Die beiden Waldorfschüler Yunus K. und Rigo B. sollen am 1. Mai in Kreuzberg einen Brandsatzl auf Polizisten geworfen haben. Seit sieben Monaten sitzen sie in U-Haft, seit September wird ihnen der Prozess gemacht.von Konrad Litschko
was für ein großartiger Kommentar! Selten so gelacht.Schulformbezogene Verbrechen... Großes Kino... Wenn`s nur nicht so traurig wäre...
16.12.2009 20:25 Uhr
von guapito:
@Lars: ruhig Blut Genosse... ...deine Feststellung ist jedoch richtig: Dieser Prozess zeigt deutlich, dass es auch in der BRD politische Schauprozesse gibt. Diese sind Teil des faschistischen Verteilungskampfes der Kapitalisten um den Status Quo zu sichern!
16.12.2009 11:00 Uhr
von Claudia_Sperlich:
Yunus und Rigo hatten keine Spuren von Brandbeschleuniger an sich. Polizisten und andere Zeugen sagten übereinstimmend aus, daß die Brandflasche stark tropfte. Das allein läßt schon den Schluß zu, daß keiner der beiden mit einer Brandflasche in Berührung gekommen ist. Auch darf man die Angeklagten nicht ausbaden lassen, daß einige Entlastungszeugen sich erst so spät meldeten. Nebenbei hat der Zeuge, der das entlastende Photo der möglichen Täter (das weder Yunus noch Rigo zeigt) machte, dies sofort der Polizei gegeben, es wurde aber erst erheblich später zur Kenntnis genommen. In diesem Prozeß häufen sich die polizeilichen Schlampereien; es wird seit geraumer Zeit gegen zwei andere Verdächtige ermittelt, bei einem wurde ein Kanister samt Einfüllstutzen im Bettkasten gefunden... Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund mehr, Yunus und Rigo festzuhalten. Halt, da fällt mir ein... Yunus und Rigo sind dunkelhaarig. Die beiden neuen Verdächtigen (nicht in U-Haft) sind hellblond. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
15.12.2009 23:35 Uhr
von MenschMeier:
Schulformbezogene Verbrechen - Gelten noch die alten Regeln?
Seit längerer Zeit mache ich mir schon Gedanken über schulformbezoge Verbrechen in unserem Land (in anderen Ländern ist eine Unterscheidung leider nicht möglich). Als sozialisierter Hauptschüler bin ich Jahre lang davon ausgegangen, dass wir Haupschüler das Monopol für Gewaltdelikte, Überfälle und sonstige Verbrechen besitzen. Meine mediale Wahrnehmung hatte diesen Verdacht auch immer wieder bestätigt. Doch heute bin ich beim Nachrichtenlesen auf zwei Fälle gestoßen, die das alte Paradigma zweifellhaft erscheinen lässt.
1.Fall: "Gymnasiast gesteht sechs Banküberfälle" Puh, das hätte ich niemals für möglich gehalten. Ich vermute mal, dass er wahrscheinlich mit dem Geld nur sein Studium finanzieren wollte.
2.Fall: "Waldorfschüler sollen einen Molotowcocktail auf Polizisten geworfen haben" Im Gegensatz zum vorigen Fall beteuern die Angeklagten ihre Unschuld. Das schwierige an diesem Fall ist die Beweisführung: Auf der einen Seite spielt der eine Angeklagte Klavier und hat gerade das Abitur gemacht und der andere ist katholisch, was für beide die Unschuldsvermutung zulässt. Andererseits wurde aber "vor drei Wochen eine 22-jährige, frühere Waldorfschülerin wegen eines Flaschenwurfs am 1. Mai verurteilt". Das heißt also, Waldorfschüler sind durchaus dazu in der Lage mit Molotowcocktails auf Polizisten zu werfen.
Fazit: Es verändert sich was in unserem Bildungssystem. Das Sozialverhalten in Abhängigkeit der besuchten Schulform muss anscheinend in Zukunft differenzierter betrachtet werden.
15.12.2009 18:59 Uhr
von schlegel:
Schön, dass auch mal die andere Seite ein bisschen beleuchtet wird. Dass der Anwalt und die Eltern von der Unschuld ausgehen, ist ja nicht weiter verwunderlich.
Ärgerlich ist allerdings, dass sich Politiker wie Christian Ströbele und Bilkay Öney auch noch profilieren müssen. Als Teil der Legislative täten Sie gut daran, sich zurückzuhalten. Und wenn sie sich schon in das Verfahren einbringen, dann waren sie ja auch schon bestimmt bei der jungen Frau. Die wird noch ihr Leben lang an diesen 1. Mai zurückdenken und ist mindestens genauso viel Opfer wie die beiden Angeklagten.
15.12.2009 18:30 Uhr
von Lars:
Sch**ß Bullen, Richter und Staatsanwälte. Hauptsache mal Schauprozesse führen und der linken Szene mal so richtig zeigen, wo der Hammer hängt. Wenn sie meinen, das schüchtert uns ein haben sie sich geschnitten. Im Gegenteil, es ermutigt nur.
