Roger de Weck über das Minarettverbot
"Verstoß gegen Menschenrechte"
Das Minarettverbot ist ein Zeichen dafür, dass sein Heimatland durch den Wind ist, sagt der Publizist Roger de Weck. Die Schweizer hätten zwar scharfen Sinn für Demokratie, aber kaum für den Rechtsstaat.von Cigdem Akyol
Leserkommentare
14.12.2009 15:29 Uhr
von UnsichtbarerGeist:
Ist es ein Verstoß gegen die Menschenrechte, wenn eine Religion, die in ihren Lehren massiv gegen die Menschenrechte verstößt, diskriminiert wird?
12.12.2009 14:14 Uhr
von noevil:
Danke, Herr de Weck, für die klaren Worte. So kann ich mich Ihnen anschließen. Auch ich bin stolz auf mein Volk, wenngleich ich mich (wenn auch aus anderen Gründen) für es schäme.
Sie versöhnen mich ein wenig - auch wenn eine gehörige Portion Irritation bleibt.
12.12.2009 12:43 Uhr
von aso:
@ taz-Redaktion
Es fällt auf, wie ihr hier bei den Kommentaren auf die Bremse tretet.
Habt ihr Angst, daß die Sektierer wieder meckern, es seien zu viele Pi-Leser-Kommentare am Start?
Die Kritik mit Hetze verwechseln?
Dann doch lieber Kommentare von unterirdischem Niveau eines „asd“, hauptsache die sind auf „Linie“, oder?
Wie hoch ist denn der Frauenanteil in eurer Redaktion?
Wie könnt ihr eine Ideologie unterstützen, die Frauen- und Menschenrechte mit Füßen treten?
Man kann doch alles bei Alice Schwarzer nachlesen?
Wer noch einen Funken (schwarzen) Humors hat, führe sich dies zu Gemüte:
http://www.youtube.com/watch?v=bOstId4F5X0&feature=player_embedded
12.12.2009 04:44 Uhr
von Stefan:
Wie blöd muss man eigentlich sein, wenn man alle "Nicht-Abstimmer" zum Lager der Minarett-Befürworter rechnet und deswegen den demokratischen Charakter des Abstimmungsergebnisses anzweifelt? Die 57,5% sind ein klares Zeichen.
11.12.2009 16:09 Uhr
von Urgestein:
@Joachim Bovier
Churchill war kein Wissenschaftler, sondern Politiker. Und zwar Politiker in einem Land, daß zu dem Zeitpunkt, als er seine Sicht der Dinge formulierte, ein recht großen Teil Vorderasiens zwischen Mittelmeer, rotem Meer, kaspischem Meer und Indischem Ozean kolonial beherrschte. Ein Politiker also, der ein nicht zu übersehendes Motiv hatte, den dort lebenden Menschen ihre Unabhängigkeit vorzuenthalten und der das aber irgendwie pseudo-objektiv als "Sachzwang" verkaufen möchte. Seine Einlassungen sind nichts weiter als blanker, zynischer Rassismus um die imperialistische Politik seines Landes, seiner Partei, seiner selbst rechtfertigen zu können.
Nächste Woche hören wir dann ja vielleicht von Ihnen, was die amerikanischen Rassentheoretiker zu Beginn des 20. Jahrhunderts alles von sich gegeben haben, um die damalige Segregation in ihrem Land als "unabdingbar" und "natürlich" hinzustellen und wie aktuell diese Erkenntnisse für uns heute sind.
Mir graut es jetzt schon vor soviel Borniertheit.
10.12.2009 19:16 Uhr
von asd:
das ist doch wirklich alles reiner mist!!
dieses thema wird doch nur so aufgebauscht damit die bevölkerungen sich weiter zerstreiten und sich weiter willenlos von unfähigen politikern regieren lassen!
wenn man mit diesem thema ernsthaft umgehen wöllte, müsste man
1:
erkennen das bei einer wahlbeteiligung von 54% und einem wahlausgang von 57% für das verbot, gerademal ein viertel der befölkerung das wahlergebniss unterstützt.
man kann also nicht unbedingt von einem demokratischem ergebniss sprechen.
ganz sicher für kein ergebniss welches die meinung der vefölkerung real wiederspiegelt.
2:
wenn man punkt eins erkannt und akzeptiert hat, hinzu noch die kritik an dem wahlergebniss aus den eigenen reihen so gross ist wie sie nuneinmal ist, muss man zu dem schluss kommen das man die wahl eben wiederholen mus. nur so kann man ein rapresentatives und vertretbaresergebniss erreichen.
