Während die Regierung mit der Industrie über die Verlängerung der Akw-Laufzeiten verhandelt, häufen sich die Probleme in nordrhein-westfälischen Atomanlagen.von Andreas Wyputta
"Nach dem Bericht der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde wurde auf dem Fußboden in unmittelbarer Nähe des Behälters eine Strahlenbelastung von 170 Becquerel pro Quadratzentimetern gemessen. Der Arbeiter, dessen Arme und Beine bei dem Unfall kontaminiert wurden, habe knapp die Hälfte der durchschnittlichen jährlichen Strahlenbelastung aufgenommen, der jeder Bürger ausgesetzt ist. Der Mann liegt zurzeit zur Beobachtung in einer Fachklinik in Jülich, wird aber bald entlassen. „Es geht ihm gut“, sagte die Ministerin. Im Außenbereich habe es keine nennenswerte Strahlenbelastung gegeben."
26.01.2010 19:25 Uhr
von Bürger G.:
@vic und die anderen Radiophobiker: Zitat von greenpeace-magazin.de: "Vorläufige Messungen hätten gezeigt, dass der 45-Jährige nur eine «sehr niedrige Dosis» radioaktiver Strahlung aufgenommen habe. Wenn sich die vorläufigen Messwerte bestätigen, muss der Patient laut Hautzel mit «keinem zusätzlichen Krebsrisiko» rechnen."
24.01.2010 01:45 Uhr
von vic:
Ein "Zwischenfall"; in den nachrichten inzwischen ein Tag wie jeder andere. Der verstrahlte Mitarbeiter wird jetzt eben früher sterben, aber wo gehobelt wird da fallen nunmal Späne. Es erwischt leider immer die Falschen.
23.01.2010 14:23 Uhr
von Amos:
Unsere Politiker sind doch nur noch erbärmliche Wichte, die von der Atom-Lobby jahrzehntelange genasführt wurden. So sind sie überall in der Wirtschaft vertreten, sowie die Wirtschaft in der Politik, was soll den dabei noch herauskommen, wenn man nur an seinen eigenen Vorteil denkt. Wie man hört hat Merkel einen Medienpreis bekommen. Hat sie auch einen Preis bekommen für den Atommüll, den sie bei der Kohl-Regierung als Umweltministerin zu verantworten hat."Wir haben keinen anderen Platz, schmeißt in mal dahin bis wir was besseres gefunden haben"? Hat man aber nach was besserem gesucht? oder hat man gar nichts besseres und lässt die künftigen Generationen auf einem Vulkan wohnen? Die Mediokratie hier in Deutschland, die selbst Idioten zu Koryphäen macht müsste abgeschafft werden. Die nur Personen honoriert, die auf ihrerm Gleis fahren. Eine verlogene Gesellschaft, kann man da nur sagen.
23.01.2010 11:52 Uhr
von Divad:
Verklagen müsste man diese Regierung!!! Unglaublich, was diese sich leistet/leisten kann. Pfui! Und nun kommt sehr wahrscheinlich, was jeder im Grunde schon wusste: Laut SPIEGEL geht dieses Jahr kein AKW vom Netz. Krasser geht es gar net mehr. Das ist kein legaler Deal, dass ist Bestechung im übelsten Maße!
Die schwarz-gelbe Regierung ist käuflich. Pfuiii und gute Nacht, liebe Demokratie.
