• 23.12.2009

Rugbyspieler Gareth Thomas

Comingout nach irrer Karriere

Der walisische Nationalheros Gareth Thomas ist schwul. Nach Jahren des Versteckspiels bekennt er sich am Ende einer irren Karriere zu seiner Homosexualitätvon Ralf Sotscheck

  • 28.12.2009 21:16 Uhr

    von Robertorossi:

    ...ich schätze mal.., wenn sich mehr und mehr Schwule outen ( es gibt ja geschätze 5-10% aller MÄNNER)., d. h. in Deutschland sind es rund 2-4 Millionen !!!.,dann wird dies irgendwann auch mal zur Normalität gehören.

    Heute gibt es ja schon Inseln der Freiheit.
    Andernorts befinden wir uns wohl noch im tiefsten Mittelalter.

    Während manche Menschen ihr Leben dafür geben, das es auf dieser Erde ein bißchen ehrlicher, gefühlvolle rund friedlicher zugeht.., trampeln andere das Zarte "Pfänzchen" Hoffnung bei nächstbester Gelegenheit wieder nieder.

    Naja, wen interesiert das in 10000 Jahren noch?

    Da geht es dann wohl mehr um die Frage.., wann die nächste Eiszeit kommt, oder so.




    So ist das halt.
    Während

  • 28.12.2009 00:33 Uhr

    von Morrissey:

    Wie auch immer, so ist Rugby doch eher der Sport, der von einer größeren gebildeten Schicht, dem Establishment betrieben wurde und teils auch noch wird. Im Gegensatz zu Fußball, insb. in Deutschland. Wenn man sich die geistige Fußballelite wie Schweinsteiger, Lehmann & Co anschaut,.... naja. Demzufolge ist es nachvollziehbar, dass die Toleranz und im Rugbyumfeld größer ist, als es bspw. im Fußballumfeld sein wird. Geht doch sonst einmal in die Fankurven der Vereine zur Stimmungsaufnahme... Im Moment würde ich es keinem Fußballer raten, sich zu outen. Es sein denn Beckenbauer, Breitner oder Netzer stellen sich hin und sagen, ok wir sind bisexuell oder schwul.

  • 26.12.2009 22:12 Uhr

    von Herwig Schafberg:

    @Diversity and Equality
    Vielleicht ist es Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, dass es mir in meinem Beitrag nicht um die mögliche Diskriminierung von Schwulen in Deutschland ging. Da ich die Lebensverhältnisse von Schwulen insbesondere in Deutschland nicht gut kenne, möchte ich mir in der Hinsicht kein Urteil anmaßen. Wenn ich in meinem Text eine Brücke von Gareth Thomas zu altgriechischen Kriegern schlug, dann wollte ich damit den immer noch weit verbreiteten Klischeevorstellungen ein wenig entgegenwirken, nach denen Schwule anscheinend nur mit Puderdose sowie mit Wattestäbchen umgehen können und somit als feminin vorkommen, zumal ich Homophobie nicht nur, aber vor allem im Orient für einen Teil der dort herrschenden Frauenfeindlichkeit halte, wie sich darin zeigt, dass im Iran ein Mann, der einen anderen Mann penetriert und sich damit wenigstens als "Mann erweist", zur Bestrafung mit Peitschenhieben davon kommt, während der (wie eine Frau) Penetrierte hingerichtet wird. Deshalb wählte ich dieses Beispiel aus. Wenn Sie aus nichtislamischen Ländern Beispiele kennen, mit denen sich meine These von Homophobie als Teil von Frauenfeindlichkeit mindestens genauso gut belegen lässt, lassen Sie es bitte wissen. Ihr Hinweis auf die möglicherweise geplante Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle in Uganda reicht in der Hinsicht nicht aus.
    Ob religiöse Menschen ihre Homophobie auf Texte im Koran oder in der Bibel stützen, ist mir egal. Damit Sie nicht denken, dass ich bei der Beurteilung der Schwulenfeindlichkeit von Muslimen und Christen mit zweierlei Maß messe, zitierte ich im Folgenden etwas, das ich in einem anderen Zusammenhang geschrieben hatte:
    Wenn es um gleichgeschlechtliche Liebe geht, stehen christliche islamischen Fundamentalisten an Homophobie nicht nach und berufen sich wie jene bei der Verfolgung von Schwulen gerne auf die Stellen in ihrer „Heiligen Schrift“, in denen ihr Gott Lot sowie dessen Knechten befahl, sich nicht mit den Männern aus Sodom einzulassen.
    Ich erinnere hier an Matthew Shepard, der im Alter von 21 Jahren zu Tode gefoltert wurde, weil er schwul war. Das geschah in einer Kleinstadt im Mittleren Westen der USA, könnte sich aber auch woanders auf der Welt ereignet haben. Was mich an dem schrecklichen Ende dieses Jungen zusätzlich bedrückt, ist das, was sich bei seinem Begräbnis ereignete und was sehr viele Amerikaner entrüstete; denn dort hielten Menschen – vermutlich christlichen Glaubens – den fassungslosen Eltern des Ermordeten Plakate mit der Aufschrift entgegen: "No tears for Queers" (keine Tränen für Schwule) und "Matt in Hell" (Matthew zur Hölle); denn das Opfer war ja nur eine "verdammte Schwuchtel".

