Nach der Tat von München ist der Hergang rekonstruiert. Ein Trend lässt sich hinter der Tat nicht erkennen, doch die Politiker überbieten sich in Forderungen nach härteren Strafen.von Bernhard Hübner
Was ist eigentlich das Problem, wenn sich Politiker zu diesem Mord äußern? Was wollt ihr denn, was die Politiker sonst tun sollen, uns noch mehr verschweigen? Jeder soll oder will irgendwas aus dem Wahlkrampf heraushalten. Schäuble, Merkel und Steinschröder eine Diskussion über den Überwachungsstaat, alle zusammen (incl Frau Petersen von der taz) den Krieg in Afghanistan. Und jetzt die Diskussion über Verrohung von Jugendlichen, bzw über Ursachen, Vorbeugung, Strafe? Was bitte schön, darf in diesem Lande dann thematisiert werden? Wollt ihr alle einen noch schweigsameren, dafür umso überwachteren, Staat?
11.02.2011 17:58 Uhr
von georg kleinoberst:
Die Jugendlichen müssen natürlich frei gesprochen werden, denn sie können nichts dafür. Die Evolution und auch die (deutsche) Gesellschaft produziert immer wieder solche Geno- und Phänotypen, die z.B. für Kriege in Afghanistan dringend gebraucht werden. Darum: sprecht die Jugendlichen frei und schickt sie nach Afghanistan!!!!
11.02.2011 17:58 Uhr
von Realist:
Viele verstehen es immer noch nicht. Härtere Strafen sollen gar nicht zu mehr Abschreckung führen. Sie führen aber zu mehr Sicherheit.
Wenn jemand 15 statt 10 Jahre weggesperrt ist, heißt das mindestens 5 Jahre längerer Schutz der Zivilbevölkerung. Denn ob einer nun 10- oder 15 Jahre im Bau sitzt. Große Unterschiede für sein Verhalten macht das nicht.
Zudem brauchen wir mehr Polizei an öffentlichen Orten. Das kann so nicht weitergehen.
Ich verstehe wirklich nicht, warum sich die Debatte um härtere Strafen IMMER nur um den Abschreckungsfaktor dreht. Primär muss es um den längeren Schutz der Öffentlichkeit und eine gerechte Bestrafung der Täter gehen.
11.02.2011 17:58 Uhr
von Mallord:
@ harry:
genauso wäre es gekommen.
überschreitung von notwehr bzw. in diesem fall nothilfe, geht in der dynamik solcher situationen so schnell das man sich als helfender im nachgang sehr schnell selbst im kreuz der ermittlungen sieht und die vielgepriesene und gewünschte zivilcourage bitter bezahlen darf. wer ist schon in einer situation 2 gegen 1 in der lage rechtlich abzuschätzen wie weit er sich & andere verteidigen darf. wenn dann nicht amtl. hilfe schnellstens vor ort ist kann die situation für den helfenden plötzlich eskalieren .. in die eine oder andere richtung. krasser als hier konnte wohl die hilfeleistung nicht schief gehen.
11.02.2011 17:58 Uhr
von harri:
Nehmen wir einfach mal an, der Held wäre diesem Angriff nicht erlegen, sondern in der Lage, die Angreifer erfolgreich abzuwehren. Wären diese dabei körperlich verletzt worden, hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Anzeige wegen Körperverletzung auf ihn gewartet. Wer sollte unter solchen Umständen noch zu einer Nothilfe bereit sein?
11.02.2011 17:57 Uhr
von marik:
hey, leute, wieso seid ihr so vehement gegen härtere strafen? die retten die opfer nicht, geben aber einen eindruck des stellenwertes der tat für die gesellschaft, schrecken vielleicht doch mal ab und sind auf jeden fall eine gewisse genugtuung für die opfer. aktuell ist es ja so, dass bei körperverletzung ohne tötung die täter womöglich sogar sofort wieder frei rumlaufen, weil, sie sind ja die armen mit schrecklicher kindheit. deren opfer allerdings sitzt seither womöglich im rolli. geil, wa?
11.02.2011 17:57 Uhr
von heiopei:
Ich lese, dass die Staatsanwaltschaft gegen die 15 Zeugen nicht ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung. Das ist verständlich, weil ja auch ihre Hilfsbeamten nicht schnell genug zur Stelle waren oder? Außerdem ist das Wegschauen in Deutschland eine alte Tradition.
