Ein Arbeiter eines Militär-Zulieferers wird zum Sicherheitsrisiko erklärt. Der Grund: Seine chinesische Ehefrau. Arbeitsrechtler halten das für verfassungswidrig.von Kai Von Appen
Um Misverständnissen vorzubeugen: Ich bin 47 und meine Frau ist 40,5 Jahre alt. Sie ist weder geldgierig noch verschwendungssüchtig. Im Gegenteil, sie ist aüßerst sparsam und preisbewußt. Und hier noch einige Attribute, die sie für mich zur tollsten Frau der Welt machen: charmant, humorvoll, warmherzig, liebevoll, sanftmütig, fürsorglich, mental sehr stark...einfach umwerfend und faszinierend. Wäre sie all das nicht, wären wir nicht verheiratet.
16.07.2010 10:10 Uhr
von Nachdenken!:
Nachdenken statt "wissen" ist oft hilfreich! @straight: Ich nehme mal nur Deinen Punkt auf: Zitat: "btw zum zweiten, dass diese junge Frau solch einen Mann aus einem anderen Grund als Geld heiratet, ist wie wahrscheinlich...? Und gibt es da ein Wort dafür?..." Aha, eine Ausländerin, die einen älteren Ausländer heiratet ist also eine Prostituierte? Heißt das, dass nur Menschen gleichen Alters und gleichen Einkommens heiraten dürfen? Am besten noch nur, wenn sie im gleichen Land leben? Also bitte, wer in einer Gesellschaft lebt, in der Frauen häufig nur gering geachtet werden, insbesondere unverheiratete Frauen mit Kind, weiß vielleicht einen Menschen zu schätzen, der sie mit Kind akzeptiert und achtet und bereit ist sie zu heiraten. btw: wie nennt man diese Haltung? Sexistisch? Rassistisch? Egal, wer gegen die Mischung von Einkommensgruppen und Nationalitäten wettert - natürlich mit den besten Absichten und politisch korrekt (Ha. Ha...) - ist ignorant gegenüber den vielschichtigen Motiven, die Menschen aus zwei Ländern zu einer Ehe bewegen können. Mindestens.
15.07.2010 15:01 Uhr
von Felicite:
Ist es eigentlich ein Zufall, dass zwar das Alter von Herrn B. genannt wird (47), das Alter seiner Frau aber höflich verschwiegen wird? Dass man hier für das Recht eines Mannes eintritt, in der Rüstungsindustrie das Geld zu verdienen, um eine Frau zu unterhalten, die sich entschieden hat, einen Mann aus einem reichen Land zu ehelichen, der in etwa doppelt so alt wie sie selber sein wird? Ein wenig mehr Bewusstsein für die Zwangslagen von Frauen in Staaten ohne staatliche soziale Absicherung sollte die TAZ vielleicht schon zeigen - besonders wenn man sich ansieht wie groß der soziale und finanzielle Druck für Frauen ist, die in solchen Ländern alleine für ein Kind sorgen müssen.
15.07.2010 13:54 Uhr
von Stephan Mirwalt:
Ich würde lieber arbeitslos sein als in der Rüstung zu arbeiten.
15.07.2010 13:28 Uhr
von Lobito:
Zum Kommentar "von Straight". Ja, es gibt ausser Geld noch andere Gründe, dass eine Chinesin einen Deutschen heiratet. Obwohl ich mich im unteren Einkommensdrittel bewege, keinen Cent für die Familie meiner Frau locker machen kann und im Gegenteil bei meinen China-Besuchen herzlich aufgenommen werde, führe ich eine sehr harmonische Ehe, bewege mich in China völlig frei und habe mich bisher nur für die deutsche Botschaft in Peking geschämt, wo meine Frau wie ein Bettler aus der dritten Welt behandelt wurde und erst nach 19!! Monaten ein Visum zum Ehegattennachzug nach Deutschland erhielt. Und das auch erst nach langem, fast zermürbendem Kampf. Ideologie???
15.07.2010 12:10 Uhr
von blah:
wie ätzend. hoffe, die beiden setzen sich im Prozeß durch.
15.07.2010 12:10 Uhr
von menadtheboys:
Ich lebe seit 2 Jahren mit einer chinesischen Partnerin zusammen. Kennengelernt haben wir uns im Studium. Glauben Sie mir, ich würde den Arbeiter auch als Sicherheitsrisiko einstufen. Ein Rausschmiss ist nicht gerechtfertigt, aber eine hausinterne Versetzung and weniger sensible Stellen ist für mich denkbar.
15.07.2010 11:57 Uhr
von Schiilz:
Katastrophe, ist das rote Kleid schuld? Welche Aggressionen sind hier im Spiel. Der Vater des minderjaehrigen Kindes? Eigentlich nicht zu glauben. Wer will auf den Arbeitsplatz in Deutschland nachruecken? Oder wem entgeht ein Gewinn durch eine Festanstellung? Ich war noch nie in China. Vorsicht: Feindland? Wieso? Niemand kennt eine Begruendung.
Nur das Militaer entzieht Deutschland Finanzen... verlagert Produktionsplaetze?
15.07.2010 11:33 Uhr
von Tobi:
Völlig korrektt. 1988 als DDR Flüchtling wurde mir auch eine angemessene Arbeit im sensiblen Bereich einer Firma nicht erlaubt. Entweder Scheidung von meiner Frau, die mit den Kindern noch drüben war, oder Jobverzicht. Begründung: Druckempfindlich gegenüber der Stasi.
15.07.2010 11:15 Uhr
von jurist:
liebe redakteure,
macht doch mal was ganz besonderes und geht recherchieren.
es gibt da was, das nennt sich "fehlende drittwirkung der grundrechte" und das besagt, dass private nicht gegen grundrechte verstoßen können. die grundrechte gelten nur zwischen staat und bürger, nicht jedoch zwischen einer firma und einem mitarbeiter.
aber es macht ja viel mehr spaß, gleich mit der menschenwürde-keule anzukommen, als mal einen grundgesetz-kommentar aufzuschlagen.
grüße
15.07.2010 11:02 Uhr
von straight:
wenn's der ideologie dient, nehmen die tazler sogar arbeiter aus der rüstungsindustrie in schutz. congraz zu solch einem wendehals.
btw, was wäre eigentlich gewesen, wenn mitarbeiter des café kabale diesen mann mit seiner chinesischen frau aus dem café geworfen hätten? weil waffenproduktion nicht zu ihrer "ideologie" passt? auf welcher seite wärt ihr dann gewesen?
btw zum zweiten, dass diese junge Frau solch einen Mann aus einem anderen Grund als Geld heiratet, ist wie wahrscheinlich...? Und gibt es da ein Wort dafür? Und wie steht ihr dazu?
15.07.2010 10:46 Uhr
von manni:
2.500.000.000 Euro Bußgeld und jeweils fünf Jahre Zuchthaus (keine Bewährung!) für die Geschäftsführung des Betriebs.
15.07.2010 10:37 Uhr
von Leir:
Ich glaube, die Erschaffer unserer verfassungsgemäßen Ordnung haben schon darauf geachtet, dass die Grundrechte nicht in Konflikt mit den Sicherheitsbedürfnissen des Staates kommen. Notfalls wird der Widerspruch einfach, wie bei der Wehrpflicht, ignoriert. Insofern ist es zumindest fragwürdig, ob das Herunterbeten dieser Rechte einen Erfolg hat, zumal das Unternehmen ja ansonsten offenbar nicht durch Feindlichkeit gegen Ausländer oder Chinesen im Besonderen auffällt. Mir scheint hier ein klassisches Missverständnis von Rechten vorzuliegen - Herr B. hat das Recht, seine Freundin zu heiraten, nicht aber das Recht, unter allen Umständen in einem sicherheitsrelevanten Betrieb zu arbeiten. Auch Deutsche können wegen sicherheitstechnischen Bedenken abgelehnt werden.
15.07.2010 09:38 Uhr
von John Doe:
So geht es also in der Rüstungsindustrie zu. Interessant!
Leserkommentare
16.07.2010 16:00 Uhr
von Maik B.:
Um Misverständnissen vorzubeugen: Ich bin 47 und meine Frau ist 40,5 Jahre alt. Sie ist weder geldgierig noch verschwendungssüchtig. Im Gegenteil, sie ist aüßerst sparsam und preisbewußt. Und hier noch einige Attribute, die sie für mich zur tollsten Frau der Welt machen: charmant, humorvoll, warmherzig, liebevoll, sanftmütig, fürsorglich, mental sehr stark...einfach umwerfend und faszinierend. Wäre sie all das nicht, wären wir nicht verheiratet.
16.07.2010 10:10 Uhr
von Nachdenken!:
Nachdenken statt "wissen" ist oft hilfreich!
@straight: Ich nehme mal nur Deinen Punkt auf:
Zitat: "btw zum zweiten, dass diese junge Frau solch einen Mann aus einem anderen Grund als Geld heiratet, ist wie wahrscheinlich...? Und gibt es da ein Wort dafür?..."
Aha, eine Ausländerin, die einen älteren Ausländer heiratet ist also eine Prostituierte? Heißt das, dass nur Menschen gleichen Alters und gleichen Einkommens heiraten dürfen? Am besten noch nur, wenn sie im gleichen Land leben? Also bitte, wer in einer Gesellschaft lebt, in der Frauen häufig nur gering geachtet werden, insbesondere unverheiratete Frauen mit Kind, weiß vielleicht einen Menschen zu schätzen, der sie mit Kind akzeptiert und achtet und bereit ist sie zu heiraten.
btw: wie nennt man diese Haltung? Sexistisch? Rassistisch?
Egal, wer gegen die Mischung von Einkommensgruppen und Nationalitäten wettert - natürlich mit den besten Absichten und politisch korrekt (Ha. Ha...) - ist ignorant gegenüber den vielschichtigen Motiven, die Menschen aus zwei Ländern zu einer Ehe bewegen können. Mindestens.
15.07.2010 15:01 Uhr
von Felicite:
Ist es eigentlich ein Zufall, dass zwar das Alter von Herrn B. genannt wird (47), das Alter seiner Frau aber höflich verschwiegen wird? Dass man hier für das Recht eines Mannes eintritt, in der Rüstungsindustrie das Geld zu verdienen, um eine Frau zu unterhalten, die sich entschieden hat, einen Mann aus einem reichen Land zu ehelichen, der in etwa doppelt so alt wie sie selber sein wird?
Ein wenig mehr Bewusstsein für die Zwangslagen von Frauen in Staaten ohne staatliche soziale Absicherung sollte die TAZ vielleicht schon zeigen - besonders wenn man sich ansieht wie groß der soziale und finanzielle Druck für Frauen ist, die in solchen Ländern alleine für ein Kind sorgen müssen.
15.07.2010 13:54 Uhr
von Stephan Mirwalt:
Ich würde lieber arbeitslos sein als in der Rüstung zu arbeiten.
15.07.2010 13:28 Uhr
von Lobito:
Zum Kommentar "von Straight".
Ja, es gibt ausser Geld noch andere Gründe, dass eine Chinesin einen Deutschen heiratet. Obwohl ich mich im unteren Einkommensdrittel bewege, keinen Cent für die Familie meiner Frau locker machen kann und im Gegenteil bei meinen China-Besuchen herzlich aufgenommen werde, führe ich eine sehr harmonische Ehe, bewege mich in China völlig frei und habe mich bisher nur für die deutsche Botschaft in Peking geschämt, wo meine Frau wie ein Bettler aus der dritten Welt behandelt wurde und erst nach 19!! Monaten ein Visum zum Ehegattennachzug nach Deutschland erhielt. Und das auch erst nach langem, fast zermürbendem Kampf. Ideologie???
15.07.2010 12:10 Uhr
von blah:
wie ätzend. hoffe, die beiden setzen sich im Prozeß durch.
15.07.2010 12:10 Uhr
von menadtheboys:
Ich lebe seit 2 Jahren mit einer chinesischen Partnerin zusammen. Kennengelernt haben wir uns im Studium. Glauben Sie mir, ich würde den Arbeiter auch als Sicherheitsrisiko einstufen. Ein Rausschmiss ist nicht gerechtfertigt, aber eine hausinterne Versetzung and weniger sensible Stellen ist für mich denkbar.
15.07.2010 11:57 Uhr
von Schiilz:
Katastrophe,
ist das rote Kleid schuld?
Welche Aggressionen sind hier im Spiel.
Der Vater des minderjaehrigen Kindes?
Eigentlich nicht zu glauben.
Wer will auf den Arbeitsplatz in Deutschland
nachruecken?
Oder wem entgeht ein Gewinn
durch eine Festanstellung?
Ich war noch nie in China.
Vorsicht: Feindland?
Wieso?
Niemand kennt eine Begruendung.
Nur das Militaer entzieht Deutschland
Finanzen...
verlagert Produktionsplaetze?
15.07.2010 11:33 Uhr
von Tobi:
Völlig korrektt.
1988 als DDR Flüchtling wurde mir auch eine angemessene Arbeit im sensiblen Bereich einer Firma nicht erlaubt. Entweder Scheidung von meiner Frau, die mit den Kindern noch drüben war, oder Jobverzicht.
Begründung: Druckempfindlich gegenüber der Stasi.
15.07.2010 11:15 Uhr
von jurist:
liebe redakteure,
macht doch mal was ganz besonderes und geht recherchieren.
es gibt da was, das nennt sich "fehlende drittwirkung der grundrechte" und das besagt, dass private nicht gegen grundrechte verstoßen können.
die grundrechte gelten nur zwischen staat und bürger, nicht jedoch zwischen einer firma und einem mitarbeiter.
aber es macht ja viel mehr spaß, gleich mit der menschenwürde-keule anzukommen, als mal einen grundgesetz-kommentar aufzuschlagen.
grüße
15.07.2010 11:02 Uhr
von straight:
wenn's der ideologie dient, nehmen die tazler sogar arbeiter aus der rüstungsindustrie in schutz. congraz zu solch einem wendehals.
btw, was wäre eigentlich gewesen, wenn mitarbeiter des café kabale diesen mann mit seiner chinesischen frau aus dem café geworfen hätten? weil waffenproduktion nicht zu ihrer "ideologie" passt? auf welcher seite wärt ihr dann gewesen?
btw zum zweiten, dass diese junge Frau solch einen Mann aus einem anderen Grund als Geld heiratet, ist wie wahrscheinlich...? Und gibt es da ein Wort dafür? Und wie steht ihr dazu?
15.07.2010 10:46 Uhr
von manni:
2.500.000.000 Euro Bußgeld und jeweils fünf Jahre Zuchthaus (keine Bewährung!) für die Geschäftsführung des Betriebs.
15.07.2010 10:37 Uhr
von Leir:
Ich glaube, die Erschaffer unserer verfassungsgemäßen Ordnung haben schon darauf geachtet, dass die Grundrechte nicht in Konflikt mit den Sicherheitsbedürfnissen des Staates kommen. Notfalls wird der Widerspruch einfach, wie bei der Wehrpflicht, ignoriert. Insofern ist es zumindest fragwürdig, ob das Herunterbeten dieser Rechte einen Erfolg hat, zumal das Unternehmen ja ansonsten offenbar nicht durch Feindlichkeit gegen Ausländer oder Chinesen im Besonderen auffällt.
Mir scheint hier ein klassisches Missverständnis von Rechten vorzuliegen - Herr B. hat das Recht, seine Freundin zu heiraten, nicht aber das Recht, unter allen Umständen in einem sicherheitsrelevanten Betrieb zu arbeiten. Auch Deutsche können wegen sicherheitstechnischen Bedenken abgelehnt werden.
15.07.2010 09:38 Uhr
von John Doe:
So geht es also in der Rüstungsindustrie zu. Interessant!