Rot-Rot-Grün im Saarland
Die Inhalte passen, die Chemie nicht
Bildungspolitik trennt die Saar-Grünen von der CDU, Bergbau von den Linken. Doch nicht nur Inhalte zählen: Animositäten zwischen Ulrich und Lafontaine könnten den Ausschlag geben.von Stefan Reinecke
Leserkommentare
11.02.2011 17:57 Uhr
von Wohlstandskind:
Konkurrenz ist es aktuell, von der viele Menschen in unserer Gesellschaft ins soziale Abseits abgetrieben werden, die aufgrund ihrer ohnehin schon minderbemittelten Verhältnisse dem Druck im Anlauf nicht standhalten können geschweige denn überhaupt in die Lage einer Konkurrenzfähigkeit zu kommen.
Mittlerweile wäre auch mal ne Überlegung wert, warum die Linke überhaupt zu einem so großen Gesprächsthema geworden ist und sehr wahrscheinlich auch bleiben wird.
Sicherlich nicht nur durch die "faulen"Arbeitslosen,
die deswegen nichts haben weil Sie nichts arbeiten,
Oder die Hartz IV Empfänger, die auch nur darauf angewiesen sind, weil sie "minderwertige" Arbeit verrichten oder sich in geringfügigen Beschäftigungen befinden, etc.
Das ist kein Konkurrenzprinzip, das ist aktuell nur eine Status-quo-debatte.
Es gibt genug Verteter des Status-quo, die aufgrund günstiger Umstände
eine gute Bildung durch die Familie eines normal bis überdurchscnittlichen bemittelten Haushaltes geniessen konnten, und dementsprechend auch unter günstigen Bedingungen weniger Mühe hatten in einen lukratives Arbeitsverhältnis zu gelangen.
Diese haben wohl auch sehr verständlich wenig Interesse und Verständnis für Fragen und Hintergründe bezgl. der sozialen und finanziellen Armut anderer.
Und wenn dieses Konkurrenzprinzip, der einzige
Antrieb einer Gesellschaft sein sollte,
wäre es doch wohl umso besser für jeden
einzelnen Konkurrenten,
diegleichen Vorrausetzungen wie jeder andere zu haben.
Zum Vergleich kann man den sportlichen Wettkampf betrachten:
Hier startet beim 100m Lauf jeder von derselben Line, ein Hochspringer springt vom selben Boden ab wie sein Konkurrent, usw.
Jedoch wäre es wohl für jeden Zuschauer ärgerlich mitanzusehen wie manche 100m Läufer 50m, 25m, 5m vor dem Ziel starten dürfen, oder manche Hochspringer ein Sprungbrett oder andere sogar ein Trampolin benutzen dürften im Gegensatz zu ihren Konkurrenten.
Alles in allem wäre es doch eine Aufgabe für Politik, dafür zu sorgen dass jedem die gleichen Vorraussetzungen gegeben sein sollten,
was man daraus macht ist individuell abhängig.
Jedoch gibt es aktuell eine schreiende Ungerechtigkeit in Bezug auf diese Grundvorraussetzungen für viele in diesem Bundesland, wie aber auch im Rest der Republik.
Und ich habe bis jetz noch keine Partei kennengelernt, die sich auch nur annähernd darum bemüht hat diesen Status-quo zu ändern.
Im Gegenteil, man hat ihn nur noch umsomehr ausgebaut.
11.02.2011 17:57 Uhr
von Joe:
@Sic: Da hast du leider Gottes Recht. Wobei ich finde, dass "Reichtum für alle" nochmal eine besonders dreiste Steigerung ist, verglichen mit der CDU die ja eh nur rumschwammt oder der FDP die seit Jahren dieselben Sprüche klopft.
11.02.2011 17:57 Uhr
von Andreas:
Es ist vollkommen normal in Wahlkämpfen klare Unterschiede zu Konkurrenten herauszuarbeiten, herauszustellen und diese möglichst noch anzufeuern. Das schafft eben Klarheit bei den Wählern und wenn es danach ginge, dann hätte die Linke wohl im Saarland den besten Wahlkampf überhaupt gemacht (aber Roland Schill hat in Hamburg auch 19,4 Prozent geholt).
