Prominente wie Til Schweiger und Matthias Schweighöfer werben für die Organspende. Löblich, löblich. Aber wer will bei solch Angebot noch Organe von irgendwelchen Losern haben?von KIRSTEN REINHARDT

Nein, Herr Schweiger ist nicht verliebt. Er wird für die Organspende. Bild: screenshot / www.proorganspende.de
Matthias Schweighöfer sieht nicht gut aus. Blass ist er, die Augen melancholisch-fiebrig, das Haar dramatisch zerrauft. Er erinnert an Goethes Werther, wie er da von diesem Plakat auf die Wartenden an der Bushaltestelle schaut. Die großlettrige Aufschrift, die sich über das Gesicht des Schauspielers legt, tut ihr Übriges: "Du bekommst alles von mir. Ich auch von Dir?" "Sicher", möchte man angesichts dieses Anblicks entgegnen.
Til Schweiger schaut, wie er eben immer so schaut. Er will ebenfalls "alles" vom vorbeischlendernden Passanten haben und bietet dafür ebenfalls einiges. Alles von Schweiger? "Ach, nein, danke."
Was die Herren da anpreisen beziehungsweise verlangen, sind ganz prosaisch Körperteile: Herz, Lungen, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm. Nebst einem unterernährt wirkenden Model unterstützen sie die Organspende-Kampagne des Deutschen Herzzentrums Berlin.
Und so werden Organe zur Luxusware. Eine Promi-Niere? Erstklassig! Wer will da schon auf den Dünndarm eines Hartz-IV-Empfängers zurückgreifen müssen? Oder mit der Leber einer langjährigen Obdachlosen leben?
Sie finden diese Äußerungen problematisch? Ich auch. Ebenso wie diese personalisierte Kampagne, bei der man sich automatisch fragt: Wer wird der Spender/Empfänger meines Organs sein? War/ist er schön? Klug? Erfolgreich? Beliebt? Wohlriechend? Herzlich willkommen im Organ-Kapitalismus.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
02.06.2010 11:29 | Karl Kaltenbrunn
Einbahnstraße: von arm zu reich; von jung zu alt ...
01.06.2010 23:22 | Anne Falk: Mal im Ernst...
Selten habe ich einen solchen Blödsinn lesen müssen. Wie ein solcher Artikel es überhaupt schafft veröffentlicht zu werden ...
01.06.2010 09:26 | Alexander
Ich bin erstaunt, das Niveau von BILD oder SuperIllu hier bei der taz zu finden. ...