Bayern rühmt sich, die schärfste Kampfhundeverordnung zu haben. Warum wurden diese "betreuten" Killer nicht wenigstens unter Anwendung dieser Vorschriften nur noch mit Maulkorb und Leine in die Öffentlichkeit gelassen?
11.02.2011 17:57 Uhr
von Susanne Ulrich:
Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass eine Anzahl von Menschen Herrn B. auf dem Bahnsteig von Solln nicht (gemeinsam) beigestanden hat, dann gilt meine Fassungslosigkeit nicht nur der abscheulichen Tat der Jugendlichen, sondern auch der fehlenden Einsatzbereitschaft und -fähigkeit dieser "Zeugen". Ich finde nirgendwo ausreichende Hinweise auf diesen Umstand oder einen Kommentar zum Thema "unterlassene Hilfeleistung". Wir brauchen nicht mehr Überwachungskameras, sondern mehr Kurse, die Menschen befähigen, sich für eigene und fremde Rechte einzusetzen. Sie sollten genauso verpflichtend sein, wie Erste-Hilfe-Kurse für den Führerschein. Denn man kann durchaus lernen, fremde Menschen anzusprechen und zu einer gemeinsamen Einmischung zu bewegen.
11.02.2011 17:57 Uhr
von Thomas Pany:
Ich bin lieber ein lebendiger Feigling als ein toter Held.
Er ist ein Held in der Tat, ein tragischer Held, in einem Land wo Helden tot sind und gewalttätige und zu allem bereite "Jugendliche" frei rumlaufen dürfen, welche Strafen wird sich diesmal das Gericht überlegen? Vielleicht fünf Wochen Arrest, immerhin es handelt sich doch um liebe Jungs. Oder ist das auch schon zu hart?
11.02.2011 17:57 Uhr
von 50 Jahre und kein bisschen weise ...:
Dieses Bundesverdienstkreuz würde das Opfer sicherlich ablehnen. Politiker, fahrt S-Bahn.
18.09.2009 12:39 Uhr
von Maikel:
Was ist eigentlich das Problem, wenn sich Politiker zu diesem Mord äußern? Was wollt ihr denn, was die Politiker sonst tun sollen, uns noch mehr verschweigen? Jeder soll oder will irgendwas aus dem Wahlkrampf heraushalten. Schäuble, Merkel und Steinschröder eine Diskussion über den Überwachungsstaat, alle zusammen (incl Frau Petersen von der taz) den Krieg in Afghanistan. Und jetzt die Diskussion über Verrohung von Jugendlichen, bzw über Ursachen, Vorbeugung, Strafe? Was bitte schön, darf in diesem Lande dann thematisiert werden? Wollt ihr alle einen noch schweigsameren, dafür umso überwachteren, Staat?
16.09.2009 23:49 Uhr
von georg kleinoberst:
Die Jugendlichen müssen natürlich frei gesprochen werden, denn sie können nichts dafür. Die Evolution und auch die (deutsche) Gesellschaft produziert immer wieder solche Geno- und Phänotypen, die z.B. für Kriege in Afghanistan dringend gebraucht werden. Darum: sprecht die Jugendlichen frei und schickt sie nach Afghanistan!!!!
16.09.2009 22:32 Uhr
von AnnMar:
Herr B. hat die gewünschte Zivilcourage gezeigt, "alles richtig gemacht", wie jetzt alle sagen, die Polizei rechtzeitig gerufen, jetzt ist er tot. Alternativ hätte er nichts tun können. Oder aber sich wehren, hätte überlebt, einer der Angreifer wäre verletzt worden, dann wäre Herr B. nun vermutlich angeklagt wegen Körperverletzung bei seinem Angreifer. Welch zynische Alternativen.
16.09.2009 20:36 Uhr
von Realist:
Viele verstehen es immer noch nicht. Härtere Strafen sollen gar nicht zu mehr Abschreckung führen. Sie führen aber zu mehr Sicherheit.
Wenn jemand 15 statt 10 Jahre weggesperrt ist, heißt das mindestens 5 Jahre längerer Schutz der Zivilbevölkerung. Denn ob einer nun 10- oder 15 Jahre im Bau sitzt. Große Unterschiede für sein Verhalten macht das nicht.
Zudem brauchen wir mehr Polizei an öffentlichen Orten. Das kann so nicht weitergehen.
Ich verstehe wirklich nicht, warum sich die Debatte um härtere Strafen IMMER nur um den Abschreckungsfaktor dreht. Primär muss es um den längeren Schutz der Öffentlichkeit und eine gerechte Bestrafung der Täter gehen.
