Ihren 25-jährigen Gründungstag wollte die Bundeswehr 1980 besonders würdig feiern. Aber der 6. Mai im Bremer Weserstadion endete mit Krawall. Warum?von Klaus Wolschner
Der Protest von mehr als zehntausend Menschen gegen das öffentliche Rekrutengelöbnis am 6. Mai 1980 im Bremer Weserstadion bildete einen Meilenstein für die Entwicklung der großen Friedensbewegung in den 80er Jahren. Auch 30 Jahre danach bleiben die Forderungen des damaligen Aufrufes: "Nie wieder Krieg! Wir wollen uns niemals an den Anblick von Gewehren gewöhnen!" aktuell. Denn mit öffentlichen Rekrutengelöbnissen soll auch heute die Bevölkerung an Militärisches und Kriegseinsätze gewöhnt werden.
Die weltweite Hochrüstung hat mit 1460 Milliarden Dollar (laut SIPRI im Jahre 2008) den höchsten Stand seit dem zweiten Weltkrieg erreicht. Rüstungsexporte, an denen auch deutsche Firmen kräftig mitverdienen, schüren Konflikte und Kriege. Wir fordern: Keine Rüstungsexporte, schon gar nicht in Krisengebiete!
Für das Bremer Friedensforum ist die Beteiligung Deutschlands am Krieg in Afghanistan nicht akzeptabel. Deutsche Soldatinnen und Soldaten sind keine Entwicklungshelfer in Uniform. Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr töten am Hindukusch und werden dort getötet. Wir fordern: Truppen raus aus Afghanistan und die Beendigung der Auslandseinsätze der Bundeswehr!
Verstärkt versucht die Bundeswehr, Berufs- und Zeitsoldaten für ihre Auslandseinsätze zu werben. In Arbeitsämtern, bei Jobmessen und in der Schule ist die Bundeswehr mit Info-Trucks, Werbern und Jugendoffizieren zur Stelle. Dazu sagen wir Nein. Das Kriegshandwerk ist kein Job wie jeder andere. Wir lehnen die Indoktrination von Kindern und Jugendlichen durch die Bundeswehr ab!
Rüstung und Militär sind auch heute keine Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit. Die großen Herausforderungen der Menschheit - wie der Klimawandel und die Beseitigung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten - lassen sich nicht mit Militär, sondern ausschließlich mit zivilen Mitteln lösen. Die Ausgaben für Rüstung und Krieg würden mehrfach ausreichen, um Hunger und Armut in der Welt zu beseitigen. Wir wollen eine drastische Verringerung der Militärausgaben!
06.05.2010 16:28 Uhr
von Fritz Hirsch:
Schöne Pazifisten.
Egal, wie rückständig die Polizei damals gewesen sein mag; friedliche Demonstranten sollten niemals mit gewalttätigen Autonomen gemeinsame Sache machen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel; schon gar nicht auf einer Anti-Kriegs-Demo.
Sich gegen "das System" zu wehren mag geil sein, aber wirklichen Mut beweist man in der demokratischen Debatte.
06.05.2010 13:27 Uhr
von pjotr:
Ein kurzer Filmclip zur "Schlacht am Weserstadion". http://www.youtube.com/watch?v=adReAXTZ1fA
05.05.2010 23:32 Uhr
von wauz:
Bin ich beim Focus gelandet?
So einen Quatsch sollte sich eine seriöse Zeitung nicht leisten: "Auch wenn viele Demonstranten vor 30 Jahren pazifistisch motiviert waren - die Organisatoren waren es keineswegs. Die DKP-orientierten "Friedensgruppen" wollten die Bundeswehr im Interesse der DDR im Misskredit bringen, die maoistischen und autonomen Gruppen setzen darauf, mit quasi-militärischen Mitteln die Nato zu schwächen. Vom "Frieden" träumten sie höchstens für die klassenlose Gesellschaft."
