• 12.03.2010

Piratinnen im Gender-Kampf

Eine Debatte für's Netz

Die Mehrheit der Piratenpartei glaubt, das Geschlecht sei überwunden. Im Internet eine weit verbreitete Meinung - die doch wieder zu Benachteiligung führt.von Anna Berg

  • 17.03.2010 14:42 Uhr

    von Michael:

    höhö... kommt mir doch alles ziemlich bekannt vor. Ich finde diese Debatte äußerst amüsant und von erhöhtem Unterhaltungswert.
    Den ganzen Sch... habe ich im Laufe meines Lebens mehrfach mitgemacht, mal gucken, was diesmal dabei herauskommt.
    Mein Tip? Sag ich nicht.
    Solltet Ihr zu einem Ergabnis kommen, lasst es mich wissen.

  • 16.03.2010 09:05 Uhr

    von abc:

    Wer das Geschlecht als Hauptunterscheidungsmerkmal festlegt, der blendet die Milliarden anderen Eigenschaften, die jeden einzelnen Menschen einzigartig machen, komplett aus.

    Die ganze Debatte wäre für mich verständlich, wenn es neben den Beschwerdeführerinnen nicht noch eine ungleich größere Anzahl von weiblichen Piraten gäbe, die sich sowohl nach eigener Aussage weder diskriminiert fühlen als sich auch mit Stolz und reflektiert als "Pirat" bezeichnen: Damit die Geschlechterneutralität des Begriffs zementiert, anstatt boykottiert wird. Es gibt nämlich keinen Ausweichbegriff für männliche Piraten.

    Wer also die Gender-Debatte in die Piratenpartei tragen will, der wende sich bitte an diese Piraten (w), und das ohne ihnen gleich vorzuwerfen sie wären Opfer des Stockholm-Syndroms. Als Pirat (m) stehe ich komplett hinter ihnen und versteh' nur zu gut, wenn bei solchen Angriffen schnell das Wort "rumzicken" fällt.

  • 14.03.2010 15:50 Uhr

    von Bloggerin:

    @ Klaus M.

    Kann Ihnen nur Recht geben. Das schönste ist, dass sie dabei offenbar noch von PI gelernt haben, wie man einen kleinen Cyber-Lynchmob organisiert.

    Wenn den Piraten was nicht passt, rufen sie einfach ihre Kumpels - Frauen haben sie ja keine - gucken auf der Webseite vorbei und spammen dort ales mit ihrem Geschrei voll.

  • 13.03.2010 16:44 Uhr

    von Klaus M.:

    Meine Fresse, Ihr Piraten solltet Euch echt in Kindergarten umbenennen. Dieses nervige: "Papi, ich wars nicht" oder "Mami, die anderen sind schuuuhuld". Mein Gott, jede Partei muss sich solchen Diskursen stellen, aber Ihr natürlich nicht. Ihr seid dem längst entwachsen, wahrscheinlich seid Ihr nicht nur Post-Gender sondern gleich noch Post-Diskurs dazu.

    Und was die taz betrifft. Die schreiben wenigstens über das, was sich bei Euch tut, während von netzpolitik und CCC nur eisiges Schweigen im Walde zu vernehmen ist. Schon ziemlich erbärmlich zu sehen, wo die angeblich so aufklärerischen Neuen Medien dann auf einmal gar keine so große Lust mehr haben, aufzuklären.

  • 13.03.2010 13:26 Uhr

    von DocBenway:

    Frag mich langsam, was überhaupt noch zählt bei Euch Piraten: Nuller und Einser? (Und selbst die sind völlig gleichberechtigt.) Viel mehr wird´s nicht sein, den ganzen Rest (links, rechts, Frau, Mann,...) habt ihr ja - nordkoreamäßig - per Dekret abgeschafft. Respekt! Zur Dekonstruktion des Geschlechts mußtet ihr auch nicht auf Judith Butler zurückgreifen - wer soll denn das auch alles lesen? - schließlich gibt´s Nicknames. Da Frauen, wie ein Kommentator umschreibt, bekannterweise Quasselstrippen - pardon: kommunikationsstark - sind, können sie sich doch echt prima in Chaträumen austoben. Und wenn Frau sich nicht allzu blöd anstellt und sich statt "Rosa" einfach "Lutz" nennt, ist ihr eine Gleichbehandlung so gut wie sicher. Bringt also allen nur Vorteile, dieses Post-Gender-Dasein: "Pirat" läßt sich doch flinker tippen als "Piratin". Mann kann endlich wieder witzeln: "Frau, geh an den Herd!". Und wenn Mann Frau rät, sich mal ordentlich ***sen zu lassen, ist´s auch nicht mehr sexistisch, sondern höchstens ungezogen. Das sind doch in der Tat Freiheiten, auf die so mancher gebeutelte Mann der Neuzeit neidisch ist. Keine Angst, grüne Männer, Eure Knechtschaft ist bald vorüber, spätestens wenn die ersten Piraten in Karlsruhe auflaufen, um festhalten zu lassen, daß Binnen-Is und Frauenhäuser männer- und somit verfassungsfeindlich sind. Das folgendende Grundsatzurteil wird der Welt die Augen öffnen und ein für alle Mal festhalten, was "wahrer Feminismus" eigentlich immer schon bedeutet hat: Alles auf sich beruhen lassen und sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern. Womit wir wieder bei den Nullen und Einsen wären.