Ich denke, dass der Lafontaine-Faktor keine Rolle spielen wird, weil der gar nicht als Minister antritt. Sprich: Die beteiligten Parteien müssen mit Lafontaine kaum reden, werden ihn selten erleben und der wird sich auch eher raushalten, als aufzutrumpfen, weil dieses Ergebnis die SPD ganz schön zerrupft hat und Maas wohl erstmal sein Ego wieder pflegen muss. In dieser Situation geht es um Inhalte und da haben die Grünen kaum etwas von der CDU zu gewinnen.
Die CDU ist auch abgewählt - aus dieser Lage heraus dann eine Regierung zu bilden, ist nicht wirklich eine gute Idee und würde die Grünen auch drastisch aufwerten. Ein angeschlagener Ministerpräsident mit einem Partner, der in vielen Fragen zu anderen Konstellationen und Positionen neigt, wäre Kamikaze für Müller. Der wird sich wohl eher auf die Opposition und sein politisches Überleben konzentrieren, als sich mit irren Grünen in eine zerrüttetes Bett zu legen.
Die wirklich spannende Frage ist, ob Maas als junger Mann, Karrierist und auch angeschlagener Saar-SPD-Chef die Linken aushalten wird? Sein Wahlkampf und seine Aussagen waren taktisch nicht gerade welstspitze, vermutlich werden Klimmt, Schreiner und andere sich um Maas kümmern müssen, damit der in so einer schwierigen Konstellation nicht gleich über Bord geht.
11.02.2011 17:57 Uhr
von Reinstecker:
Wer wissen will, wie die Koalitionsverhandlungen ausgehen, muss nur wissen, wer mit wem im Saarland schläft...
11.02.2011 17:57 Uhr
von Wolkenkuckucksheim:
@Joe,
har, har, har. Du gehörst wohl auch zu denen, die an das Märchen glauben: Reichtum gibt es nur für die Elite. Für den Rest reicht es eben nicht aus. Oder: Nur wer hart arbeitet, bekommt auch viel Geld. Oder: Soziales können wir uns nicht mehr leisten.
Nicht dass ich daran Glaube, dass eine Partei nach dem heutigen völlig veralteten System für Wohlstand wirklich für alle sorgen mächte. Aber das heißt nicht, dass es nicht im Bereich des Möglichen wäre. Denn Geld ist auf jeden Fall genug für alle da. Fragt sich nur wo.. hi, hi, hi
11.02.2011 17:57 Uhr
von pekerst:
"Die Inhalte passen, die Chemie nicht" - So, so, "die Chemie passen nicht"?
03.09.2009 16:19 Uhr
von Wohlstandskind:
Konkurrenz ist es aktuell, von der viele Menschen in unserer Gesellschaft ins soziale Abseits abgetrieben werden, die aufgrund ihrer ohnehin schon minderbemittelten Verhältnisse dem Druck im Anlauf nicht standhalten können geschweige denn überhaupt in die Lage einer Konkurrenzfähigkeit zu kommen.
Mittlerweile wäre auch mal ne Überlegung wert, warum die Linke überhaupt zu einem so großen Gesprächsthema geworden ist und sehr wahrscheinlich auch bleiben wird.
Sicherlich nicht nur durch die "faulen"Arbeitslosen,
die deswegen nichts haben weil Sie nichts arbeiten,
Oder die Hartz IV Empfänger, die auch nur darauf angewiesen sind, weil sie "minderwertige" Arbeit verrichten oder sich in geringfügigen Beschäftigungen befinden, etc.
Das ist kein Konkurrenzprinzip, das ist aktuell nur eine Status-quo-debatte.
Es gibt genug Verteter des Status-quo, die aufgrund günstiger Umstände
eine gute Bildung durch die Familie eines normal bis überdurchscnittlichen bemittelten Haushaltes geniessen konnten, und dementsprechend auch unter günstigen Bedingungen weniger Mühe hatten in einen lukratives Arbeitsverhältnis zu gelangen.
Diese haben wohl auch sehr verständlich wenig Interesse und Verständnis für Fragen und Hintergründe bezgl. der sozialen und finanziellen Armut anderer.
Und wenn dieses Konkurrenzprinzip, der einzige
Antrieb einer Gesellschaft sein sollte,
wäre es doch wohl umso besser für jeden
einzelnen Konkurrenten,
diegleichen Vorrausetzungen wie jeder andere zu haben.
Zum Vergleich kann man den sportlichen Wettkampf betrachten:
Hier startet beim 100m Lauf jeder von derselben Line, ein Hochspringer springt vom selben Boden ab wie sein Konkurrent, usw.
