Aus dem Radio erfuhren die ruandischen Hutu-Kämpfer im Kongo, dass ihre Führungsspitze verhaftet worden ist. Jetzt ergeben sie sich zu Hunderten.von Simone Schlindwein
wenn man bedenkt, dass deutschland 2006 soldaten dort hatte und 2008 immer nicht im stande war einen haftbefehl eines aktiven kriegsverbrechers zu bearbeiten (UND ZWAR IM GRÖßTEN KONFLIKT seit dem zweiten weltkrieg), dann ist deutschland entweder ein entwicklungsland, oder es läuft doch mehr unterm menschenrechte/westliche werte-tisch, als man glauben mag...
afrika brauchte bis auf angola (1975 von kuba) nie hilfe zu erwarten und darf sie auch jetzt nicht erwarten. bis auf ein paar gutmenschen will auch der westen nur rohstoffe - koste es was es wolle (aber so wenig geld wie möglich).
01.01.2010 15:48 Uhr
von Sonja:
lvm:
Danke für die Grüsse und Ihnen auch ein gutes Neues Jahr!
Ja, es stimmt schon. Vielleicht sehe ich das zu opimistisch. Aber mein Herz hängt nun mal an dieser Gegend und es schmerzt schon sehr, zu beobachten, was da so vor sich geht. Da ist jede noch so kleine "gute" Nachricht als Trostpflaster willkommen.
Möchte nur noch mal klarstellen, dass ich das keineswegs rosig sehe. Es gehört noch viel dazu, diese Gegend zu befrieden.
Auf jeden Fall wäre es nötig, endlich mal eine vernünftige und stabile Regierung zu haben, die ihrer Aufgabe gerecht wird, erstmal im Inneren des Landes für die Sicherheit und Interessen der Bürger zu sorgen. Alles andere kommt danach, die Vertretung der Interessen des Landes nach außen, insbesondere gegenüber den Staaten der westlichen Industrieländer mit ihrem Interesse an Rohstoffen.
Leider ist das ein Szenario, was wohl in weiter Ferne liegt. Eine solche Regierung ist sicherlich bisher noch nicht in Sicht.
Und so werden die Menschen in diesem Landstrich wohl auch weiterhin vom guten Willen und der Hilfe der internationalen Gemeinschaft abhängig sein.
30.12.2009 04:49 Uhr
von lvm:
@sonja
ja den menschen dort unten würde ich eine ziemlich grosse atempause gönnen, schön wäre, die konflikte könnten endlich gelöst werden, aber das ist eher zu bezweifeln
was zu befürchten ist, es wird alles wieder schön geredet in der "zivilisierten ersten welt", aber ob sich an dem pulverfass afrika irgendwas ändert ist doch da eher zu bezweifeln, frei nach dem motto wir haben was getan(wieder viel zu spät) und nun ist auch gut dort unten, das wird sich schon in wohlgefallen auflösen(bis zu den nächsten masakern - ob von irgendwelchen rebellengruppen, regulären armeeeinheiten, oder dem gemeinen mob)
zu viele lunten brennen an diesen riesigen pulverfass und auch diese klimmt nur etwas schwächer, sie ist noch nicht gelöscht, wer sich jetzt ergibt, ist bestimmt nicht bestandteil des radikalen/harten kerns, wozu aber dieser in stande ist und vor allen wie lange er noch existiert möchte ich mir nicht gerade vorstellen, da schwebt mir das bild der LRA vor augen, die war angeblich auch schon zerschlagen/aufgelöst/reintegriert
und die welt starrt fixiert auf den irak, iran, nordkorea, afghanistan, israel/gaza/libanon, venezuela/kolumbien, honduras
afrika - der vergessene kontinent, ist da schon recht passend, man bemerkt ihn nur, wenn er sich zu sehr vor schmerz aufbäumt oder etwas selten erfreulisches(nach dem motto hier wird alles gut) vorgezeigt wird
man zahlt fleissig spenden und denkt nicht an sachen, wie erdöl/-gas, coltan, blutdiamanten oder aber auch an kaffee, kakao, falsche entwicklungshilfe, von europa aufgezwungene verträge betreffs der einfuhr europäischer lebensmittel, etc.
"Noch nie seit Februar, als eine gemeinsame Operation der ruandischen und kongolesischen Armeen gegen die Hutu-Miliz lief, haben sich so viele FDLR-Kämpfer ergeben wie heute: allein im November und der ersten Dezemberhälfte nach UN-Angaben rund 240, gegenüber 1.285 in den ersten zehn Monaten 2009" Also 1,285 in Zehn Monate sind, 129 pro Monat. Normal für November und die erste Dezemberhälfte (1,5 Monate) wären dann: 129*1,5 = 193. Stattdessen waren es 240, also es waren 24% mehr als normal. Wenn dann in Demobilisierungscamp Mutobo alle Betten belegt sind, ist das Camp nicht gerade überdimensioniert.
29.12.2009 12:44 Uhr
von Sonja:
Alles in Allem könnte das doch eine Meldung sein, du zu einem winzigen Fitzelchen Hoffnung Anlass gibt.
Hoffen wir, dass die deutschen Gerichte nicht wieder Toleranz mit schuldigen Kriegsverbrechern zeigen. Und dass die UNO zu ihrem eigentlichen Ziel zurückfindet, Friedensicherung und Schutz der Zivilbevölkerung. Vielleicht gibt es dann für diesen gebeutetlten Landstrich endlich mal wenigstens eine Atempause, um sich zu entwickeln.