  • 12.03.2010 20:26 Uhr

    von einPirat:

    @ Isquierda,

    Vielen Dank, das erste Mal, dass ich in dieser Debatte was vernünftiges höre!
    Das Wort Pirat ist einfach mal nicht geschlechtsneutral.
    Pirat und Piratin als "offiziell beschlossen und geregelten" (aua) Begriff, das sollte eigentlich kein Problem sein.

  • 12.03.2010 19:57 Uhr

    von Oliver:

    Sicher gehören viele Piraten der Generation an, die von Klein auf gelernt hat, dass zwischen Frauen und Männern kein Unterschied besteht. Dass Gleichberechtigung bedeutet, dass alle gleich sind.

    Diese Erziehung ist für das Unverständnis verantwortlich, welches entsteht, wenn jemand an sie heranträgt: "Äh.. ihr habt da ein Gender-Problem".

    Man sollte ihnen nicht vorwerfen, dass die Wissenschaft inzwischen entdeckt hat, dass es doch einen Unterschied gibt und es falsch war, wie sie erzogen wurden.

    Eher sollte der aktuelle Stand der Forschung mal verständlich vermittelt werden.
    Hier sehe ich ein großes Defizit. Ein sehr großes!
    ..und zunächst einmal zwar wertfrei.

  • 12.03.2010 18:31 Uhr

    von nona sumy:

    @Los Wanderos:
    Die Inhalte von Post-Gender sind mitnichten aus Gender erwachsen sondern waren vorher da; sind nur leider von den IchBinSoFrohDassIchEinMähäädchenBinInnen überrollt worden.

    Es gab + gibt durchaus erfolgreiche Menschen die sich nicht über Ihr Geschlecht verkaufen und ihr bzw. ein integriertes Ding ohne selbstgewählte Diaspora gemacht haben. Und genau dafür _inhaltlich_ doppelt hart kämpfen mußten statt sich in FeminiSpräch zu flüchten.
    Und die dabei einerseits von BinnenmajuskelInnen behindert werden und sich andererseits in (ehemaligen) Männerdomänen auch noch ständiger Vereinnahmungsversuche ausgerechnet dieser Leute erwehren müssen. So auch hier:
    Warum müssen sich diese Leute unbedingt eine Gemeinschaft mit selbgewähltem explizit anderem Programm suchen um dort übergriffig die (Kommunikations-)Regeln _massiv_ zu verletzen?
    Dito gleiches Muster, anderen Menschen Weiblichkeit (analog Männlichkeit) abzusprechen??
    Und dann auch noch weinerlich zu Mama taz zu laufen und zu behaupten DER (sic!) hätte angefangen???

    Genderei hat sich nicht überholt sondern ist ein Irrweg, der Diversifizierung aufgrund vlölig flascher Merkmale manifestieren will. Das war und ist zu einfach!

    Als total schlicht utopischen Anfang könnte man mit der geschlechtsneutralen Nutzung (und damit meine + benutze bzw. BEANSPRUCHE ich _selbstverständlich_ die _vorhandene_ deutsche Sprache in ihrer männlichen Form als neutrale menschliche Form) beginnen, mindestens aber einer andersdenkenden Gemeinschaft nicht sein gestriges Hippietum zu oktroyieren.



    Disclaimer: Kein Piraten-Mitglied, da prä-web2.0-sozialisiert und in anderen (Programm-)Punkten uneinig + abwartend ;->

  • 12.03.2010 18:23 Uhr

    von Eviathan:

    @Isquierda

    Fundierte Kritik?

    Indem du die Piraten als "NPD 2.0" titulierst?

    Na, dann weiß man ja endlich, wie "fundierte Kritik" ausschaut...

    "Piraten sind Frauenhasser und Faschisten und obwohl orange heller ist als braun, beweisen deren Umgang mit Kritikern und deren Politik (...)"

    Irre fundiert hört sich das an. :)

  • 12.03.2010 14:44 Uhr

    von Stephan TPunkt:

    Los Wanderos)

    Die Grünen würden es ebenso schaffen?
    Zum Einen sind Frauenquoten bei etablierten Parteien relativ gesehen höher (Bei den Grünen sind es wohl um die 40%), aber dennoch ist eine Quote notwendig.

    Also ich würde diese Quotierung so interpretieren:

    Die Frauen bei den Grünen sind so schüchtern oder vielleicht auch einfach unfähig, eine Stelle zu ergattern, sodass eine Quote nötig ist.

    Ich finde Quoten in jeder Hinsicht diskriminierend, bei den Grünen werden Männer unterdrückt, die Satzung ist in meinen Augen alles, aber nicht grundgesetzkonform.


    Ich wette, dass es viele weibliche Grüne gibt, die Ahnung von ihrer Arbeit haben, so wie es diese in jeder Partei gibt... das wird man jedoch niemals erfahren und so werde ich bei Vorsitzendinnen immer die Zweifel haben, ob sie ihrer Fähigkeit oder ihrer Brüste wegen in das Amt gewählt worden.


    Soetwas hat die Piratenpartei Deutschland gleich mal ausgeschlossen... hier zählt weder Herkunft, Religion, noch Geschlecht oder sexuelle Orientierung.

    Wenn bei den Piraten eine Person in ein Amt gewählt wurde, dann kann man sich (fast immer ;)) sicher sein, dass dies aufgrund der Kompetenzen statt fand.



    by the way:
    Die Verleumdnerische Aussage, man habe die Mailingliste gelöscht, sollte in der News überarbeitet werden...

