Sachsen-Anhalts Innenminister über Jalloh-Urteil
"Der Todesfall schadet der Polizei"
Der Tod von Oury Jalloh vor vier Jahren in Dessau bleibt ungesühnt. Sachsen-Anhalts Innenminister Hövelmann hat Verständnis für die Wut der Angehörigen des Opfers.von Andreas Speit
Leserkommentare
04.04.2011 19:01 Uhr
von IBichette:
Viele Politiker in den neuen Bundesländern merken gar nicht, wie ihnen im Laufe der Zeit sämtliche gesellschaftsrelevanten Initiativen von den rechten Nazi-Parolen-Wiederkäuern weggenommen werden. Ist es verbohrte oder gerne geübte Blindheit? Wenn dann die Polizei geistig auf der falschen Seite steht, dann gute Nacht Demokratie.
04.04.2011 19:01 Uhr
von Martin:
Märchen:
Zwei Schwarze überwältigen einen Polizisten, fesseln ihn im Keller, der Polizist verbrennt dort, angeblich habe er sich selber angezündet, die beiden Männer hätten dies erst zu spät bemerkt. Sie werden freigesprochen.
Umgekehrt kein Märchen, sondern Realität in Deutschland.
04.04.2011 19:01 Uhr
von Oliver Lößer:
gut, der Herr Innenminister sagt, was der Herr Innenminister sagen muss. Das ist wenigstens ein kleiner Schritt in die richtige Richtung - zumindest wenn man an die Gleichgültigkeit in den Aussagen vieler seiner Beamten-Kollegen denkt, die es in der Vergangenheit oft gegeben hat.
Der Vorfall zeigt, dass Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt (natürlich auch Brandenburg und co.) zum Alltag der Menschen dazu gehört. Die Regierungen der "neuen" Bundesländer schaffen es einfach nicht, ihre Bevölkerung ausreichend zu politisieren. Egal, ob das Defizit im interkulturellen Umgang/Zusammenleben und am rechtsstaatlichen Bewusstsein vieler Ostdeutschen ein Erbe der DDR-"Diktatur" ist - oder wo es auch immer seinen Ursprung findet - mir persönlich kann sich nicht erschließen, wieso die Regierungen von Sachsen-Anhalt und co. diese Probleme so überhaupt nicht in den Griff bekommen.
Dabei begrenzt sich die Akzeptanz von Rechtsextremismus nicht nur auf Dunkeldeutschland. Während die Mehrheit der Ostdeutschen den braunen Sumpf und alles was daran anlehnt, direkt in ihrer Mitte akzeptieren, haben sich die Westdeutschen mit einem fremdenfeindlichen Osten, der zu Teilen einfach unzugänglich ist, abgefunden.
Das sich diese Gleichgültigkeit (und hinter vorgehaltener Hand auch Verständnis und Zustimmung) gegenüber der rechten Gesinnung bis ins oberste Beamtentum der ostdeutschen Bundeländer zieht, verwundert mich allerdings nicht. Das dieses Verhalten nicht nur ein Armutszeugnis für die ehemaligen Verfechter der Internationalen darstellt ist eine Sache, viel schwerwiegender ist der Schaden – die damit verbundenen Rückschläge - für den Rest der Bundesrepublik und all derer die sich für Integration einsetzten.
11.02.2011 17:48 Uhr
von IBichette:
Viele Politiker in den neuen Bundesländern merken gar nicht, wie ihnen im Laufe der Zeit sämtliche gesellschaftsrelevanten Initiativen von den rechten Nazi-Parolen-Wiederkäuern weggenommen werden. Ist es verbohrte oder gerne geübte Blindheit? Wenn dann die Polizei geistig auf der falschen Seite steht, dann gute Nacht Demokratie.
11.02.2011 17:48 Uhr
von Oliver Lößer:
gut, der Herr Innenminister sagt, was der Herr Innenminister sagen muss. Das ist wenigstens ein kleiner Schritt in die richtige Richtung - zumindest wenn man an die Gleichgültigkeit in den Aussagen vieler seiner Beamten-Kollegen denkt, die es in der Vergangenheit oft gegeben hat.
Der Vorfall zeigt, dass Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt (natürlich auch Brandenburg und co.) zum Alltag der Menschen dazu gehört. Die Regierungen der "neuen" Bundesländer schaffen es einfach nicht, ihre Bevölkerung ausreichend zu politisieren. Egal, ob das Defizit im interkulturellen Umgang/Zusammenleben und am rechtsstaatlichen Bewusstsein vieler Ostdeutschen ein Erbe der DDR-"Diktatur" ist - oder wo es auch immer seinen Ursprung findet - mir persönlich kann sich nicht erschließen, wieso die Regierungen von Sachsen-Anhalt und co. diese Probleme so überhaupt nicht in den Griff bekommen.
Dabei begrenzt sich die Akzeptanz von Rechtsextremismus nicht nur auf Dunkeldeutschland. Während die Mehrheit der Ostdeutschen den braunen Sumpf und alles was daran anlehnt, direkt in ihrer Mitte akzeptieren, haben sich die Westdeutschen mit einem fremdenfeindlichen Osten, der zu Teilen einfach unzugänglich ist, abgefunden.