23.01.2010 11:46 Uhr
von Sebas:
Und noch eine Anmerkung: Diesmal ist die Aussage "Störfall" sogar richtig, da das Ereignis wegen der Kontamination eines Mitarbeiters auf der siebenstufigen INES (International Nuclear Event Scale) als INES 2 eingestuft wird. Was mal wieder nicht stimmt, ist die Aussage, dass der Störfall der Normalfall wird. Den letzten wirklichen Störfall (eben INES 2) in Deutschland, hatten wir in Philipsburg 1 im Jahre 2001. Das zeigt auch, dass in NEUN Jahren NICHT EIN EINZIGER Mitarbeiter in einer Nuklearanlage (also Kernkraftwerke, Forschungsreaktoren, URENCO und Endlager zusammengenommen) einen kerntechnikspezifischen Zwischenfall erlitten hat! Mich würde mal interessieren, welche andere Großtechnik mit mehreren tausend Mitarbeitern eine solche Bilanz aufzuweisen hat: Neun Jahre unfallfrei! Wenn da jetzt wegen eines "Verletzten", wobei irgendwie keine Zeitung schreibt, welche Dosis der abbekommen hat, die Stillegung der Anlage gefordert wird, dann kann ich mir nur noch ans Hirn langen. Schließlich sind inzwischen beim Bau von Windkraftanlagen schon erheblich mehr Leute zu Schaden gekommen als in kerntechnischen Anlagen. Nur wird darüber eben nicht berichtet und es gibt keine Meldungspflicht. Wenn man also konsequent ist und wegen eines verletzten Arbeiters in der Kerntechnikbranche nach neun Jahren (!) gleich den Ausstieg vordert, was müsste dann für die Windenergie gelten? Oder sind Leben und Gesundheit eines Kerntechnikers etwa um soviel wertvoller als das eines Arbeiters in der Branche der Erneuerbaren Energien? Ich als Physiker in dieser Branche würde mich da natürlich geehrt fühlen, könnte das aber trotzdem nicht so unterschreiben. ;-)
Damit das klar ist: Man muss natürlich, wie in jeder Branche alles dafür tun, dass Unfälle möglichst vermieden werden, und ich wünsche auch dem Kollegen von der URENCO alles Gute und gute Besserung. Aber diese Panikschürerei, Forderungen und Anschuldigungen wegen - ich wiederhole mich - EINES Verletzten in einer ganzen Branchen innerhalb von NEUN JAHREN: Das ist ja wohl lächerlich.
22.01.2010 20:06 Uhr
von Käpt'n Bär:
Kleine Richtigstellung: Die UAA Gronau versorgt die Industrie nicht mit HOCH-angereichertem Uran. Und die Brennstäbe der gängigen Leistungsreaktoren sind auch keineswegs mit HOCH-angereichertem Uran gefüllt.
In der UAA wird der Anteil des gut spaltbaren Isotops U235 von ca 0,7% auf 3-5% erhöht. Diese erhöhung des U235 wird als Anreicherung bezeichnet. Von hochangereichertem Uran spricht man z.b. bei einer Erhöhung des U235 Anteils auf ca 85%. Derart angereichertes Uran ist dann der Stoff aus dem man Atombomben baut. Das geht in der UAA Gronau selbstvertstänglich auch. Aber die Betreiber und international die Bundesregierung versichern ja, daß sowas nie gemacht wird.
Leserkommentare
27.01.2010 16:47 Uhr
von Viel Lärm um nichts:
"Nach dem Bericht der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde wurde auf dem Fußboden in unmittelbarer Nähe des Behälters eine Strahlenbelastung von 170 Becquerel pro Quadratzentimetern gemessen. Der Arbeiter, dessen Arme und Beine bei dem Unfall kontaminiert wurden, habe knapp die Hälfte der durchschnittlichen jährlichen Strahlenbelastung aufgenommen, der jeder Bürger ausgesetzt ist. Der Mann liegt zurzeit zur Beobachtung in einer Fachklinik in Jülich, wird aber bald entlassen. „Es geht ihm gut“, sagte die Ministerin. Im Außenbereich habe es keine nennenswerte Strahlenbelastung gegeben."
26.01.2010 19:25 Uhr
von Bürger G.:
@vic und die anderen Radiophobiker: Zitat von greenpeace-magazin.de: "Vorläufige Messungen hätten gezeigt, dass der 45-Jährige nur eine «sehr niedrige Dosis» radioaktiver Strahlung aufgenommen habe. Wenn sich die vorläufigen Messwerte bestätigen, muss der Patient laut Hautzel mit «keinem zusätzlichen Krebsrisiko» rechnen."
24.01.2010 01:45 Uhr
von vic:
Ein "Zwischenfall"; in den nachrichten inzwischen ein Tag wie jeder andere.
Der verstrahlte Mitarbeiter wird jetzt eben früher sterben, aber wo gehobelt wird da fallen nunmal Späne.
Es erwischt leider immer die Falschen.
23.01.2010 14:23 Uhr
von Amos:
Unsere Politiker sind doch nur noch erbärmliche Wichte, die von der Atom-Lobby jahrzehntelange genasführt wurden. So sind sie überall in der Wirtschaft vertreten, sowie die Wirtschaft in der Politik, was soll den dabei noch herauskommen, wenn man nur an seinen eigenen Vorteil denkt. Wie man hört hat Merkel einen Medienpreis bekommen. Hat sie auch einen Preis bekommen für den Atommüll, den sie bei der
Kohl-Regierung als Umweltministerin zu verantworten hat."Wir haben keinen anderen Platz, schmeißt in mal dahin bis wir was besseres gefunden haben"? Hat man aber nach was besserem gesucht? oder hat man gar nichts besseres und lässt die künftigen Generationen auf einem Vulkan wohnen? Die Mediokratie hier in Deutschland, die selbst
Idioten zu Koryphäen macht müsste abgeschafft werden. Die nur Personen honoriert, die auf ihrerm
Gleis fahren. Eine verlogene Gesellschaft, kann man
da nur sagen.