3:
erinnert sich noch irgentjemand über die abstimmung der iren zum eu-vertrag.
als die mit nein gestimmt haben wurde nicht halbsoviel medienrummel darum veranstaltet... es wurde nicht einmal im ansatz darüber diskutiert warum sie es ablehnen, ob sie vielleicht recht haben.
nein... sie wurden als schon immer störrige eu-bürger deklassiert und es wurde mehr oder weniger im direkten anschluss zum wahlergebniss festgelegt das eben noch ein weiteres mal abgestimmt werden muss.
es ist doch ganz einfach.
wir sollen uns einfach über so einen scheiss streiten
10.12.2009 12:46 Uhr
von Hatem:
Keinem Mulsim in der Schweiz ist es verboten oder auch nur erschwert worden, im Qu'ran zu lesen, zu Allah zu beten, in die Moschee zu gehen oder auf die Hadji zu gehen.
Kurz gesagt: Die Religionsfreiheit ist nicht eingeschränkt.
Und als Linker frage ich mich immer wieder: Wie kann man einer Religion so unkritisch gegenüber stehen, die das Recht der Frau auf ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben so brutal mit Füßen tritt?
10.12.2009 11:14 Uhr
von Martin:
Konsequent müßten die Schweizer nun auch Kirchtürme verbieten wegen der vielen pädophilen Priester, des Frauenverbots in geistlichen Ämtern, der Burkapflicht für Nonnen, dem Zölibat, dem kondomfeindlichen und damit aidsfördernden Papst usw.
10.12.2009 11:12 Uhr
von Gegen Gutmenschen und Nazis und rassisitische Moslems:
Birol,
Erdogan wurde mit einem lebenslangen Politikverbot bestraft, was leider aufgehoben wurde. Die Vorgängerpartei hat 1996 die Wahlen gewonnen und wurde verboten. Gül wurde als 30-Jähriger von seiner Mutter mit einer 15-Jährigen verheiratet.
Aber wie bitte kommst du dazu behaupten, Deutschland könnte einen dritten Weltkrieg auslösen? Hier gibt es 2000 Moscheen, die alle in den letzten Jahrzehnten eröffnet wurden. Muslimischen Kinder bekommen zum Ramadan frei.
Fazit: Es geht den Sunniten und Schiiten in Deutschland besser, als den Aleviten, kurden und Christen in der Türkei und Arabien.
Soll Deutschland bei den Moslems sich so verhalten wie die Türkei gegenüber Christen?
09.12.2009 18:16 Uhr
von Bernd Henneberg:
Vielleicht druckt ja die TAZ einen Kommentar, den Focus nicht drucken wollte:
Moschee-Debatte
In Deutschland wird der Wähler ja gar nicht gefragt. Hier wird einfach ein Kopftuchverbot dekretiert, mit genau derselben inhaltlichen Meinung, wie die Minarettverbieter, nämlich auf jeden Fall gegen den Islam. Da wird der Wähler gar nicht gefragt. Das muss ich auch hinnehmen. Und wenn die Schweizer meinen, sie sollten gegen den Islam sein und das auch noch per Volksentscheid klar und deutlich sagen, gut. Das Ergebnis müssen sie dann auch akzeptieren. Ob ich das für richtig halte oder nicht, interessiert nicht. Ich kann versuchen das wieder zu ändern aber im Moment muss ich es hinnehmen.
09.12.2009 15:17 Uhr
von Art:
@ derKritische:
"Und wegen einer Bauvorschrift über Menschenrechte oder "Diskriminierung" zu sprechen ist absoluter Blödsinn und abgrundtiefe Polemik."
Auch Bauvorschriften können Eingriffe in Menschenrechte darstellen und diskriminierend sein. Dass dies hier der Fall ist, sieht man ja schon daran, dass das Minarettverbot in der Schweiz (als Schranke der Religionsfreiheit) Verfassungsrang bekommen soll. Etwas ungewöhnlich für eine bloße Bauvorschrift, oder?
09.12.2009 15:10 Uhr
von birol:
@Joachim Bovier
ist der Sir Winston Churchill, ein besserer mensch als andere und darf über andere urteilen?
oder warum nehmen Sie ein Zitart von den?
der in ein land lebt, wo noch vor 30 jahren schwarze nicht gleich waren wie weiße!
@ derKritische:
Erdogan ist in der türkei mehr als umbelebt bei vielen.
bitte informieren bevor man etwas dazu schreibt.
erdogan musste, auch wegen solche sätzte ins gefängnis (wegen volkshätzung) vor paar jahren.
langsam hab ich in deutschland das gefühl, dass die angst vor was fremden den verstand bei einigen lähmt.
ich hoffe, dass es nur wenige sind die so denken.
ansonsten werden wir ein 3weltkrieg erleben.
und danach nichts mehr.
