• 05.10.2009

Reformpädagoge Peter Petersen

Der bessere Nazi

In Jena gibt es Streit um den Reformpädagogen Peter Petersen. Der Erziehungswissenschaftler hat das NS-Regime propagandistisch unterstützt - nach ihm wurde 1991 ein Platz benannt.von Benjamin Ortmeyer

  • 21.07.2010 16:23 Uhr

    von Andrea, Studentin:

    Um den Aufsatz von Herrn Ortmeyer zu verstehen, muss man ihn kennengelernt haben. Wir Studenten können daher alles bezeugen was sich in seinen Seminaren abspielt. Was Ortmeyer über Petersen geschrieben hat, stellt nicht eine Neuerung innerhalb der Nationalsozialismusforschung dar. Er will damit sagen, dass die Nazi-Rolle Petersen von den Deutschen verheimlicht wurde, weil die Deutschen immer noch Nazis sind. Diese Auffassung von Herrn Ortmeyer gegenüber der deutschen Gesellschaft, deutet er in seinen Seminaren an. Jeder, der nicht Jude ist wird von ihm verdächtigt.
    Vor einigen Semestern laß er uns die Gebote der Tora „Du sollst nicht töten“ vor, als ob wir Kriminelle wären. In der letzten Zeit führte Herr Ortmeyer kommunistische Literatur in seinen Seminaren ein. Wir sollten die Gedanken dieser Autoren ohne Widerreden akzeptieren, kritische Meinungen wurden von ihm sofort ausgeschaltet. Das gleiche tut er mit den Asta(-Studenten) er nutzt sie als Schutzschild aus. Ortmeyer unterrichtete sie darüber, dass die Goethe-Uni Nazi ist. In den Studentendemos (2009) hat er die Gewaltanwendung, seitens der Studenten unterstützt. Die Studenten zerstörten viele Bilder in Campus Westend. Aber dies ist nicht genug für Ortmeyer, er schreibt sogar in unserer Asta-Zeitung. Ich appelliere an seinen Verstand, er muss sich von den Kommilitonen distanzieren. Wir wollen nicht die Diktatur des Kommunismus in Deutschland. Ferner sollte er seine Propaganda gegen Deutschland beenden. Beweise liegen vor.

  • 14.10.2009 11:03 Uhr

    von B. Feechen:

    Ich mache mir weniger Sorgen um den Namen, als viel mehr um die heute wieder viel beworbende "Schule für alle", in der auch Behinderte inklusiv beschult werden sollen. Aus der Zeit von Herrn Petersen wird es ja nicht viele Beispiele von "Inklusion von Behinderten" geben, denn was mit denen geschah, wissen wir ja heute: Gaskammer u.ä. .
    Ich hoffe, das sich das nicht wiederholen wird!

  • 06.10.2009 16:05 Uhr

    von Brian von Nazareth:

    Tja, ist schon auffällig, dass Eure Helden allesamt irgendwie Nazis waren.

    Während Ihr Arier in Nullkommanix Strassennamen von ermordeten Kommunisten oder Ausländern auslöschen könnt, tut Ihr Euch irrsinnig schwer, irgendwelche nach echten Widerstandskämpfern oder Opfern zu benennen.

    Muss wohl Zufall sein.

  • 06.10.2009 10:54 Uhr

    von eric_cartman:

    umbenennung sofort.weg mit dem nazi-schrott

    alerta antifascista

  • 05.10.2009 17:13 Uhr

    von Max:

    "Unter den Reformpädagogen befürwortete Peter Petersen eine mindestens sechsjährige Grundschule, die akademische Lehrerbildung und die Übernahme einzelner Elemente der internationalen Reformpädagogik (schriftliche Berichte statt Noten, Wochenplan, jahrgangsübergreifende Gruppen." Klingt verdammt nach den aktuellen Primarschulplänen von Schulsenatorin Goetsch in Hamburg, oder? Weg mit dem Nazi-Schrott!

  • 05.10.2009 17:03 Uhr

    von Celmira Márquez:

    Der Erfinder sechsjährigen Grundschule als Pate für die unselige Schulreform der Grünen-Politikerin Christa Goetsch in Hamburg ... peinlicher könnte es nicht sein! Ein Nazi als Vorbild für angebliche Basisdemokraten. Eklig.

  • 05.10.2009 15:06 Uhr

    von T.H.:

    Man möge mir den Einwurf verzeihen, dass ich gerne über Wichtigeres informiert werden möchte, als über die Frage, ob ein genialer Reformpädagoge auch ein Nazi war.

    Zumal die einzige reale Konsequenz aus der Beantwortung dieser Frage in der Unbenennung irgendwelcher Schulen besteht.

    Könnte sich die gesammelte Journaille jetzt bitte mit Wichtigem befassen?

    Danke!

  • 05.10.2009 14:56 Uhr

    von altlast:

    Zunächst wider den Druckfehlerteufel: Marx hat in Jena eine Dissertation über Epikur und Demokrit (nicht Demokrat) eingereicht. Hektische Umbenennung von Straßen und Plätzen hatte nach 1989 Konjunktur. Fehlgriffe waren nicht selten. Wie steht es jetzt mit dem Mut zur Korrektur? Ich bin gespannt, wofür man sich entscheidet -vielleicht Christoph-Matschie-Platz!

