Potsdamer Uferstreit
Der Aufstand der Villenbesitzer
Privatwohl geht vor Allgemeinwohl: Nach jahrelangem Streit haben die Anwohner den Mauerweg am Griebnitzsee gesperrt. Die Stadt will das nicht hinnehmen. Ein Selbstversuch zeigt: Noch kommt man durch.von Kristina Pezzei
Leserkommentare
25.10.2009 19:05 Uhr
von Petra:
Sollen die Reichen Saftsäcke doch an ihrem See verfaulen.
Touristen die davon nichts wissen dürfen wie die Idioten zurückfahren....,Kinder dürfen durch die gefährliche Stadt (anstelle des sicheren Uferwegs),
hauptsache die Reichen haben ein paar quadratmeter mehr.
Warum gibt es bei uns kein Gesetz wie in England?
Dort gibt es keine Privatinteressen, wenn so ein Grundstück von einem öffentlichen Weg gekreuzt wird.
Dort gehen die öffentlichen Interessen vor.
Und da wundern sich die Reichen noch das man sie nicht abkann. Aber dann kommt ja immer: Das ist der Neid.....
Ihr armen Reichen.......
28.04.2009 10:58 Uhr
von Initiative "Bildung sta(d)t Schloss":
Hier in Potsdam wundert mich gar nichts mehr. Wir haben ja mit Arcadia auch die erste "Gated Community" Deutschlands. Wer weiß was als nächstes kommt. Das Herr Jakobs als Bürgermeister wiedereinmal blamiert hat kommt noch hinzu. Erst den Aufkauf des Weges verpennen und dann Enteignung fordern kann ja icht ernst gemeint sein. Man muß den Leuten jetzt das Gebiet abkaufen - im Zweifel halt enteignen. Forderungen der Poltik, insbesondere von Herrn Jakobs sind trotzdem nur als Populismus wahrzunehmen.
Auc die Villenbesitzer müssen an das soziale Klima denken. Dies tun sie nicht. Das wird ihnen auch auf die Füße fallen!
www.bildungstadtschloss.wordpress.com
23.04.2009 14:22 Uhr
von urmel:
ich hab da auch noch nie leute in den gärten sitzen sehn, das erinnert mich an ein kindergedicht über den raben, der unnütze sachen klaut. auf die frage, warum er das tut, heisst es: "ich weiss es nicht", sprach da der rabe, "ich hab es nur, damit ich's habe".
wenn jemand das gedicht kennt, dann teilt es mir doch bitte mit.
23.04.2009 13:09 Uhr
von Robert:
@Bathke
"...jetzt leben wir in blühenden Landschaften."
Also, in welchem Land leben Sie denn? "Blühende Landschaft..." war doch wohl seinerzeit so ein Demagogenspruch von Helmut Kohl. Oder irre ich mich da? Ich empfehle mal einen Blick in die Wirtschaftsseiten der Zeitungen, in die Arbeitslosenstatistik, in den letzten Armutsbericht der Bundesregierung,...
Vielleicht recherchiert die Autorin ja mal - und diesmal seriös journalistisch - die Eigentums- und Rückübertragungssituation der Berliner Mauergrundstücke. Ich garantiere erstaunliche Ergebnisse.
Kennt übrigens jemand einen Grundstücksbesitzer der mit seinem Besitz gegen ein z.B. Autobahnprojekt angekommen wäre?
Immer auch mal wieder GG Artikel 14 und 15 lesen.
23.04.2009 12:17 Uhr
von mosh:
Das könnte man ja fortsetzen, inwiefern Geld dazu verhilft, private gegenüber öffentlichem Interesse zu favorisieren. In Potsdam hat man schon etwas Erfahrung darin, aber auch am Bodensee und in vielen Gemeinden und Städten ist das so.
Schön aber das die TAZ sich robbend zum Griebnitzsee aufmacht, um einen Sachverhalt zu klären, den mittlerweile der dümmste Bauer aufsagen kann.
23.04.2009 11:02 Uhr
von mir:
an: Ilse Meyer
Kann man vergleichen. Beides hindert Mensch (und Tier) an der freien Bewegung auf Mutter Erde. In einem Falle wird geschossen, im anderen geklagt. Sicher, zwei grundverschiedene Dinge. In beiden Fällen besteht die Möglichkeit, im Gefängnis zu enden. Ich will nichts relativieren, aber Parallelen gibt es genug.
Eigentum ist Diebstahl!
Besitz ist etwas anderes.
23.04.2009 10:47 Uhr
von Bathke:
das ist nun mal so im Turbokapitalismus,Neid Gier,und Hass,sind die Grundübel der Menschheit,seit ewigen Zeiten !Ich höre die Menschen im jetzigen Anschlussgebiet noch wie heute schreien, wenn die D-Mark nicht kommt kommen wir ,dass hat viele in den alten Bundesländer damals in Angst versetzt,also hört auf zu jammern,jetzt leben wir in blühenden Landschaften.
23.04.2009 09:39 Uhr
von Ilse Meyer:
Ich finde Ihren letzten Satz ehrlich gesagt perfide. Wie kann man ernsthaft Gartenzäune mit der Mauer vergleichen? Wo sind da auch nur entfernte Parallelen?
Schöner und treffender wäre gewesen:
Alles wegen einer Stadt, die noch immer keinen Respekt vor Eigentum hat. Und dies an einem Ort, der eine Mahnung sein soll, dass zwei Enteignungswellen (1933 - 36, 1961 - 62) genug Unrecht waren.
23.04.2009 08:44 Uhr
von Toni S:
Diesen grotesken Streit könnte es in dieser Form in Bayern nicht geben, dort steht das vielbelächelte "Schwammerlgrundrecht" in der Verfassung.
Art. 141 Abs. 3
"Der Genuß der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald und Bergweide, das Befahren der Gewässer und die Aneignung wildwachsender Waldfrüchte in ortsüblichem Umfang ist jedermann gestattet. Dabei ist jedermann verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen. Staat und Gemeinde sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu Bergen, Seen, Flüssen und sonstigen landschaftlichen Schönheiten freizuhalten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechtes freizumachen sowie Wanderwege und Erholungsparks anzulegen."
Da der Zugang zu allen Gewässern den Rang eines Grundrechts hat, einmalig in der Welt, kann und muss der Staat die Eigentumsrechte dahingehend einschränken und den Zugang öffnen. Das hindert zwar einzelne Villenbesitzer am Starnberger See nicht, ihre Zäune bis zum Ufer zu ziehen, eine großflächige Absperrung der Wege ist aber nicht möglich.
22.04.2009 21:29 Uhr
von Karl Bold:
Tulpen für Kristina Pezzei (weil Rosen zwicken könnten).
Die Villenbesitzer sind noch früh genug unter der Erde. Brauchen sie die Ruhe jetzt schon?
22.04.2009 18:48 Uhr
von Philipp:
Entschuldigung, aber das ist kein Artikel, das ist Quatsch! Den Bericht über einen Selbstversuch als Teil eines umfassenden Artikels über die Hintergründe der Geschichte: in Ordnung. Aber die Nummer allein, nur der Selbstversuch? Was soll das sein? Journalismus?