09.12.2009 14:57 Uhr
von Art:
@ Martin:
Feige sind doch wohl vielmehr diejenigen, die ihre rassistische und menschenverachtende Einstellung unter dem Deckmantel einer "Islamkritik" ausleben. Wieso wollen Sie die schweizer Muslime dafür bestrafen, dass in Ländern wie dem Iran Menschenrechte mit Füßen getreten werden?
09.12.2009 14:48 Uhr
von Jan:
@Martin: Mich als Kleingeist zu bezeichnen ist ja kaum ein Argument, oder? Genausowenig wie das ständige Gerede von krakeelenden Gutmenschen, feigen Schwätzern bzw. Großmäulern ein sachliches Argument ist. Und da auch jeder Beleg dafür fehlt, dass die Kritiker am Schweizer Volksentscheid sich mehr oder weniger um "Schweinereien islamischer Ländern" kümmern als die Menschenfeinde aus der rechten Ecke bleibe ich wohl doch eher bei meiner Meinung.
Im Dritten Reich waren "die Juden unser Unglück", heute sind es für einige die Muslime. Damals hat man die Synagogen niedergebrannt, heute kämpft man gegen Moscheen. Besonders weit hergeholt ist der Vergleich nicht....
09.12.2009 14:35 Uhr
von birol:
@elke:
"Tja Herr de Weck, es funktioniert eben nur noch bedingt, uns etwas von der Schönheit des Islam vorzugaukeln."
gehts noch?
ich bin türke (also moslem)! der islam an sich, wenn man den Kuran richtig lest und nicht hinein interpretiert (da das arabisch was benutzt wurde so nicht mehr es gibt und wörter oft schon eine andere bedeutung haben). ist eine friedliche religion, der andere religionen akzeptier. allah ist nur, dass arabische wort für gott. es ist der selbe gott wie bei den juden oder christen.
die westliche welt und deren bewohner solten sich mal fragen was sie so über islam überhaubt wissen? nicht was sie zu wissen glauben!
hier werden afgahnisch oder arabisch kulturelle sachen sofort den islam zugeteilt. aber wir wissen doch, dass nicht der christentum schuld war an tot juden im 2 weltkrieg sonder hitler und seine gleichen oder?
nicht der islam hat schuld an den terror anschlägen sonder bin laden und seine gleichen oder?
menschen in so genannt zivilisierten welt, zeigen mir seit 11-09-2001, dass sie nicht zivilisiert und offen sind wie sie immer so sagen!
auch ist mir schleierhaft warum, einige so sehr sich über etwas aufregen was sie nicht kennen und wissen?
von wo kommen die minaretten?
bevor ihr es versucht zu erraten sage ich es euch, die wurden von den kirchentürmen im osmanischen reich übernommen. und in laufe der jahre etwas für den eigenen gebrauch umgeändert.
also bevor ihr euch aufregt mache ich schluß.
damit ihr noch etwas mut habt euch im spiegel zu betrachten. und nicht ganz an euch selbst und eure welt zweifelt!
09.12.2009 14:31 Uhr
von SOSo:
"Schweizer hätten zwar scharfen Sinn für Demokratie, aber kaum für den Rechtsstaat."
Islamkritik zu äußern und die eigenen demokratischen Werte zu verteidigen sind ein Zeichen von Selbstbewusstsein. Auch die restlichen europäischen Regierungen sollten die Bedenken in der Bevölkerung keinesfalls leichtfertig in die rechte Ecke schieben, ihren Sinn für Demokratie ebenfalls schärfen und sich einer kritischen Diskussion stellen. Jeder, der bereits in einer totalitäre Staatsform leben musste, weiß worum es geht. Im Zuge der demographischen Entwicklung werden muslimische Verbände politische Teilhabe einfordern und somit den Rechtsstaat mitgestalten. Gegenwärtig ist dieser Gedanke eher beklemmend. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies ändert. Die Muslime und Musliminnen sind aber ebenfalls gefordert, Kritik konstruktiv und demokratisch zu begegnen.
09.12.2009 14:21 Uhr
von andre.may:
demokratie ist die diktatur der 51 über die 49. die kunst besteht darin, mit dem ergebnis zu leben zu lernen. die schweizer werden wenigstens gefragt.
