• 10.04.2009

Polizist nach Todesfall bei G-20-Demo suspendiert

Uniformierter Schläger

Der britische Polizist, der den verstorbenen Ian Tomlinson während der G-20-Demonstration in London geschlagen hat, ist suspendiert. Vernommen wurde er aber noch immer nicht.von Ralf Sotscheck

  • 17.04.2009 22:07 Uhr

    von inga:

    Tja, nun ist Ian Tomlinson wohl doch an den Folgen des Schlages und nicht an einem Herzinfarkt gestorben. (Quelle: tagesschau.de)
    Hoffentlich wird nun endlich öffentlich gemacht, was denn da genau passiert ist. Warum darf die Polizei ellenlange interne Untersuchungen durchführen unter Ausschluss der Öffentlichkeit?

  • 14.04.2009 11:47 Uhr

    von Solsa:

    Was lernen wir da raus? Wenn ihr zu einer Demo gehen solltet, dann installiert an eurem Körper gut versteckt alle Minikameras die ihr auftreiben könnt. Denn leider geschieht nur dann etwas, wenn eine Aufnahme existiert. Ansonsten ertrinkt die Polizei in Unschuld. Würde jeder Demonstrant Filmeaufnahmen machen, so kann die Polizei unmöglich alle Kameras auf einen Schlag ausschalten. Demzufolge sind sie dazu gezwungen sich etwas gesitteter zu benehmen.

    Am besten wäre es, wenn dies natürlich auch für die Demonstranten so sein würde. Und im Nachhinein hat man dann auch genügend Beweise gegen eventuell randalierende Personen :-)

  • 14.04.2009 11:19 Uhr

    von nur mal so:

    an dirk:

    wenn ich deinen komentar lese muss ich mich vorn kopf hauen. ich wette du bist selber polizist und freust dich schon regelrecht auf irgendwelche demos wo du ma wieder deinen knüppel rausholen kannst.

    der mann hat nicht mal irgendwas gesagt, oder provozierend gewirkt. selbst die hände hatte er in den taschen. und man sieht mal wieder wie FEIGE der polizist war. von hinten geschubst. wie traurig.

    und du kommst noch mit RICHTIG SO. pfui dirk, extrem pfui.

  • 13.04.2009 13:25 Uhr

    von Justus Dolgner:

    Wenn die in der TAZ geschilderten Fakten stimmen, dann ist der Fall wirklich empörend und der Kopf des Polizeichefs muss rollen. Sind wir in Europa eigentlich inzwischen auf dem rechtstaatlichen Niveau einer Bananenrepublik angekommen, wo Familien und Journalisten mundtot gemacht werden, die Polizei wider besseren Wissens Fakten unterschlägt/verdreht? Wer trägt die politische Verantwortung dafür? Wen interessiert das überhaupt noch? Die Bürokraten in Brüssel bestimmt nicht!

  • 13.04.2009 12:17 Uhr

    von esskr:

    Das interessanteste ist, dass der Polizist nicht nur maskiert war, sondern auch seine Identifikationsnr. abgemacht hat, offensichtlich um unerkannt gegen das Gesetz zu verstoßen.Wie kann das sein? Und ich schließe mich Beka an: War dieses Vorgehen befohlen? Dazu sollte der Einsatzleiter vor den Untersuchungsausschuss!

  • 13.04.2009 04:07 Uhr

    von Chris:

    Leider steht sie des häufigeren über dem Gesetz. Man kann es täglich auf der Straße beobachten wie von der Polizei schikaniert wird. Ich selbst war am 14.02 in Dresden. Es war meine erste große Demonstration und ich musste erschreckend feststellen wie ziellos und unbegründet die "Staatsgewalt" in vielen Fällen vorgeht. Ich habe eine um die 70 Jahre alte Dame in den Prostesten mit einer Platzwunde am Kopf aufgefunden, verursacht von einem Polizisten. Des weiteren mussten sich mehrere Passanten die Augen auswaschen lassen, nachdem mit CS-Gas in die Menge geschossen hatten. Erschreckende Bilder.