  • 12.03.2010 14:28 Uhr

    von roter edding:

    wenn frauen die chance des webs nutzen, dort - vor allem selbst - auf weiblichkeitsklischees zu verzichten, nicht mit rosa-dutzi-wutzi nicknames auftreten und lernen, sachdiskussionen zu führen und gegenargumente gelten zu lassen, dann werden sie wenigstens online einigermaßen klischeefrei wahrgenommen werden.

  • 12.03.2010 13:37 Uhr

    von Isquierda:

    @Jarama

    Die Frauen geben sogar recht häufig die klügeren Antworten (Bildungsgewinnerinnen), aber wenn man sie den Antifeministen als Sparringspartner wider Willen überläßt, haben sie wohl langfristig wenig Lust, sich verheizen zu lassen. Es ist ja nicht so, dass Frauen zu blöd oder desintressiert an politischen Fragen sind, vielmehr sind die Attacken, die ihnen dazu widerfahren, zu aggresiv, um sie zu übersehen und die Gegner zu überheblich (bei gleichzeitigen Defiziten in allem, was man sich vorstellen kann), um noch mit ihnen reden zu wollen. Wenn ich -zBsp- wegen einer fundierten Kritik an der Satzung als "frustriert", "untervögelt" oder "Männerhasserin" tituliert werde (was so nur einer Frau passiert und wofür ich, sollte ich es als Satire gegen einen Mann einsetzen, garantiert sanktioniert würde, denn Männer haben keinen "Humor" - oder was man auch immer braucht, um sowas zu ignorieren...*hüstel*), dann müßte ich schon Masochistin sein, um es dort (!) unter diesen Bedingungen (!!!) weiter zu versuchen. Dann zu behaupten, im Netz wäre alles nur ziemlich cool, total "postgender" (was auch immer das sein soll) und gleichberechtigt, weil die Kollegen eine Kollegin nicht mehr vor der Tür anbinden, sondern Frauen heute schon mitmachen lassen, ist naiv - denn es gibt mehr nackte Frauen im Netz als nackte Männer, es gibt mehr Sexismus gegen Frauen im Netz als gegen Männer und die Attacken gegen Frauen im Netz sehen anders aus als die gegen Männer: Ich habe noch nie erlebt, dass einem männlichen Diskutanten (oder mir unter einem männlichen Nick) vorgeworfen wurde, er (ich) sei "untervögelt" oder "sexuell frustriert" sowie auch "Sex" (nur mit Männern!) den erkennbar mänlichen Usern nicht als Problemlöser für soziale Dillemata vorgeschlagen wird und deren Politiken höchstselten als individuelles Versagen ausgelegt wird. Trete ich im Internet als Frau auf, gehört das aber alles zur refelxhaften, irrationalen Abwehr meiner hochintelligenten Kritiken und konstruktiven Verbesserungs-Vorschläge wie eben eine Horde Flachwichser zu Aktfotos von Pam Anderson...

  • 12.03.2010 13:00 Uhr

    von Isquierda:

    Im Grunde rotiert die ganze "Gender"-Diskussion immer wieder und immer neu um das Fehlverständnis "Pirat/Piraten" wären das generische Maskulinum und damit geschlechtsneutral, so wie es in der Satzung steht. Das ist aber einfach falsch. Kritik an dieser Fehleinschätzung als "Feminismus" abzutun und die sowieso intellektuell fehlsortierten Antifeministen vor den Karren zu spannen, geht weit weit zBsp. an meiner Motivation vorbei und ist absolut unnötig: Feminismus bei den Piraten installieren zu wollen, halte ich für ziemlich verwegen, aber bisher geht es ja nur um richtiges Deutsch, sprich: der Pirat/die Piratin.

    Eine Genderdebatte haben wir bei den Piraten noch lange nicht, denn dazu müßten diese erstmal die sprachliche und soziale Wirklichkeit (Hossa, es gibt in der Welt mehr Menschen als nur Männer und mehr Ausdrucksformen als die explizit männliche!) begreifen und sie befinden sich ja noch im präpubertären Zustand der Nichtkenntnis geschlechterlicher Spannung - sie selbst nennen es "Post-Gender". Die Piratinnen sind aber auf dem besten Wege, auch dem letzten unwissenden Piraten nachhaltig zu vermitteln, dass es auch im Netz, in der Politik, in der virtuellen Welt und daneben, FRAUEN gibt.

  • 12.03.2010 11:45 Uhr

    von Ignatius Gnatz:

    Die Piraten haben es überwunden, die Deutsche Sprache sollte es wieder überwinden, die einzigen die es nicht überwinden sollten sind feministische Autoren,Blogger Journalisten. Ihr seid manchmal mehr mehr Satire als das Fakten Magazin TITANIC, danke für jahrelange gute UnterhaltungIn

  • 12.03.2010 10:00 Uhr

    von Murkas:

    Mein Problem ist: ich höre immer nur irgendwelches umbestimmtes Geschwurbel, daß irgendein Problem existieren soll. Auch hier wieder.
    Wenn die angeblichen Probleme dann klar benannt werden sollen, kommt entweder betretenes Schweigen oder noch mehr inhaltsleeres Geschwurbel.
    Mein Gefühl bleibt, daß sich einige wenige hier einen netten, warmen Platz auf der Opfercouch suchen wollen.

