In der Krise erscheint das andalusische Dorf Marinaleda mit seiner kollektiven Verwaltung vielen Spaniern als Hort der Sicherheit und Vollbeschäftigung.von Ulrike Fokken
Also ich bin bestimmt kein Fan von Regionalismus – aber das Regionalismus automatisch mit einer „Blut und Boden“-Ideologie einhergehen würde, wäre mir neu. Ich kann auch entsprechende Tendenzen in dem Artikel nicht wiederfinden. Gerade „Blut und Boden“-Nazis wehren sich doch in der Regel mit allen Mitteln dagegen, aus der Tatsache der Geburt an einem bestimmten Ort irgendwelche weiterreichenden Rechte abzuleiten.
23.02.2013 13:36 Uhr
von Rolf Steiner:
Vorbild für Europa. Doch wollen unsere neokapitalisch verseuchten Gesellschaften jemals lernen?
22.02.2013 21:09 Uhr
von vielleicht...:
Vielleicht ist es einfacher leben, wenn die Regierung das PER-Arbeitslosengeld für 1,5 Monaten Arbeit bezahlt, und so mindestens ein Jahr lang. Ja, arbeitet man 1,5 Monaten, bekommt man 1 Jahr Arbeitslosengeld. Das ist Andalusien und das ist Marinaleda. Ganz einfach zu leben.
20.02.2013 17:44 Uhr
von Karl Martell:
"schreibt er ausgiebig von „unserer Nation Andalusien“ und fordert beständig „das Recht der Andalusier auf ihr eigenes Haus, und zwar allein deshalb, weil sie in Andalusien geboren sind“. "
Daß ich so etwas mal in der TAZ lesen darf. Hätte das ein deutscher Interviewpartner gesagt, dann fielen sofort Begriffe wie Blut und Boden, etc... Was außerdem überdeutlich wird: Eine solche Utopie ist nur mit einer relativ homogenen Bevölkerung möglich, die durch ein gemeinsames Ziel geeint ist. Leider beschreibt die Autorin nicht inwiefern überhaupt eine Zuwanderung zugelassen wird.
20.02.2013 14:54 Uhr
von Tim:
"Da ein Dorfbewohner monatlich nur 15 Euro für die Abtragung der staatlichen Hypothekendarlehen bezahlt, verzeichnet Marinaleda die höchste Verschuldungsrate der Provinz Sevilla – bei zugleich niedrigstem Steueraufkommen. "
Gute Ansichten, sparsam leben, alles gleich verteilen ... aber selbst das wenige, was da ist, können sie nicht selbständig erarbeiten, sondern sind auf Staats und EU Almosen angewiesen. Abgesehen davon, dass Bildung und Fortschritt im Dorf wegen fehlender Anreize verkümmern.
Was ist daran bitteschön solidarisch, wenn auf Kosten anderer ein ganzes Dorf systematisch seinen Traum lebt. Die Produktionsmittel wurden ihnen ja nun schon zugesprochen, dann sollten sie auch soviel Stolz besitzen ihren Lebensstandard ihrer Produktivität anzupassen dann würde ich sagen "Hut ab!". Denn ob ich nun als Kapitalist oder als Parasit meine Mitbürger "ausbeute" macht keinen Unterschied.
20.02.2013 01:06 Uhr
von Verwundert:
Eigentlich ein wie ich fand sehr lesenswerter Artikel über eine gelebte Utopie. Nur am Schluss hatte ich den Eindruck, die Autorin vermisst allzu krampfhaft ein Haar in der Suppe. Und bemüht deshalb den Vergleich mit dem ehemaligen Ostblock-Staatssozialismus.
Dabei geht es in Marinaleda um Anarchosyndikalismus - eine politische Strömung, die einen zentralen Staat als übergeordnete politische Organisationsform strikt ablehnt ...?