    In meinen Augen ist es schon eine schwere Körperverletzung, da der Täter mit einem Schlagstock zugeschlagen hat. Ich hoffe das ein gerechtes Urteil gefällt wird und seine Kinder eine gewisse Unterstützung in der Trauer, so wie finanziell bekommen.

  • 13.04.2009 00:03 Uhr

    von Dirk:

    Die Vorwürfe sind doch lächerlich. Auf dem Video das ich gesehen habe, sah ich einen Mann, der sich der Polizei absichtlich in den Weg stellte und dann weggeschubst wurde. Richtig so!

    Scläge konnte ich nicht sehen. Außerdem hat sich der Mann danach von selber wieder aufgerichtet, offensichtlich ging es ihm gut.

    Zwischen dem Schubsen und dem Tod mehrere Minuten später einen Zusammenhang herstellen zu wollen ist doch lächerlich.

    Warum erwähnt hier eigendlich keiner, dass die Rettungskräfte im Anschluss an der Behandlung des Mannes durch die linken Demonstranten gehindert wurden, indem diese die Rettungskräfte mit Flaschen und Steinen bewarfen??

  • 12.04.2009 22:32 Uhr

    von taz-matz:

    @Beka: Auch wenn es manchen nicht gefällt und vor den Tatsachen die Augen aus Gründen der Ideologie verschlossen oder zumindest in eine genehme Richtung gewandt werden: Natürlich KÖNNEN Tod und Prügel in Zusammenhang stehen. Aber da nunmal die Mehrzahl aller Personen NICHT mittelbar sondern wenn überhaupt UNMITTELBAR nach Schlägen (egal von wem ausgeführt, da werden selbst Sie mir zustimmen) stürben, ist es idiotisch anzunehmen, hier einen Tatzusammenhang INCL VORSATZ (Obacht!!!) anzunehmen. Ihr Gewäsch ist blabla.
    Vorsätzliche KV: JA, vorsätzlich herbeigeführter Tod: NEIN.

  • 12.04.2009 13:52 Uhr

    von fretless:

    "Das Gerücht, dass Tomlinson betrunken gewesen sei, wurde vermutlich von der Polizei lanciert".
    Was verspricht sich die Polizeit davon?
    Und was ist, wenn es nicht lanciert wurde und doch stimmt, dass Tomlinson betrunken war?
    Sind britische Polizisten verpflichtet, Betrunkene zu verprügeln?

  • 12.04.2009 12:06 Uhr

    von ARE:

    Viel bedenklicher als die Einzeltat ist für ich das Verhalten der Polizeikräfte und -verwaltung: wie kann es sein, dass genau jene, die grundsätzlich zur Aufdeckung bzw. Verhinderung von Straftaten professionell ausgebildet und bezahlt werden genau in dem Moment versagen, wenn in ihren eigenen Reihen eben eine solche begangen wird?

    DAS ist für mich der Skandal! Das andere ist "nur" Fehlverhalten.

    Eine Ursache des Skandals könnte darin liegen, dass keine eindeutigen oder widrige Befehle bzw. Anweisungen bzw. Anordnungen vorlagen und immer noch vorliegen. Eine weitere Ursache könnte darin liegen, dass die "üblichen Verdächtigen" in den eigenen Reihen geduldet werden und nicht klar in ihre Schranken bzw. aus der Gruppierung hinaus gewiesen wurden bzw. werden. Somit würde ich mir mal die konkrete und allgemeine Befehlslage ansehen sowie das Personalprofil aller Beteiligten. Ziele, Planung, Vorgehen, Evaluation, Reflektion ...? Ich bin mal gespannt auf den nächsten Vorfall!

  • 11.04.2009 18:04 Uhr

    von Kai:

    Warum wird immer Wert darauf gelegt, ob das Opfer betrunken war oder die Polizisten provoziert hat? Ist ja schön bequem, einem Toten noch nachträglich eine Mitschuld anzulasten, wenn er keine Aussage mehr machen kann.