09.12.2009 13:43 Uhr
von JFSebastian:
Dieses Votum ist eine Chance das bestehende Unbehagen ernst zu nehmen. Plakative Zuschreibungen wie mangelnde Toleranz oder fehlendes Rechtsverständnis helfen hier nicht weiter. Im Gegenteil, sie befördern den bestehenden Hang zur Schwarz - Weiß Malerei die eine differenzierte Auseinandersetzung nicht zulässt. Die öffentlich Wahrnehmung des Islams wird von den Fundamentalisten erfolgreich beschädigt. Die Anhänger eines gemäßigten Islams verstehen es nicht, dagegen anzugehen. Ich vermisse hier klares Ja zur Trennung von Staat und Religion, zur Gleichberechtigung von Mann und Frau wie auch ein klares Bekenntnis zur demokratischen Verfassung. Auch wenn das Verbot des Minarettbaus inhaltlich verfehlt sein mag, sollte man dennoch die zugrundeliegenden Beweggründe als Aufforderung zu einer ernsthaften Auseinandersetzung annehmen.
09.12.2009 13:38 Uhr
von ungläubiger:
Ich verstehe die ganze Diskussion nicht.
Es ging doch nur darum Minarette zu bauen. Die Aufgabe eines Minaretts ist es doch, dass ein Muezin mehrmals täglich zum Gebet aufrufen kann.
Und wenn man dies nicht haben möchte, ist man doch noch lange nicht gegen Moscheen oder gar gegen die Moslems.
Wenn es darum ginge, abzustimmen, ob die neue Kirche in meiner Nachbarschaft einen Glockenturm bekommen soll, würde ich auch dagegenstimmen. Und das hat nur mit der zu erwarteten Lärmbelästigung zu tun.
09.12.2009 13:28 Uhr
von Baka:
@Paul und @ Elke Ich seh das ähnlich wie Paul: Hier in Südbayern beobachte wie mit einer Alleinerziehenden umgegangen wird. Da ist nix freiheitlich und schon gar nix christlich... mittelalterlich passt da besser. Hier wird das praktiziert was man dem Islam gerne vorwirft. Frauenfeindlichkeit!
09.12.2009 13:24 Uhr
von P.Haller:
@Heinz
Dass da eine "Abstimmung über Minarette" stattfand, ist ja so bescheuert, dass inzwischen nicht mal mehr das "weltoffene Völkchen" (besser wäre "geldoffene") daran glaubt.
Aber manche müssen immer mal wieder ausprobieren, wie sie ihren latenten Rassismus (noch) übertünchen können !
09.12.2009 13:24 Uhr
von Martin:
Bei der ganzen medialen Kritik an der Entscheidung der Schweizer wird doch vor allem eines deutlich: Es handelt sich um das lauthalse Krakeel vermeintlicher Gutmenschen, die sehr wohl wissen, das Ihnen bei dieser Art Kritik nichts, aber auch gar nichts passiert.
Es sind dieselben feigen Großmäuler, die bei keiner noch so großen Schweinerei islamischer Länder, bei keinem Mord, keiner Diskriminierung vermeintlich "Ungläubiger" die Klappe aufkriegen.
Es sind fast ausschließlich bis ins Mark feige Schwätzer, die genau wissen, das sie sich durch ihr jahrelanges Schweigen zu allen Mißständen und Verbrechen in und von islamischen Gesellschaften moralisch massiv schuldig gemacht haben.
Desto lauter krakeelen sie jetzt zur Bekräftigung ihrer längst verlorenen Moralität.
Jetzt, wo es völlig ungefährlich ist.
Bah und Igitt.
@Jan: Tja, so ist es halt nur leider ganz offensichtlich nicht, auch wenn Kleingeistern halt immer nur die Nazikeule einfällt.
09.12.2009 13:21 Uhr
von derKritische:
taz hat hier mal wieder den polemisch-einseitigen Vogel abgeschossen.
Man sollte es einfach aufgeben, von der taz vernünftigen Journalismus zu erwarten.
Noch schlimmer aber oft die Leute die gefragt werden. So ähnlich wie bei Hartaberfair, wo nur die Gastauswahl noch dümmer, als der Moderator ist.
Mediale Verblödung ist einfach ein grosses und aktuelles Thema.
Übrigens "M. Stirner": PI ist sicher noch weniger eine gute Informationsquelle. Vielleicht um Stichworte zu bekommen, oder aktuelle Themen und Beispiele, aber inhaltlich sollten die Quellen eine andere sein. Die betreiben pure Hetze und Propaganda.
An obrigem Bericht ist unter anderem die Antwort:
"...Das eigene Volk hat beschlossen, eine Minderheit zu diskriminieren."
wohl die unqualifizierteste überhaupt.
Was ich sonst nur von realitätsfernen und oft leicht unterbelichteten Politikern kenne, kommt nun auch von einem sonst recht differenzierenden Journalisten. PEINLICH.