16.09.2009 15:06 Uhr
von Mallord:
@ harry:
genauso wäre es gekommen.
überschreitung von notwehr bzw. in diesem fall nothilfe, geht in der dynamik solcher situationen so schnell das man sich als helfender im nachgang sehr schnell selbst im kreuz der ermittlungen sieht und die vielgepriesene und gewünschte zivilcourage bitter bezahlen darf. wer ist schon in einer situation 2 gegen 1 in der lage rechtlich abzuschätzen wie weit er sich & andere verteidigen darf. wenn dann nicht amtl. hilfe schnellstens vor ort ist kann die situation für den helfenden plötzlich eskalieren .. in die eine oder andere richtung. krasser als hier konnte wohl die hilfeleistung nicht schief gehen.
16.09.2009 13:30 Uhr
von harri:
Nehmen wir einfach mal an, der Held wäre diesem Angriff nicht erlegen, sondern in der Lage, die Angreifer erfolgreich abzuwehren. Wären diese dabei körperlich verletzt worden, hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Anzeige wegen Körperverletzung auf ihn gewartet. Wer sollte unter solchen Umständen noch zu einer Nothilfe bereit sein?
16.09.2009 12:27 Uhr
von Lilim:
Die dümmste und billigste Antwort kam gestern von einer älteren Frau aus meiner Stadt.. die meinte zu dem Vorfall in München: "Also unter Hitler wäre das nicht passiert!"
16.09.2009 12:06 Uhr
von Dr. Schreck:
Vorneweg: Ich bin dafür, dass die Täter bestraft werden, und das nicht zu milde. Aber wie Es Lebe Die gesagt hat: Härtere Strafen sind nur Symptombekämpfung. Tatsächlich sollten alle, die jetzt nach drakonischen Maßnahmen schreien, sich mal fragen, wie aus Kids solche Vollidioten werden können. Nicht jeder trägt das Böse unrettbar in sich. Woher stammt die Wut, die Respektlosigkeit vor den Mitmenschen, die Unvernunft? Wie werden aus Jugendlichen solche, pardon, Arschlöcher?
Aber diese Probleme sind zu viele, und sie sitzen zu tief, um sie mal geschwind anzugehen. Wo werden Jugendliche betreut, die vor Langeweile und Perspektivlosigkeit nicht mehr wissen wohin? Wo unterstützt man sie in der Schule, damit sie wenigstens ein Mindestmaß an Bildung (auch über Zwischenmenschlichkeit) mitkriegen? Bildung, Betreuung der Kids, Sportvereine, Proberäume, Jugendhäuser, Aufklärung, Zuwendung, Respekt ihnen gegenüber, Ausbildungsplätze, einfach jemand, der sich um sie kümmert, und es würde wesentlich weniger kreuzdumme Schläger geben, jede Wette.
Aber das kostet viel, viel Geld, das würde sogar meiner Meinung nach die gesamte Gesellschaft mit ihren Medien, ihrer Bildungspolitik, ihren Leistungsprinzipien in Frage stellen. Dann lieber die Bildung noch mehr wirtschaftsfreundlich machen, damit noch mehr Kids durch's Raster fallen, noch mehr perspektivenlose Jugendliche vor lauter Wut, Frust, Langweile oder aus schierer Dummheit zu Schlägern werden und sich dann darüber tüchtig aufregen.
Wenn Jugendliche erst ab 18 wählen dürfen, wieso sollten sie dann die Politik im Alltag besser verstehen?
Ein bigottes Geschwätz, bei allem Verständnis für Strafen.
MfG, Dr. E. Schreck
16.09.2009 11:56 Uhr
von Martin:
Der Denkansatz einer Veränderung muß bei der Täterpsychologie ansetzen. Die Täter waren aktenkundig, sie waren wohl schon längere Zeit mit ihrer Methode des 'Abzockens' von Kindern erfolgreich. Und sie hatten die Erfahrung, mit dieser Methode höchstens einige Wochen Arrest zu riskieren, ansonsten problemlos Geld erpressen zu können. Das von ihnen dann getötete Opfer stellte sich dem 'normalen' Ablauf in den Weg. Offenbar liegen die Ursachen in dieser 'Normalität' und einer fehlenden Grenzziehung durch die Justiz. Höhere Strafen? Ich hätte nichts dagegen, aber es wäre ja schon einmal ein Fortschritt gewesen, diese Täter von Anfang an sehr viel deutlicher zu bestrafen, verbunden mit sozialpädagogischer und psychologischer Betreuung. Die Prozesse sollten so schnell wie möglich nach der Tat erfolgen.
