Die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Julia Timoschenko will laut einem Abgeordneten ihrer Parlamentsfraktion die Wahl anfechten. Timoschenko selber hat sich noch nicht geäußert.

Muss sie einpacken oder gibt sie nicht auf? Julia Timoschenko. Bild: dpa
KIEW rts | Die unterlegene Kandidatin bei der ukrainischen Präsidentenwahl, Julia Timoschenko, will das Ergebnis der Abstimmung anfechten. Die Parlamentsfraktion von Timoschenkos Partei warf dem Lager des Wahlsiegers Viktor Janukowitsch am Dienstag Fälschungen vor.
"Der Wahltag hat die zynische Verletzung des ukrainischen Rechts gezeigt", sagte der Abgeordnete Serhij Sobolew. Der Block Timoschenko werde das Recht der Bürger auf "ehrliche und transparente Wahlen" verteidigen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte die Stichwahl am Sonntag hingegen als demokratisch und fair bewertet.
Oppositionsführer Janukowitsch entschied die Abstimmung der amtlichen Wahlkommission zufolge mit knapp drei Prozentpunkten Vorsprung vor Timoschenko für sich. Umgehend forderte er Timoschenko zum Rücktritt als Regierungschefin auf. Die 49-Jährige hatte nach ihrer Niederlage eine für Montag angesetzte Pressekonferenz auf Dienstag verschoben und auch einen Aufruf an die Bevölkerung, bei Wahlbetrug auf die Straße zu gehen, nicht wiederholt.
Mit einer Anfechtung des Wahlergebnisses wird die politische und wirtschaftliche Unsicherheit im Land vermutlich noch über Monate anhalten.
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Leserkommentare
09.02.2010 16:00 | Dirk Gober
Für viele ist prowestlich = demokratisch und das zeigt sich im Fall Ukraine einmal mehr nur zu deutlich. Was hat die "orang ...
09.02.2010 14:28 | M.Buikis, SED-Opfer
Die Präsidentenwahl ist anders verlaufen und es ist kein Wahlbetrug festgestellt worden. Die orange Revolution seit 2004 an ...