  • 12.03.2010 09:14 Uhr

    von Eviathan:

    Geschlechtergerechte Sprache?

    Also statt z.B. "die Piraten" (gen. Mask. - der Pirat) fortan die Piraten und die Piratinnen, statt "die Mitglieder" nun also die Mitgliederinnen und die Mitgliederer (gen. Neutrum - das Mitglied) und statt "die Personen" (Gen. Fem.) künftig die Personinnen und die Personer? Oder so ähnlich? Und natürlich die "Bürger- und Bürgerinnenmeister und -meisterinnen" (und welches Geschlecht nennt man dabei dann jeweils zuerst?) statt "die Bürgermeister" nicht zu vergessen.

    Den Genderisten kann man es nie recht machen - unterscheidet man die Geschlechter ausdrücklich, dann geht das ja nicht, weil Geschlecht ja lediglich ein soziales Konstukt, also gar nicht richtig vorhanden ist, unterscheidet man sie nicht ausdrücklich und wendet einfach die Regeln der deutschen Sprache korrekt an, dann ist das auch nicht ok.

    Kein Wunder, dass vernünftige Leute auf diesen Käse keinen Bock haben.

    Nuts!

  • 12.03.2010 09:00 Uhr

    von Willi Wissen:

    Ihr gebt da genau ZWEI Radikalfeministinnen eure Zeitung als Plattform,

    traut euch doch mal, der anderen Seite auch das Wort zu geben!
    ;-)

  • 11.03.2010 22:41 Uhr

    von HansWurst:

    Zu dem ganzen Vorgang - und vor allem, wie sich die taz dazu hergibt bzw. geben lässt, mal ein Zitat von jemand anderem:

    "Gehirnwäsche ist wohl der einzige Ausdruck für das, was da in den letzten Tagen wieder einmal aus fast allen Medien gequollen ist. Die Trauerfeiern für Johanna Dohnal sind nahtlos übergegangen in den wochenlang zelebrierten Weltfrauentag. Und immer war die geschickt drübergebrachte Botschaft, wie furchtbar die Männerwelt zu den Frauen ist. Die wahren Fakten haben gegen diese Gehirnwäsche fast keine Chance mehr."

    Weiter hier: http://www.andreas-unterberger.at/2010/03/die-diskriminierungsluge/

    So, dann ziehe ich mal pflichtschuldigst mein unsägliches Dingensbummens ein (und zitiere mal weiter, aus gleicher Quelle):

    "Und kommt dann hie und da doch einer der Männer zu Wort – oder ist notgedrungen bereit, sich zu stellen – wie der Generalsekretär der Industriellenvereinigung – dann wagt er nicht, zu argumentieren, sondern zieht nur „beschämt“ den Schwanz ein."

    Tja, ein Berg voller Probleme und Anita mittendrin und mit Frau Simon scheinbar obenauf.

    Ernsthaft und Roll-Back zu meinem Eingangs-Zitat: Ist das seriöser Journalismus, was ihr, die taz, da aktuell (be-)treibt?

    HW

    PS: Sorry für ev. Doppelposting, aktuell hat die Website Probleme mit der Last, der Auslast natürlich.

  • 11.03.2010 22:29 Uhr

    von Elsa:

    Stimmt, da wir Frauen ja ohne Sonderbehandlungen und Bevorteilung niemals irgendetwas erreichen könnten, brauchen wir natürlich auch in der Piratenpartei eine Sonderstellung.

    Danke, Taz, dass ihr das mal wieder klargestellt habt.
    Genau aus diesem Grund ist es mir inzwischen peinlich mich als Feministin zu outen.

    Auch frage ich mich immer häufiger, warum es mich noch ab und an auf die Seiten der Post-Qualität Zeitung Taz verschlägt. Passiert allerdings immer seltener.

  • 11.03.2010 21:10 Uhr

    von HamburgerX:

    Um was geht es denn nun genau? Um Gleichberechtigung? Sexismus? Gender? Hier werden einige Dinge etwas unsauber vermischt.

    Zunächst: Natürlich sind blöde oder beleidigende Kommentare, wie die zitierten, völlig fehl am Platz. Das ist überhaupt keine Frage. Es ist letztlich aber eine Frage der guten Umgangsformen, und die haben erstmal nichts mit dem Geschlecht zu tun. Bitte daran denken, dass viele Beleidiger versuchen, den Gegner jeweils da zu treffen, wo es am meisten weh tut.

    Gleichberechtigung: Das hat etwas mit Rechten zu tun. Frauen sind gleichberechtigt. Punkt. Da gibt es in der Tat wenig zu diskutieren.

    Dann ist da noch der Begriff "Gender". Der meint mehr als nur als männlich oder weiblich im biologischen Sinne. Ob sich aber ein Piratenmitglied innerlich als Frau fühlt, obwohl biologisch ein Mann, oder sich gar als Mischwesen bezeichnet - das hat mit den Kernanliegen der Piraten nichts zu tun. Mitmachen darf ja jeder.

    Und es gibt das "Gender Mainstreaming" - der ideologische Versuch, die Gesellschaft umzuerziehen und künstliche Einebnungen in biologischen, gesellschaftlichen und kulturellen Eigenheiten vorzunehmen. Dazu gehören übrigens prinzipiell auch sämtliche Quotensysteme oder grammatikalische Sprachgrausamkeiten.