16.09.2009 11:06 Uhr
von marik:
hey, leute, wieso seid ihr so vehement gegen härtere strafen? die retten die opfer nicht, geben aber einen eindruck des stellenwertes der tat für die gesellschaft, schrecken vielleicht doch mal ab und sind auf jeden fall eine gewisse genugtuung für die opfer. aktuell ist es ja so, dass bei körperverletzung ohne tötung die täter womöglich sogar sofort wieder frei rumlaufen, weil, sie sind ja die armen mit schrecklicher kindheit. deren opfer allerdings sitzt seither womöglich im rolli. geil, wa?
16.09.2009 10:34 Uhr
von es lebe die:
Bekämpfung der Symptome und nicht der Ursachen. Wenn alle Menschen, die härtere Strafen fordern, Ärzte wären, könnte mensch diese getrost als Henker bezeichnen, da sie alle ihre Patienten sterben lassen bzw. aufgrund unprofessioneller Behandlung von den Lebenden in Tote verwandeln. Eine harte Strafe verringert den möglichen Gewinn, der durch eine Straftat erreicht werden kann, schützt/verhindert jedoch nicht, dass es zu Affekttaten kommt.
mfg
16.09.2009 10:27 Uhr
von heiopei:
Ich lese, dass die Staatsanwaltschaft gegen die 15 Zeugen nicht ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung. Das ist verständlich, weil ja auch ihre Hilfsbeamten nicht schnell genug zur Stelle waren oder? Außerdem ist das Wegschauen in Deutschland eine alte Tradition.
Bayern rühmt sich, die schärfste Kampfhundeverordnung zu haben. Warum wurden diese "betreuten" Killer nicht wenigstens unter Anwendung dieser Vorschriften nur noch mit Maulkorb und Leine in die Öffentlichkeit gelassen?
16.09.2009 09:33 Uhr
von Weltenbürger:
"Sein Anwalt beschreibt ihn als einen "lieben Jugendlichen, der an die falschen Freunde geraten ist". "
Klar sagt der das das ist ja auch SEIN ANWALT!
Ich finds mist dass so Leute rumrennen dürfen. Mir gefällt das franz. Model der Mindeststrafen, mit Körperverletzung(wenn es mehr als ne Watschen ist) oder bei Raub sollte IMMER IMMER Knast anstehen. Die Aussage, Gefängnis als Schule für Verbrecher ist lange nicht mehr haltbar.
16.09.2009 08:58 Uhr
von Susanne Ulrich:
Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass eine Anzahl von Menschen Herrn B. auf dem Bahnsteig von Solln nicht (gemeinsam) beigestanden hat, dann gilt meine Fassungslosigkeit nicht nur der abscheulichen Tat der Jugendlichen, sondern auch der fehlenden Einsatzbereitschaft und -fähigkeit dieser "Zeugen". Ich finde nirgendwo ausreichende Hinweise auf diesen Umstand oder einen Kommentar zum Thema "unterlassene Hilfeleistung". Wir brauchen nicht mehr Überwachungskameras, sondern mehr Kurse, die Menschen befähigen, sich für eigene und fremde Rechte einzusetzen. Sie sollten genauso verpflichtend sein, wie Erste-Hilfe-Kurse für den Führerschein. Denn man kann durchaus lernen, fremde Menschen anzusprechen und zu einer gemeinsamen Einmischung zu bewegen.
15.09.2009 23:44 Uhr
von Harald:
Ich fordere wesentlich mehr Polizeipräsenz, damit solche Täter abgeschreckt werden und sonst die Strafe bekommen, die sie verdient haben. Wenn Politiker hier sparen, machen sie sich mitschuldig und sollten zur Verantwortung gezogen werden!
15.09.2009 23:18 Uhr
von Thomas Pany:
Ich bin lieber ein lebendiger Feigling als ein toter Held.
Er ist ein Held in der Tat, ein tragischer Held, in einem Land wo Helden tot sind und gewalttätige und zu allem bereite "Jugendliche" frei rumlaufen dürfen, welche Strafen wird sich diesmal das Gericht überlegen? Vielleicht fünf Wochen Arrest, immerhin es handelt sich doch um liebe Jungs. Oder ist das auch schon zu hart?
15.09.2009 21:49 Uhr
von 50 Jahre und kein bisschen weise ...:
Dieses Bundesverdienstkreuz würde das Opfer sicherlich ablehnen. Politiker, fahrt S-Bahn.
