• 21.05.2010

Rechtsprechung in Malawi

14 Jahre Haft für schwules Paar

Weil sich Tiwonge Chimbalanga und Steven Monjeza lieben, erwartet sie 14 Jahre Haft mit Zwangsarbeit. Das Urteil zeigt die öffentliche Stimmung in dem christlich missionierten Land.von Dominic Johnson

  • 21.05.2010 20:12 Uhr

    von Klaus F.:

    Tiwonge Chimbalanga identifiziert sich selbst als Frau, wie im Artikel ja ganz richtig festgestellt wird. Wieso wird trotzdem an der unsinnigen Formulierung festgehalten, es handele sich hier um ein "schwules Paar"? Ist es wirklich zu viel verlangt, die Vielfalt sexueller Identitäten zumindest dort einmal genauer zu betrachten und zu benennen, wo sie einem direkt vor Augen steht, statt sie (in diesem Fall sogar wider besseres Wissen) der Einfachheit halber in die uns vertrauten Kategorien zu pressen?

  • 21.05.2010 17:54 Uhr

    von Jean:

    Erschreckend, wie sich selbst "Studierte" zu solchem Handeln hinreissen lassen können.
    Mittelalter ist da ja schon fast Neuzeit dagegen...

  • 21.05.2010 16:26 Uhr

    von Lara-Jil:

    Wenn das wirklich stimmt, dass einer von denen eigentlich eine Frau ist,dann handelt es sich hier ja auch um einen Fall von Transphobie:Das sollte auch angemessene Erwähnung finden!

    und sonst:
    -Homophobie wegen christlicher Missionierung:
    Naja,zweifel Zweifel...
    -Interessant:Pöööhser Staatsanwalt:Frau,Opfer Männer(oder werden zumindest als solche wahrgenommen)

  • 21.05.2010 16:17 Uhr

    von rowe:

    in einem der letzten spiegel war ein artikel über psychophaten, die laut der diese untersuchenden, ca. 1 bis 2% der bevölkerung durchdringen sollen. es hätten mich promille schon erschreckt, aber im nachdenken darüber sehe ich eine erwähnte skala und den siach in mir, sich am schaden anderer erfreuen (bananenschale ist eher die harmlosere variante), andere aufs glatteis führen und bis zum mord.
    wo in dieser skala liegt die betrachtung von 14 jahren, oder steinigung - eher weiter oben - schade um Euch.....
    schade um Uns alle, wieviele kriegstreiber - wie naboleon, usw. brauchen wir noch daß der mensch ein mensch sein darf?
    he, bald braucht malawi Uns, laßt eine familie nicht im stich.
    auch wenn die düngersubventionierungen in malawi heute noch funkionieren, hatte der club auf rom doch grundsätzlich recht, es geht halt heute noch, aber morgen brauchen Sie uns.
    14 jahre ist tod.
    leben
    rowe

  • 21.05.2010 12:21 Uhr

    von Les:

    Gut zu wissen, dass man nur schwul sein muss um Menschen im Westen dazu zu bewegen, endlich mehr Menschenrechte in Afrika zu fordern.
    Kinder die an Durchfall sterben, vergewaltigte Frauen im Sudan und Hungersnöte in Ländern, in denen Millionen für das Militär ausgegeben werden, reichen da ja anscheinend nicht aus.

  • 21.05.2010 11:59 Uhr

    von Chabwera Banda:

    Lieber Herr Johnson,
    ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Lilongwe die Hauptstadt Malawis ist.
    Blantyre ist nur die am stärksten wirtschaftlich ausgeprägte Region.
    Bis 1975 war Zomba die Hauptstadt, bevor die Hauptstadt in die Central Region Malawis verlegt worden ist.

  • 21.05.2010 11:39 Uhr

    von Rainer Verhoeven:

    Habt ihr nicht eine Adresse, wo ich diesen Helden meine Solidarität bekunden und meine Hilfe anbieten kann? Und sollte die Bundesrepublik den beiden nicht eine Einreise ermöglichen, als Wiedergutmachung für die eigene dunkle Vergangenheit?

  • 21.05.2010 11:35 Uhr

    von Pierre:

    Solidarität mit Ehsan Fattahian, der im Iran wegen "Abfall vom Glauben" (d.h. er war konvertierter Christ) hingerichtet.

    Bitte, liebe TAZ, vergesst auch nicht die "anderen" Opfer, sie sind AUCH Menschen.

    http://www.zwischenruf.at/?p=3628

  • 21.05.2010 10:45 Uhr

    von LeO:

    liebe taz, die auflistung der "no-gay-areas" ist ja ganz großes Kino, also bitte...