18.02.2013 18:30 Uhr
von Sev76:
Wie Jenny sagt: Ein sehr pitoresker Beitrag. Was mir fehlt: Wieso wollen die Spanier denn jetzt plötzlich nach Marinaleda ziehen? Hat das vielleicht damit zu tun, dass da zwar niemand reich wird, aber jeder sein Einkommen hat? Oder dass da niemand mittellos auf die Strasse geworfen wird, wie im Rest Spaniens? Oder dass es in Marinaleda so gut wie keine Arbeitslosigkeit gibt, im Rest Andalusiens hingegen 35% der Erwerbstätigen keinen Job finden? Oder dass die Leute in Marinaleda für ihre selbstgebauten Häuser grade mal 15€/Monat bezahlen, während die absolute Mehrheit der Spanier auf horrend hohen Hypotheken sitzen? Vielleicht hats ja auch damit zu tun, dass in Marinaleda niemand obdachlos ist, während im Rest Spaniens jeden Tag mehr als 500 Familien zwangsgeräumt werden und mittellos auf der Strasse sitzen weil es keine Sozialhilfe gibt... Dass es in Marinaleda alt anmutende Wandmalereien mit dem Bildnis von Che Guevara gibt, ist meiner Meinung nach komplett und total unwichtig.
18.02.2013 10:15 Uhr
von jenny:
Sehr interessanter, pitoresker Beitrag,
wie aus einer anderen Welt ! - NEIN
die Organisierung dieses Dorfes im kommunalen
Bereich sollte Vorbild für viele, auch deutsche
Gemeinden, sein, wie mann es mit relativ wenigen
finanziellen Mitteln schafft eine umfangreiche kom-
Leserkommentare
24.02.2013 00:49 Uhr
von Ein rechter Unsinn:
Also ich bin bestimmt kein Fan von Regionalismus – aber das Regionalismus automatisch mit einer „Blut und Boden“-Ideologie einhergehen würde, wäre mir neu. Ich kann auch entsprechende Tendenzen in dem Artikel nicht wiederfinden. Gerade „Blut und Boden“-Nazis wehren sich doch in der Regel mit allen Mitteln dagegen, aus der Tatsache der Geburt an einem bestimmten Ort irgendwelche weiterreichenden Rechte abzuleiten.
23.02.2013 13:36 Uhr
von Rolf Steiner:
Vorbild für Europa. Doch wollen unsere neokapitalisch verseuchten Gesellschaften jemals lernen?
22.02.2013 21:09 Uhr
von vielleicht...:
Vielleicht ist es einfacher leben, wenn die Regierung das PER-Arbeitslosengeld für 1,5 Monaten Arbeit bezahlt, und so mindestens ein Jahr lang. Ja, arbeitet man 1,5 Monaten, bekommt man 1 Jahr Arbeitslosengeld. Das ist Andalusien und das ist Marinaleda. Ganz einfach zu leben.
20.02.2013 17:44 Uhr
von Karl Martell:
"schreibt er ausgiebig von „unserer Nation Andalusien“ und fordert beständig „das Recht der Andalusier auf ihr eigenes Haus, und zwar allein deshalb, weil sie in Andalusien geboren sind“. "
Daß ich so etwas mal in der TAZ lesen darf. Hätte das ein deutscher Interviewpartner gesagt, dann fielen sofort Begriffe wie Blut und Boden, etc...
Was außerdem überdeutlich wird: Eine solche Utopie ist nur mit einer relativ homogenen Bevölkerung möglich, die durch ein gemeinsames Ziel geeint ist. Leider beschreibt die Autorin nicht inwiefern überhaupt eine Zuwanderung zugelassen wird.