Leserkommentare
11.02.2011 17:58 Uhr
von Maikel:
Was ist eigentlich das Problem, wenn sich Politiker zu diesem Mord äußern? Was wollt ihr denn, was die Politiker sonst tun sollen, uns noch mehr verschweigen? Jeder soll oder will irgendwas aus dem Wahlkrampf heraushalten. Schäuble, Merkel und Steinschröder eine Diskussion über den Überwachungsstaat, alle zusammen (incl Frau Petersen von der taz) den Krieg in Afghanistan. Und jetzt die Diskussion über Verrohung von Jugendlichen, bzw über Ursachen, Vorbeugung, Strafe? Was bitte schön, darf in diesem Lande dann thematisiert werden? Wollt ihr alle einen noch schweigsameren, dafür umso überwachteren, Staat?
11.02.2011 17:58 Uhr
von georg kleinoberst:
Die Jugendlichen müssen natürlich frei gesprochen werden, denn sie können nichts dafür. Die Evolution und auch die (deutsche) Gesellschaft produziert immer wieder solche Geno- und Phänotypen, die z.B. für Kriege in Afghanistan dringend gebraucht werden. Darum: sprecht die Jugendlichen frei und schickt sie nach Afghanistan!!!!
11.02.2011 17:58 Uhr
von Realist:
Viele verstehen es immer noch nicht. Härtere Strafen sollen gar nicht zu mehr Abschreckung führen. Sie führen aber zu mehr Sicherheit.
Wenn jemand 15 statt 10 Jahre weggesperrt ist, heißt das mindestens 5 Jahre längerer Schutz der Zivilbevölkerung. Denn ob einer nun 10- oder 15 Jahre im Bau sitzt. Große Unterschiede für sein Verhalten macht das nicht.
Zudem brauchen wir mehr Polizei an öffentlichen Orten. Das kann so nicht weitergehen.
Ich verstehe wirklich nicht, warum sich die Debatte um härtere Strafen IMMER nur um den Abschreckungsfaktor dreht. Primär muss es um den längeren Schutz der Öffentlichkeit und eine gerechte Bestrafung der Täter gehen.
11.02.2011 17:58 Uhr
von Mallord:
@ harry:
genauso wäre es gekommen.
überschreitung von notwehr bzw. in diesem fall nothilfe, geht in der dynamik solcher situationen so schnell das man sich als helfender im nachgang sehr schnell selbst im kreuz der ermittlungen sieht und die vielgepriesene und gewünschte zivilcourage bitter bezahlen darf. wer ist schon in einer situation 2 gegen 1 in der lage rechtlich abzuschätzen wie weit er sich & andere verteidigen darf. wenn dann nicht amtl. hilfe schnellstens vor ort ist kann die situation für den helfenden plötzlich eskalieren .. in die eine oder andere richtung.
krasser als hier konnte wohl die hilfeleistung nicht schief gehen.
11.02.2011 17:58 Uhr
von harri:
Nehmen wir einfach mal an, der Held wäre diesem Angriff nicht erlegen, sondern in der Lage, die Angreifer erfolgreich abzuwehren. Wären diese dabei körperlich verletzt worden, hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Anzeige wegen Körperverletzung auf ihn gewartet. Wer sollte unter solchen Umständen noch zu einer Nothilfe bereit sein?
11.02.2011 17:57 Uhr
von marik:
hey, leute, wieso seid ihr so vehement gegen härtere strafen? die retten die opfer nicht, geben aber einen eindruck des stellenwertes der tat für die gesellschaft, schrecken vielleicht doch mal ab und sind auf jeden fall eine gewisse genugtuung für die opfer.
aktuell ist es ja so, dass bei körperverletzung ohne tötung die täter womöglich sogar sofort wieder frei rumlaufen, weil, sie sind ja die armen mit schrecklicher kindheit.
deren opfer allerdings sitzt seither womöglich im rolli. geil, wa?
11.02.2011 17:57 Uhr
von heiopei:
Ich lese, dass die Staatsanwaltschaft gegen die 15 Zeugen nicht ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung. Das ist verständlich, weil ja auch ihre Hilfsbeamten nicht schnell genug zur Stelle waren oder? Außerdem ist das Wegschauen in Deutschland eine alte Tradition.
Bayern rühmt sich, die schärfste Kampfhundeverordnung zu haben. Warum wurden diese "betreuten" Killer nicht wenigstens unter Anwendung dieser Vorschriften nur noch mit Maulkorb und Leine in die Öffentlichkeit gelassen?
11.02.2011 17:57 Uhr
von Susanne Ulrich:
Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass eine Anzahl von Menschen Herrn B. auf dem Bahnsteig von Solln nicht (gemeinsam) beigestanden hat, dann gilt meine Fassungslosigkeit nicht nur der abscheulichen Tat der Jugendlichen, sondern auch der fehlenden Einsatzbereitschaft und -fähigkeit dieser "Zeugen". Ich finde nirgendwo ausreichende Hinweise auf diesen Umstand oder einen Kommentar zum Thema "unterlassene Hilfeleistung". Wir brauchen nicht mehr Überwachungskameras, sondern mehr Kurse, die Menschen befähigen, sich für eigene und fremde Rechte einzusetzen. Sie sollten genauso verpflichtend sein, wie Erste-Hilfe-Kurse für den Führerschein. Denn man kann durchaus lernen, fremde Menschen anzusprechen und zu einer gemeinsamen Einmischung zu bewegen.
11.02.2011 17:57 Uhr
von Thomas Pany:
Ich bin lieber ein lebendiger Feigling als ein toter Held.
Er ist ein Held in der Tat, ein tragischer Held, in einem Land wo Helden tot sind und gewalttätige und zu allem bereite "Jugendliche" frei rumlaufen dürfen, welche Strafen wird sich diesmal das Gericht überlegen? Vielleicht fünf Wochen Arrest, immerhin es handelt sich doch um liebe Jungs. Oder ist das auch schon zu hart?
11.02.2011 17:57 Uhr
von 50 Jahre und kein bisschen weise ...:
Dieses Bundesverdienstkreuz würde das Opfer sicherlich ablehnen. Politiker, fahrt S-Bahn.
18.09.2009 12:39 Uhr
von Maikel:
Was ist eigentlich das Problem, wenn sich Politiker zu diesem Mord äußern? Was wollt ihr denn, was die Politiker sonst tun sollen, uns noch mehr verschweigen? Jeder soll oder will irgendwas aus dem Wahlkrampf heraushalten. Schäuble, Merkel und Steinschröder eine Diskussion über den Überwachungsstaat, alle zusammen (incl Frau Petersen von der taz) den Krieg in Afghanistan. Und jetzt die Diskussion über Verrohung von Jugendlichen, bzw über Ursachen, Vorbeugung, Strafe? Was bitte schön, darf in diesem Lande dann thematisiert werden? Wollt ihr alle einen noch schweigsameren, dafür umso überwachteren, Staat?
16.09.2009 23:49 Uhr
von georg kleinoberst:
Die Jugendlichen müssen natürlich frei gesprochen werden, denn sie können nichts dafür. Die Evolution und auch die (deutsche) Gesellschaft produziert immer wieder solche Geno- und Phänotypen, die z.B. für Kriege in Afghanistan dringend gebraucht werden. Darum: sprecht die Jugendlichen frei und schickt sie nach Afghanistan!!!!
16.09.2009 22:32 Uhr
von AnnMar:
Herr B. hat die gewünschte Zivilcourage gezeigt, "alles richtig gemacht", wie jetzt alle sagen, die Polizei rechtzeitig gerufen, jetzt ist er tot.
Alternativ hätte er nichts tun können.
Oder aber sich wehren, hätte überlebt, einer der Angreifer wäre verletzt worden, dann wäre Herr B. nun vermutlich angeklagt wegen Körperverletzung bei seinem Angreifer. Welch zynische Alternativen.
16.09.2009 20:36 Uhr
von Realist:
Viele verstehen es immer noch nicht. Härtere Strafen sollen gar nicht zu mehr Abschreckung führen. Sie führen aber zu mehr Sicherheit.
Wenn jemand 15 statt 10 Jahre weggesperrt ist, heißt das mindestens 5 Jahre längerer Schutz der Zivilbevölkerung. Denn ob einer nun 10- oder 15 Jahre im Bau sitzt. Große Unterschiede für sein Verhalten macht das nicht.
Zudem brauchen wir mehr Polizei an öffentlichen Orten. Das kann so nicht weitergehen.
Ich verstehe wirklich nicht, warum sich die Debatte um härtere Strafen IMMER nur um den Abschreckungsfaktor dreht. Primär muss es um den längeren Schutz der Öffentlichkeit und eine gerechte Bestrafung der Täter gehen.
16.09.2009 15:06 Uhr
von Mallord:
@ harry:
genauso wäre es gekommen.