  • 05.10.2009 14:55 Uhr

    von Carl der alte Brigadier:

    Die NPD würde sich um einen wie Peter Petersen als Ehrenmitglied den Mund zerreißen.

    Um so beschämender, daß CDU und SPD es im Nachkriegsdeutschland bis dato unterlassen haben, eine Benennung von Schulen nach diesem "Edel-Nazi" zu verbieten.

    Mehr noch: In der BRD sind zahlreiche Plätze, Straßen, Berufsschulen und sogar die Stuttgarter Stadthalle nach dem ehemaligen SS-Offizier Hanns-Martin Schleyer benannt, einem Schwerverbrecher, der mit seiner Gattin während des deutschen Vernichtungsfeldzuges in der Villa einer tschechisch-jüdischen Familie residierte, die zuvor in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert worden war.

    Und Herr Schleyer war noch als BDA- und BDI-Präsident nach persönlicher Verlautbarung stolz auf seine SS-Vergangenheit. Das erklärt auch die heftige Reaktion der RAF im Jahre 1977, an diesem bürgerlichen Nazischwein ein Exempel zu statuieren. Das haben CDU und SPD durch ihre Naziresozialisierungspolitik mit zu verantworten.

    Peter Petersen-Schulen und eine Hanns-Martin Schleyer-Stadthalle: Über solcherlei Namensgeschenke aus der politischen Mitte kann sich doch jeder Neonazi nur von Herzen freuen.

    Deutschland, Deine Michels...

  • 05.10.2009 14:48 Uhr

    von Just@nuhb:

    Sehen wir Probleme als Chancen.
    Eine wunderbare Begebenheit um Basisdemokratie und begründete Argumentation & Diskussionen zu fördern - sollen sich Schulen & Städte doch bitte niedrigschwellig-demokratisch zusammen finden und darüber entscheiden, wie denn in Zukunft die Schule / der Platz heißt.
    Ergebnis-offene Projekttage für Schulen & Bürgerräte seien gefordert - für die Jugend wird Geschichte in der Schule lebendig und zugleich mit Politik verknüpft - und auch der kleine Mann erneut wachgerüttelt, denn hier kann jeder eine Meinung finden.

  • 05.10.2009 14:24 Uhr

    von dnl.duesentrieb:

    @asvaksb
    spar dir solche kommentare! soetwas solltest du dir für deine kameraden am kneipentresen aufheben...oder laut auf der straße sagen und mit den konsequenzen leben.

  • 05.10.2009 14:20 Uhr

    von bieniead:

    Verwunderlich was beim BR über den Herren geschrieben wird:

    http://www.br-online.de/wissen/bildung/i-reformpaedagogik-DID1188595576/bio-petersen-reformpaedagogik-schule-ID661188595544.xml

  • 05.10.2009 14:10 Uhr

    von Spin:

    Ich weiß, es ist hier nebensächlich, aber die "Dissertation über Epikur und Demokrat" ist schon echt taz! Der Mann hieß Demokrit, sein Verhältnis zur Volksherrschaft seines Wohnortes Abdera nicht so recht bekannt, und Marxens Diss hieß demzufolge: "Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie nebst einem Anhange". Das mit Jena ist aber richtig.

  • 05.10.2009 14:03 Uhr

    von franz koseph kaputt:

    Man sollte hier schon eine deutlichere Trennlinie ziehen zwischen Petersens reformpädagogischen Ansätzen und seinem zum Teil ganz offensichtlich nationalsozialistisch ausgerichtetem Gedankengut. Schließlich beweisen einerseits die vielen Jena-Plan-Schulen in der BRD bis heute, wie vernünftig eine solche Reformpädagogik an sich war und ist; andererseits sollte jedoch bedacht werden, dass gerade in der Zeit ab der Jahrhundertwende auch viele Sozialdemokraten sich mit rassenhygienischen und eugenischen Konzepten auseinandergesesetzt haben. Der erste eugenische Zirkel auf deutschsprachigem Gebiet, der „Züricher Kreis“, zeigt das exemplarisch, sieht man sich einmal die illustren Mitglieder an. Die Einladung zu diesem Zirkel kam vom Schriftsteller Gerhart Hauptmann. Die Führung übernahmen August Forel (später maßgeblich beteiligt an den Nürnberger Gesetzen) und Alfred Ploetz (Begründer der „Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene“). Weiterhin beteiligt waren der Dramaturg Frank Wedekind, ein erklärter Gegner der Rassenhygiene, der Sozialist August Bebel, aber auch Adolf Fick der Jüngere, Mitbegründer des rassistisch motivierten „Alldeutschen Verbandes“.
    In der SPD selbst gab es schon vor der Jahrhundertwende Diskussionen über "Rassenhygiene", geprägt von größtenteils darwinistischen und gobinistischen Ansätzen. In den Jahren nach 1910 kam es zur so genannten "Gebärstreikdebatte". Die sozialdemokratische Frauenpolitikerin Henriette Fürth setzte sich hier für eine „planvolle Regelung der Qualität“ ein und forderte andererseits ein Ausschließen der „kranken Volkselemente“ auf freiwilliger Basis, d.h. unter Zuhilfenahme von Verhütungsmitteln.
    Klar, Petersen als "Kind seiner Zeit" abzuurteilen wäre hier zu einfach; die Umbenennung von Schulen und Plätzen ist ob seiner Veröffentlichungen und Taten mehr als gerechtfertigt; seine reformpädagogischen Ansätze deswegen zu verteufeln, ist aber zu einfach und verkennt deren Qualitäten. Geschichte muss auch immer aus ihrem eigenen Entstehungsprozess heraus betrachtet werden, nicht nur mit der Sicht einer nachträglich aufgelegten Suchmaske.