Leserkommentare
05.01.2010 12:33 Uhr
von Malkaye:
wenn man bedenkt, dass deutschland 2006 soldaten dort hatte und 2008 immer nicht im stande war einen haftbefehl eines aktiven kriegsverbrechers zu bearbeiten (UND ZWAR IM GRÖßTEN KONFLIKT seit dem zweiten weltkrieg), dann ist deutschland entweder ein entwicklungsland, oder es läuft doch mehr unterm menschenrechte/westliche werte-tisch, als man glauben mag...
afrika brauchte bis auf angola (1975 von kuba) nie hilfe zu erwarten und darf sie auch jetzt nicht erwarten. bis auf ein paar gutmenschen will auch der westen nur rohstoffe - koste es was es wolle (aber so wenig geld wie möglich).
01.01.2010 15:48 Uhr
von Sonja:
lvm:
Danke für die Grüsse und Ihnen auch ein gutes Neues Jahr!
Ja, es stimmt schon. Vielleicht sehe ich das zu opimistisch. Aber mein Herz hängt nun mal an dieser Gegend und es schmerzt schon sehr, zu beobachten, was da so vor sich geht. Da ist jede noch so kleine "gute" Nachricht als Trostpflaster willkommen.
Möchte nur noch mal klarstellen, dass ich das keineswegs rosig sehe. Es gehört noch viel dazu, diese Gegend zu befrieden.
Auf jeden Fall wäre es nötig, endlich mal eine vernünftige und stabile Regierung zu haben, die ihrer Aufgabe gerecht wird, erstmal im Inneren des Landes für die Sicherheit und Interessen der Bürger zu sorgen. Alles andere kommt danach, die Vertretung der Interessen des Landes nach außen, insbesondere gegenüber den Staaten der westlichen Industrieländer mit ihrem Interesse an Rohstoffen.
Leider ist das ein Szenario, was wohl in weiter Ferne liegt. Eine solche Regierung ist sicherlich bisher noch nicht in Sicht.
Und so werden die Menschen in diesem Landstrich wohl auch weiterhin vom guten Willen und der Hilfe der internationalen Gemeinschaft abhängig sein.
30.12.2009 04:49 Uhr
von lvm:
@sonja
ja den menschen dort unten würde ich eine ziemlich grosse atempause gönnen, schön wäre, die konflikte könnten endlich gelöst werden, aber das ist eher zu bezweifeln
was zu befürchten ist, es wird alles wieder schön geredet in der "zivilisierten ersten welt", aber ob sich an dem pulverfass afrika irgendwas ändert ist doch da eher zu bezweifeln, frei nach dem motto wir haben was getan(wieder viel zu spät) und nun ist auch gut dort unten, das wird sich schon in wohlgefallen auflösen(bis zu den nächsten masakern - ob von irgendwelchen rebellengruppen, regulären armeeeinheiten, oder dem gemeinen mob)
zu viele lunten brennen an diesen riesigen pulverfass und auch diese klimmt nur etwas schwächer, sie ist noch nicht gelöscht, wer sich jetzt ergibt, ist bestimmt nicht bestandteil des radikalen/harten kerns, wozu aber dieser in stande ist und vor allen wie lange er noch existiert möchte ich mir nicht gerade vorstellen, da schwebt mir das bild der LRA vor augen, die war angeblich auch schon zerschlagen/aufgelöst/reintegriert
und die welt starrt fixiert auf den irak, iran, nordkorea, afghanistan, israel/gaza/libanon, venezuela/kolumbien, honduras
afrika - der vergessene kontinent, ist da schon recht passend, man bemerkt ihn nur, wenn er sich zu sehr vor schmerz aufbäumt oder etwas selten erfreulisches(nach dem motto hier wird alles gut) vorgezeigt wird
man zahlt fleissig spenden und denkt nicht an sachen, wie erdöl/-gas, coltan, blutdiamanten oder aber auch an kaffee, kakao, falsche entwicklungshilfe, von europa aufgezwungene verträge betreffs der einfuhr europäischer lebensmittel, etc.
http://2.bp.blogspot.com/_nwkglGptx20/SbKuu_v-arI/AAAAAAAAAA8/JxOHDSx-Vk0/s1600-h/rohstoffe+afrika+1.png
wär das schön wenn die welt schwarz/weiß wäre
mfg
guten rutsch und ein gesundes neues
29.12.2009 15:11 Uhr
von Holländer:
"Noch nie seit Februar, als eine gemeinsame Operation der ruandischen und kongolesischen Armeen gegen die Hutu-Miliz lief, haben sich so viele FDLR-Kämpfer ergeben wie heute: allein im November und der ersten Dezemberhälfte nach UN-Angaben rund 240, gegenüber 1.285 in den ersten zehn Monaten 2009"
Also 1,285 in Zehn Monate sind, 129 pro Monat. Normal für November und die erste Dezemberhälfte (1,5 Monate) wären dann: 129*1,5 = 193. Stattdessen waren es 240, also es waren 24% mehr als normal.
Wenn dann in Demobilisierungscamp Mutobo alle Betten belegt sind, ist das Camp nicht gerade überdimensioniert.
29.12.2009 12:44 Uhr
von Sonja:
Alles in Allem könnte das doch eine Meldung sein, du zu einem winzigen Fitzelchen Hoffnung Anlass gibt.
Hoffen wir, dass die deutschen Gerichte nicht wieder Toleranz mit schuldigen Kriegsverbrechern zeigen. Und dass die UNO zu ihrem eigentlichen Ziel zurückfindet, Friedensicherung und Schutz der Zivilbevölkerung. Vielleicht gibt es dann für diesen gebeutetlten Landstrich endlich mal wenigstens eine Atempause, um sich zu entwickeln.