• 09.09.2010

Religion auf dem Fußballplatz

Wenn die Kippa mitkickt

Der Tel Aviv-Stürmer Itay Schechter zieht nach seinem Tor in der Champions League seine Kippa aus dem Stutzen, betet – und sieht Gelb. Was ist der Grund für die Verwarnung? von Martin Krauss

  • 09.09.2010 23:06 Uhr

    von Tobias:

    Auf dem Fußballplatz: Fußball spielen.
    In der Synagoge/Kathedrale/Moschee etc.: beten.
    Ende.

  • 09.09.2010 21:48 Uhr

    von Neville:

    Wenn Spieler unter ihrem Trikot ein "Jesus loves you"-Shirt tragen, dieses auch (z.B.: nach einem Tor) demonstrativ zeigen und dennoch unbehelligt bleiben, oder sich bekreuzigen, dann muss man von Diskriminierung sprechen, wenn ein jüdischer Spieler die Gelbe Karte erhält, wenn er eine Kippa aufsetzt.

  • 09.09.2010 17:58 Uhr

    von Proschulreform:

    Ist doch wurscht. Beitar ist eh cooler. Und ne Kippa fällt da nicht auf.

  • 09.09.2010 17:36 Uhr

    von F.Ball:

    Religiöse fallen mit ihren Aberglauben gerne auf. Damit machen sie sich noch beliebter bei ihrem unsichtbaren Sklavenhalter. Das gibt Pluspunkte im Jenseits. Er wird es lieben, wenn man so fromm ist, dass es einem nicht mal peinlich ist, seinen Glauben in einem Stadion vor zehntausenden Besuchern zur Schau zu stellen und dabei dann auch noch ein kleines rotes Hütchen aus der Unterhose zieht.

    Am besten wäre es, man würde über derlei Unsinn garnicht groß in den Medien berichten. Denn die Aufmerksamkeit ist genau das, was die Gläubigen suchen und ihnen das Gefühl von Wichtigkeit gibt. Rote Karte - Spieler vom Platz stellen - Weiterspielen.

    Gestern in den Nachrichten: Ein christlicher Vollidiot will den Koran verbrennen. Na und? Wenn interessiert das? So sind nun mal Religionen. Die Islamisten haben vorsichtshalber schon mal losgekaspert und die amerikanische Flagge verbrannt - eines ihrer Lieblingshobbies. Die Medien tun der Gesellschaft keinen Gefallen, wenn jeder Schwachsinn, den diese Wahnsinnigen veanstalten, gleich in die Tagesschau kommt.

  • 09.09.2010 16:38 Uhr

    von Oberhart:

    @ schiri:

    Genau so sieht es aus.

    @ Peter:

    Richtig, der ägyptische Trainer verlangt von seinen Auswahlspielern ein Bekenntnis zum muslimischen Glauben. Da wären nach meiner Ansicht schon lange Sanktionen seitens der FIFA fällig. Derartige Intoleranz ist keineswegs hinnehmbar. Ich möchte lieber nicht wissen, was los wäre, wenn Jogi Löw Tasci, Özil und Khedira aus der Nationalmannschaft schmeissen würde, weil sie keine Christen sind. Zeigen sich jedoch Moslems derart intolerant beschwört dies selten Empörung hervor.

    Wenn sich die FIFA wirklich der Völkerverständigung verschrieben hätte, dann dürfte sie ein solches Verhalten eines Auswahltrainers eines in ihr organisierten Nationalverbandes niemals dulden. Meiner Meinung nach ist das ein zu Unrecht unbeachteter Riesenskandal!

  • 09.09.2010 15:43 Uhr

    von Wolfgang:

    Religion entartet immer mehr.
    Die Kirchen und Moscheen sind nicht mehr gut besucht, da versucht man es halt auf dem Fußballplatz.
    Armer alter Gott, was hast du da für eigenartige Gläubige, die ständig im "Abseits" stehen.

  • 09.09.2010 14:44 Uhr

    von zomg:

    @Anni:

    Das ist kein Widerspruch, die Kippa gehört schließlich nicht zur zitierten vorgeschriebenen Grundausrüstung.

  • 09.09.2010 14:32 Uhr

    von Oliver Kröger:

    "Die vorgeschriebene Grundausrüstung darf keine politischen, religiösen oder persönlichen Botschaften aufweisen."

    Diese Regel macht - auch wenn sie nach weitem Ermessenspielraum angewandt wird, im Kern Sinn:

    Dadurch wird verhindert, dass der sportliche Kampf und das Kräftemessen in einen plakativen religiösen Kontext gestellt wird. Fussball ist eben Sport und soll als solcher Brücken bauen zwischen Ethnien und Religionen. In diesem Sinne macht eine Beschränkung weltanschaulicher Äusserungen Sinn.