  • 26.12.2009 15:58 Uhr

    von DiversityAndEquality:

    @love_da_male:

    Jeder Mensch sollte einfach genau so sein können, wie er ist - fernab irgendwelcher Männlich-/Weiblich- und der üblichen Schwulenklischees. Die Klassifizierung von Verhaltensweisen als "männlich" / "weiblich" ist nichts anderes als eine gesellschaftliche (Zwangs-) Konstruktion, ebenso wie die Vorstellung von einer "heterosexuellen Norm".

    So sieht die Realität schwuler Männer entgegen solcher Klischees, die insbesondere von den Massenmedien immer wieder manisch in den Vordergrund gespielt werden (man muss sich ja abgrenzen können!), auch dementsprechend aus: Nämlich extrem vielfältig! Bei Heterosexuellen soll das durchaus ähnlich sein.

    Und das ist auch gut so!

    Leider sehen die Geschäftetreiber des Profi-Sports das zu einem großen Teil anders und sorgen dafür, dass nicht zuletzt im Fußball Homosexualität weiterhin auf perverse Weise unterdrückt, verleugnet und stigmatisiert wird. Solange der DFB vor solchen Menschen verachtenden Zuständen kapituliert, anstatt wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wird sich daran auch nur schwerlich etwas ändern. Denn auch im Fußball ist den Herren Millionären ihre goldene Nase wichtiger als gesellschaftliches Engagement, das das Leben homosexueller Jugendlicher vielleicht etwas einfacher und erträglicher machen könnte.

  • 26.12.2009 14:05 Uhr

    von love_da_male:

    diese Männer sind schon sehr sexy...! Auf jeden Fall attraktiver als die Fussball-Weicheier, die die Krise mit Homosexuellen kriegen, weil sich beim Duschen alle nackt sehen können...was kindischer einfach nicht sein könnte.

    Pro Rugby-Sexyness! Pro mehr rau-männliche Homosexuelle!

  • 25.12.2009 09:13 Uhr

    von DiversityAndEquality:

    @Jonas:

    Die Linke ist immerhin die einzige Partei, die es in Koalition mit der SPD (oder mit wem auch immer) fertiggebracht hat, in einem Bundesland - nämlich in Berlin - einen umfassenden Aktionsplan gegen Homophobie, insbesondere im Bildungswesen, auf den Weg zu bringen. Sowohl hinsichtlich der sozialpsychologischen Fundierung als auch programmatisch als auch bezüglich des aufgestellten Maßnahmenkataloges das Beste, was ich hierzulande jemals in dieser fundamentalen Menschenrechtsfrage gesehen habe. Darauf warte ich auch in Bundesländern, in denen die ach so homofreundlichen Grünen mitregieren, weiterhin vergeblich! (Bei uns in Stuttgart/Baden-Württemberg engagieren sie sich lieber gemeinsam mit der CDU gegen böse Pornokinos).

  • 25.12.2009 09:08 Uhr

    von DiversityAndEquality:

    @Herwig Schafberg:

    Wenn Sie schon aktuelle Beispiele der Unterdrückung von Homosexuellen anführen und dabei nicht in erster Linie die unerträglichen Zustände in unserem deutschen Bildungssystem erwähnen, wo Sexualaufklärung immer noch gleich Heterosexualitätsverordnung ist und wo homosexuelle Jugendlich tagtäglich einer brutalen psychischen Gewalt ausgesetzt sind, ohne auch nur ansatzweise angemessene Unterstützung zu erfahren,

    wenn Sie also gleich wieder in die Ferne schweifen müssen, anstatt den deutschen Staat als Diskriminierungstäter Nummer 1 in unserer Gesellschaft anzuprangern, dann erwähnen Sie doch bitte nicht nur den Iran, sondern auch christliche Länder wie Uganda, wo die Regierung gerade per Gesetz die Todesstrafe für Homosexuelle einführen möchte - und zwar mit tatkräftiger Unterstützung christlich-evangelikaler Neonazis aus den USA.

    Fazit: In unserer "westlichen" Welt und auch in vielen anderen Teilen der Welt war und ist es ganz sicher nicht der Islam, der zur Unterdrückung und Verfolgung von Homosexuellen geführt hat und weiterhin führt.