  • 11.03.2010 18:43 Uhr

    von Oceanborn:

    Brauchen wir eine Genderdebatte im Netz?
    Prinzipiell gern, warum auch nicht...bei einer Debatte kann man sich wunderbar streiten, Meinungen austauschen, Leute anfahren weil sie Unsinn erzählen und neue, vielleicht sogar interessante Meinungen erfahren.

    Gibt es eine Diskriminierung nach Geschlecht im Netz?
    Nein, die gibt es nicht. Ich habe in mehreren Communityprojekten mitgearbeitet in denen der Männeranteil deutlich höher war als der Frauenanteil, Der Anteil der Frauen im Team (egal ob Webdesign oder Communitymanagment) war immer höher als ihr Anteil an der Grundgesamtheit in der Community.

    Woran liegt das?
    Im Internet gibt es kein dazwischenreden (außer vielleicht in Chats), keine Nachteile durch unterschiedliche Stimmlagen oder Vorurteile wegen der Konstitution. Es gibt nur Meinungen die entweder gut oder schlecht dargelegt sind. Wenn man also nicht der Meinung ist, dass Frauen zu dumm wären ihre eigene Meinung darzulegen, sollte man sich eingestehen, dass es gar keinen Grund gibt warum Frauen benachteiligt sein sollten. Das Internet ist eine durch und durch kommunikative Plattform und selbst wenn man in Vorurteilen verhaftet wäre (wie weitaus mehr Genderbefürworter als Gegner es sind), ist das eine ideale Voraussetzung für Frauen.

    Ich arbeite gerne mit Frauen wie Männern zusammen und beide machen ihren Job, so wie sie ihn sollen. Gender im Internet zu vertreten ist wie das Ende der Lehnsherrschaft in Bayern zu verkünden. Man darf es durchaus machen, sollte sich nur nicht wundern, wenn die Einwohner einen für etwas seltsam halten. :)

  • 11.03.2010 18:10 Uhr

    von Los Wanderos:

    Was sollen denn die Seitenhiebe in Richtung Grüne, Feministinnen und anderen "Gender-Leuten"? Mag ja sein, dass sich manche Idee etwas überlebt hat, aber man sollte nicht vergessen, dass zum einen "Post-Gender" eben aus "Gender" erwachsen ist, zum anderen, dass es nicht zuletzt entsprechende Aktivisten und Aktivistinnen waren, die in Richtung Dekonstruktion vorgeprescht sind. Man tue also bitte jetzt nicht so, als hätte man es "erfunden" und alle anderen wären Idioten.

    Was den Frauenanteil angeht: Durchaus beachtlich und lobenswert, dass man teils auf 30% kommt, ganz ohne Quotierung. Allerdings: Das würden die Grünen ja auch locker schaffen. Man mag über Quotierung zurecht streiten - ich hab selbst einige Probleme damit -, aber wenn ich wichtigen Gremien mal 60% Frauenanteil ist, ist das durchaus keine schlechte Sache.

    Aber: Ja, ich denke auch, das der Weg der Dekonstruktion von Geschlecht ein richtiger Weg ist. Allerdings total schlicht utopisch.

  • 11.03.2010 17:24 Uhr

    von Gerald:

    Mich macht der ganze Vorgang regelrecht traurig.

    Ich weiss aus meiner Arbeit innerhalb der Piratenpartei, dass die Mehrheit der Piraten maximale Gleichberechtigung und Chancengleichheit für jeden Menschen anstrebt ungeachtet egalwelcher trennender Merkmale.

    Klar gibt es immer ein paar Schreihälse, aber dieser Artikel:

    http://aggregat7.ath.cx/2010/03/10/zum-genderthema-in-der-piratenpartei

    fasst die von mir wahrgenommene Sichtweise sehr gut zusammen.

    Die Piratenpartei ist ein sehr junger Zusammenschluss von motivierten Menschen, die bereit sind für dieses Ziel ihre Zeit und Arbeitskraft einzusetzen, auch wenn sie das auf eine Art machen, die anderen, die das gleiche Ziel anstreben, suspekt vorkommen mag.

    Und anstatt das als Chance zu begreifen und den 80-90% Piratinnen zu glauben, die übereinstimmend erklären, dass sie sich noch nie so gleichberechtigt gefühlt haben, wie bei den Piraten, wird diesen Frauen vorgeworfen, sie seien ja garkeine richtigen Frauen, über ihre Äusserungen wird hinweggegangen und es scheint, dass das einzige was zählt ist, dass keine Abweichung vom bekannten Weg zum Ziel geduldet werden kann.

    Schade.

    Gerald

  • 11.03.2010 17:21 Uhr

    von Markus:

    Bei der re:publica gab es einen öffentlichen Call-for-Papers, um Vorträge einzureichen, die dann ins Programm kommen. Über mehr weibliche Beteiligung hätten wir uns gefreut. In der Regel sind alle Einreichungen angenommen worden, wenn keine gewerblichen Hintergründe im Spiel waren.

    Und auch die im Artikel zitierte Veranstaltung aus dem vergangenen Jahr wurde beim Call-for-Papers eingereicht und von uns angenommen.

