Rainbow Lecture 20.02.

Menschen ohne Geschichte

Radikale Homophobie, queere Juden und die Geschichte des Holocaust. Drei ausradierte Geschichten werden erzählt.

Queere Juden bilden eine Leerstelle / Bild: flickr / Enrique Domingo (CC BY-NC-ND 2.0)

Woran liegt es, dass sich bis heute kaum jemand mit gleichgeschlechtlichem Begehren und Verlangen während des Holocaust beschäftigt hat?

Die historiographische Leerstelle ist durch die radikale Homophobie der einstigen Häftlingsgesellschaft bedingt, und deren Abwehrhaltung wird bis heute machtvoll tradiert.

Wann: Mi., 20.02.2019, 19.00 Uhr

Wo: taz Kantine

Friedrichstraße 21

10969 Berlin

Eintritt frei

Anhand dreier Beispiele zeigt Anna Hájková, wie queere Liebesbeziehungen unter Lagerhäftlingen zwischen 1940 und 1945 von den Überlebenden als deviant erzählt und damit ausradiert wurden, und sie diskutiert, welche Bedeutung dies für unser Verständnis von LSBTI*-Rechten heute hat.

Anna Hájková ist Associate Professor für neuere europäische Geschichte an der University of Warwick, Großbritannien. Ihr erstes Buch The Last Ghetto. An Everyday History of Theresienstadt erscheint demnächst bei Oxford University Press. Anna Hájková schreibt aktuell an einem Buch über die queere Geschichte des Holocaust.

Moderation: Raimund Wolfert

Eine Veranstaltung der Initiative Queer Nations, der Magnus Hirschfeld Bundesstiftung und des Queeren Kulturhauses e.V. in Kooperation mit der taz.

Die künftigen Rainbow Lectures in der taz Kantine:

➡ 29.03.2019 | Patrick Henze: Schwule Emanzipation und ihre Konflikte – Freiheitsvorstellungen von Revolution bis Ehe für alle

➡ 26.04.2019 | Aeyal Gross: Homoglobalismus – Oder: Gibt es eine Global Gay Governance?

➡ 14.06.2019 | Dennis Altman: Die Welt, die wir gewonnen haben – Eine Bilanz zum 50. Geburtstag von „Stonewall“

Diese Rainbow Lectures haben bereits statt gefunden:

➡ 14.11.2018 | Ulrike Lunacek: Es ist normal, anders zu sein – LSBTIQ* in Zeiten illiberaler Demokratie

➡ 22.01.2019 | Katarzyna Remin: Zwei Schritte vor und einen zurück – Polen, die PiS und die LSBTI*-Community