Leserkommentare
18.12.2009 18:02 Uhr
von RIO:
an MenschMaier:
was für ein großartiger Kommentar! Selten so gelacht.Schulformbezogene Verbrechen... Großes Kino... Wenn`s nur nicht so traurig wäre...
16.12.2009 20:25 Uhr
von guapito:
@Lars: ruhig Blut Genosse...
...deine Feststellung ist jedoch richtig: Dieser Prozess zeigt deutlich, dass es auch in der BRD politische Schauprozesse gibt.
Diese sind Teil des faschistischen Verteilungskampfes der Kapitalisten um den Status Quo zu sichern!
16.12.2009 11:00 Uhr
von Claudia_Sperlich:
Yunus und Rigo hatten keine Spuren von Brandbeschleuniger an sich. Polizisten und andere Zeugen sagten übereinstimmend aus, daß die Brandflasche stark tropfte. Das allein läßt schon den Schluß zu, daß keiner der beiden mit einer Brandflasche in Berührung gekommen ist.
Auch darf man die Angeklagten nicht ausbaden lassen, daß einige Entlastungszeugen sich erst so spät meldeten. Nebenbei hat der Zeuge, der das entlastende Photo der möglichen Täter (das weder Yunus noch Rigo zeigt) machte, dies sofort der Polizei gegeben, es wurde aber erst erheblich später zur Kenntnis genommen.
In diesem Prozeß häufen sich die polizeilichen Schlampereien; es wird seit geraumer Zeit gegen zwei andere Verdächtige ermittelt, bei einem wurde ein Kanister samt Einfüllstutzen im Bettkasten gefunden... Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund mehr, Yunus und Rigo festzuhalten.
Halt, da fällt mir ein... Yunus und Rigo sind dunkelhaarig. Die beiden neuen Verdächtigen (nicht in U-Haft) sind hellblond. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
15.12.2009 23:35 Uhr
von MenschMeier:
Schulformbezogene Verbrechen - Gelten noch die alten Regeln?
Seit längerer Zeit mache ich mir schon Gedanken über schulformbezoge Verbrechen in unserem Land (in anderen Ländern ist eine Unterscheidung leider nicht möglich). Als sozialisierter Hauptschüler bin ich Jahre lang davon ausgegangen, dass wir Haupschüler das Monopol für Gewaltdelikte, Überfälle und sonstige Verbrechen besitzen. Meine mediale Wahrnehmung hatte diesen Verdacht auch immer wieder bestätigt. Doch heute bin ich beim Nachrichtenlesen auf zwei Fälle gestoßen, die das alte Paradigma zweifellhaft erscheinen lässt.
1.Fall: "Gymnasiast gesteht sechs Banküberfälle"
Puh, das hätte ich niemals für möglich gehalten. Ich vermute mal, dass er wahrscheinlich mit dem Geld nur sein Studium finanzieren wollte.
2.Fall: "Waldorfschüler sollen einen Molotowcocktail auf Polizisten geworfen haben"
Im Gegensatz zum vorigen Fall beteuern die Angeklagten ihre Unschuld. Das schwierige an diesem Fall ist die Beweisführung: Auf der einen Seite spielt der eine Angeklagte Klavier und hat gerade das Abitur gemacht und der andere ist katholisch, was für beide die Unschuldsvermutung zulässt. Andererseits wurde aber "vor drei Wochen eine 22-jährige, frühere Waldorfschülerin wegen eines Flaschenwurfs am 1. Mai verurteilt". Das heißt also, Waldorfschüler sind durchaus dazu in der Lage mit Molotowcocktails auf Polizisten zu werfen.
Fazit:
Es verändert sich was in unserem Bildungssystem. Das Sozialverhalten in Abhängigkeit der besuchten Schulform muss anscheinend in Zukunft differenzierter betrachtet werden.
15.12.2009 18:59 Uhr
von schlegel:
Schön, dass auch mal die andere Seite ein bisschen beleuchtet wird. Dass der Anwalt und die Eltern von der Unschuld ausgehen, ist ja nicht weiter verwunderlich.
Ärgerlich ist allerdings, dass sich Politiker wie Christian Ströbele und Bilkay Öney auch noch profilieren müssen. Als Teil der Legislative täten Sie gut daran, sich zurückzuhalten. Und wenn sie sich schon in das Verfahren einbringen, dann waren sie ja auch schon bestimmt bei der jungen Frau. Die wird noch ihr Leben lang an diesen 1. Mai zurückdenken und ist mindestens genauso viel Opfer wie die beiden Angeklagten.
15.12.2009 18:30 Uhr
von Lars:
Sch**ß Bullen, Richter und Staatsanwälte. Hauptsache mal Schauprozesse führen und der linken Szene mal so richtig zeigen, wo der Hammer hängt. Wenn sie meinen, das schüchtert uns ein haben sie sich geschnitten. Im Gegenteil, es ermutigt nur.