  • 11.03.2010 17:19 Uhr

    von Caro:

    die autorin ist anna berg von mädchenmannschaft.netglas

  • 11.03.2010 16:55 Uhr

    von jojo:

    äh - und was wird jetzt konkret gefordert?

    die ganze debatte - abgesehen von nicht autorisierten presse-erklärungen im namen der partei - macht einen sehr eigenartig bekannten eindruck. die einen verstehen nicht, was die anderen wollen und die anderen wollen von den einen verstanden werden, sagen aber nicht, wie das "verstanden werden" nun konkret aussehen soll, sondern drohen damit, sich öffentlich für benachteiligt zu erklären.

    abgesehen von der politischen dimension einer fast planmäßig erzeugten außenwirkung erinnert mich das ganze fatal an muster des alltäglichen beziehungsknatschs zwischen zwei nicht immer und in jedem punkt miteinander kompatiblen geschlechtern.

  • 11.03.2010 16:48 Uhr

    von Marc:

    Ich finde es schade, dass in deinem Beitrag nicht ein Wort davon zu lesen ist, dass es auch viele weibliche Piraten gibt, welche die "Piratinnen" selbst ablehnen und dies auch in ihren Blog öffentlich machten.

    Ich finde den Bericht insgesamt sehr einseitig geraten, aber Schubladendenke ist halt so schön einfach.

    Schade. Das Thema hätte weitaus mehr verdient.

  • 11.03.2010 16:45 Uhr

    von Saibot:

    Sprüche der Art "du musst mal wieder gedingst werden" sind kein Sexismus, sondern schlechte Erziehung. Mit solchen Sprüchen machen unbefriedigte Männer ausserdem praktisch immer nur auf ihr eigenes Leiden aufmerksam.


  • 11.03.2010 16:38 Uhr

    von Christoph Wagner:

    Ich sehe das Problem in den diskriminierenden Kommentaren (so sie denn Überhand nehmen) allgemein.
    Ob gegen Schwule, Männer, Juden, Frauen, whatever.

    Ich behalte mir vor (wenn ich die Person kenne und dementsprechend einschätzen kann) im Scherz zu sagen "Ach komm, geh an den Herd" und rege mich im Gegenzug auch nicht darüber auf wenn man mir sagt "Du bist ein Mann, das kann doch gar nichts werden" oder "Mann und 2 Dinge gleichzeitig? Muss ja schief gehen" etc. pp.

  • 11.03.2010 16:19 Uhr

    von Johannes Döh:

    Bleibt die Autorin absichtlich anonym? Ist eine Genderdebatte, ob nun innerhalb oder außerhalb der Piratenpartei, so wichtig? Eigentlich doch nur, wenn man sich benachteiligt fühlt? Dazu wiederum braucht man nicht eine solche Debatte auf die Piratenpartei zu fokusieren. Das lenkt von einer wirklichen Genderproblematik doch nur ab, die unbestritten im 21. Jahrhundert immer noch existiert. Meinetwegen sollen doch weibliche Piraten (man spricht teilweise von Piratinnen) eigene Mailinglisten erstellen, eigene Foren gründen, ja sogar meinetwegen weibliche Betriebssysteme entwickeln. Während meine Frau sich "Germany's next Topmodel" ansieht, werde ich wohl dank 2. TV- Gerät die Oldie- Folgen von Akte- X verfolgen, sofern ich meinen Server bis dahin wieder zum Laufen gebracht habe. Ja, es gibt Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein - na und? Die TAZ scheint sich die Genderproblematik zur persönlichen Chefsache einverleibt zu haben und lenkt dabei sehr offensichtlich ein eigentlich nicht existierendes Problem in Richtung Piratenpartei. Schäbisch dabei sind die Behauptungen, dass die männlichen Piraten die weiblichen diskriminieren würden, was zu beweisen wäre...

    Gruß,
    J.D. von guedesweiler.wordpress.com

  • 11.03.2010 16:19 Uhr

    von Ein Name:

    Kommentar:
    http://misia.livejournal.com/1055120.html

  • 11.03.2010 16:18 Uhr

    von PiratW:

    Na wenn es Probleme bei den Piraten gibt, wie die Autorin scheinbar sehr genau weiß, dann bitte ich als Pirat die auch zu benennen.

    Ich würde mir mal wünschen, dass statt BlaBla wie in diesem Artikel der Taz darüber, oder dem davor, oder dem davor im Spiegel oder dem davor .... mal ganz klare Forderungen, Probleme, Ereignisse geschildert werden.

    Dies ist eine ernstgemeinte Frage. Mich würde es wirklich interessieren.

    Viele Grüße

    ps: @TAZ online. Bitte Daten und Behauptungen besser prüfen. Nicht nur, dass ihr Zitate einfach mal erfindet, sondern auch einfach behauptet, die "Bewegung" um Lena würde wachsen, was mit der wachsenden Zahl der Mitglieder in Mailinglisten erklärt wird. Ich meld mich einfach an und lass die Bewegung noch weiter wachsen.

