Schweinegrippe-Impfung in Frankreich
Bestellt und nicht abgeholt
Die französische Gesundheitsministerin Bachelot möchte 50 von 94 Millionen Impfstoffen abbestellen. Kritiker werfen ihr massive Fehlplanung vor, die 2,2 Milliarden Euro gekostet hat.von Rudolf Balmer
Leserkommentare
09.01.2010 21:15 Uhr
von Gallier:
Auch das französische Gesundheitsministerium hat sich von einer Panikhysterie anstecken lassen und vor allem auf Sicherheit gebaut. Dahinter steckt die mächtige Pharmalobby, die Öl ins Feuer gegossen hat. Nun steht die Regierung wieder einmal wie ein begossener Pudel da; es hagelt höhnische Kommentare in Blogs und Webkommentaren.
06.01.2010 16:09 Uhr
von Elisabeth Petras:
Warum in die Ferne schweifen? Haben nicht auch wir unsere eigene Drittmittel- und Personalautauschkorruption?
Schon zu Zeiten der "Vogelgrippe" lachten auf einer Tagung der Deutschen Veterinärgesellschaft sehr viele Tierärzte schallendend, als ein rhetorisch begabter WHO-Karrierist ihnen die Panik wegen Aviärer Influenza schmackhaft zu machen versuchte auf die zynische Bemerkung eines Kollegen: Die USA haben ... Dosen Tamiflu bestellt. Sollen wir jetzt ... Dosen bestellen?
Die "Abwrackprämie" der Pharmaindustrie (Schweinegrippeimpfung, die mit ähnlichen Risiken behanftet wie die Erkrankung dennoch eine geringere Immunität als letztere hervorruft) hat unglaublich viel Geld auch in Deutschland verschlungen. Schlimmer aber sind die sonstigen Schäden, die die Panikverbreiter anrichteten: Ängste, die ja auch das Immunsystem schädigen und Vertrauensverlust gegenüber fast allen offiziellen Gesundheitsstellen. Letzteres ist vielleicht auch eine gute Entwicklung.
Dei Verursacher beider Seuchen, sowohl im Schweine- ald auch im Vogelgrippebereich kamen jedoch völlig ungeschoren davon, während man sich auf Ersatz-Schauplätzen stritt. Noch immer leiden die meisten Schweine - auch in Deutschland - an Grippe, wegen ständiger Reizung der Atemwege durch die Spaltenböden. Auch im Mastgeflügelbereich sieht es kaum besser aus - Zoonosen wie Campylobakter und Salmonellen sind gerade in intensiver Stallhaltung an der Tagesordnung - sogar Russland wies deutsche Weare deswegen zurück! Kontrollen gibt es kaum (alle 10 Jahre bei Schweinemastställen, bei Geflügel wird es kaum besser sein, auch wenn mir aktuelle Zahlen fehlen). Stattdessen nutzte die Agroindustrie die Gunst der Stunde, eine "generelle Stallpflicht" zu etablieren.
Es wird Zeit, der Klientelpolitik endlich die rote Karte zu zeigen!
05.01.2010 14:45 Uhr
von Sam Lowry:
(Um wenigstens Geld zu sparen, hat Bachelot angekündigt, sie mache kurzerhand die Bestellung von 50 Millionen "noch nicht gelieferten und nicht bezahlten" Dosen rückgängig.)
...und ich bezahle kurzerhand einfach keine Steuern mehr.