    Das sollte meiner Meinung nach aber überhaupt kein Rolle spielen. Jeder Polizist hat deeskalierendes Verhalten in seiner Ausbildung gelernt. Wer sich provozieren lässt, hat keine professionelle Distanz und muss den Beruf an den Nagel hängen. Zu Gewalt zu greifen sollte nur das allerletzte Mittel sein.

    Ich vermute aber, in diesem Fall geht es sowieso nur um Rechtfertigungen der billigen Art, die sich im Nachhinein nicht mehr halten lassen.

  • 11.04.2009 12:01 Uhr

    von Sven Borkert:

    Und, was wir passieren? Garantiert mal wieder nichts. Den Polizisten, die dem Typen in der U-Bahn in den Kopf geschossen haben, als er schon am Boden lag, ist ja auch nichts passiert. Da ist doch schon von vorne herein abgesprochen, dass es niemals eine Verurteilung geben wird, selbst wenn der Polizist Tomlinson vor laufender Kamera in den Rücken geschossen hätte.

  • 10.04.2009 21:17 Uhr

    von Fritz:

    Erst muss man einen Erfolg zurechenbar verursacht haben. Ok, er lag nicht ausserhalb jeder Lebenserfahrung. Also (+). Dann brauchen wir einen Vorsatz, der sich auf diesen Erfolg bezieht. Gibt es nicht. Hat das Taz-Matz gemeint? Also: Fahrlaessige Toetung, denn, wie schon gesagt, usw.. Zusammen macht das die Loesung von Clara. Ja, so sind die Bullen. Afghanistan ist ueberall.

  • 10.04.2009 18:37 Uhr

    von Amos:

    Wer sich als Staatsdiener nicht in der Gewalt hat,
    gehört nicht dorthin. Die Polizei tut immer so, als
    würde sie von den Politikern bezahlt. Dabei bezahlt
    das Volk doch die Politiker und ihren ganzen Anhang.
    Und Menschen die keine Nerven haben, gehören nicht
    in den Polizeidienst. Genau so wenig wie ein "Dampfplauderer" in die Politik gehört.

  • 10.04.2009 18:26 Uhr

    von Clara:

    Ich denke auch es war Körperverletzung im Amt mit Todesfolge.
    Hätte ich auf der Strasse jemanden so gestoßen, das er hinfällt und dadurch einen Herzinfarkt bekommt, würde ich wahrscheinlich genau deswegen vor Gericht stehen.
    Und das wäre meiner Meinung nach dann auch absolut richtig so.
    Für die Polizei sollte eigentlich dasselbe gelten, sie steht hoffe ich, auch nicht über dem Gesetz.


  • 10.04.2009 18:25 Uhr

    von treba:

    Schön, dass endlich mal wieder ein fall von polizeibrutalität öffentlich gemacht wird. Ich hab ja selber nie viel auf berichte aus dem linken spektrum gegeben, dass die polizei so brutal sei und ihre machtposition ausnutze. Seit ich mich selber mal an ein paar demos beteiligt habe, sieht das anders aus. Leider.

  • 10.04.2009 17:11 Uhr

    von Beka:

    @taz-matz: Prügel und Tod können nicht im Zusammenhang stehen? Hat man gefälligst so gesund zu sein, dass man kräftige Schläge mit dem Schlagstock aushalten muss? Und wer körperlich geschwächt sein sollte und Schläge abbekommt, und daran stirb, der ist selbser schuld? Oder wie sollen wir deine verqueren Einlassungen verstehen?
    Vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge - danach sieht es wohl aus.
    Wäre noch interessant, ob das vorsätzliche Prügeln auf eigene Initiative des Beamten erfolgt ist, oder ob er dazu eine Anweisung bekommen hatte - oder ob das an jenem Tag vielleicht auch Befehlslage war.

  • 10.04.2009 14:34 Uhr

    von taz-matz:

    Prügeln ist eine Sache. Muss nicht sein!!! Finger weg davon. Zu Recht wird der Polizist dafür bestraft und man kann nur sagen: Gut, dass es gefilmt wurde.
    Aber dem Polizisten einen Zusammenhang mit dem Tod des Mannes nachzuweisen, gar einen Vorsatz o.ä., das ist doch wohl lächerlich.

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