• 21.04.2010

Schwarz-gelbe Gesundheitsreform

Erst billig, dann megateuer

Vor dem zweiten Treffen der Regierungskommission hat die Universität Köln ausgerechnet, dass die Minikopfpauschale bis zum Jahr 2030 besonders für Rentner fast unbezahlbar wird.von Gordon Repinski

  • 22.04.2010 12:57 Uhr

    von claudia:

    @Karin Haertel:
    Ja, das ist wie den Medikamenten: Wer durchschaut schon, wer von wem geschmiert wird, damit ein bestimmter Vertrag zustande kommt?

    ---
    Aber das Hauptproblem ist trotzdem daß der Einkommensverfall bei den Beitragszahlern die Beitragssumme ständig mindert.
    Deswegen wird das Thema auch am stärksten tabuisiert.

  • 22.04.2010 06:56 Uhr

    von Karin Haertel:

    Die Krankenkasse beauftragte ihren Vertragspartner mit der Lieferung von 2 Haltegriffen. Ich bekam die Bewilligung und erfuhr, dass die Krankenkaasse dafuer 161 Euro bezahlt. Die Dinger bekommt man bei Amazon fuer 16,50 Euro und da es sich um Saugnapfgriffe handelt, muss nix montiert werden. Ich konnte mich zuerst von der Unbrauchbarkeit ueberzeugen und auch davon, dass sie nicht vergoldet sind, was man bei dem Preis eigentlich erwarten kann. Solche Geldverschwendung zieht sich wie der sogenannte "rote Faden" duch alle Bereiche. Bevor man etwas verteuert, sollte man dringend an der Qualitaet arbeiten und sich nicht die Preise diktieren lassen.

  • 21.04.2010 17:58 Uhr

    von nautilus:

    @amos

    Warum sind Medikamente bei uns bis zu dreimal so teuer wie anderswo? Guckste hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=Yrpg6EVlbLk

  • 21.04.2010 16:51 Uhr

    von Wolfgang:

    CITY BKK "Ohne Zusatzbeitrag geht es nicht" - Schreiben mit Datum vom 24. März 2010, Posteingang am 18. April 2010 - Vermerk: "Versand 12. April 2010 n. Genehmigung BVA".
    Auszug: "Nach anfänglich positiven Meldungen aus der Politik wissen der Verwaltungsrat und ich als Vorstand der City BKK jetzt, dass wir bei weiterhin steigenden Leistungsausgaben mit deutlich weniger Einnahmen auskommen müssen. Wir bedauern diese Entwicklung, aber dies ist die politisch gewollte Logik des Gesundheitsfonds. Konkret bedeutet das, dass auch wir ab dem 1. April 2010 einen Zusatzbeitrag in Höhe von 8 € pro Monat benötigen." - "Nutzen Sie doch einfach die vorbereitete Einzugsermächtigung. Dafür erhalten Sie jährlich einen Rabatt in Höhe von 4 €."

  • 21.04.2010 14:55 Uhr

    von Ulrich Bogun:

    Ich vermisse eines von der Politik immer mehr, und mittlerweile schon fast schmerzlich: Die Bankrotterklärung. Mögen manche sich immer noch einreden, dass sie noch mit einem blauen Auge davonkommen: Es gibt keinen Weg aus dieser Misere, ohne die Quelle des Übels endgültig abzuschaffen.

    Das fällt natürlich schwer, wenn die Mitverursacher die eigentlichen Entscheider sind, und die Politik in ihrer Korruptheit einfach versucht, die eigene Existenzsicherung durchzusetzen. Wer dazu noch Belege benötigt, suche im Internet nach TV-Mitschnitten von Ulrich Wickert bei Phoenix (Stichwort: Bananenrepublik) oder das Gespräch mit Uwe Dolata, Pressesprecher des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, bei "Pelzig unterhält sich" zum Thema Organisierte Kriminalität Pharmaindustrie.

    Es ist alles nicht so schlimm, wie es aussieht: Es ist noch um einiges schlimmer.

  • 21.04.2010 13:02 Uhr

    von tbhomy:

    @e.t.o.: Die egomane Mittelschicht obliegt nicht einer Illusion, sondern unterliegt der Verdrängung. Solange die eigene soziale Stellung noch nicht ausreichend angekratzt wurde, tritt kein Fluchtreiz und somit keine Reaktion ein. Ausserdem hat die Manipulation des ' dtsch. Michels' in den letzten Jahrzehnten hervorragend funktioniert.
    Aber es bildet sich gerade eine mächtige Front gegen die Manipulation. Es besteht also wieder Hoffnung...

  • 21.04.2010 12:01 Uhr

    von Matthias Glatz:

    Nicht nur für Rentner, auch Studierende über Dreißig sind hoch belastet: ich zahle € 140,- pro Monat, und das von € 600,- Bafög, dank Arztgebühr gehe ich ohnehin kaum noch zum Arzt, kommt jetzt noch mehr an Belastung so werde ich wohl nur noch im Schmerzfall zum Arzt gehen...

  • 21.04.2010 11:45 Uhr

    von claudia:

    Mit einem Verbot der "Zeitarbeit" würde die Beitragssumme kräftig ansteigen.

    Aber wer das sagt kommt nicht in Himmel.
    Das wiegt natürlich schwerer.

  • 21.04.2010 10:52 Uhr

    von end.the.occupation:

    Ist schon beeindruckend zu lesen was passiert, wenn jemand die x^y Taste auf dem Taschenrechner findet und die Zinsformel ausprobiert.
    Wer will, kann die Rechnung ja mit 3% ausprobieren.

    Nur mit der Realität hat das alles wenig zu tun.
    Der Zweck der Kopfprämie liegt eben genau darin eine allgemeine und bezahlbare Gesundheitsversorgung abzuschaffen, weil diese die Gewinne der Sponsoren der Mövenpick-Partei beinträchtigt.

    Das Ziel ist ein Gesundheitssystem auf Steuerbasis, zu der nach dem Willen der FDP natürlich nur das VERDI-Milieu beitragen soll, dessen Einkommen dazu auch noch viel zu hoch ist.

    In der Konsequenz werden wir ein potjempkinsches Gesundheitssystem bekommen, das nur noch Grundleistungen finanzieren und den Rest der Leistungen rationieren wird.
    Soll heissen - wer in 5 - 20 Jahren eine Tumor-OP benötigt - der bekommt ihn garantiert - den Platz auf der Warteliste, der ihm die OP in ein bis drei Jahren 'garantiert'.

    Die Mittelschicht - die gefühlte taz-Stammklientel - kann sich natürlich in der Illusion wiegen, dass sie die Mittel haben wird, um dem durch private Absicherung - überteuert und immer mit dem Risiko des Ausfalls durch Börsenkrach - zu entgehen.

    Und so dumm und egoman wie die Mittelschicht hierzulande nun einmal ist, wird sie sich darauf vermutlich einlassen und weiter genau jene wählen, die ihre Zerstörung betreiben.


    Addendum:
    Die Finanzierung hat mit der Wertschöpfung und der Verteilung zu tun - aber nichts mit der Demographie. Besser noch - welche Probleme auch immer die Demographie erzeugen wird - durch Kopfpauschale und private Vorsorge lassen die sich nicht beeinflussen.
    Repinski wird das wissen - der taz-Mittelschichts-Leser wohl eher nicht.


  • 21.04.2010 10:11 Uhr

    von Amos:

    Der Kapitalismus versagt auf der ganzen Ebene. Keine anständige Rente mehr. Die Gesundheit ist nicht mehr gewährleistet, weil nicht mehr bezahlbar. Viele Ärzte, besonders die Zahnärzte sind hauptsächlich nur noch Kaufmann und erst dann Arzt. Die Pharma-Industrie
    "regiert" das Gesundheitsministerium. Die Handlungsunfähigkeit der Politik ist gewährleistet durch "Lobbykratismus". Warum sind eigentlich die Medikamente in Deutschland bis zu dreimal teurer als anderswo? Da sieht man doch schon, dass da was krumm läuft.

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