  • 21.05.2010 10:35 Uhr

    von unknown:

    Dieser Artikel hat mich sehr enttäuscht, da er ein eigentlich sehr wichtiges Thema anschneidet, aber weder aktuell noch gut recherchiert ist.
    Der Prozess gegen das Paar begann bereits vor Monaten, inclusive öffentlicher Proteste. Zu Prozessbeginn wurden in Blantyre und Lilongwe sogar Plakate mit dem Aufdruck 'Gay rights are Human rights' geklebt. Ausserdem wurde in den Medien viel über das Thema berichtet, dass dort auch Stimmen zu Wort kamen, die stark für 'Gay-rights' argumentierten wird natürlich auch nicht erwähnt, da das ja nicht ins Bild des schwulenfeindlichen Landes passen würde.
    Ein weiters Beispiel, für die schlechte Qualität dieses artikels ist, dass hier Blantyre als die Hauptstadt benannt wird. Auch dies ist nicht korrekt, denn die Hauptstadt ist seit Präsident Kamuzu Banda, Lilongwe, zuvor unter Britischer Kolonialherrschaft war es Zomba.
    Ich bitte darum, wenn das nächste mal über ein ähnlich wichtiges Thema berichtet wird, ein bisschen mehr Zeit für die Hintergrund Recherche zu verwenden.
    Natürlich ist das Urteil an sich komplett inakzeptabel, trotzdem sollte man differenziert über die Ereignisse berichten!

  • 21.05.2010 09:09 Uhr

    von Claude:

    Ich kann mir vorstellen, dass es hierzulande eine ganze Menge Leute gibt, die ein derartiges Urteil gut finden.

  • 21.05.2010 08:56 Uhr

    von Thomas:

    Im Subkontext des Artikels wird mehr oder weniger deutlich angesprochen, dass die eigentliche Ursache dieser extremen Homophobie in Kolonialisierung und Christianisierung zu finden ist. Meiner Ansicht nach sind derartige Ursachenverteilungen irreführend, denn mit solchen Argumenten werden die Menschen vor Ort aus der Verantwortung für ihr eigenes Tun und Handeln entschuldigt bzw. besser: entlassen. Das aber ist eigentlich umgekehrt genau jene imperialistische Tendenz, die der Autor indirekt kritisiert.
    Interessanter für mich zumindest wäre die Antwort auf die Frage, welche Machtstrukturen von diesem schrecklichen Urteil eigentlich profitieren.

  • 21.05.2010 06:29 Uhr

    von Norbert Reimann:

    Als ich vo Jahren in Malawie beruflich zu tuzn hatte, war Lilongwe die Hauptstadt, seit wann ist das Blantyre? kann ich nir garnicht vorstellen.

  • 21.05.2010 03:58 Uhr

    von waldfrucht:

    Eine Frage, falls für den kommenden Christopher-Street-Day eine Loveparade quer durch den Kölner Dom untersagt werden sollte - kommt dann Deutschland, neben Polen, auch auf die schwarze No-Gay-Liste der übelsten, homophoben Schurkenstaaten...?

  • 21.05.2010 01:45 Uhr

    von willy:

    14 Jahre Zwangsarbeit für 2 Menschen im 21. Jahrhundert, die sich lieben?

    Wie pervers ist das denn? Das Opfer ist die sogenannte Moral? Sonst niemand?

    Sind wir schon wieder im MITTELALTER angekommen?
    Ich dachte, Zeitreisen in die Vergangenheit sind paradox. Wohl doch nicht.

    Vielen Dank, liebe Monotheisten jeglicher Couleur!

    Ihr offenbahrt Euch mehr und mehr als die echten Perverslinge der Menschheit und als Feinde der Menschlichkeit!

    Wieviele Menschen wollt Ihr in Eurem Gotteswahn noch ruinieren, auspeitschen, zu Tode steinigen, einsperren, abschlachten, aufhängen?

    Jetzt erst recht!
    JEGLICHEN Monotheismus mit Argumenten bekämpfen!

  • 20.05.2010 22:31 Uhr

    von Anita:

    Besser als am Baukran zu hängen.
    Versteht mich nicht falsch man sollte scharf dagegen protestieren und Druck ausüben, aber ich fände es wichtiger die Länder stärker in die Kritik zu nehmen die Schwule und Lesben zum Tode verurteilen.
    Also keine falsche Toleranz egal vor welcher Religion.

  • 20.05.2010 21:47 Uhr

    von Hannes:

    Das vielleicht schlimmste Kolonialverbrechen war, die absurden, gewaltherherrlichenden und zu Intoleranz aufrufenden Wüstentexte, aus denen die abrahamitischen Religionen hervorgegangen sind, in alle Welt zu verbreiten und sie den Unterworfenen aufzuzwingen. Das Ergebnis sieht man hier. Hätte z.B. die in Afrika beheimatete Charta von Mandén Gültigkeit statt der rigorosen christlichen Moral, wäre das Urteil vermutlich menschlicher ausgefallen, bzw. es wäre gar kein Prozess entstanden. Kämpfen wir für eine zweite Aufklärung!!!

  • 20.05.2010 20:26 Uhr

    von Stefan:

    Nein, wenn man Bedingungen für Entwicklungshilfe stellen würde, dann würde man diesen Menschen doch ihre Würde nehmen. Das ginge nicht. Geschenke zur Unterstüztung von Dummheiten sind stets ohne Bedingung...

