Viele Firmen im Web scheren sich nicht um die Datenschutzgesetze, zeigt eine neue Studie. Kein Wunder, denn die zuständigen Behörden sind mit der Kontrolle überfordert.von Daniel Schulz
Wer einmal Daten hat gibt die nicht so schnell auf oder löscht sie, nur weil ein Gesetz das verbietet. Auserdem wer will das schon überprüfen wer was auf seiner Datenbank hat?
Was @Rhapsodie da beschreibt habe ich selber vor 6 Jahren bei einer Behörde erlebt. 2 Praktikantinnen die dort mit im Raum waren durften zu gucken wie die Angestellte bei der Anmeldung! ältere Daten von mir auf dem PC raus gesucht hat. Das schlimmste war, daß die beiden das erstmal gar nix anging was da zu lesen war und diese Daten nur für die Zuständige Sachbearbeiterin bestimmt war. Dann hat sie denen auch noch erklärt wie sie da dran kam.Mich hat´s fast aus den Socken gehauen.
08.09.2009 12:25 Uhr
von mirai:
Bestimmte Webseiten wie youtube lassen sich überhaupt nicht mehr aufrufen, wenn man google-analytics.com abblockt.
Beim Aufruf von taz.de wird (aktuell) youtube.com aufgerufen, und darüber automatisch google-analytics.com.
Damit ist die ip-Nummer der taz-Leserin in den Vereinigten Staaten (zusammen mit ihren anderen, ihre Person möglicherweise identifizierenden Seitenaufrufe) protokolliert.
Cheers!
08.09.2009 12:06 Uhr
von mirai:
Bestimmte Webseiten wie youtube lassen sich überhaupt nicht mehr aufrufen, wenn man google-analytics.com abblockt.
Beim Aufruf von taz.de wird (aktuell) youtube aufgerufen, und darüber automatisch google-analytics.com.
Cheers!
06.09.2009 08:47 Uhr
von Anon:
> Datenschützern jedoch schlichtweg unmöglich > gegen die große Menge an Firmen vorzugehen, > die Google Analytics verwenden.
Häh? Gibt es dafür nicht die "Musterklage" gegen ein einzelnes Unternehmen mit "richtungsweisender Wirkung für eine Vielzahl von Fällen" ? So wie bei vielen anderen juristischen Grundsatzentscheidungen auch?
Das wird dann 1-2 Instanzen höher verwiesen wegen der richungsweisenden Bedeutung, blabla, und dann ist das geklärt, ob google analytics gesetzeskonform ist, oder nicht?
04.09.2009 19:34 Uhr
von Andi:
Haben Sie sich mal die Verträge durchgelesen, die sie so unterschreiben? Egal wo: -Bank -Handyvertrag -DSL Vertrag -Versicherungsvertrag -Beim signieren des EC-Kartenechnungs beim Supermarkt .... Das Kleingedruckte lesen sie sich alle doch gar nicht durch. Sie bilden sich ein das sie das tun. Es gibt ja noch die AGBs und da ist es zum schluß genau geschildert wohin ihre Daten überall hinkommen. Sie alle geben ganz offen und freiwillig Ihre Daten wieter!
Die Ämter sind natürlich genauso schlimm. Ihre Daten sind bei der Meldebehörde gespeichert und jede sogenannte Auskunftei kann sich Ihre Daten von der Behörde kaufen. Wenn sie bei der Behörde wissen wollen, wer alles Ihre Daten bekommen hat - und dies haben sehr viele bekommen - dann bekommen sie folgende Antwort: Wir können soviele Anfragen nicht registrieren.
Dann gibt es noch die Schufa. Jeder/s Firma /Unternehmen kann über sie Auskünfte von der Schufa holen: Ohne Ihre schriftliche Erlaubnis (Aussage Schufa).
Und damit geben sie sich alle zufrieden.
04.09.2009 10:39 Uhr
von alcibiades:
@rhapsodie: das stimmt, und schlimmer wird es noch, sollte man einmal hartz 4 oder dergleichen beantragt haben: die daten werden hier u.a. auch von externen firmen erhoben, die von den ämtern z.b. mit schulungsmassnahmen oder ähnlichem beauftragt wurden - da wird es dann völlig unübersichtlich; man ist dann leider auch nicht in der position mit der firma halt nicht zusammenzuarbeiten. In köln versicherte mir mal eine dame auf dem meldeamt hoch und heilig, sie würen die daten nicht herausgeben: wieso weiss dann eigentlich die gez immer sofort bescheid, wenn ich umgezogen bin? Von meinem vermieter? Ich glaube nicht. Noch schlimmer sind natürlich die ganz grossen datensammler wie google und auch ebay, deren tochter paypal selbst kontodaten über die usa schaufelt, womit man jegliche kontolle über die eigenen daten aufgegeben hat. Man kann sich zwar gegen vieles schützen und z.b. über filtersoftware automatische datensammler wie google analytics aussperren, aber ich denke nicht, dass die politik vom mit normalen internet- und computerkenntnissen verlangen kann, dass er seine maschine in eine nach allen seiten abgesicherte festung verwandelt. Aber eigenständig ergriffene schutzmassnahmen wie verschlüsselung von mails wecken ja eher das misstrauen der behörden. Sehe da bislang noch recht schwarz. 50000 euro sind im übrigen zwar kein pappenstiel, aber für manche unternehmen der branche trotzdem aus der portokasse zahlbar.