20.02.2013 14:54 Uhr
von Tim:
"Da ein Dorfbewohner monatlich nur 15 Euro für die Abtragung der staatlichen Hypothekendarlehen bezahlt, verzeichnet Marinaleda die höchste Verschuldungsrate der Provinz Sevilla – bei zugleich niedrigstem Steueraufkommen. "
Gute Ansichten, sparsam leben, alles gleich verteilen ... aber selbst das wenige, was da ist, können sie nicht selbständig erarbeiten, sondern sind auf Staats und EU Almosen angewiesen. Abgesehen davon, dass Bildung und Fortschritt im Dorf wegen fehlender Anreize verkümmern.
Was ist daran bitteschön solidarisch, wenn auf Kosten anderer ein ganzes Dorf systematisch seinen Traum lebt.
Die Produktionsmittel wurden ihnen ja nun schon zugesprochen, dann sollten sie auch soviel Stolz besitzen ihren Lebensstandard ihrer Produktivität anzupassen dann würde ich sagen "Hut ab!". Denn ob ich nun als Kapitalist oder als Parasit meine Mitbürger "ausbeute" macht keinen Unterschied.
20.02.2013 01:06 Uhr
von Verwundert:
Eigentlich ein wie ich fand sehr lesenswerter Artikel über eine gelebte Utopie. Nur am Schluss hatte ich den Eindruck, die Autorin vermisst allzu krampfhaft ein Haar in der Suppe. Und bemüht deshalb den Vergleich mit dem ehemaligen Ostblock-Staatssozialismus.
Dabei geht es in Marinaleda um Anarchosyndikalismus - eine politische Strömung, die einen zentralen Staat als übergeordnete politische Organisationsform strikt ablehnt ...?
18.02.2013 18:30 Uhr
von Sev76:
Wie Jenny sagt: Ein sehr pitoresker Beitrag.
Was mir fehlt: Wieso wollen die Spanier denn jetzt plötzlich nach Marinaleda ziehen?
Hat das vielleicht damit zu tun, dass da zwar niemand reich wird, aber jeder sein Einkommen hat? Oder dass da niemand mittellos auf die Strasse geworfen wird, wie im Rest Spaniens? Oder dass es in Marinaleda so gut wie keine Arbeitslosigkeit gibt, im Rest Andalusiens hingegen 35% der Erwerbstätigen keinen Job finden? Oder dass die Leute in Marinaleda für ihre selbstgebauten Häuser grade mal 15€/Monat bezahlen, während die absolute Mehrheit der Spanier auf horrend hohen Hypotheken sitzen?
Vielleicht hats ja auch damit zu tun, dass in Marinaleda niemand obdachlos ist, während im Rest Spaniens jeden Tag mehr als 500 Familien zwangsgeräumt werden und mittellos auf der Strasse sitzen weil es keine Sozialhilfe gibt...
Dass es in Marinaleda alt anmutende Wandmalereien mit dem Bildnis von Che Guevara gibt, ist meiner Meinung nach komplett und total unwichtig.
18.02.2013 10:15 Uhr
von jenny:
Sehr interessanter, pitoresker Beitrag,
wie aus einer anderen Welt ! - NEIN
die Organisierung dieses Dorfes im kommunalen
Bereich sollte Vorbild für viele, auch deutsche
Gemeinden, sein, wie mann es mit relativ wenigen
finanziellen Mitteln schafft eine umfangreiche kom-
munale Infrastruktur inkl. preiswertem Frei/-Hallen-
bad herzustellen.
Mit mehr Gemeinschaftsarbeit u. Abstrichen bei
Luxusprojekten - Hamburg, Stuttgart,Berlin
könnte viel mehr in der Breite bewirkt werden !
Gerade in Spanien hat die EU-Förderung viele
milliardenteure Prestige-Bauprojekte zustande ge-
bracht mit zweifelhaftem volkswirtschaftlichen
Nutzen u. teuren Folgekosten - nur die Initiatoren
wie der milliardenschwere Bauunternehmer Perez
haben davon ausserordentlich profitiert, die
normalen Spanier dürfen die Schulden für die
kofinanzierten EU geförderten Projekte noch jahre/-
jahrzehnte lang abbezahlen !!