Das sich diese Gleichgültigkeit (und hinter vorgehaltener Hand auch Verständnis und Zustimmung) gegenüber der rechten Gesinnung bis ins oberste Beamtentum der ostdeutschen Bundeländer zieht, verwundert mich allerdings nicht. Das dieses Verhalten nicht nur ein Armutszeugnis für die ehemaligen Verfechter der Internationalen darstellt ist eine Sache, viel schwerwiegender ist der Schaden – die damit verbundenen Rückschläge - für den Rest der Bundesrepublik und all derer die sich für Integration einsetzten.
07.01.2010 10:59 Uhr
von henning:
Herr Lößer, also bitte, einerseits Gleichgültigkeit und fehlenden interkulturellen Umgang anprangern und gleichzeitig so fürchterlich platt das Problem lediglich im Osten zu verorten ist gleichsam falsch wie strunzdumm. Der böse ungebildete Osten schadet dem guten Westen. Hallo? In welchem Teil des Märchenwaldes leben Sie denn? Das lässt ja bösen Starrsinn und arge Realitätsferne vermuten...
10.12.2008 14:39 Uhr
von IBichette:
Viele Politiker in den neuen Bundesländern merken gar nicht, wie ihnen im Laufe der Zeit sämtliche gesellschaftsrelevanten Initiativen von den rechten Nazi-Parolen-Wiederkäuern weggenommen werden. Ist es verbohrte oder gerne geübte Blindheit? Wenn dann die Polizei geistig auf der falschen Seite steht, dann gute Nacht Demokratie.
10.12.2008 11:40 Uhr
von Wossi:
Von wo stinkt der Fisch?
39,3 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt sind ausländerfeindlich eingestellt, so die neusten Erkenntnisse einer Langzeitstudie aus Leipzig. Zudem pflegen 21,3 Prozent ein übersteigertes Nationalgefühl (Chauvinismus). Da hat der Innenminister wohl recht, wenn er sagt, die Polizei sei ein Spiegelbild der Gesellschaft.
Gleichzeitig hat sich aber sein Vorgänger mit rechten Kameraden, die der eigene Verfassungsschutz observierte, zum Gruppenfoto aufgestellt. Und der Ministerpräsident findet nicht Worte der Beschämung angesichts der ungeheuren Vorfälle auf Sachsen-Anhalts Straßen und in Sachsen-Anhalts Behörden. Zudem haben alle, die sich in den Institutionen des Landes strikt an menschenrechtlichen Prämissen orientieren, einen mehr als schweren Stand.
Von wo stinkt der Fisch? Höchstwahrscheinlich stinkt er überall gleich unangenehm.
Ich aber kann nicht nur die Empörung der "Angehörigen" von Oury Jalloh verstehen, ich kann die Empörung aller verstehen. Ich finde sogar, dass sie zwingend geboten ist, auch wenn sie regional höchstwahrscheinlich sehr unterschiedlich ausgeprägt sein wird.
10.12.2008 10:42 Uhr
von Martin:
Märchen:
Zwei Schwarze überwältigen einen Polizisten, fesseln ihn im Keller, der Polizist verbrennt dort, angeblich habe er sich selber angezündet, die beiden Männer hätten dies erst zu spät bemerkt. Sie werden freigesprochen.
Umgekehrt kein Märchen, sondern Realität in Deutschland.
09.12.2008 23:19 Uhr
von Oliver Lößer:
gut, der Herr Innenminister sagt, was der Herr Innenminister sagen muss. Das ist wenigstens ein kleiner Schritt in die richtige Richtung - zumindest wenn man an die Gleichgültigkeit in den Aussagen vieler seiner Beamten-Kollegen denkt, die es in der Vergangenheit oft gegeben hat.
Der Vorfall zeigt, dass Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt (natürlich auch Brandenburg und co.) zum Alltag der Menschen dazu gehört. Die Regierungen der "neuen" Bundesländer schaffen es einfach nicht, ihre Bevölkerung ausreichend zu politisieren. Egal, ob das Defizit im interkulturellen Umgang/Zusammenleben und am rechtsstaatlichen Bewusstsein vieler Ostdeutschen ein Erbe der DDR-"Diktatur" ist - oder wo es auch immer seinen Ursprung findet - mir persönlich kann sich nicht erschließen, wieso die Regierungen von Sachsen-Anhalt und co. diese Probleme so überhaupt nicht in den Griff bekommen.
Dabei begrenzt sich die Akzeptanz von Rechtsextremismus nicht nur auf Dunkeldeutschland. Während die Mehrheit der Ostdeutschen den braunen Sumpf und alles was daran anlehnt, direkt in ihrer Mitte akzeptieren, haben sich die Westdeutschen mit einem fremdenfeindlichen Osten, der zu Teilen einfach unzugänglich ist, abgefunden.
Das sich diese Gleichgültigkeit (und hinter vorgehaltener Hand auch Verständnis und Zustimmung) gegenüber der rechten Gesinnung bis ins oberste Beamtentum der ostdeutschen Bundeländer zieht, verwundert mich allerdings nicht. Das dieses Verhalten nicht nur ein Armutszeugnis für die ehemaligen Verfechter der Internationalen darstellt ist eine Sache, viel schwerwiegender ist der Schaden – die damit verbundenen Rückschläge - für den Rest der Bundesrepublik und all derer die sich für Integration einsetzten.