04.09.2009 09:07 Uhr
von IT-Security:
Wer sind die 5 aufrechten Unternehmen?
04.09.2009 00:52 Uhr
von Arno Nym:
Es wird Zeit, dass hier politisch mal härter durchgegriffen wird. Aber die aktuell Regierenden sind ja leider selbst daran interessiert, den gemeinen Bürger durch umfangreichste Datenerhebung gefügig zu machen: http://www.dubistterrorist.de
In 15 Jahren hat dann jeder seine eigene entschlüsselte DNA-Sequenzen auf dem implantierten RFID-Reisepass...
03.09.2009 20:29 Uhr
von manni:
Unternehmen öffentlich an den Pranger stellen dürfte wohl die einfachste und effektivste Methode sein.
03.09.2009 20:17 Uhr
von Lea:
Die preisgünstige Brille vom Internetoptiker habe ich nicht genommen, denn die Adressdaten in Verbindung mit den Rezeptdaten wurden von einem chinesischen Unternehmen gesammelt, obwohl der Optiker im Impressum als seinen Sitz eine Stadt in Deutschland angegeben hat. Aber wenigstens im Kleingedruckten gab es Hinweise auf die Datenweitergabe. Beinahe hätte ich es überlesen, noch ohne neue Brille.
Wäre ich auf das Angebot eingegangen, würde vielleicht mein Briefkasten noch mehr gespammt.
03.09.2009 19:48 Uhr
von Rhapsodie:
Datenschutz wird auch von Behörden nicht ernst genommen. Da bekommen ettliche Mitarbeiter Zugriff auf sensible Daten ohna das Das irgendwie kontrolliert wird. Erstmal sollte der Staat mit gutem Beispiel voran gehen!
Leserkommentare
09.09.2009 13:03 Uhr
von Simone:
Wer einmal Daten hat gibt die nicht so schnell auf oder löscht sie, nur weil ein Gesetz das verbietet.
Auserdem wer will das schon überprüfen wer was auf seiner Datenbank hat?
Was @Rhapsodie da beschreibt habe ich selber vor 6 Jahren bei einer Behörde erlebt. 2 Praktikantinnen die dort mit im Raum waren durften zu gucken wie die Angestellte bei der Anmeldung! ältere Daten von mir auf dem PC raus gesucht hat. Das schlimmste war, daß die beiden das erstmal gar nix anging was da zu lesen war und diese Daten nur für die Zuständige Sachbearbeiterin bestimmt war. Dann hat sie denen auch noch erklärt wie sie da dran kam.Mich hat´s fast aus den Socken gehauen.
08.09.2009 12:25 Uhr
von mirai:
Bestimmte Webseiten wie youtube lassen sich überhaupt nicht mehr aufrufen, wenn man google-analytics.com abblockt.
Beim Aufruf von taz.de wird (aktuell) youtube.com aufgerufen, und darüber automatisch google-analytics.com.
Damit ist die ip-Nummer der taz-Leserin in den Vereinigten Staaten (zusammen mit ihren anderen, ihre Person möglicherweise identifizierenden Seitenaufrufe) protokolliert.
Cheers!
08.09.2009 12:06 Uhr
von mirai:
Bestimmte Webseiten wie youtube lassen sich überhaupt nicht mehr aufrufen, wenn man google-analytics.com abblockt.
Beim Aufruf von taz.de wird (aktuell) youtube aufgerufen, und darüber automatisch google-analytics.com.
Cheers!
06.09.2009 08:47 Uhr
von Anon:
> Datenschützern jedoch schlichtweg unmöglich
> gegen die große Menge an Firmen vorzugehen,
> die Google Analytics verwenden.
Häh? Gibt es dafür nicht die "Musterklage" gegen ein einzelnes Unternehmen mit "richtungsweisender Wirkung für eine Vielzahl von Fällen" ? So wie bei vielen anderen juristischen Grundsatzentscheidungen auch?
Das wird dann 1-2 Instanzen höher verwiesen wegen der richungsweisenden Bedeutung, blabla, und dann ist das geklärt, ob google analytics gesetzeskonform ist, oder nicht?