1. Die ganze "Friedensbewegung" war nie eine pazifistische Veranstaltung im Sinne z.B. der Graswurzler. Dazu war/ist sie viel zu heterogen. 2. Die DKP hat ganz bestimmt keine Krawalle organisiert. Das zu behaupten hat sich noch nicht mal der blödeste Verfassungsschützer getraut. 3. Weder die DKP-Mitglieder noch andere Mitglieder von Friedensgruppen waren hirnamputierte Befehlsempfänger. Beschlüsse kamen da nur durch eigene Überzeugung zustande. Der KBW, der bekanntermaßen Militanz eher schätzte, ist übrigens eine Vorläufer-Organisation der Grünen, denen dann auch das Parteivermögen übertragen wurde. 4. Die Ziele der "Friedensbewegung" hatten in den 80ern eine satte Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. Hier sei nochmal erinnert: es ging nicht um Pazifismus, sondern darum, eine neue Runde der Rüstungsspirale im thermonuklearen Bereich zu verhindern. Das war sicher im Sinne der UdSSR und der DDR. Dass es nicht im Sinne der USA war, spricht eindeutig nur gegen die USA. 5. Der Protest gegen öffentliche Militärparaden ist ein Protest gegen Militarismus. Der hat nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa zweimal in Schutt und Asche gelegt. Wenn jetzt die taz dem Militarismus das Wort redet, macht sie sich selbst überflüssig.
05.05.2010 22:14 Uhr
von zorro:
Selten so ein verschwiemeltes Zeug gelesen, zudem von einem ehemaligen Basisgruppenhäuptling der damaligen Bremer Uni, der ja wohl doch selbst eifrig mitgemischt hat. auch wenn seine Vorlieben sich zu dieser Zeit eher um die gebildeten Stände drehten. Ach ja, die Jugendsünden, zu denen man sich im reifen Alter nicht nur nicht mehr bekennen möchte, sondern sie auch noch flugs den bösen Jungs und Mädels der damaligen politischen Konkurrenz alleinig aufzuhalsen versucht. Aber einen Vorteil haben sie offensichtlich denn noch: mit dem verdrucksten Insiderblick lässt sich auch heute noch ein paar Tantiemen verdien. Wie schön! (oder besser: wie spannend!)
Leserkommentare
19.05.2010 23:37 Uhr
von Ekkehard Lentz:
Der Protest von mehr als zehntausend Menschen gegen das öffentliche Rekrutengelöbnis am 6. Mai 1980 im Bremer Weserstadion bildete einen Meilenstein für die Entwicklung der großen Friedensbewegung in den 80er Jahren. Auch 30 Jahre danach bleiben die Forderungen des damaligen Aufrufes: "Nie wieder Krieg! Wir wollen uns niemals an den Anblick von Gewehren gewöhnen!" aktuell. Denn mit öffentlichen Rekrutengelöbnissen soll auch heute die Bevölkerung an Militärisches und Kriegseinsätze gewöhnt werden.
Die weltweite Hochrüstung hat mit 1460 Milliarden Dollar (laut SIPRI im Jahre 2008) den höchsten Stand seit dem zweiten Weltkrieg erreicht. Rüstungsexporte, an denen auch deutsche Firmen kräftig mitverdienen, schüren Konflikte und Kriege. Wir fordern: Keine Rüstungsexporte, schon gar nicht in Krisengebiete!
Für das Bremer Friedensforum ist die Beteiligung Deutschlands am Krieg in Afghanistan nicht akzeptabel. Deutsche Soldatinnen und Soldaten sind keine Entwicklungshelfer in Uniform. Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr töten am Hindukusch und werden dort getötet. Wir fordern: Truppen raus aus Afghanistan und die Beendigung der Auslandseinsätze der Bundeswehr!
Verstärkt versucht die Bundeswehr, Berufs- und Zeitsoldaten für ihre Auslandseinsätze zu werben. In Arbeitsämtern, bei Jobmessen und in der Schule ist die Bundeswehr mit Info-Trucks, Werbern und Jugendoffizieren zur Stelle. Dazu sagen wir Nein. Das Kriegshandwerk ist kein Job wie jeder andere. Wir lehnen die Indoktrination von Kindern und Jugendlichen durch die Bundeswehr ab!
