• 24.08.2009

Promotion und Schmiergelder

Bares gegen Doktor-Titel

Einhundert Professoren sollen bundesweit für Geld ungeeignete Kandidaten als Doktoranden akzeptiert haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln.

  • 25.08.2009 14:56 Uhr

    von klaus baum:

    Ich habe dafür, mich offiziell Dr. nennen zu können, in den 80er Jahren DM 3.000.-- bezahlen müssen. Allerdings als Druckkostenbeteiligung beim Verlag Königshausen und Neumann. :--))

  • 25.08.2009 10:49 Uhr

    von Prof. Dr. Gerold Wünsch:

    Wieso Skandal? Ich verstehe die Aufregung nicht! Ich habe 83 Dissertationen betreut, darunter viele, die außerhalb meines Institutes gemacht wurden. Ich hätte weder Platz noch Mittel gehabt, den Ansturm anders zu bewältigen.Ich hätte nicht die Pflicht gehabt, diese Bürde auf mich zu nehmen. Ich habe es meinem Selbstverständnis zu Liebe getan, nämlich strebsamen Leuten auf ihrem Weg in die Wissenschaft zu helfen. - Wenn ich den aktuellen Krawall höre, kann ich nur sagen: Schade, dass nie jemand auf die Idee kam, mir für die viele Mehrarbeit ein Honorar anzubieten. Welches Gesetz hätte es mir denn verboten, es anzunehmen?
    Prof. (pens.) Dr. Gerold Wünsch
    ehem. Analytische Chemie, Univ. Hannover

  • 24.08.2009 11:58 Uhr

    von Jens Reichert:

    Lieber Herr Dr. Ippisch, Ihre Präzisierung des beschuldigten Personenkreises in Ehren: allerdings dürfte es sich bei der Einschränkung auf Honorarprofessoren und Privatdozenten tatsächlich um eine „Entlastungslegende der Ordinarien“ handeln. So jedenfalls Manuel Theisen, der sich seit Jahren mit der Thematik befasst (und damit übrigens auch meine Eindrücke bestätigt).
    Erinnern wir uns: zusammen mit dem Geschäftsführer einer auch jetzt wieder im Zentrum der Ermittlungen stehenden "Beratungs"gesellschaft kassierte letztes Jahr ein (ordentlicher) Professor der juristischen Fakultät an der Uni Hannover drei Jahre Freiheitsstrafe vom LG Hildesheim wegen Bestechlichkeit in 68 Fällen.
    Dass dieser Herr nur die Spitze eines Eisbergs markierte, konnte sich jeder denken, der im Umfeld bundesdeutscher Lehrstühle beruflich unterwegs ist.
    Theisen: "Auch wenn jetzt viele Privatdozenten und Honorarprofessoren in Verdacht geraten sind – das Gros der Fälle betreffe in Wirklichkeit Hochschullehrer mit eigenem Lehrstuhl. Privatdozenten hätten sich zwar habilitiert, erhielten aber oft schon nach wenigen Jahren einen Ruf. Und Honorarprofessoren hätten – wenn überhaupt – keine alleinige Promotionsberechtigung." Eben.

  • 24.08.2009 11:33 Uhr

    von Jackabum:


    Man sollte auch einmal prüfen wo diese Priv-Doz
    und Profs sonst noch tätig sind.
    z.B. Prof an der Uni A und zugleich Priv-Doz,
    Assis oder Akad. Rat an der Uni B.

  • 24.08.2009 11:27 Uhr

    von raumstunde:

    Ob nun Honorar-Professoren, Privatdozenten oder Professoren; don't let that be.

  • 24.08.2009 09:57 Uhr

    von rhenanus:

    was sind "möglicherweise ungeeignete Kandidaten". Nur diejenigen, die bei der Promotion durchfallen, sind möglicherweise ungeeignet. Der Doktorvater entscheidet nicht über die Promotion, sondern eine Prüfungskommission nach dem Rigorosum. Wenn Geld geflossen ist, halte ich das für untragbar, allerdings sollte auch die vermittelnde Firma zur Rechenschaft gezogen werden und nicht nur die schwarzen Schafe in den Unis.

  • 24.08.2009 09:15 Uhr

    von Andreas H.:

    Ein Skandal! 20.000 Euro bezahlen, nur um eine Stelle als Doktorand zu bekommen? Das ist doch die reinste Abzocke.

    Sicherlich, bezahlte Doktorandenstellen sind relativ rar und sehr begehrt, aber wenn man 20000 Euro hat, um sich eine Doktorandenstelle zu kaufen, könnte man genau so gut völlig legal für ca. 1.5 Jahre ohne Bezahlung als Doktorand arbeiten... in der Hoffnung, doch eine bezahlte Stelle zu bekommen.

  • 23.08.2009 19:10 Uhr

    von Dr. Olaf Ippisch:

    Der Genauigkeit zuliebe möchte ich sie darauf hinweisen, dass es sich nicht, wie auch von vielen anderen Medien gemeldet um 100 Professoren gehandelt hat sondern wohl um 100 Honorar-Professoren und Privatdozenten. Letztere führen keinen Professorentitel. Da nicht genau bekannt ist wie groß der Anteil war, handelte es sich mit Sicherheit um deutlich weniger als 100 Professoren (auch wenn das die Bedauerlichkeit des Skandals nicht reduziert).

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