    Auch war dieser Artikel nötig, damit wir sehen, dass auch "christliche Länder" zu Homosexuellen feindlichem Handeln fähig sind und nicht nur in Ländern, die von unserer Partnerreligion geprägt sind, Schwule an Baukränen aufgehängt werden. Wir sind also keinen Deut besser.


  • 20.05.2010 20:17 Uhr

    von BerlinMarcus:

    Schlimm was in Afrika los ist, aber wenn wir Entwicklungshilfe nicht an Bedingungen knüpfen...! Die Beiden können aber "froh" sein das das Land ein christlich missioniertes Land ist... lieber Gefängnis als Steinigung in Namen Allahs...!

  • 20.05.2010 18:18 Uhr

    von Chabwera Banda:

    Liebe Redaktion,
    Blantyre war nie Hauptstadt Malawis. Bis in die 70er Jahre war Zomba die Hauptstadt und seitdem ist es Lilongwe.
    Blantyre ist höchstens die stärkste Wirtschaftsmetropole Malawis.

  • 20.05.2010 17:36 Uhr

    von J. Wackerhagen:

    Ich finde es eine ausgesprochen große Heuchelei der taz dieses Urteil so groß auf der Homepage auszuzeichnen.
    In den islamischen Republiken Saudi-Arabien und im Iran werden tagtäglich homosexuelle Menschen hingerichtet, weil sie sich zu ihrer Homosexualität bekennen, doch dort hört man kaum etwas in der taz. Stattdessen wird hier Bashing gegen die christliche Kirche betrieben und das menschenverachtende Urteil ausgenutzt.

  • 20.05.2010 17:11 Uhr

    von emil:

    das christentum liefert eben nach wie vor ein diffuses weltbild, dass alle ausschließt, die nicht auf der arche mitschippern.

    die lösung muss in unbedingter aufklärung bestehen, dass hat hierzulande ja auch schon ganz gut funktioniert. zumindest verbrennen wir keine hexen mehr.

  • 20.05.2010 17:06 Uhr

    von uwe:

    In dem islamisch missionierten Land Iran würden die beiden jetzt am Baukran baumeln.
    Und taz schweigt dazu???

  • 20.05.2010 17:02 Uhr

    von Peter:

    "Das Urteil zeigt die öffentliche Stimmung in dem christlich missionierten Land."

    Pure Hetze, meinen sie dass es unter dem Islam bzw. den Naturreligionen besser war?
    Ich kenne auch genug Atheisten die schwulenfeindlich sind.
    Nordkorea z.B. stellt die Verbreitung des Christetum unter Strafe also muss es da an was anderem liegen. Und wie erklären sie jetzt dort die Homophobie und Hinrichtungen deswegen?

  • 20.05.2010 16:27 Uhr

    von Brian von Nazareth:

    Über Malawi:
    "Etwa 80 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, mit 12 Prozent hat Malawi einen höheren Anteil Moslems als die anderen Länder im südlichen Afrika.[4] Die verbleibenden Prozente entfallen auf Atheisten und Anhänger von traditionellen Religionen, wobei deren mythologische Vorstellungen teilweise in die Hochreligionen mitgenommen wurden und bestimmte Rituale unter anderen Namen dort weiterhin praktiziert werden. Christen haben im gesamten Norden bis zur Hälfte des Landes einen Bevölkerungsanteil von über 90 Prozent."

    Und weiter heisst es:
    "Politische Spannungen sind nicht religiös begründet, die meisten religiösen Auseinandersetzungen gab es zwischen sich abspaltenden christlichen Splittergruppen. In den 1970er Jahren kam es im Süden zu Auseinandersetzungen zwischen Christen und Anhängern traditioneller Religionen. Auf der einen Seite polarisierte eine neu ins Land gekommene fundamentalistische Pfingstbewegung, auf der anderen formierte sich eine neotraditionelle Kirche der Ahnen."

    Ganze Heerscharen Eurer PI-Lieblinge, die sich ja selbst zu Rettern von Schwulen und "pro Israel" erklären (solange diese für PI sind), werden jetzt auf der Suche nach Hinweisen dafür sein, dass hinter dem Urteil Moslems stecken. Vielleicht war der Richter ein Moslem? Oder der Ankläger?

    Auf jeden Fall finde ich es richtig armselig, dass Ihr - wieder einmal - mit so einem dummen Satz wie "Das Urteil zeigt die öffentliche Stimmung in dem christlich missionierten Land." auf die Religionsschiene gehen müsst.

    Dass Schwule es überall auf der Welt schwer haben, dürfte doch wohl bekannt sein. Da braucht es nicht unbedingt Religionen dazu.

  • 20.05.2010 16:23 Uhr

    von Lars:

    Könnte zu diesem Thema mal jemand Herrn Gentleman interviewen?

    SMASH HOMOPHOBIA!

  • 20.05.2010 16:18 Uhr

    von sagtmal:

    Wollen Sie nicht einfach eine Subdomain für solche Nachrichten einrichten? Sagen wir zB gay.taz.de für die Leute die es tangiert und interessiert? Ich brauche solche Nachrichten nicht lesen.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder