• 18.12.2009

Schriftzug in Auschwitz gestohlen

"Scheußliche Tat"

Der Schriftzug "Arbeit macht frei" am Eingangstor des früheren NS-Konzentrationslagers Auschwitz I in Polen ist gestohlen worden. Polnische und israelische Politiker haben die Tat verurteilt.

  • 20.12.2009 20:42 Uhr

    von addizzy:

    @ Paul Haverkamp

    "Es gibt nie eine Kollektivschuld – es gibt jedoch stets eine Kollektivverantwortung!"

    Ihre moralapostolische These lehne ich im 'Abgang' entschieden ab und widersetze mich jedem Versuch der Einvernahme durch 'wen-auch-immer', u./o. für ein von anderen zu verantwortendes 'was-auch-immer'.

    Wie dieselben Menschen zweimal (letal) vergast werden könn-t-en, dürfte sich nur Ignoranten u./o. 'gestandenen' Reinkarnationsanhängern erschliessen?

  • 20.12.2009 11:01 Uhr

    von denninger:

    Nazi Memorabilien stehen hoch im Kurs. Da ist ein rein krimineller Hintergrund der Tat wahrscheinlicher als ein politischer.
    Und "Lars", welche "Visionen" hast Du denn vom 13. Februar 2010? Etwa dass Nazis als Protest gegen den britischen und amerikanischen Luftangriff auf Dresden die Inschrift von Auschwitz mit sich führen?
    Sorry, aber das ist doch Schwachsinn.
    Die Redewendung "daß (sic!) es auch nur ein Opfer kalt lassen wird" ist schon etwas zynisch, nicht wahr?

  • 19.12.2009 14:30 Uhr

    von Paul Haverkamp:

    Ein schändliches Verbrechen!

    Wer immer auch die Täter dieses schändlichen Vorgehens gewesen sind – für mich bleibt unfassbar, dass 64 Jahre nach Befreiung von Auschwitz immer noch menschenverachtende Täter (die sich doch bewusst sein müssten, dass sie mit dieser Symbolentfernung auf ihre Art und Weise dazu beitragen, dass die sechs Millionen Juden erneut vergast und ihrer Menschwürde beraubt werden) glauben, sie könnten diesen einmaligen Kulturbruch der Menschheitsgeschichte in der Versenkung verschwinden lassen.

    Es ist leider wohl davon auszugehen, dass wir in vielen Staaten mit einem nicht belehrbaren, chauvinistischen Bevölkerungsteil leben müssen, der nicht zur Kenntnis nehmen will, dass Frieden zwischen den Menschen nur möglich ist, wenn wir uns zu unserer (aus deutscher Perspektive gewiss sehr schmerzhaften) Geschichte bekennen und alles daran setzen, dass sich in Zukunft etwas Derartiges nie wiederholen darf. Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Nicht-Wiederholung sind Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Anerkennung der Menschenwürde für alle Menschen und Verurteilung von Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Gewaltanwendung. Es gibt nie eine Kollektivschuld – es gibt jedoch stets eine Kollektivverantwortung!

    Paul Haverkamp, Lingen

  • 18.12.2009 21:32 Uhr

    von sokrates:

    Dieses Thema haengt mir zum Hals raus.Und dann
    schmeissen wir auch noch 60 Millionen Euro hinter-
    her.Irgendwann muss einmal Schluss sein.Dieses
    Thema wird noch unseren Kindeskindern usw usw an den Hals gehaengt.

