Ratsvorsitz der Evangelischen Kirche
Die erste Frau läuft sich warm
Am Mittwoch bestimmt die Synode der Evangelischen Kirche über ihren Ratsvorsitz. Margot Käßmann gilt als Favoritin. Sie hat einen steilen Aufstieg und Schicksalsschläge hinter sich.von Philipp Gessler
Leserkommentare
28.10.2009 13:04 Uhr
von Inge Hake:
Herzlichen Dank für Ihren ausführlichen Artikel über diese starke Frau. Im letzten Absatz "'Gebot als Ratschlag" wird Frau Käßmanns Einstellung zu den Zehn Geboten dargelegt. Sie würde sie als Freiheiten und Ratschläge Gottes für ein gutes Leben verstehen. Ich selbst habe in der Elberfelder Studienbibel eine andere Übersetzung für "Du sollst" gefunden: "Du wirst". Liest man die Zehn Gebote so, steht da plötzlich Gottes Beschreibung von seinem geliebten Kind: Du wirst Vater und Mutter ehren, du wirst nicht töten, du wirst nicht ehebrechen, du wirst nicht stehlen, du wirst nicht gegen deinen Nächsten als falscher Zeuge aussagen,du wirst nicht das Haus deines Nächsten begehren(...).
Inge Hake, Christian Science Komitee für Veröffentlichungen, Deutschland
28.10.2009 10:20 Uhr
von Dice:
"Die protestantischen Kirchen in Deutschland neigen nicht selten dazu, die Zumutungen, das Sperrige der Bibel weichzubügeln oder in politisch korrekter Sprache wegzudefinieren. Und Käßmann ist da nicht ganz unschuldig."
Danke für diesen Satz, auch wenn er die Wahrheit noch sehr harmlos darstellt. Wieviel Angst und Schrecken die christliche Ideologie in unseren Köpfen anrichtet merkt man erst, wenn man sich davon gelöst hat. Unterm Strich ist es eine Verherrlichung des Todes und eine Verleugnung des Lebens. Wer sich das einmal klar gemacht hat, kann sich auch von der Angst vor dem "lieben" Gott lösen.
27.10.2009 20:59 Uhr
von joHnny:
...damit ist Käßmann n i c h t durch sondern da!...
27.10.2009 13:49 Uhr
von Sola Scriptura:
"So betont sie, die Zehn Gebote seien keineswegs als Verbote, sondern als Ratschläge Gottes für ein gutes Leben zu verstehen"
Verbote klingen für die deutsche Spassgesellschaft ja auch zu hässlich...
Der deutsche Protestantismus entfernt sich immer mehr von seinen Wurzeln...