Rüstung und Militär sind auch heute keine Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit. Die großen Herausforderungen der Menschheit - wie der Klimawandel und die Beseitigung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten - lassen sich nicht mit Militär, sondern ausschließlich mit zivilen Mitteln lösen. Die Ausgaben für Rüstung und Krieg würden mehrfach ausreichen, um Hunger und Armut in der Welt zu beseitigen. Wir wollen eine drastische Verringerung der Militärausgaben!
06.05.2010 16:28 Uhr
von Fritz Hirsch:
Schöne Pazifisten.
Egal, wie rückständig die Polizei damals gewesen sein mag; friedliche Demonstranten sollten niemals mit gewalttätigen Autonomen gemeinsame Sache machen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel; schon gar nicht auf einer Anti-Kriegs-Demo.
Sich gegen "das System" zu wehren mag geil sein, aber wirklichen Mut beweist man in der demokratischen Debatte.
06.05.2010 13:27 Uhr
von pjotr:
Ein kurzer Filmclip zur "Schlacht am Weserstadion".
http://www.youtube.com/watch?v=adReAXTZ1fA
05.05.2010 23:32 Uhr
von wauz:
Bin ich beim Focus gelandet?
So einen Quatsch sollte sich eine seriöse Zeitung nicht leisten:
"Auch wenn viele Demonstranten vor 30 Jahren pazifistisch motiviert waren - die Organisatoren waren es keineswegs. Die DKP-orientierten "Friedensgruppen" wollten die Bundeswehr im Interesse der DDR im Misskredit bringen, die maoistischen und autonomen Gruppen setzen darauf, mit quasi-militärischen Mitteln die Nato zu schwächen. Vom "Frieden" träumten sie höchstens für die klassenlose Gesellschaft."
1. Die ganze "Friedensbewegung" war nie eine pazifistische Veranstaltung im Sinne z.B. der Graswurzler. Dazu war/ist sie viel zu heterogen.
2. Die DKP hat ganz bestimmt keine Krawalle organisiert. Das zu behaupten hat sich noch nicht mal der blödeste Verfassungsschützer getraut.
3. Weder die DKP-Mitglieder noch andere Mitglieder von Friedensgruppen waren hirnamputierte Befehlsempfänger. Beschlüsse kamen da nur durch eigene Überzeugung zustande. Der KBW, der bekanntermaßen Militanz eher schätzte, ist übrigens eine Vorläufer-Organisation der Grünen, denen dann auch das Parteivermögen übertragen wurde.
4. Die Ziele der "Friedensbewegung" hatten in den 80ern eine satte Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. Hier sei nochmal erinnert: es ging nicht um Pazifismus, sondern darum, eine neue Runde der Rüstungsspirale im thermonuklearen Bereich zu verhindern. Das war sicher im Sinne der UdSSR und der DDR. Dass es nicht im Sinne der USA war, spricht eindeutig nur gegen die USA.
5. Der Protest gegen öffentliche Militärparaden ist ein Protest gegen Militarismus. Der hat nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa zweimal in Schutt und Asche gelegt. Wenn jetzt die taz dem Militarismus das Wort redet, macht sie sich selbst überflüssig.
05.05.2010 22:14 Uhr
von zorro:
Selten so ein verschwiemeltes Zeug gelesen, zudem von einem ehemaligen Basisgruppenhäuptling der damaligen Bremer Uni, der ja wohl doch selbst eifrig mitgemischt hat. auch wenn seine Vorlieben sich zu dieser Zeit eher um die gebildeten Stände drehten.
Ach ja, die Jugendsünden, zu denen man sich im reifen Alter nicht nur nicht mehr bekennen möchte, sondern sie auch noch flugs den bösen Jungs und Mädels der damaligen politischen Konkurrenz alleinig aufzuhalsen versucht.
Aber einen Vorteil haben sie offensichtlich denn noch:
mit dem verdrucksten Insiderblick lässt sich auch heute noch ein paar Tantiemen verdien. Wie schön!
(oder besser: wie spannend!)
05.05.2010 20:37 Uhr
von ottonom:
Recht halbgar, an der Schwelle zum Schwachsinn.
Für ne vernünftige Analyse hats nicht gereicht?