  • 05.10.2009 13:55 Uhr

    von reblek:

    Vielleicht korrigieren Sie das vor dem Druck der Zeitung: "Marx hatte in Jena seine Dissertation über Epikur und Demokrat eingereicht." Es handelt sich um "Demokrit".

  • 05.10.2009 13:19 Uhr

    von agathe:

    Die Entnazifizierung Deutschlands hat nicht geklappt!
    Siehe Sarrazin, P.Petersen, unzählige Hindenburgstraßen,GG-Mitautor Theodor Maunz, Wahlwerbespots der CDU,...

  • 05.10.2009 12:18 Uhr

    von Freya:

    Stimmen Logik und Wesenskern von Petersens Pädagogikkonzept mit dem Grundgesetz, der UNO-Charta und dem Gedanken von Demokratie und Selbstbestimmung logisch überein oder nicht?

    Das sollte hier die Leitfrage für die Beurteilung sein.

    Logik und Wesenskern sind bei solch einem Fall zu unterscheiden von der Umhüllung. In der DDR z.B. mussten Fachbücher, um zügig erscheinen zu können, im Vorwort ein Loblied auf den Sozialismus singen, das jedoch mit dem sonstigen sachlichen und bleibend gültigen Inhalt nichts zu tun hatte.

    Autobahnen, Volkswagen, Mutterschutz, Fernsehen - dies alles sind Erfindungen aus der Nazizeit, die kaum jemand abschaffen möchte, auch deshalb nicht, weil sie in Logik und Wesenskern mit der Naziideologie wenig oder nichts zu tun haben.

    Näher als Petersen könnte so manche sog. Religion der Nazideologie der Logik und dem Wesenskern nach sein, wie z.B. die Gläubigkeit gegenüber sog. Hirten oder Führern, eine Vertrauensseligkeit, die, wenn zur Gewohnheit geworden, schnell von den einen zu den anderen Obrigkeiten umkippt und daher politisch gefährlich ist.

  • 05.10.2009 12:02 Uhr

    von Hans Wurst:

    Erst Ibrahim, nun Petersen... Wie soll man sich denn zurechtfinden, wenn es nur noch Karl-Liebknecht- und Rosa-Luxemburg-Straßen gibt.

  • 05.10.2009 11:41 Uhr

    von rtfm:

    "Marx hatte in Jena seine Dissertation über Epikur und Demokrat eingereicht."

    Das muß wohl Demokrit heissen...

  • 05.10.2009 11:37 Uhr

    von Sophie:

    Der alte Grieche heißt "Demokrit" und nicht nicht "Demokrat".

  • 05.10.2009 11:36 Uhr

    von Blödsinn:

    @asvaksb: So ein Bödsinn!! "Hitler und seine Schergen", also ALLE, der GANZE APPARAT, haben überhaupt keinen Sozialismus angestrebt. Das ist so wiederlich falsch, Nationalsozialismus noch als Sozialismus zu sehen, selbst in seiner "Grundidee", da fällt mir garnichts mehr zu ein.
    Informier dich besser.

  • 05.10.2009 11:14 Uhr

    von Lars:

    Wie gut, daß es eine Entnazifizierung gab. Aber Moment mal?

  • 05.10.2009 11:09 Uhr

    von Martin:

    Merkwürdig, dass der ehrwürdige Karl Marx 1991 einem Rassisten weichen mußte, der noch im Spätwerk in seiner 'Kritik' an den Nazis Rassist blieb. Haben sich die Umbenenner gar nichts dabei gedacht? Namen wie Marx, einer der weltweit bedeutendsten Deutschen, lassen sich nie aus dem kollektiven Gedächtnis eliminieren und haben nichts mit negativen Auswüchsen im DDR-Staat zu tun. Im Gegenteil wurden wir, als wir als Weststudenten die blauen Bände der MEW in Ost-Berlin kauften, streng kontrolliert, als ob die Lektüre staatsgefährdend sein könnte.

  • 05.10.2009 10:47 Uhr

    von asvaksb:

    Hitler und seine Schergen haben eine Idee diskreditiert: diejenige eines ideellen, über den Materialismus hinausreichenden Sozialismus. Da hat Petersen schon Recht.

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