  • 11.03.2010 16:10 Uhr

    von hobbybauer:

    Solange die Taz die Piratenpartei kritisiert, solange ist diese auf dem richtigen Weg.
    hobbybauer Pirat seit 06

  • 11.03.2010 16:05 Uhr

    von Jarama:

    Hmmmm, ich fragen mich immer wieder, weshalb vergleichsweise wenig Frauen in Parteien oder allgemein in der Politik engagiert sind. Gerade die Piratenpartei als eine neue Gruppierung würde doch die perfekte Möglichkeit bieten neue Strukturen zu schaffen, die nicht von patriarchalischem Denken geprägt sind. Aber Entschuldigung, wie sollen denn bitte Strukturen aussehen, wenn bei einer Sitzung fünfzig Männer und drei Frau anwesend sind? Da kann doch kaum etwas anderes als männliche Struktur rauskommen, oder?
    Ich fände es mal ungeheuer spannend, wenn es ein Thema gäbe das Frauen interessiert - mal abgesehen von der Genderdebatte - und plötzlich gibt es eine Gruppierung mit mehrheitlich Frauen oder einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis. Mal sehen wie es da ablaufen würde. Leider gibt es so ein Thema ja nicht, denn egal was politisch diskutiert wird, immer sind viel mehr Männer daran interessiert als Frauen.
    Ich sehe zunächst einmal die Frauen in der Pflicht ihren Arsch hochzubekommen. Sie haben doch alle Trümpfe in der Hand. Sie sind beispielsweise besser gebildet als Männer und mindestens so kommunikativ. Frauen sind doch keine abgehängte Randgruppe der Gesellschaft, die sich kaum artikulieren kann und marginalisiert zu einem Schattendasein verdammt ist.

    Also, einfach mal den Mund aufmachen und sachlich Verbesserungsvorschläge machen. Was für Strukturen gibt es momentan? Wie könnte man sie verbessern? Wenn Frauen darauf gute Antworten geben, dann können sie auf die Dauer etwas verändern und verbessern - und zwar nicht nur für sich selbst, sondern für die ganze Gruppierung. Nur eines kann ich schonmal sagen:
    Eine exklusive Ein-Geschlecht-Mailingliste ist ganz bestimmt kein zukunftsweisender Vorschlag - Exklusion bringt nie etwas.

  • 11.03.2010 16:05 Uhr

    von Der gesunde Menschenverstand!:


    Aber sonst habt ihr keine Probleme? Und wie kann man das Geschlecht überwinden, man ist doch was man ist, oder etwa nicht?

    Meine Güte, die Dekadenz in diesem Land ist wahrlich schon weit fortgeschritten.

  • 11.03.2010 16:05 Uhr

    von Fabio Reinhardt:

    Nur einige Anmerkungen zur Richtigstellung: Davon dass "die entsprechende Mailingliste gelöscht" wurde, ist mir nichts bekannt. Im Gegenteil: Die Mailingliste, die von der Initiatorin angelegt wurde, ist ja extern. Das kann natürlich niemand verbieten. Und darum drehte sich die Debatte ja auch gar nicht.

    Dann: "Die Debatte [...] läuft seit ungefähr September letzten Jahres" ist auch falsch. Wenn man es zeitlich eingrenzen wollen würde, wäre es definitv seit dem großen Mitgliederwachstum im Juni 2009. Sogar die TAZ hat über das Thema vor September berichtet.

    Ich weiß nicht genau, wie hier recherchiert wird - teilweise erinnert es stark an das Kinderspiel "Stille Post"

    Zu den Reaktionen auf die Debatte: Nun wurden hier gezielt schlimme Kommentare herausgesucht. Das ist zwar legitim, aber es blendet komplett aus, dass viele der kommentierenden Piraten vielleicht nicht sauer waren, DASS jemand das Thema anspricht, sondern WIE. Immerhin wurde das Thema auf einer der wichtigsten Versammlungen der Piratenpartei durch eine eigenmächtige Mitteilung gezielt nach außen kommuniziert, um damit andere wichtige Themen zu überlagern und das unter bewusster Umgehung anderer parteiinterner Kommunikations- und Entscheidungsfindungsorgane. Da verstehe ich zumindest, dass einige der ersten Kommentare recht negativ ausfallen. Wie wäre es denn, liebe TAZ-Redakteure, wenn ihr irgendwann mal jemanden zu Wort kommen lasst, der nicht jedem das Wort im Mund herumdreht, sondern einfach mal unvoreingenommen die gegenteilige Position vertritt. Ich denke, die TAZ hat so viele Positionen wie Redakteure!?

    Im Grunde krankt die Debatte unter genau dem gleichen Problem wie dieser Artikel. Man weiß nicht, was sie eigentlich will. Quoten, Binnen-I, Frauenbeauftragte, geschlossene Mailinglisten? Alles nicht? Alles böse Unterstellungen? Na, vielleicht wäre ein bisschen Klartext sinnvoll, um mit diesen böswilligen Unterstellungen Schluss zu machen. Dann gibts dazu Debatten und kann wirklich mal schauen, wie die Piraten zu konkreten Vorschlägen so ticken und muss sich auch nicht darauf berufen, dass sich auf der ML schon X Personen angemeldet haben, die bestimmt auch alle weiblich sind und weiter Stille Post spielen.

  • 11.03.2010 15:57 Uhr

    von Stephan TPunkt:

    Populismus ist doch was Feines, mh?

    Andauernd mit "zitierten Beleidigungen" herumwerfen, dann fällt auch niemanden auf, dass der Großteil dieser 'News' aus den Fingern gesogen ist.