  • 24.12.2009 17:29 Uhr

    von Just@nuhb:

    @ Beichtus: Stimme dir zu - wie schön fänd' ich es, wenn Ballack, Kahn & co sich outen würden. Ob der deutsche klischee-Fußballfan (Bierbauch, Akzent & BILD) wohl auch so gut damit klar käme?

    Traurig an der Geschichte ist, dass sie aufsehen erregt; verständlich, aber unnötig. Dass es noch immer ein Nachteil ist homosexuell zu sein lässt, meiner Meinung nach, tief blicken, gerade auch wenn diese Worte aus dem Mund eines Schwulen kommen.

  • 24.12.2009 15:10 Uhr

    von Jonas:

    Es fehlt noch die Aufarbeitung der Unterdrückung von Homosexuellen währen der DDR-Diktatur, bis heute wird der erzkonservative Gesellschaftsdruck der Linken und der SED verheimlicht. Wer die DDR erlebt hat weiss, wie spiessig und rückwärtsgewandt die Sexualerziehung in der DDR war. Selbst wer sich heute bei der LINKEN outet riskiert Diskriminierung. Bitte liebe TAZ auch hier die Finger in die Wunde legen !

  • 24.12.2009 13:25 Uhr

    von Leser:

    Wäre sehr schön wenn dieser Beitrag dazu führen würde dass man auch in unserem Lande endlich offener und toleranter wird, dass sich mehr Sportler (nicht nur im Profisport) outen und dass die Bürgerinnen und Bürger sich zu deren sexueller Identität bekennen und damit auch an die Öffentlichkeit gehen.

  • 24.12.2009 03:04 Uhr

    von Nichtganz:

    Ich weiß net was daran besonders sein soll, den spielern macht das, denke ich, nix aus, allerdings ist die Kameradschaft im Rugby auch einzigartig, schaut euch mal an, wie lange die Teamkameraden dicht gehalten haben, bis er sich selbst zu dem Schritt bereit war.
    Allerdings Thomas nicht der erste

    http://www.rugby-klub.de/media/PDF/HeRZ%2012_2008%20online.pdf

    Schaut euch mal mal das Profil des Spielers Ralph McInally an, damals beim RK Heusenstamm (1. Bundesliga). Der hatte sein Coming out spätestens mit der Ausgabe dieser Online-Zeitung im Dezember 2008.

  • 24.12.2009 00:38 Uhr

    von Herwig Schafberg:

    Als schwuler Rugbyspieler steht Gareth Thomas in einer Tradition männerliebender Rauhbeine, die es schon im antiken Griechenland gab und die später unter der Herrschaft lustfeindlicher Christen sowie Muslime nur im Verschwiegenen weiter existierten konnte. Im Altertum schien es vor allem in Sparta üblich zu sein, dass kampfer-probte Männer Heranwachsende nicht bloß in die Kriegskunst einführten, sondern auch das Bett mit ihnen teilten und ihnen dabei näher kamen, als es später Christen und Muslimen erlaubt war und ist. In der Islamischen Republik Iran z.B. wird ein Mann, der sich wie eine Frau penetrieren lässt, hingerichtet, während Derjenige, der penetriert hat und sich damit immerhin als "Mann" erwiesen hat, mit Peitschenhieben davon kommt.
    Ich wende dem barbarischen Regime im Iran voller Abscheu den Rücken zu und kehre zurück zu den zivilisierten Griechen der Antike, die keine Strafe für das nächtliche Treiben unter der Schmusedecke befürchten mussten und auch nicht geschwächt darunter hervorkrochen; denn schon am nächsten Tag standen sie mit ihren Bettgefährten Seite an Seite in der Phalanx und kämpften voller
    "Manneskraft" gegen die Feinde. Wie bei Plutarch zu lesen ist, hielt man in Theben so viel von Kriegern, die in Liebe vereint zum Kampf antraten und bereit waren, sich füreinander in Stücke hauen zu lassen, dass man aus ihnen einen
    "Kampfbund von Freunden" formte. Das war eine als "Heilige Schar" gerühmte Elitetruppe, die viel zu den Kriegserfolgen der Thebaner gegen die bis dahin unbesiegten Spartaner beitrugen und in der Folge selber lange Zeit als unschlagbar galten. Sie zu überwinden gelang erst den Makedonen, die damit zur Vormacht in Griechenland aufstiegen und nun im Bunde mit griechischen Kriegern, denen sie auch in anderer Hinsicht liebevoll zugetan waren, unter der Führung des ebenfalls der Knabenliebe nicht abgeneigten Alexanders des Großen den Orient eroberten.

  • 23.12.2009 19:31 Uhr

    von Beichtus:

    Wow, Bravo!

    Deutsche Bundesliga, ihr seid dran!
    Na kommt schön raus aus den Verstecken

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