera, der neben Ignace Murwanashyaka prominenteste ruandische Hutu-Politiker in Deutschland, soll den Zusammenhang zwischen FDLR und politischen Exilgruppen erklären. von Bianca Schmolze

  • 24. Tag Kongo-Kriegsverbrecherprozess

    Die Macht des Präsidenten

    Zur Wiederaufnahme des FDLR-Prozesses in Stuttgart wird dem angeklagten FDLR-Präsidenten Murwanashyaka sein eigenes TV-Interview vorgehalten. von Bianca Schmolze

Die taz wird ermöglicht durch 11.862 GenossInnen
01062012

Stichwort: Die FDLR im Kongo

Die ruandische Miliz FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) ist eine der brutalsten Kriegsparteien im Afrika der Großen Seen. Hervorgegangen aus der ehemaligen ruandischen Armee und den Hutu-Milizen, die 1994 in Ruanda den Völkermord an 800.000 Tutsi verübten, hat sie sich in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo niedergelassen, mit einer eigenen Armee und Regierung, die im Osten des Landes weite Landstriche unsicher macht und von der Rückkehr an die Macht in Ruanda träumt.

 

FDLR-Präsident Ignace Murwanashyaka und sein Stellvertreter Straton Musoni leben in Deutschland und führen die Organisation von hier aus. Damit sind sie auch für die Verbrechen verantwortlich zu machen, die die FDLR im Kongo begeht - unter anderem unvorstellbar brutale Vergewaltigungen an Kongolesinnen.

 

Am 4. Mai 2011 beginnt vor dem Oberlandesgericht Stuttgart der Kriegsverbrecherprozess gegen Murwanashyaka und Musoni. Die beiden wurden im November 2009 in Baden-Württemberg festgenommen. Der Prozess ist ein Pilotverfahren: er ist der erste in Deutschland überhaupt, der unter dem Völkerstrafgesetzbuch geführt wird - das Gesetzeswerk, das das Statut des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag in deutsches Recht überführt. Es geht um die Vorgesetztenverantwortlichkeit der beiden FDLR-Führer für das, was ihre Truppe im Kongo tut.

 

Die taz wies als erste Zeitung in Deutschland bereits im April 2008 prominent auf den Skandal hin, dass Kriegsverbrechen im Kongo von Deutschland aus gesteuert werden und die deutschen Behörden dies duldeten. Seitdem haben weitere taz-Recherchen die Vernetzungen der FDLR nach Deutschland und anderswo ausgeleuchtet und die Zusammenhänge in der Region der Großen Seen Afrikas analysiert.

 

Der Stuttgarter Prozess bietet den Anlass, diese Thematik mit Reportagen und Analysen weiter zu beleuchten.

 

******

 

Alle Videos über die FDLR im Kongo gibt hier in der Übersicht.

 

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Parallel zur taz beobachtet auch Amnesty International den Prozess. Die Prozessberichte von Amnesty International finden Sie hier.

******

Derzeit läuft auch in Frankfurt/Main vor dem Oberlandesgericht ein Prozess gegen den ruandischen Exbürgermeister Onesphore Rwabukombe, der 1994 die Ermordung von mehr als 3.700 Tutsi in Ruanda befohlen haben soll. Alle Artikel finden Sie dazu im taz-Schwerpunkt "Ruanda-Völkermordprozess"

 

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Ältere Texte zum Thema:

 

 

29.12.09 - Rebellen im Kongo: Die Kampfmoral ist zerstört

25.11.09 - UN-Bericht über ruandische Geschäfte:Terrormiliz wäscht Geld in Deutschland

25.11.09 - Die Hutu-Miliz und ihre Helfer: Netzwerk des Todes

25.11.09 - Von Deutschland aus koordiniert: Waffen- und Munitionstransfer

19.11.09 - Nach Verhaftungen in Deutschland: Hutu-Milizen kopflos, nicht kraftlos

17.11.09 - Terror von Deutschland aus: BKA nimmt Hutu-Milizführer fest

09.10.09 - Terror im Ostkongo: Die Befehle kommen aus Deutschland

03.09.09 - Internetpräsenz der Hutu-Miliz:Terrorseite zieht aus Deutschland weg

30.08.09 - Auf Anfrage der taz: Webseite der Hutu-Miliz abgeschaltet

15.05.09 - Terror gegen Zivilisten: Kongos schmutziger Krieg

02.03.09 - Ruandische Milizen im Kongo: Kongos müde Krieger

11.07.08 - Gesuchter Völkermordverdächtiger in U-Haft: Deutsche Hilfe für Kongos Frieden

10.05.08 - Verfahren in Deutschland: Ermittlungen gegen Hutu-Milizenchef

23.04.08 - Bundesregierung duldet Terrorchef:Ruandas Miliz-Führer in Deutschland

23.11.07 - Grausame Kriegsverbrechen im Kongo:Sexueller Terrorismus

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