Und wegen einer Bauvorschrift über Menschenrechte oder "Diskriminierung" zu sprechen ist absoluter Blödsinn und abgrundtiefe Polemik.
Und statt man diese Volkswahl mal als "Symbol" zu erkennen, in dem man sieht das viele Schweizer mit dem Thema Islam und seine Darstellungsform ein Problem haben, fängt man an zu verleugnen, abzuwiegeln oder lächerlicherweise (gerade beim Islam!!) über Menschenrechte zu sprechen.
Absolut lächerlich, welches noch lächerlicher wird, wenn man sich Aussagen aus dem islamischen Kulturkreis z.B. Erdogan oder Ägypten anhört.
09.12.2009 13:12 Uhr
von Baka:
Wie "unsere"... Kultur? Ich bin zwar christlich erzogen worden aber habe mich lange schon verabschiedet. Laufen nicht die christlichen Würdenträger - allen voran der Papst - in mittelalterlichen Gewändern umher? Die Welt hat sich verändert - die Weltanschauungen sind nicht mehr länger an Räume gebunden. Wenn man Minarette verbietet dann muss es auch die Möglichkeit geben christliche Kirchtürme zu verbieten. mal im Ernst. Glockengeläut ist für mich nicht zu jeder Tageszeit und Jahreszeit erbaulich.
09.12.2009 12:52 Uhr
von Nathalie:
Stirner:
Sehr beschämend, wenn man ein rechtes, islamophobisches, verlogenes, hass-und gewaltschürendes Internetportal voller minderbemittelter Versager, wie PI-news, als Informationsquelle bezeichnet. Meine Güte, sind Sie dafür nicht ein wenig zu alt?
09.12.2009 12:52 Uhr
von Joachim Bovier:
Wer den Islamismus weiter schönredet, die historisch berechtigte Angst des Volkes vor den Muselmanen nicht zur Kenntnis nehmen will, der sorgt dafür, dass diese Ängste sich früher oder später ihre eigenen Parteien schaffen.
Der große Staatsmann Winston Churchill hat das Wesen des Islam in seinem Buch "The River War" bereits eindeutig beschrieben:
“Nebst dem fanatischen Wahnsinn, der in einem Menschen so gefährlich ist, wie Wasserscheuheit in einem Hund, ist diese beängstigend-fatalistische Gleichgültigkeit. Die Auswirkungen sind in vielen Ländern offensichtlich, leichtsinnige Gewohnheiten, schlampige Ackerbaumethoden, schwerfällige Wirtschaftsgebräuche und Unsicherheit des Eigentums herrschen überall da, wo die Nachfolger des Propheten regieren oder leben. Eine erniedrigende Sinnlichkeit beraubt dieses Leben von seiner Würde und seiner Verbesserung, das nächste von seiner Ehre und Heiligkeit. Die Tatsache, dass nach mohammedanischem Gesetz jede Frau einem Mann als sein absoluter Besitz gehören muss, sei es als Kind, als Ehefrau, oder als Geliebte, schiebt die endgültige Ausrottung der Sklaverei zwingend hinaus bis der islamische Glaube aufgehört hat, eine wichtige Macht innerhalb der Menschheit zu sein.
Einzelne Muslime mögen großartige Qualitäten aufweisen, aber der Einfluss der Religion lähmt die gesellschaftliche Entwicklung derer, die ihr nachfolgen. Es gibt keine stärker rückschrittliche Kraft auf der Welt. Weit entfernt davon, dem Tod geweiht zu sein, ist der Mohammedanismus ein militanter und bekehrerischer Glaube. Er hat bereits in Zentralafrika gestreut, zieht bei jedem Schritt furchtlose Krieger heran, und wäre nicht das Christentum in den starken Armen der Wissenschaft geborgen, der Wissenschaft, gegen die er (der Islam) vergeblich gekämpft hat, würde die Zivilisation des modernen Europas vielleicht fallen, so wie die Zivilisation des alten Roms gefallen ist.“
Aus: Sir Winston Churchill; “The River War”, Erste Ausgabe, Band II, Seiten 248-250, Herausgegeben von Longman’s, Green & Company, 1899.
09.12.2009 12:49 Uhr
von Paul:
@ elke:
Also christlich und freiheitlich in einem Atemzug zu nennen zeugt schon von erheblichen Mangel an Geschichtsbildung und Allgemeinwissen!
Ein Deutschland, das doppelte Staatsbürgerschaft verbietet, ausländische Facharbeiter, die wir dringend brauchen als Arbeitssklaven behandelt und je nach Bedarf ausweist und dessen Grundlebenseinstellung aus ANGST besteht, ist MITTELALTERLICH!