04.09.2009 19:34 Uhr
von Andi:
Haben Sie sich mal die Verträge durchgelesen, die sie so unterschreiben?
Egal wo:
-Bank
-Handyvertrag
-DSL Vertrag
-Versicherungsvertrag
-Beim signieren des EC-Kartenechnungs beim Supermarkt
....
Das Kleingedruckte lesen sie sich alle doch gar nicht durch.
Sie bilden sich ein das sie das tun.
Es gibt ja noch die AGBs und da ist es zum schluß genau geschildert wohin ihre Daten überall hinkommen. Sie alle geben ganz offen und freiwillig Ihre Daten wieter!
Die Ämter sind natürlich genauso schlimm.
Ihre Daten sind bei der Meldebehörde gespeichert und jede sogenannte Auskunftei kann sich Ihre Daten von der Behörde kaufen. Wenn sie bei der Behörde wissen wollen, wer alles Ihre Daten bekommen hat - und dies haben sehr viele bekommen - dann bekommen sie folgende Antwort:
Wir können soviele Anfragen nicht registrieren.
Dann gibt es noch die Schufa.
Jeder/s Firma /Unternehmen kann über sie Auskünfte von der Schufa holen: Ohne Ihre schriftliche Erlaubnis (Aussage Schufa).
Und damit geben sie sich alle zufrieden.
04.09.2009 10:39 Uhr
von alcibiades:
@rhapsodie: das stimmt, und schlimmer wird es noch, sollte man einmal hartz 4 oder dergleichen beantragt haben: die daten werden hier u.a. auch von externen firmen erhoben, die von den ämtern z.b. mit schulungsmassnahmen oder ähnlichem beauftragt wurden - da wird es dann völlig unübersichtlich; man ist dann leider auch nicht in der position mit der firma halt nicht zusammenzuarbeiten. In köln versicherte mir mal eine dame auf dem meldeamt hoch und heilig, sie würen die daten nicht herausgeben: wieso weiss dann eigentlich die gez immer sofort bescheid, wenn ich umgezogen bin? Von meinem vermieter? Ich glaube nicht.
Noch schlimmer sind natürlich die ganz grossen datensammler wie google und auch ebay, deren tochter paypal selbst kontodaten über die usa schaufelt, womit man jegliche kontolle über die eigenen daten aufgegeben hat.
Man kann sich zwar gegen vieles schützen und z.b. über filtersoftware automatische datensammler wie google analytics aussperren, aber ich denke nicht, dass die politik vom mit normalen internet- und computerkenntnissen verlangen kann, dass er seine maschine in eine nach allen seiten abgesicherte festung verwandelt. Aber eigenständig ergriffene schutzmassnahmen wie verschlüsselung von mails wecken ja eher das misstrauen der behörden. Sehe da bislang noch recht schwarz. 50000 euro sind im übrigen zwar kein pappenstiel, aber für manche unternehmen der branche trotzdem aus der portokasse zahlbar.
04.09.2009 09:07 Uhr
von IT-Security:
Wer sind die 5 aufrechten Unternehmen?
04.09.2009 00:52 Uhr
von Arno Nym:
Es wird Zeit, dass hier politisch mal härter
durchgegriffen wird. Aber die aktuell Regierenden
sind ja leider selbst daran interessiert, den
gemeinen Bürger durch umfangreichste Datenerhebung
gefügig zu machen: http://www.dubistterrorist.de
In 15 Jahren hat dann jeder seine eigene
entschlüsselte DNA-Sequenzen auf dem
implantierten RFID-Reisepass...
03.09.2009 20:29 Uhr
von manni:
Unternehmen öffentlich an den Pranger stellen dürfte wohl die einfachste und effektivste Methode sein.
03.09.2009 20:17 Uhr
von Lea:
Die preisgünstige Brille vom Internetoptiker habe ich nicht genommen, denn die Adressdaten in Verbindung mit den Rezeptdaten wurden von einem chinesischen Unternehmen gesammelt, obwohl der Optiker im Impressum als seinen Sitz eine Stadt in Deutschland angegeben hat. Aber wenigstens im Kleingedruckten gab es Hinweise auf die Datenweitergabe. Beinahe hätte ich es überlesen, noch ohne neue Brille.
Wäre ich auf das Angebot eingegangen, würde vielleicht mein Briefkasten noch mehr gespammt.
03.09.2009 19:48 Uhr
von Rhapsodie:
Datenschutz wird auch von Behörden nicht ernst genommen. Da bekommen ettliche Mitarbeiter Zugriff auf sensible Daten ohna das Das irgendwie kontrolliert wird. Erstmal sollte der Staat mit gutem Beispiel voran gehen!