• 09.04.2009

Prekäre Arbeit nimmt zu

Ohne Netz und doppelten Boden

Global haben prekäre Arbeitsverhältnisse dramatisch zugenommen. 60 Prozent der weltweit Beschäftigten sind nicht sozial abgesichert. Und die OECD befürchtet einen weiteren Anstieg.von Eva Völpel

  • 09.04.2009 23:18 Uhr

    von Uwe Richard:

    Was die OECD verschweigt, sind natürlich die gegenwärtigen Herrschaftsverhältnisse in den Staaten der "3. Welt", die es den kleinen Leuten/Unternehmern unmöglich machen, aus dem informellen Sektor auszubrechen. Es gibt dort keine gesicherten Eigentumsverhältnisse, Haftungs- oder Schuldrecht, keinen Rechtsschutz u.ä., es sei denn, jemand hat das nötige Kleingeld, die dortigen Behörden zu schmieren, oder einen Anwalt mit seinen Belangen zu beauftragen.

    Will ein Kleinhandwerker aus seiner informellen (euphemistisch für illegalen) Arbeit ausbrechen, muss er unter Umständen 30 bis 50 Behörden aufsuchen, 5 bis 10 Jahre warten und Gebühren bezahlen, die ein mehrfaches seines Jahresverdienstes ausmachen.

    Ohne registrierte Adresse, ohne Kredite etc. ist es meist unmöglich einen Wasser- Strom- oder Telefonanschluss zu bekommen, usw.

    So, liebe OECD, zwingt man die Menschen in "informelle" Arbeitsverhältnisse. Und ich habe bisher NUR über Arbeitgeber im "informellen" Sektor gesprochen. Den Arbeitnehmern geht es bei solchen Verhältnissen noch zehnmal beschissener.

    Frohe Ostern allen Gutmenschen.


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