09.12.2009 12:42 Uhr
von Art:
"Unmittelbar nach dem Volksentscheid tat der Vorsitzende der Christdemokraten, Christophe Darbellay, sogar den kleinen Schritt von der Islamophobie zum Antisemitismus: Er forderte ein Verbot jüdischer und muslimischer Friedhöfe."
Und genauso werden die sogenannten "Islamkritiker" in Deutschland ihre "israelfreundliche" Maske fallen lassen, sobald sie mit den Moslems fertig sind. Das gilt auch für die (mehr oder weniger) verkappten Nazis von "Politically Incorrect", die uns hier immer wieder mit ihren Kommentaren erfreuen (s.u.).
09.12.2009 12:36 Uhr
von Andrea:
Ich denke es ist nun genung an Schweizschelte und die Zeit für Sachlichkeit gekommen. Die Schweiz ist ein außergewöhnlich freiheitliches Land mit stark verwurzelter Demokratie. Inhaltlich hat die Abstimmung über das Minarettverbot nichts geändert. Es ist kein einziges Minarett auf halber Höhe eingestellt worden. Aufgrund der überhöhten medialen Aufmerksamkeit und der Verklärung dieser Abstimmung hat die Schweiz einen Schaden an ihrem Ruf. Das ist zwar nicht schön, aber sicher kein Untergang. Die klammheimliche Freude anderer Länder der EU über die Abstimmung in der Schweiz ist sicherlich kein Zeichen für demokratische Emmanzipation. Vielmehr belegt die Abstimmung die demokratischen Pfeiler der Schweiz auch unangenehmen, populistischen Kräften zu trozten indem man sie nicht aus dem demokratischen Rahmen verbannt und es legt viele Fragen offen über den Stand der Demokratie in unseren Ländern. Wir, die nicht abstimmen lassen und voraussetzen, dass die politisch Korrekte Einstellung mehrheitsfähig ist, sollten unseren Zustand hinterfragen. Es wäre naiv anzunehmen es bildeten sich keine politischen Unternehmungen -Parteien, oder Ströhmungen- die nicht auch in Nischen nach Erträgen -politische Zustimmung- suchen.
So, und jetzt gehe ich mir die Fußnägel lackieren.
09.12.2009 12:35 Uhr
von Anke:
Meinetwegen sollen Menschen zusammen beten, wenn sie es brauchen, aber ich finde auch die Anwesenheit von Kirchtürmen (und das dauernde Bimmeln der Glocken) unangebracht. Also, verbietet gerne die Minarette, aber dann bitte auch keine weiteren Kirchtürme, die neuen sind sowieso häßlich hoch 10, und schaltet die Glocken ab! Unauffällige Hallen (nicht bimmelnd!) reichen doch zum gemeinsamen Beten. Jeder kennt die Kirchenöffnungszeiten, der Supermarkt bei mir um die Ecke klingelt nämlich übrigens auch nicht. Und wenn wir schon dabei sind, trennen wir doch bitte ebenfalls endlich Kirche und Staat: Religionsunterricht raus aus den Schulen, Kirchensteuer raus aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung, keine Steuerbegünstigungen für die Kirchenbeiträge.
09.12.2009 12:28 Uhr
von atheist:
Türmchen bauen ist für jeden Bürger in der Schweiz legal, das es jetzt speziel nur den Muslimen verboten wurde Türmchen zu bauen, die zur ausübung ihrer religiösen Freiheit gehören, ist mehr als bedenklich.
09.12.2009 12:27 Uhr
von Thomas Fluhr:
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Ein Wahlergebnis bezieht sich auf den prozentualen Anteil
abgegebener Stimmen, ist also nur bedingt aussagekräftig
bzgl. der Wahlberechtigten. Wie sooft wird nicht genug über
die Nichtwähler nachgedacht, waren sie zu sicher oder zu faul
oder ganz anderer Meinung oder war es ihnen egal?
09.12.2009 12:21 Uhr
von diebel:
Ein Blödmann bleibt ein Blödmann, auch wenn er für noch so viele Zeitungen arbeitet.
09.12.2009 12:21 Uhr
von flanders:
Es ging bei der Abstimmung wohl kaum um "nur" die Minarette. Ich denke eher, die Schweizer sind (Filmzitat) mit der Gesamtsituation unzufrieden.
Aber zu den Minaretten: ich vertraue da eher einem Türkisch-islamischen Staatsmann, wenn es um deren Funktion geht, als einem christlich geprägten Schweizer Publizist und Fernsehmoderator. Die Expertise von z.B. Recep Erdogan, immerhin Ministerpräsident der Türkei (und nach seiner Selbstsicht auch aller Türken und Türkischstämmigen bei uns im Land), lautet folgendermaßen: "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten."
