Die Grillsaison hat begonnen. Doch der SPD-Gesundheitsexperte und Mediziner Karl Lauterbach warnt: Wer Fleisch grille, riskiere Krebs, Infarkt oder Schlaganfall.

"Grillen ist eine besonders ungesunde Art, ungesundes Fleisch zuzubereiten", warnt Lauterbach. Bild: ap
BERLIN taz | Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat vor Gefahren des Grillens gewarnt. "Es ist immer schädlich, Fleisch zu grillen", sagte der Bundestagsabgeordnete der taz-Wochenendausgabe sonntaz. "Grillen ist eine besonders ungesunde Art, ungesundes Fleisch zuzubereiten." Lauterbach, der auch Arzt ist, verwies darauf, dass Fleisch zu viele gesättigte Fettsäuren enthalte, die die Gefäße schädigten und das schlechte Cholesterin erhöhten. Beim Grillen würden zudem Fette und Aminosäuren freigesetzt, die die Gefäße direkt belasteten.

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Gegrilltes Fleisch kann nach den Worten Lauterbachs zu einer Belastung der Gefäße und im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt führen. Rind sei im übrigen nicht gesünder als Schwein. Fisch und Gemüse auf den Rost zu legen, sei hingegen besser verträglich, sagte Lauterbach. "Ich will keine Spaßbremse sein, aber wer regelmäßig grillt, erhöht sein Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden."
Auch Vollmilchprodukten und dem bei den Deutschen so beliebten Schwarzbrot stellt der Politiker kein gutes Zeugnis aus. Sahne enthalte zu viele ungesunde Fette. Bei Brot sei der Salzgehalt entscheidend, und "da schneidet das deutsche Schwarzbrot oft besonders schlecht ab".
Kritik übte Lauterbach an Beratungskompetenz der Mediziner: "Deutsche Ärzte haben in diesem Bereich leider wenig Ahnung, denn evidenzbasierte Ernährungsmedizin kommt im Studium nicht vor", sagte der Politiker. "Deswegen sind viele Ärzte selbst unnötig krank."
Hingegen stellen taz-Auslandskorrespondenten in der sonntaz Grillgenüsse ihres Landes vor: Korrespondent Gerhard Dilger beschreibt bespielsweise, wie in Brasilien Würste, köstliche Hühnerherzen und edle Rindfleischpartien auf Doppelspieße gesteckt werden. Das "Churrasco" sei sogar per Gesetz zum Nationalgericht gekürt worden.
Susanne Knaul aus Jerusalem berichtet von den "Shishliks", zubereitet aus gewürfelter Hähnchenbrust, die meist in Kombination mit frischer Paprika und Zwiebeln auf einen Holzspieß kommen. Ilona Eveleens schildert aus Kenia: "Neben dem Fleisch und der blutigen Wurst stehen zwei Töpfe auf dem riesigen, heißen Grill. In einem wird Ugali (Maismehl) gekocht, in anderem wird vom Ziegenkopf eine herzhafte Suppe gezogen."
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Leserkommentare
28.12.2009 15:43 | Grillopfer
Unser lieber Lauterbach ;-) Die Witzfigur der SPD. Fragt ihn doch mal ob er eine Zulassung (Approbation) als Arzt hat. Frag ...
12.05.2009 09:58 | anke
Ich schätze, wenn die SPD mit den Argumenten des Herrn Lauterbach und dem Versprechen, als Regierungspartei umgehend ein Gr ...
12.05.2009 09:32 | Winfried Schneider
Wer sich hier betroffen fühlt, der ist auch gemeint!