Politikwissenschaftler über Elternzeit
"Männer sollten sich als Väter outen"
Für seine Studie "Väter und Erziehungszeiten" befragte der Politikwissenschaftler Patrick Ehnis Väter und Betriebe zu Elternzeit, Elterngeld und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.von Kendra Eckhorst
Leserkommentare
22.12.2009 13:51 Uhr
von Vollblutvater:
Es liegt doch primär an der Politik endlich für Gleichberechtigung zu sorgen und auch der Wirtschaft neue Rahmenbedingungen vorzugeben.
Viele Väter würden gerne aktive Elternzeit in Anspruch nehmen, aber es ist auch klar, dass man davon Abstand nimmt, wenn man dadurch den Job verliert bzw. finanzielle Nachteile hat. Die Wirtschaft müsste sich endlich wirklich auf Familien einstellen und auch darauf, dass Väter genauso Vaterzeit in Anspruch nehmen sollen.
Aber leider bringt es der Wirtschaft nunmal Vorteile, wenn bei Kindern primär die Mütter zuständig sind. Somit bleiben u.a. familienbedingte Ausfallzeiten besser kalkulierbar.
Man merkt aber, dass aktive Vaterschaft immer mehr zum Thema wird und das zeigt mir, dass es wirklich so etwas wie ein langsames Umdenken gibt. Es wird aber sicher noch ein langer Weg, bis es quasi selbstverständlich ist, dass auch Väter die gleichen Rechte bei Kindern haben.
Es gibt bereits viele Vereine, die sich speziell den Väterrechten angenommen haben und jetzt auch eine neue Website www.freshdads.com, die aktive Vaterschaft ins Bewusstsein holt.
20.12.2009 09:24 Uhr
von Gockeline:
Ich habe mit solchen Vätern gesprochen die in die Väterpause gegangen sind.
Alle berichten von großen Problemen.
Große Erwartungen von den Frauen an den Mann.
Verachtung der Väter die nie in die Väterpause gehen würden.
Und große Probleme bei der Berufsrückkehr.
Die meisten sagten,sie würden es nie wieder tun.
Der einzige Vorteil sahen sie,dass sie eine engere Bindung zum Kind hatten als die Mutter.
Sogar zu Eifersuchtsszenen kam es zwischen den Eltern und den Kindern.
Und die Väter hatten ein anderes Bild was Frauen zu Hause leisten müßen.
Der Respekt für diese Frauen war auf einmal größer.
19.12.2009 20:40 Uhr
von Michael Baleanu:
"Männer sollen sich als Väter outen". Was genau soll das heissen? Als ich vor gut einem Vierteljahrhundert die Windeln meiner beiden Söhne gewechselt und sie gefüttert hatte, habe ich mich damals als Vater geoutet?
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Was hat ein Mann und Vater denn davon?
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Bei Scheidung und Trennung frägt kein Schwein, ob der Vater überhaupt die Kinder betreut hat! Es gibt kein Windelwechselbonus für den Vater! Den hat nur die Frau! Sie muss nur einmal kurz die Augen vor dem Richter rollen und über die Dreifachbelastung bei ganztäglicher Fremdbetreuung der Kinder jammern (siehe BGH Pressemitteilung Nr. 139/2008 vom 17.07.08) und schon ist der böse Pappa aus allen Wolken gefallen.
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Die Wenigsten dieser Väter werden die Reibungswärme, die beim Ziehen überm Wickeltisch durch Justiz, Anwaltschaft und restlichen Professionen entsteht, als Nestwärme empfinden.
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Wie realitätsfremd kann man denn nur sein, zu glauben, dass man als Mann und Vater bei dieser Justiz, die nun im Monatstakt eine Klatsche nach der anderen aus Straßbourg erhält, jemals die Anerkennung erhalten wird, die eine Mutter laut Art. 6, Abs.4 GG automatisch hat?
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Mann, Du bringst keine Kinder auf die Welt, Du trägst sie nicht aus, also hast Du auch keinen Anspruch auf "den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft". Du kannst Dich noch so outen, Du bist nicht so wertvoll, dass man Dein Recht auf Dein Kind achtet.
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Du hast nur zu zahlen! Das ist Dein verbrieftes Recht. Solltest Du vielleicht Probleme haben, die auch nur im Entferntesten an einer Depression erinnern, dann kannst Du gar nicht so schnell hingucken, wie Dir Dein Sorgerecht genommen wird.
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Erzähle ich vielleicht einen Schmarrn? Dann mal schnell nach Robert Enke und seiner Angst davor, dass das Jugendamt ihm die Adoptivtochter wegnimmt, googeln.
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Dass der Gesetzgeber den Vätern mehr Elternzeit gewähren will ist gar nicht so schlecht. Die damit bezweckten gesellschaftlichen Änderungen werden sich aber niemals einstellen, so lange Richter im Amt bleiben, die noch im Geiste des 19. Jh. urteilen: Mann=Ernährer (also nicht in der Lage Kinder zu erziehen), Frau=Heimchen am Herd.