23.01.2010 11:52 Uhr
von Divad:
Verklagen müsste man diese Regierung!!! Unglaublich, was diese sich leistet/leisten kann. Pfui! Und nun kommt sehr wahrscheinlich, was jeder im Grunde schon wusste: Laut SPIEGEL geht dieses Jahr kein AKW vom Netz.
Krasser geht es gar net mehr. Das ist kein legaler Deal, dass ist Bestechung im übelsten Maße!
Die schwarz-gelbe Regierung ist käuflich. Pfuiii und gute Nacht, liebe Demokratie.
23.01.2010 11:46 Uhr
von Sebas:
Und noch eine Anmerkung: Diesmal ist die Aussage "Störfall" sogar richtig, da das Ereignis wegen der Kontamination eines Mitarbeiters auf der siebenstufigen INES (International Nuclear Event Scale) als INES 2 eingestuft wird.
Was mal wieder nicht stimmt, ist die Aussage, dass der Störfall der Normalfall wird. Den letzten wirklichen Störfall (eben INES 2) in Deutschland, hatten wir in Philipsburg 1 im Jahre 2001. Das zeigt auch, dass in NEUN Jahren NICHT EIN EINZIGER Mitarbeiter in einer Nuklearanlage (also Kernkraftwerke, Forschungsreaktoren, URENCO und Endlager zusammengenommen) einen kerntechnikspezifischen Zwischenfall erlitten hat! Mich würde mal interessieren, welche andere Großtechnik mit mehreren tausend Mitarbeitern eine solche Bilanz aufzuweisen hat: Neun Jahre unfallfrei!
Wenn da jetzt wegen eines "Verletzten", wobei irgendwie keine Zeitung schreibt, welche Dosis der abbekommen hat, die Stillegung der Anlage gefordert wird, dann kann ich mir nur noch ans Hirn langen. Schließlich sind inzwischen beim Bau von Windkraftanlagen schon erheblich mehr Leute zu Schaden gekommen als in kerntechnischen Anlagen. Nur wird darüber eben nicht berichtet und es gibt keine Meldungspflicht. Wenn man also konsequent ist und wegen eines verletzten Arbeiters in der Kerntechnikbranche nach neun Jahren (!) gleich den Ausstieg vordert, was müsste dann für die Windenergie gelten? Oder sind Leben und Gesundheit eines Kerntechnikers etwa um soviel wertvoller als das eines Arbeiters in der Branche der Erneuerbaren Energien? Ich als Physiker in dieser Branche würde mich da natürlich geehrt fühlen, könnte das aber trotzdem nicht so unterschreiben. ;-)
Damit das klar ist: Man muss natürlich, wie in jeder Branche alles dafür tun, dass Unfälle möglichst vermieden werden, und ich wünsche auch dem Kollegen von der URENCO alles Gute und gute Besserung.
Aber diese Panikschürerei, Forderungen und Anschuldigungen wegen - ich wiederhole mich - EINES Verletzten in einer ganzen Branchen innerhalb von NEUN JAHREN: Das ist ja wohl lächerlich.
22.01.2010 20:06 Uhr
von Käpt'n Bär:
Kleine Richtigstellung: Die UAA Gronau versorgt die Industrie nicht mit HOCH-angereichertem Uran. Und die Brennstäbe der gängigen Leistungsreaktoren sind auch keineswegs mit HOCH-angereichertem Uran gefüllt.
In der UAA wird der Anteil des gut spaltbaren Isotops U235 von ca 0,7% auf 3-5% erhöht.
Diese erhöhung des U235 wird als Anreicherung bezeichnet.
Von hochangereichertem Uran spricht man z.b. bei einer Erhöhung des U235 Anteils auf ca 85%. Derart angereichertes Uran ist dann der Stoff aus dem man Atombomben baut.
Das geht in der UAA Gronau selbstvertstänglich auch. Aber die Betreiber und international die Bundesregierung versichern ja, daß sowas nie gemacht wird.