Der englische Verteidiger Micah Richards will sich nicht mehr via Twitter beleidigen lassen. Während die Polizei ermittelt, dauert die Rassismus-Debatte im englischen Fußball an. von Andreas Rüttenauer

Wurde bei Twitter rassistisch beschimpft: Manchester Citys Verteidiger Micah Richards. Bild: dpa
BERLIN taz | "Ich habe mit dem Trainer gesprochen. Ich habe einen Fehler gemacht und bedaure das. Ich hätte Patrice Evra die Hand schütteln müssen. Ich möchte mich entschuldigen." Mit diesen Worten wird Luis Suarez, der uruguayische Strümer, auf der Website des FC Liverpool zitiert.
Mit dieser indirekten Entschuldigung wird er die Wogen nicht glätten können, die sein verweigerter Handschlag vor dem Spiel des FC Liverpool gegen Manchester United hochgeschlagen hatte. Die Diskussionen über Rassismus im englischen Fußball, die nicht erst geführt werden, seit Suarez acht Wochen gesperrt worden ist, weil er ManU-Verteidiger Evra rassistisch beleidigt hatte, ebben nicht ab.
Nun hat Verteidiger Micah Richards von Manchester City seinen Account bei Twitter gelöscht, weil er die andauernden rassistischen Beschimpfungen nicht länger ertragen konnte. Seit November bekam der 23-Jährige jede Woche zwei bis drei unappetitliche Wortmeldungen. Obwohl die Polizei in einem Fall schon Ermittlungen aufgenommen hat, wollte Richards zunächst nicht aufhören zu twittern.
Nun kann er nicht mehr, meinte ein Berater Richards: "Genug ist genug." Der Berater meinte, die Debatten um die rassistischen Äußerungen, die Englands Nationalverteidiger John Terry und Suarez zugeschrieben werden, haben die Beleidigungswelle erst so richtig befeuert. Zum Thema eines Tweets wollte Richards die Ausfälligkeiten gegen seine Person nicht machen.
Das hätte alles noch viel schlimmer gemacht, so sein Berater in der englischen Tageszeitung Observer. Derweil mehren sich in Liverpool Stimmen, die Luis Suarez für untragbar halten. Einer der wichtigsten Sponsoren des Klubs, die Bank Standard Chartered, äußerte öffentlich Kritik und wandte sich mit einem Schreiben an die Eigentümer des Klubs in den USA.
Darin heißt es: "Wir sind sehr enttäuscht von den Vorfällen am Samstag und diskutieren über unsere Beziehung zu dem Klub." Der Klub selbst hat sich dazu zunächst noch nicht geäußert. Der englische Fußballverband hat unterdessen angekündigt, kein Verfahren gegen Suarez einleiten zu wollen. Die Verweigerung eines Handschlags sei kein Disziplinarvergehen.
Deutschland schlägt nach einer mäßigen Leistung Israel durch Tore von Gomez und Schürrle mit 2:0. Bundestrainer Joachim Löw sieht trotzdem „Rückenwind“.

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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
14.02.2012 09:22 | DaRe
"Unschöne Äußerungen" wie rassistische Beleidigungen sind weder durch die Meinungsäußerung gedeckt, noch sollten sie in irg ...
13.02.2012 17:47 | Pirat
Wir leben in einem freien Europa. Jeder sollte doch noch entscheiden dürfen wem man die Hand gibt und wem nicht. Und irgend ...