überschreitung von notwehr bzw. in diesem fall nothilfe, geht in der dynamik solcher situationen so schnell das man sich als helfender im nachgang sehr schnell selbst im kreuz der ermittlungen sieht und die vielgepriesene und gewünschte zivilcourage bitter bezahlen darf. wer ist schon in einer situation 2 gegen 1 in der lage rechtlich abzuschätzen wie weit er sich & andere verteidigen darf. wenn dann nicht amtl. hilfe schnellstens vor ort ist kann die situation für den helfenden plötzlich eskalieren .. in die eine oder andere richtung.
krasser als hier konnte wohl die hilfeleistung nicht schief gehen.
16.09.2009 13:30 Uhr
von harri:
Nehmen wir einfach mal an, der Held wäre diesem Angriff nicht erlegen, sondern in der Lage, die Angreifer erfolgreich abzuwehren. Wären diese dabei körperlich verletzt worden, hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Anzeige wegen Körperverletzung auf ihn gewartet. Wer sollte unter solchen Umständen noch zu einer Nothilfe bereit sein?
16.09.2009 12:27 Uhr
von Lilim:
Die dümmste und billigste Antwort kam gestern von einer älteren Frau aus meiner Stadt.. die meinte zu dem Vorfall in München: "Also unter Hitler wäre das nicht passiert!"
16.09.2009 12:06 Uhr
von Dr. Schreck:
Vorneweg: Ich bin dafür, dass die Täter bestraft werden, und das nicht zu milde. Aber wie Es Lebe Die gesagt hat: Härtere Strafen sind nur Symptombekämpfung. Tatsächlich sollten alle, die jetzt nach drakonischen Maßnahmen schreien, sich mal fragen, wie aus Kids solche Vollidioten werden können. Nicht jeder trägt das Böse unrettbar in sich. Woher stammt die Wut, die Respektlosigkeit vor den Mitmenschen, die Unvernunft? Wie werden aus Jugendlichen solche, pardon, Arschlöcher?
Aber diese Probleme sind zu viele, und sie sitzen zu tief, um sie mal geschwind anzugehen. Wo werden Jugendliche betreut, die vor Langeweile und Perspektivlosigkeit nicht mehr wissen wohin? Wo unterstützt man sie in der Schule, damit sie wenigstens ein Mindestmaß an Bildung (auch über Zwischenmenschlichkeit) mitkriegen? Bildung, Betreuung der Kids, Sportvereine, Proberäume, Jugendhäuser, Aufklärung, Zuwendung, Respekt ihnen gegenüber, Ausbildungsplätze, einfach jemand, der sich um sie kümmert, und es würde wesentlich weniger kreuzdumme Schläger geben, jede Wette.
Aber das kostet viel, viel Geld, das würde sogar meiner Meinung nach die gesamte Gesellschaft mit ihren Medien, ihrer Bildungspolitik, ihren Leistungsprinzipien in Frage stellen. Dann lieber die Bildung noch mehr wirtschaftsfreundlich machen, damit noch mehr Kids durch's Raster fallen, noch mehr perspektivenlose Jugendliche vor lauter Wut, Frust, Langweile oder aus schierer Dummheit zu Schlägern werden und sich dann darüber tüchtig aufregen.
Wenn Jugendliche erst ab 18 wählen dürfen, wieso sollten sie dann die Politik im Alltag besser verstehen?
Ein bigottes Geschwätz, bei allem Verständnis für Strafen.
MfG, Dr. E. Schreck
16.09.2009 11:56 Uhr
von Martin:
Der Denkansatz einer Veränderung muß bei der Täterpsychologie ansetzen. Die Täter waren aktenkundig, sie waren wohl schon längere Zeit mit ihrer Methode des 'Abzockens' von Kindern erfolgreich. Und sie hatten die Erfahrung, mit dieser Methode höchstens einige Wochen Arrest zu riskieren, ansonsten problemlos Geld erpressen zu können. Das von ihnen dann getötete Opfer stellte sich dem 'normalen' Ablauf in den Weg. Offenbar liegen die Ursachen in dieser 'Normalität' und einer fehlenden Grenzziehung durch die Justiz. Höhere Strafen? Ich hätte nichts dagegen, aber es wäre ja schon einmal ein Fortschritt gewesen, diese Täter von Anfang an sehr viel deutlicher zu bestrafen, verbunden mit sozialpädagogischer und psychologischer Betreuung. Die Prozesse sollten so schnell wie möglich nach der Tat erfolgen.