  • 18.12.2009 17:50 Uhr

    von addizzy:

    ... und was wäre, wenn sich dann herausstellte, dass die seit Jahren im polnischen Flüchtlingslager kasernierten, tschetschenischen Flüchtlinge den NS-Konzentrationslagers Auschwitz I Schriftzug infolge ihres von der polnischen Polizei unterbundenen Fluchtversuches zum Europäischen Menschengerichtshof in Straßburg entwendet hätten, um auf ihre offenbar desaströse, ggf. äquivalent empfundene Behandlung in und durch Polen, sprich: EU-Mitglieder, aufmerksam zu machen?
    Eilen der israelische Vize-Regierungschef Silvan Schalom und der Präsident der Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem und der Rest der sich empörenden Welt dann Jenen zur Hilfe?
    Oder werden die tschetschenischen Flüchtlinge kurzerhand passend gemacht und zu kriminellen "Neonazis" umgemünzt?!
    Ich würde es sehr begrüssen, wenn derlei egozentrische Sprechtüten einmal ihre voreilige Klappe halten könnten, resp. die Presse entsprechend kritisch berichtete und distanziert kommentierte.

  • 18.12.2009 16:43 Uhr

    von addizzy:

    Mir erschließt sich wirklich nicht, wieso bezüglich der derzeit völlig unbekannten TäterInnen und deren etwaigen Motiven der - zumindest (nur) in der taz publizierte - Standardreflex: "Neonazis"(!), gewesen sein soll; Derlei Täterkreis-Zuordnung wird mir in anderen Nachrichten-Medien so nicht ersichtlich.
    Auch vorgeblich vernommene, affektische Proklamationen wie: "Durch eine solche Tat werde "der Hass und die Gewalt gegen Juden deutlich".", sind zu diesem Zeitpunkt ebenso unhaltbar wie unproduktiv und Zeugen eher von fixierter Paranoia.
    Ebenso vorstelllbar wäre, dass aus einem tiefen Sentiment oder anderen Beweggründen heraus ehemals dort Inhaftierte, Opfer diesen Diebstahl in Auftrag gaben - Gründe hierzu wären viele denk- u. nachvollzieh-bar - zumal man, die TäterInnen, offenbar genau wussten, wie der schmiedeeiserne Schriftzug, den Auschwitz-Häftlinge anzufertigen und montieren hatten, zu entfernen sei.
    Und woher man selbigen Tages Ersatz hernimmt und montieren kann (cf. Wikipedia), wenn der nicht schon vorab angefertigt worden war, ist ebenso hinterfragenswert.

  • 18.12.2009 16:02 Uhr

    von Knut:

    Zu diesem Diebstahl an sich kann man eigentlich gar nichts sagen, weil man nichts weiß. Im Artikel steht kein einziger Hinweis darauf, wer hinter dem Diebstahl steckt. Es wurde niemand gesehen und es gibt keine Verdächtigen. Trotzdem sind sich sofort alle einig: Es können eigentlich nur Neonazis gewesen sein. Ist doch klar.
    Wie kommt man zu dieser Annahme?

  • 18.12.2009 14:09 Uhr

    von Lars:

    Das hat nichts mit Diebstahl in einem Museum zu tun. Dieser Ort ist DAS Symbol und DIE Gedenkstätte überhaupt für die Opfer eines der schlimmsten Verbrechen der Neuzeit. Diesem Ort sein wohl bekanntestes Merkmal zu rauben ist das Allerletzte und ich denke nicht, daß es auch nur ein Opfer kalt lassen wird.

    Allerdings habe ich die schlimme Befürchtung, daß der Schriftzug in näherer Zeit im Zusammehang mit den Taten irgendwelcher deutscher Faschisten auftauchen wird. Vielleicht schon am 13.02. in Dresden? Wer weiß...

    Kein Vergeben - Kein Vergessen

  • 18.12.2009 14:03 Uhr

    von Fawkrin:

    Die Idee, es gäbe Denkverbote, das Lustigmachen über eine korrekte politische Sprache und das Unverständnis für historisches Unrecht und der Gedenkkultur gehören für mich zum Rüstgut der "Neuen" Rechten.

    Es ist ein gutes Recht über diesen Diebstahl empört zu sein.
    Ob sich Überlebende dieser Todesfabrik aufregen oder nicht, bleibt diesen Menschen selbst überlassen.

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