    Weiterhin werden wichtige Dinge völlig außer Acht gelassen:
    Trotz sehr geringem Frauenanteil gibt es überproportional viele weibliche Vorstandsmitglieder, auch Landesvorsitzende, siehe NRW, wo bald eine Wahl ansteht.
    Dies geschieht ohne jegliche Frauenquote, da wir Frauen und Männer nicht unterscheiden.
    Es wurde weiterhin kein belegbares Beispiel genannt, dass Frauen in der PPD unterdrückt werden würden.
    Das Ziel dieser "Piratinnen"-Aktion war es, zu polarisieren, die Lena Simon spricht halt lieber mit den Medien als mit der eigenen Partei.
    Viele Piratenfeinde nutzen diese Aktion, um das Feuer weiter anzuschüren.
    Im Piratenwiki gibt es nicht nur Mitglieder, sondern auch eben auch viele Nichtpiraten, wenn die eine Beleidigung á la "Lasst euch mal wieder durchvögeln" raushauen, hat das nichts mit der Piratenpartei zu tun, oder ist die CDU eine Nazipartei, wenn der eine "Kinder statt Inder" fordert und danach sagt, dass die Rumänen (oder waren's Bulgaren) faul wären? Oder dass man die Asiaten so lange würgen soll, bis die irgendwas kapieren?

    Allerdings das absolut Wichtigste an der gesamten Debatte:
    Die Mailingliste und die gesamte Aktion wurden nicht kritisiert, weil es Frauen sind - aber das kann man erst verstehen, wenn man sich die Kritiken auch durchliest - sondern weil:
    - Eine Mailingliste, die nur für ein Geschlecht ist und das andere komplett ausgrenzt, ist diskriminierend.
    - Eine Pressemitteilung, die herausgegeben wurde, die die Medien glauben lässt, dass Lena Simon für alle Frauen/einen Großteil der Frauen sprechen würde, ist nicht akzeptabel.


    Es gibt by the way eine AG Männer und eine AG Frauen, die sich mit etwaigen Problemen beschäftigen.

  • 11.03.2010 15:39 Uhr

    von schwarzbart:

    Die Dekonstruktion der überkommenen Kategorien [Geschlecht] und [Sexuelle Orientierung] ist die zentrale Herausforderung der Moderne.
    Die Piratenpartei stellt sich dieser Herausforderung und es gehört eben auch dazu, sich dieses verschwurbelten Gender-Kuschel-Undeutschs zu entledigen, das die Grünen seit den 80ern über uns gebracht haben. Und natürlich klappt nicht immer alles auf Anhieb, quelle surprise...

    Die bocksgesangsmässig anschwellende Debatte, darüber, ob Piraten post-Gender sind, und wenn sie's sind, ob sie's leben dürfen, verrät mir nur eines: Die feministischen Wortführerinnen haben Angst um ihre Diskurshoheit: Nach Vietnam- und Golfkriegsveteranen, die durchs Unterholz der USA irren, geistern nun die Veteraninnen des Geschlechterkriegs durchs deutsche Feuilleton, immer auf der Suche nach einem Scharmützel, das sich führen liesse...
    Sei's drum: In der Piratenpartei werden wir weiterhin nicht über Quoten reden, sondern über Qualifikation. Und auf diesem Weg sind eine Menge Frauen in die leitenden Positionen der Partei gewählt worden. Einfach, weil sie richtig gut sind...

  • 11.03.2010 15:38 Uhr

    von TheK:

    Komisch nur, dass im Netz oft gar nicht zu erkennen ist, ob hinter irgendeinem Beitrag ein Mann, eine Frau oder einfach nur irgendein Bot steckt. Aber einige Emanzen wettern ja sogar "Unterdrückung der Frau", wenn eine andere Frau sagt, von der Diskussion gelangweilt zu sein.

    Der Frauenanteil in der "Führungsriege" der Piraten ist jedenfalls ohne jede Quote wesentlich höher (ich hab da was von 28% in Erinnerung) als der "gefühlte" unter den Mitgliedern insgesamt. Den niedrigen Frauenanteil in der Basis wiederum sehe ich als ein Symptom des immer noch niedrigen Frauenanteils in technischen Berufen (aus denen sich die Piraten nun einmal immer noch primär rekrutieren!) an.

  • 11.03.2010 15:35 Uhr

    von Franka:

    "...die entsprechende Mailingliste gelöscht... "
    Ach liebe Taz. Bitte recherchieren!
    Bild ist auch eine Zeitung...

  • 11.03.2010 15:32 Uhr

    von Sascha:

    Hier gibt es einen interessanten Text zum Theme Gender in der Piratenpartei:

    http://aggregat7.ath.cx/2010/03/10/zum-genderthema-in-der-piratenpartei

    Auch wenn nur die Meinung einer Einzelperson, kann es doch erklären wie einige Äußerungen von Piraten zu verstehen sein könnten:

    "Was man der Piratenpartei zum Vorwurf macht, scheint mir also auf einem Missverständnis zu beruhren: Der Unwille, „Frauen“ sprachlich zu repräsentieren, liegt in dem Unwillen begründet, Geschlecht überhaupt sprachlich zu repräsentieren. Wenn in der Debatte auftaucht, wir seien „Post-Gender“ oder „über so etwas hinweg“ ist also nicht gemeint, dass wir uns nicht um geschlechterpolitische Fragen kümmerten. Stattdessen ist gemeint, dass Geschlecht kein wichtiger Einordnungsmechanismus für Piraten ist."





  • 11.03.2010 15:30 Uhr

    von Maria:

    Kleine Korrektur: die Mailingliste ist existent, dort gibt es ca. 70 Piratinnen.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder