Der Tübinger "Pfauen"-Wirt Uli Neu hat in Karlsruhe gegen das Rauchverbot in Einraumkneipen geklagt - und gewonnen. Jetzt muss er den Lammtopf von der Karte nehmen.

Darf sich freuen: Wirt Uli Neu Bild: dpa
taz: Herr Neu, haben Sie mit diesem Ausgang gerechnet?
Uli Neu: Ich habe ihn erhofft. Aber nach der mündlichen Verhandlung im Mai war ja noch nicht so deutlich, wies ausgehen wird. Jetzt bin ich sehr erleichtert. Meine wirtschaftliche Existenz ist erst mal gerettet - und auch die von tausenden anderer Familien, die ebenfalls kleine Gaststätten betreiben.
Die Erlaubnis für Kleinkneipen gilt nur, wenn Sie keine Speisen anbieten. Nehmen Sie jetzt den Lammtopf von der Karte?
Das Speiseangebot macht bei mir nur drei bis vier Prozent des Umsatzes aus. Das hab ich nur auf die Karte genommen, damit die Gäste nicht zur Pommes-Bude gegenüber müssen. Aber davon lebe ich nicht. Darauf kann ich auch verzichten. Das habe ich schon in der mündlichen Verhandlung angeboten.
Wird ab heute im "Pfauen" wieder geraucht?
Ich habe noch kein Schild "Raucherkneipe" vorbereitet. Aber natürlich werde ich heute Abend Gäste, die rauchen, nicht mehr so streng ermahnen.
Die Raucherlaubnis gilt nur übergangsweise. Was machen Sie, falls der Landtag bis Ende 2009 ein Rauchverbot in allen Gaststätten ohne Ausnahmen beschließt?
Das wäre hart. Ich habe ja nicht so sehr darunter gelitten, dass meine Gäste in größere Gaststätten mit Raucherraum abgewandert sind. Mein Problem war, dass die Stammgäste kürzer dageblieben sind und dabei weniger getrunken haben. Manche sind einfach ganz zu Hause geblieben. Ich hoffe deshalb, dass auch ab 2010 im "Pfauen" noch geraucht werden darf.
Was hätten Sie im Fall einer Niederlage in Karlsruhe gemacht?
Ich weiß es nicht, ich hatte keinen Plan B in der Tasche.
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