Nicht alle Journalisten, die an der Podiumsdiskussion im taz-Café teilnahmen, waren einverstanden mit dem taz-Boykott der Leichtathletik-WM.von Jürn Kruse
es ist auch bei journalistInnen das grundproblem: ihre hausaufgaben machen oder sich - hin und wieder nach eigenem gusto - die persönliche ethik als massstab zu nehmen und jeder davon auch noch erzählen--- ich erwarte vom journalismus - daß er sich nicht zum einen von staatswillkür und überwachungswahn beeindrucken lässt und auch - vielleicht mehr noch als andere - darauf hinweist, aber auch über das berichtet,was "innen drin" geschieht --- nun ist eine nicht erfolgte berichterstattung über ein sportereignis ungefähr so interessant wie die 100ste liebelei von z.b. berlusconi usw. ---- aber die frage wäre, was passiert, wenn es um grössere lebendswichtigere ereignisse geht und eine ähnliche akrreditierung verlangt wird --- was dann? boykott grundsätzlich ist eine zweifelhafte angelegenheit, für journalistInnen im speziellen ---
24.08.2009 03:39 Uhr
von vic:
"Nicht alle Journalisten, die an der Podiumsdiskussion im taz-Café teilnahmen, waren einverstanden mit dem taz-Boykott"
Kein Problem, sie müssen ja nicht.
21.08.2009 08:35 Uhr
von Oliver O.:
ZITAT: "Allen voran Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Berliner Tagesspiegels, bezeichnete die Berichterstattung als "erste Aufgabe der Journalisten". Erst dann kämen die Umstände der eigenen Arbeit."
Jobprotection nennt man das in Neudeutsch.
Die erste Aufgabe eines Journalisten ist nicht allein die Berichterstattung ohne die äußeren Umstände, sondern auch immer Authentität seiner Arbeit und damit die Unabhängigkeit.
Letzters ist auf Dauer nicht gewährleistet bei dem Verfahren. Es muss eine Art der Immunität der Presse geben, für Politiker funktioniert das ganz gut.
Normalerweise nennt man das Pressefreiheit, die Ironie ist doch, dass die Presse selbst auf die Pressefreiheit pfeifft und im Anschluss feststellt: Ops, da hätte wir zusammen halten sollen...
Ein wenig mehr Weitsicht hätte ich von der Runde schon erwartet.
Leserkommentare
26.08.2009 08:39 Uhr
von mthemba:
es ist auch bei journalistInnen das grundproblem: ihre hausaufgaben machen oder sich - hin und wieder nach eigenem gusto - die persönliche ethik als massstab zu nehmen und jeder davon auch noch erzählen--- ich erwarte vom journalismus - daß er sich nicht zum einen von staatswillkür und überwachungswahn beeindrucken lässt und auch - vielleicht mehr noch als andere - darauf hinweist, aber auch über das berichtet,was "innen drin" geschieht --- nun ist eine nicht erfolgte berichterstattung über ein sportereignis ungefähr so interessant wie die 100ste liebelei von z.b. berlusconi usw. ---- aber die frage wäre, was passiert, wenn es um grössere lebendswichtigere ereignisse geht und eine ähnliche akrreditierung verlangt wird --- was dann? boykott grundsätzlich ist eine zweifelhafte angelegenheit, für journalistInnen im speziellen ---
24.08.2009 03:39 Uhr
von vic:
"Nicht alle Journalisten, die an der Podiumsdiskussion im taz-Café teilnahmen, waren einverstanden mit dem taz-Boykott"
Kein Problem, sie müssen ja nicht.
21.08.2009 08:35 Uhr
von Oliver O.:
ZITAT: "Allen voran Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Berliner Tagesspiegels, bezeichnete die Berichterstattung als "erste Aufgabe der Journalisten". Erst dann kämen die Umstände der eigenen Arbeit."
Jobprotection nennt man das in Neudeutsch.
Die erste Aufgabe eines Journalisten ist nicht allein die Berichterstattung ohne die äußeren Umstände, sondern auch immer Authentität seiner Arbeit und damit die Unabhängigkeit.
Letzters ist auf Dauer nicht gewährleistet bei dem Verfahren. Es muss eine Art der Immunität der Presse geben, für Politiker funktioniert das ganz gut.
Normalerweise nennt man das Pressefreiheit, die Ironie ist doch, dass die Presse selbst auf die Pressefreiheit pfeifft und im Anschluss feststellt: Ops, da hätte wir zusammen halten sollen...
Ein wenig mehr Weitsicht hätte ich von der Runde schon erwartet.