09.12.2009 12:10 Uhr
von aso:
Roger de Weck: „...Unwissenheit und Furcht sind dort am größten, wo es kein Zusammenleben gibt...“:
Könnte es denn auch sein, daß die Schweizer Bürger so mündig sind, nicht nur auf Rechtspopulisten reinzufallen, sondern in der Lage sind, sich selbst über den Islam zu informieren?
Und z. B. in der Biographie Mohammeds einige „kulturelle Eigenarten“
[korrekt formuliert?, oder schon Hetze?] bemerkt hätten und dies bezüglich seiner Vorbildfunktion bedenklich fanden?
Das Argument der Unwissenheit ist die Basis:
Dann folgt, man habe den Koran nicht „richtig“ gelesen.
Man hatte die falsche Übersetzung, ihn deshalb falsch verstanden.
Hat man Teile verstanden, hat man eben nicht alles verstanden.
Auch wenn man den Koran sein ganzes Leben studiert, wird man ihn nie ganz verstehen...
Man habe den Kontext nicht berücksichtigt...etc.
Pax Europa macht den Vorreiter und fordert über eine PR-Aktion mit großflächigen Werbeplakaten auf, sich mit dem Koran zu beschäftigen, um der Unwissenheit, und so der deshalb grassierenden Islamophobie entgegenzuwirken.
@ Lars:
"Was bedeuten heutzutage schon Menschenrechte?":
Kommt drauf an, welche Sie meinen: die UN von 48 , oder die Kairoer Erklärung von 90?
09.12.2009 12:10 Uhr
von Jan:
Wer heute Minarette generell verbieten will, der hätte gestern auch mit dem SA-Mob Synagogen abgefackelt. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.
09.12.2009 11:56 Uhr
von elke:
Tja Herr de Weck, es funktioniert eben nur noch bedingt, uns etwas von der Schönheit des Islam vorzugaukeln. Eine ernsthafte Auseinandersetzung über die Gefahren, die diese mittelalterliche Weltanschauung – nicht nur für Europa, sondern für den gesamten Weltfrieden – darstellt, ist öffentlich nicht möglich solange Presse und Medien sich nicht aus dem Korsett politischer Vorgaben und Ängste befreien. Der dänische Karikaturenstreit war nur symptomatisch für das Versagen auf ganzer Linie und verdeutlichte die Ohnmacht einer ganzen schreibenden Branche, die statt Solidarisierung mit unseren Europäischen Nachbarn lieber den Kniefall vollzog und in ihren Artikeln und Kommentaren wie denen eines Autoren Günter Grass mehr um Gnade und Verständnis winselte, als vehement unsere christliche und politisch freiheitliche Kultur zu verteidigen. Bleibt zu hoffen, dass durch die Schweizer Ereignisse endlich ein Umdenken auch bei der Mehrheit der Parteien einsetzt, ohne dass Kritiker ewig schikaniert, herabgesetzt und dümmlich in die rechte Ecke verfrachtet werden. Im Kern geht um nichts geringeres als um die Bewahrung von Frieden und Freiheit.
09.12.2009 11:51 Uhr
von Martin:
Wer Minarette zum Thema einer 'Volksabstimmung' zuläßt, sollte sich fragen, ob die Religion einer Minderheit 'demokratisch' von einer Mehrheit zu bestimmen ist. Zynisch gesagt, hätten die Nazis 1938 beim Abfackeln der Synagogen nur eine vorherige 'Volksabstimmung' gebraucht, um alles wunderbar volksdemokratisch zu legitimieren, angesichts des jüdischen Attentats in Paris. Aber Geschichte scheint ja uninteressant geworden zu sein. Da demonstriert man lieber rechtsradikal mit Israel-Fahnen gegen den Islam. Grauenhaft.
09.12.2009 11:35 Uhr
von heinz:
Ein widerlich tendenziöses Interview mit demagogischen Fragen/Unterstellungen wie z.b.: nun wird die Religionsfreiheit beschnitten!(?) Wo zum Kuckuck wird denn jetzt in der Schweiz die Religionsfreiheit beschnitten? Es fand lediglich eine Abstimmung über Minarette statt. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Die Schweiz braucht keine Minarette, um weiterhin ein weltfoffenes Völkchen zu bleiben. Wer meint, unbedingt Minarette zur freien Religionsausübung zu brauchen, darf sofort in die Türkei, den Irak, Iran oder sonstige Menschenrechtsstaaten auswandern. Kein Schweizer wird versuchen, jemanden davon abzuhalten.