16.09.2009 11:06 Uhr
von marik:
hey, leute, wieso seid ihr so vehement gegen härtere strafen? die retten die opfer nicht, geben aber einen eindruck des stellenwertes der tat für die gesellschaft, schrecken vielleicht doch mal ab und sind auf jeden fall eine gewisse genugtuung für die opfer.
aktuell ist es ja so, dass bei körperverletzung ohne tötung die täter womöglich sogar sofort wieder frei rumlaufen, weil, sie sind ja die armen mit schrecklicher kindheit.
deren opfer allerdings sitzt seither womöglich im rolli. geil, wa?
16.09.2009 10:34 Uhr
von es lebe die:
Bekämpfung der Symptome und nicht der Ursachen. Wenn alle Menschen, die härtere Strafen fordern, Ärzte wären, könnte mensch diese getrost als Henker bezeichnen, da sie alle ihre Patienten sterben lassen bzw. aufgrund unprofessioneller Behandlung von den Lebenden in Tote verwandeln.
Eine harte Strafe verringert den möglichen Gewinn, der durch eine Straftat erreicht werden kann, schützt/verhindert jedoch nicht, dass es zu Affekttaten kommt.
mfg
16.09.2009 10:27 Uhr
von heiopei:
Ich lese, dass die Staatsanwaltschaft gegen die 15 Zeugen nicht ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung. Das ist verständlich, weil ja auch ihre Hilfsbeamten nicht schnell genug zur Stelle waren oder? Außerdem ist das Wegschauen in Deutschland eine alte Tradition.
Bayern rühmt sich, die schärfste Kampfhundeverordnung zu haben. Warum wurden diese "betreuten" Killer nicht wenigstens unter Anwendung dieser Vorschriften nur noch mit Maulkorb und Leine in die Öffentlichkeit gelassen?
16.09.2009 09:33 Uhr
von Weltenbürger:
"Sein Anwalt beschreibt ihn als einen "lieben Jugendlichen, der an die falschen Freunde geraten ist". "
Klar sagt der das das ist ja auch SEIN ANWALT!
Ich finds mist dass so Leute rumrennen dürfen. Mir gefällt das franz. Model der Mindeststrafen, mit Körperverletzung(wenn es mehr als ne Watschen ist) oder bei Raub sollte IMMER IMMER Knast anstehen. Die Aussage, Gefängnis als Schule für Verbrecher ist lange nicht mehr haltbar.
16.09.2009 08:58 Uhr
von Susanne Ulrich:
Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass eine Anzahl von Menschen Herrn B. auf dem Bahnsteig von Solln nicht (gemeinsam) beigestanden hat, dann gilt meine Fassungslosigkeit nicht nur der abscheulichen Tat der Jugendlichen, sondern auch der fehlenden Einsatzbereitschaft und -fähigkeit dieser "Zeugen". Ich finde nirgendwo ausreichende Hinweise auf diesen Umstand oder einen Kommentar zum Thema "unterlassene Hilfeleistung". Wir brauchen nicht mehr Überwachungskameras, sondern mehr Kurse, die Menschen befähigen, sich für eigene und fremde Rechte einzusetzen. Sie sollten genauso verpflichtend sein, wie Erste-Hilfe-Kurse für den Führerschein. Denn man kann durchaus lernen, fremde Menschen anzusprechen und zu einer gemeinsamen Einmischung zu bewegen.
15.09.2009 23:44 Uhr
von Harald:
Ich fordere wesentlich mehr Polizeipräsenz, damit solche Täter abgeschreckt werden und sonst die Strafe bekommen, die sie verdient haben. Wenn Politiker hier sparen, machen sie sich mitschuldig und sollten zur Verantwortung gezogen werden!
15.09.2009 23:18 Uhr
von Thomas Pany:
Ich bin lieber ein lebendiger Feigling als ein toter Held.
Er ist ein Held in der Tat, ein tragischer Held, in einem Land wo Helden tot sind und gewalttätige und zu allem bereite "Jugendliche" frei rumlaufen dürfen, welche Strafen wird sich diesmal das Gericht überlegen? Vielleicht fünf Wochen Arrest, immerhin es handelt sich doch um liebe Jungs. Oder ist das auch schon zu hart?
15.09.2009 21:49 Uhr
von 50 Jahre und kein bisschen weise ...:
Dieses Bundesverdienstkreuz würde das Opfer sicherlich ablehnen. Politiker, fahrt S-Bahn.