Jedoch wäre es wohl für jeden Zuschauer ärgerlich mitanzusehen wie manche 100m Läufer 50m, 25m, 5m vor dem Ziel starten dürfen, oder manche Hochspringer ein Sprungbrett oder andere sogar ein Trampolin benutzen dürften im Gegensatz zu ihren Konkurrenten.
Alles in allem wäre es doch eine Aufgabe für Politik, dafür zu sorgen dass jedem die gleichen Vorraussetzungen gegeben sein sollten,
was man daraus macht ist individuell abhängig.
Jedoch gibt es aktuell eine schreiende Ungerechtigkeit in Bezug auf diese Grundvorraussetzungen für viele in diesem Bundesland, wie aber auch im Rest der Republik.
Und ich habe bis jetz noch keine Partei kennengelernt, die sich auch nur annähernd darum bemüht hat diesen Status-quo zu ändern.
Im Gegenteil, man hat ihn nur noch umsomehr ausgebaut.
02.09.2009 18:32 Uhr
von Joe:
@Sic: Da hast du leider Gottes Recht. Wobei ich finde, dass "Reichtum für alle" nochmal eine besonders dreiste Steigerung ist, verglichen mit der CDU die ja eh nur rumschwammt oder der FDP die seit Jahren dieselben Sprüche klopft.
02.09.2009 14:57 Uhr
von SiC:
Naja das mit dem "Reichtum für alle" is zwar nicht grad eine koreckte Aussage. Aber darauf rumzureiten ist genauso schlimm. DENN alle Parteien schreiben so einen Unfug und geben auch nicht die Umsetzung der meist abnormalen Ziele an
02.09.2009 14:27 Uhr
von Andreas:
Es ist vollkommen normal in Wahlkämpfen klare Unterschiede zu Konkurrenten herauszuarbeiten, herauszustellen und diese möglichst noch anzufeuern. Das schafft eben Klarheit bei den Wählern und wenn es danach ginge, dann hätte die Linke wohl im Saarland den besten Wahlkampf überhaupt gemacht (aber Roland Schill hat in Hamburg auch 19,4 Prozent geholt).
Ich denke, dass der Lafontaine-Faktor keine Rolle spielen wird, weil der gar nicht als Minister antritt. Sprich: Die beteiligten Parteien müssen mit Lafontaine kaum reden, werden ihn selten erleben und der wird sich auch eher raushalten, als aufzutrumpfen, weil dieses Ergebnis die SPD ganz schön zerrupft hat und Maas wohl erstmal sein Ego wieder pflegen muss. In dieser Situation geht es um Inhalte und da haben die Grünen kaum etwas von der CDU zu gewinnen.
Die CDU ist auch abgewählt - aus dieser Lage heraus dann eine Regierung zu bilden, ist nicht wirklich eine gute Idee und würde die Grünen auch drastisch aufwerten. Ein angeschlagener Ministerpräsident mit einem Partner, der in vielen Fragen zu anderen Konstellationen und Positionen neigt, wäre Kamikaze für Müller. Der wird sich wohl eher auf die Opposition und sein politisches Überleben konzentrieren, als sich mit irren Grünen in eine zerrüttetes Bett zu legen.
Die wirklich spannende Frage ist, ob Maas als junger Mann, Karrierist und auch angeschlagener Saar-SPD-Chef die Linken aushalten wird? Sein Wahlkampf und seine Aussagen waren taktisch nicht gerade welstspitze, vermutlich werden Klimmt, Schreiner und andere sich um Maas kümmern müssen, damit der in so einer schwierigen Konstellation nicht gleich über Bord geht.
02.09.2009 11:40 Uhr
von Joe:
@Wolkenkuckucksheim: Meine Def. von Reichtum besteht aus 'nem 7er BMW, ner Villa und nem sechsstelligen Kontoauszug. Ich könnte mir vorstellen, dass viele andere bei so einem Plakat ähnliche Assoziationen haben. Dass das nicht für alle machbar ist, dürfte klar sein.
Wohlstand für alle hingegen - da gebe ich dir Recht - sollte tatsächlich machbar sein. Da müsste die Linkspartei dann aber nicht nur das Endziel sondern den Weg dahin beschreiben.
Mal ganz abgesehen davon, dass es selbst wenn dieses Ziel erreicht werden sollte immer noch relativ arme und relativ reiche geben wird; ja geben muss: Konkurrenz ist es, was den Menschen antreibt und dass es ohne diesen Antrieb nicht geht, hat ja unter anderem die Vorgängerpartei der Linken in der DDR bewiesen.
02.09.2009 10:29 Uhr
von Reinstecker:
Wer wissen will, wie die Koalitionsverhandlungen ausgehen, muss nur wissen, wer mit wem im Saarland schläft...
02.09.2009 10:00 Uhr
von Kris Kelvin:
Linke und Grüne scheinen sich im Saarland sehr ähnlich zu sein, wenn es ums "pöbeln und schwadronieren" geht. Der Wechsel einer Abgeordneten zur Linkspartei sollte aber kein Grund zur Verbitterung sein, Herr Bitterlich.
02.09.2009 09:34 Uhr
von Wolkenkuckucksheim:
@Joe,
har, har, har. Du gehörst wohl auch zu denen, die an das Märchen glauben: Reichtum gibt es nur für die Elite. Für den Rest reicht es eben nicht aus. Oder: Nur wer hart arbeitet, bekommt auch viel Geld. Oder: Soziales können wir uns nicht mehr leisten.
Nicht dass ich daran Glaube, dass eine Partei nach dem heutigen völlig veralteten System für Wohlstand wirklich für alle sorgen mächte. Aber das heißt nicht, dass es nicht im Bereich des Möglichen wäre. Denn Geld ist auf jeden Fall genug für alle da. Fragt sich nur wo.. hi, hi, hi
02.09.2009 03:07 Uhr
von vic:
Der gerne hochgelobte Wählerwille wird an der Saar von einigen Sturköpfen ignoriert und zunichte gemacht.
Und die sitzen nicht in der Linkspartei.
Durch einzelne Wichtigtuer beim politischen Gegner wurde schon Koch im Amt gehalten, wollen die´s schon wieder tun?
02.09.2009 01:22 Uhr
von Joe:
Die Stadt in NRW heisst übrigens Ibbenbüren, auch wenn sie tatsächlich eher mit p gesprochen wird.
Die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH will nach eigener Aussage auch "nur noch" bis mindestens 2018 fördern und sieht die Arbeitsplatzsicherung in der Region als zentral an.Mal ganz abgesehen davon, dass die Förderung seit 1990 "absatzorientiert" um 18% gesenkt wurde, was bei gleichzeitiger Steigerung der Effizienz zu Personalabbau führte. Ich glaube kaum, dass bei diesen Aussichten jemand freiwillig umziehen wird, geschweige denn, dass die RAG dies wirklich will.
Um mal zum Thema zurück zu kommen: Ich hoffe ja sehr, dass die Linkspartei in einem der alten Bundesländer in Regierungsverantwortung kommt - einfach nur um zu sehen was von den Utopien der frustierten Ex-SPDler unter realpolitischen Bedingungen übrigbleibt. Insbesondere diese wunderbaren "Reichtum für alle"-Wahlplakate (ich gehe mal davon die gibt es im Saarland auch) sollen ihnen quer im Halse stecken bleiben!
01.09.2009 23:43 Uhr
von Marcus Bitterlich:
Animositäten zwischen Ulrich und Lafontaine? Sehr komisch, sehr harmlos. Wer die saarländische Kommunal- und Landespolitik in den vergangenen Jahren verfolgt hat, weiß, dass Lafontaines Truppe wo immer es sich ergab, gegen die Grünen gehetzt hat. Die Frustrierten und Schlechtgelaunten um den saarländischen Ex-Verdi-Chef Linsler pöbelten und schwadronierten bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit dem alleinigen Ziel, die politische Konkurrenz in Peron der Grünen mundtot und politisch bedeutungslos zu machen.
Falls im Saarland Rot-Rot-Grün käme, wäre das mehr als ein Gesichtsverlust; es wäre der Verrat an denjenigen, die unter Einsatz ihres Lebens als Bündnis`90 Lafontaines Vehikel-Partei aus angemaßtem Amt und Würden gejagt haben. Und die Kapitulation vor dem demagogischen Talent des Mannes, der von seiner Villa auf dem Oberlimberg aus die Früchte seiner populistischen Samen reifen sieht.
01.09.2009 19:38 Uhr
von pekerst:
"Die Inhalte passen, die Chemie nicht" - So, so, "die Chemie passen nicht"?