  • 09.09.2010 14:11 Uhr

    von Urgestein:

    Entscheidend ist nicht die FIFA, sondern zunäöchst mal die UEFA, da es sich bei der Champions League und der Qualifikation hierzu um europäische Wettbewerbe handelt. Was die ägyptische NM da alles tut oder lässt spielt überhaupt keine Rolle.

    Die UEFA hat ein klares Verbot von religiösen Bezeugungen während des Spiels, die Ahndung mittels Karten (gelb) liegt dabei aber im Ermessen des Schiedsrichters. Die Behauptung, es gäbe "keine Grundlage" für die verhängte gelbe Karte ist somit falsch.

    Die Ursache für diese Handhabung religiöser Bezeugungen liegt meines Wissens in Schottland, wo die Anhänger der calvinistisch-protestantisch gefärbten Glasgow Rangers denen des irisch-katholisch geprägten Celtic Glasgow FC in so erbitterter Feindschaft begegnen, dass selbst eine Bekreuzigung des polnischen Torwarts von Celtic vor dem Block der Rangers-Fans zu einem nationalen Politikum hochgeschaukelt wurde. Die SFA erliess dauraufhin wohl als erster nationaler Verband eine Verbots-Regelung und wirkte daraufhin, dass auch die UEFA als Dachverband entsprechendes in ihr Regelwerk aufnehmen sollte.

    Insofern der Autor versucht, hier eine besondere, gegen den jüdischen Glauben gerichtete Schikane hinenzuinterpretieren, ist er völlig auf dem Holzweg.

  • 09.09.2010 13:01 Uhr

    von Schiri:

    "Die vorgeschriebene Grundausrüstung darf keine politischen, religiösen oder persönlichen Botschaften aufweisen. ... Was aber ist an einer Kippa, noch dazu nur während einer Spielunterbrechung getragen, gefährlicher als eine Gesichtsmaske?"

    Hat der Autor seine eigenen Recherchen nicht verstanden?
    Eine Gesichtsmaske beinhaltet keine politische oder religöse Botschaft. Eine Kippa wird nicht geahndet, weil sie gefährlicher wäre als eine Maske sondern wegen der religiösen Botschaft - genau wie beim Jesus loves you T-Shirt. Kreuzigungen oder Gebete sind Gesten/Aktionen und keine Ausrüstungen und fallen deswegen nicht unter oben genannte Regelung. Dauert ein kollektives Gebet aber zu lange, wäre z.B. eine gelbe Karte wegen Spielverzögerung denkbar.

  • 09.09.2010 11:58 Uhr

    von Anni:

    Der Autor widerspricht sich hier doch selbst. Er zitiert das International Football Association Board der Fifa unter anderem mit: "Die vorgeschriebene Grundausrüstung darf keine politischen, religiösen oder persönlichen Botschaften aufweisen."
    Zwei Absätze später, dass die gelbe Karte nicht rechtens gewesen sei. Das macht doch keinen Sinn. Wenn man mit seiner Ausrüstung u.a. keine religiösen Botschaften vermitteln darf, ist eine Kippa doch durchaus strafwürdig, mal dahingestellt, ob dies eine vernünftige Regel ist oder nicht.

  • 09.09.2010 11:21 Uhr

    von EnzoAduro:

    Das ist eben Bürokratie. Die Kippa hat eben noch keinen erlaubt Stempel als Gegenstand auf dem Spielplatz. Gesichtsmasken schon. Der Schiri hat zu Pfeifen in Sekunden und sich nicht um theologische Fragestellungen zu kümmern.
    Also: Regeln ändern, aber der Schiri hat trotzdem alles richtig gemacht.

  • 09.09.2010 10:28 Uhr

    von Zuuumm:

    Sorry, das konnte ich mir nicht verkneifen:
    "Beim DFB erfährt man noch, dass "moderne SCHTZGEGENSTÄNDE wie Kopfschutz, Gesichtsmaske Knie- und Ellenbogenschoner aus weichem, leichtem und gepolstertem Material" und damit "nicht gefährlich" sein dürfen".
    Dazu der Autor:"Was aber ist an einer Kippa (...) gefährlicher als eine Gesichtsmaske?".
    Womöglich bietet die Kippa göttlichen Schutz, aber das meinte der DFB wohl nicht ;)

  • 09.09.2010 10:04 Uhr

    von Peter:

    "Eine bemerkenswerte Diskriminierung von Säkularen und Atheisten."

    Vergessen sie nicht Christen, Juden, Hindus etc. es dürfen nämlich nur Muslime in dieser Mannschaft spielen, das können sie gerne nachprüfen.

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