09.12.2009 11:18 Uhr
von Pat:
Geht´s noch?! Die Diskussion ist lächerlich. Es wird absichtlich eine Verbindung zwischen einem Minarettverbot und Ausländerfeindlichkeit hergestellt. Wo ist die Verbindung????
Wenn ich in einer WG wohne und den Gemeinschaftsraum in meiner Lieblingsfarbe streichen möchte, dann muß ich alle WG-Mietbewohner vorher fragen. Sagt die Mehrheit NEIN, dann muß und kann ich das aktzeptieren. Sollten einmal 51 Prozent der Schweizer Bevölkerung Muslime sein, können sie als Mehrheit das Verbot kippen. Allerdings frage ich mich ob es dann noch DIE Schweiz ist!
09.12.2009 11:03 Uhr
von Rainer:
Was für ein peinlicher Stichwortjournalismus.
09.12.2009 10:44 Uhr
von gerhard monsees:
Die Frage „Haben die Medienmacher, zu denen auch Sie gehören, bei der Aufklärung versagt?“ war wohl zu stellen. Wenn Herr de Weck darauf antwortet, dass mal wieder Schuld nur die anderen haben, dann zeigt sich hier schon eine profunde Quelle ganz persönlichen Versagens. Wenn er dann auch noch alles in den Pauschaleimer “Fremdenfeindlichkeit“ wirft, kann er sich gern selbst begrüßen im großen Kreis der Boulevardisten, die „in einer komplexen Welt einfache Lösungen“ anpreisen.
09.12.2009 10:44 Uhr
von Lars:
Was bedeuten heutzutage schon Menschenrechte?
09.12.2009 10:39 Uhr
von Archeopteryx:
Vielleicht hätte man die Volksaufklärung geschickter betreiben müssen. Hätte de Weck von Anfang an gesagt, dass es sich bei den Minarett-Gegnern um Angehörige der rechtsextremen Szene handelt, um einen Sympathisantensumpf feiger, kleinbürgerlich verklemmter, latenter Verfassungsfeinde, dessen Vertreter sich hier voll Häme in ihrer Schadenfreude suhlen wollen, dann wäre das Ergebnis wohl anders ausgefallen.
Auch wäre es nötig gewesen, die kulturelle Bereicherung der Schweiz durch die Muslime herauszugestellen.
09.12.2009 10:34 Uhr
von M. Stirner:
"Verstoß gegen Menschenrechte"
Das kann man nur mit ganz viel Humor nehmen! Glücklicherweise gibt es treffendere Begriffsbestimmungen hinsichtlich der Frage, was den nun Menschenrechte sind, als jene, die Herr de Weck liefert. Herr de Weck und Herr Erdogan wären sicher ein gutes Team, um Kriterien für Menschenrechte zu bestimmen:).
Und überhaupt finde ich die Berichterstattung in der Taz über die Themenfelder: Islam, Islamisierung, Einwanderung, Auswanderung, Meinungsfreiheit, Menschenrechte, Migrantengewalt extrem einseitig. Schön, dass es im Internet noch andere Informationsquellen wie z.B. PI gibt.
09.12.2009 10:04 Uhr
von Torben:
Roger de Weck schätze ich für seine Sternstunden sehr, die Sendung trägt den Titel häufig zurecht. Umso erstaunter war ich über den Anreißer, in dem zwischen Demokratie und Rechtsstaat differenziert wird.
Im Interview liest sich das natürlich anders, es zeigt sich aber bereits an unserer Sprache, wie unaufgeklärt und rückständig wir noch immer sind. Wir haben nicht einmal klare Begrifflichkeiten, um zwischen Demokratie (Freiheit des Einzelnen -> Rechtsstaatlichkeit) und einem kindlichen Glauben an "Mehrheitsentscheidungen" in Form von Wahlen oder Volksabstimmungen unterscheiden zu können.
Die Mehrheit hat selbstverständlich nicht das Recht, einer Minderheit ihren Willen aufzuzwingen. Herrschaft ist undemokratisch und Staat findet in einer Demokratie zunächst seine Grenzen an den Freiheitsrechten des Einzelnen.
Nur damit kein Mißverständnis aufkommt, in Deutschland hatten wir noch nie eine Demokratie (lies: einen Rechtsstaat in humanistischem Sinne), die Schweizer sind nicht allein in ihrer Freiheitsvergessenheit. Möglicherweise ereifern wir Deutschen uns allerdings gerade deshalb so sehr über die Schweizer Unrechtsabstimmung, es kann schmerzhaft sein, einen Spiegel vorgehalten zu bekommen.