• 01.02.2010

Regionales Sprachgesetz in Spanien

Kinos streiken wegen Katalan-Pflicht

Montags ist in Spanien Kinotag. Mit besonderen Eintrittspreisen soll das Publikum gelockt werden. In ganz Spanien? Nein. In Katalonien fällt der Kinotag diese Woche aus.von Reiner Wandler

  • 20.02.2010 13:50 Uhr

    von Martin J. Schuster:

    Supi wie Frau Ulrich die taz bei ihrem Antifaschismus packt und so wild schüttelt, dass sogar ein Kritik an der "Veroeffentlichung eines so ignoranten Kommentars (Herr Schmilz)" dabei herauskommt.

    Das ganze Ärgernis der katalanischen Situation sieht man daran, wie Menschen wie Frau Ulrich, die sicher gutem Willens sind, auf nationalkatalanische Linie gebracht werden, sobald sie in Katalonien landen. Und so ist Frau Ulrichs Kommentar ein Beispiel der Ideologisierung der Debatte in Katalonien, denn sie gibt hier einige der Parolen wieder, die ihr vor Ort eingetrichtert wurden.



  • 08.02.2010 13:08 Uhr

    von Natalie Ulrich:

    Wuerde man denn Daenen, deren Sprache weniger verbreitet ist als das Katalanische, auch als "tumbe Nationalisten" bezeichnen, lediglich weil sie Filme auf daenisch sehen wollen? Katalanisch ist eine Sprache, kein Dialekt, dem Spanischen ungefaehr so aehnlich wie das Franzoesische dem Italienischen.

    Deutsche haben Nationalismus gegenueber ein historisch berechtigtes Vorurteil; es faellt anscheinend schwer zu verstehen, dass rechtskonservatives Gedankengut durchaus - wie in Spanien der Fall - gegen nationalistische Tendenzen gerichtet sein kann. Die Auswirkungen der Franco-Diktatur sollten von einer so ausdruecklich anti-faschistischen Zeitung doch ein bisschen differenzierter und weniger ignorant dargestellt werden! Haben "Kulturen" nur ein Recht auf Verwirklichung in staatlich organisierter Form? In Belgien oder der Schweiz waere die kulturelle Diktatur einer Sprache undenkbar, auch wenn die meisten Flamen franzoesisch verstehen...unverstaendlich auch die Veroeffentlichung eines so ignoranten Kommentars (Herr Schmilz), der sich nicht erbloedet das Problem der Kurden mit dem der Bayern (welches Problem????!) zu vergleichen.
    Mit enttaeuschten Gruessen aus Barcelona
    Natalie Ulrich

  • 04.02.2010 18:59 Uhr

    von RoRo:

    Zusatz:

    Warum wird nur so kurz auf die Sache mit den Kinofilmen eingegangen?

    Und warum wird die Aussage von Torrazón "Das Gesetz ist eine Apocalypsis Now", die im Original sicher nicht auf Deutsch stattgefunden hat, mit "Apocalypsis" wiedergegeben? Soweit ich weiß, lautet der Filmtitel, auf den hier verwiesen wird "Apocalypse Now".

  • 04.02.2010 18:54 Uhr

    von RoRo:

    Ganz kurzer Kommentar zur Nomenklatur:

    die Region heißt Katalonien (mit O),
    das Adjektiv dazu katalanisch (mit A) und
    die Sprache Katalanisch (mit -isch, sowie alle europäischen Sprachen).

    Katalan gibt's nicht im Deutschen, nur weil's im Englischen und im Spanischen existiert.

  • 01.02.2010 09:59 Uhr

    von Herrn Schmilz:

    Das Problem der Katalanen ist genau wie das Problem der Kurden, der verschiedensten Plattsnacker, der Kärntner, der Südtiroler, der Tiroler, der Bayern, und von vielen vielen Anderen kein Problem der Kinossynchronisierung oder überhaupt der Sprache.
    Sich an der Sprache aufzureiben wenn es eigentlich ganz andere Dinge sind die wichtig wären zeigt nur, wie hilflos und verbohrt tumbe Nationalisten selbst den berechtigten Anliegen lokaler Eingeborener gegenüberstehen.
    Noch dem unauffälligsten Rotbackenpfeifdrüsling wird ein zurecht besonders geschütztes Flora-Fauna-Habitat zugebilligt, noch den entferntesten Blasrohrstämmen bringt man zurecht Verständnis entgegen sofern sie sich als Separatisten um den Erhalt ihrer kulturellen Regenwaldheimat zur Not auch terroristisch oder kriegerisch kümmern.
    Weder in Garmisch oder Rottach-Egern, noch gar in München-Giesing würden sich Lokalpatrioten jemals trauen, den bayerischen Eingeborenen bei Wohnungsvergabe, Jobvergabe oder Strassenbenutzung den für ihren Fortbestand als nennenswerte Gruppierung unbedingt nötigen Vorrang vor den nicht dort eingeborenen einzufordern.
    Die Katalanen haben recht.
    Die erste Muttersprache ist dabei allerdings höchstens ein Erkennungsmerkmal und die Synchronisier-Quote natürlich eine Farce.
    Die lokale Verteilungspolitik ist das entscheidende, um bedrohten kulturellen Gruppen in ihrem angestammten Lebensumfeld Chancen zu erhalten oder zu eröffnen.

  • 31.01.2010 15:41 Uhr

    von Albahar:

    "Denn Spanisch können in Katalonien alle, Katalanisch nur etwa jede Zweite." Klein Kommentar dazu: es ist falsch. 94,6 % der Katalanen verstehen Katalanisch, 78,3 % können es sprechen (offiziele Daten, Jahr 2008). Das Problem besteht nicht darum, dass die Hälfte der Bevölkerung kein Katalanisch könnte, sondern dass die Nutzung der verfügbaren Sprachen in Zweisprachigegesellschaften immer unterschiedlich ist. Bei uns geht fast keiner ins Kino einen auf Katalanisch gesprochenen Film zu sehen, auch wenn man Katalanisch kann und sogar im alltäglichen Leben überwiegend Katalanisch spricht.So geschiet es auch mehr oder weniger beim Bücherlesen, nicht aber beim Zeitunglesen, Radiohören oder Fernsehen, usw.

    Ich füge ein Link hinzu, für die, die genauere Information haben möchten und für den Author dieses Beitrages (Statistiken, Karten, "Diagramas", usw., auf Katalanisch): http://www20.gencat.cat/portal/site/Llengcat/menuitem.b318de7236aed0e7a129d410b0c0e1a0/?vgnextoid=d5349cede4c43210VgnVCM1000008d0c1e0aRCRD&vgnextchannel=d5349cede4c43210VgnVCM1000008d0c1e0aRCRD&vgnextfmt=default

    Zuletzt eine kleine Frage: ist diese Frage wichtiger als den Vorschlag der spanischen "sozialistischen" Regierung, das Rentenalter bis dem 67 Lebensjahr zu verlängern? Identitätsfragen (und Fussball) werden hier von den politischen Milieu als "Rauchvorhang" (?)benutzt, um vom Sozialabbau abzulenken. Leider, die Ausländer (auch ausländische Zeitungen)scheinen auch viel mehr Interesse daran zu haben.

    Viele Grüsse aus Barcelona.

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