• 30.08.2010

Offenes soziales Netzwerk Diaspora

Anti-Facebook vor Start

200.000 Dollar sammelte ein New Yorker Studententeam von entnervten Facebook-Nutzern ein, um ein offenes soziales Netz zu programmieren. Bald soll es online gehen. von Ben Schwan

  • 01.09.2010 11:05 Uhr

    von Querulant:

    Was heute berufliches Networking heißt nannte man früher Seilschaften und Vetternwirtschaft, was heute als ach so innovatives privates Networking in Sozialen Netzwerken gepriesen sind doch nichts weiter als oberflächliche Bekanntschaften ohne jeden Sinn und Tiefe. Nichts weiter als das exhibitionistische Bedürfnis der Welt seine Existenz mitteilen zu müssen. Da machen sich Leute freiwillig zum gläsernen Bürger und geben alle möglichen privaten Details bekannt. Dadurch wird man auch angreifbar.

    Was ist an einer derarigen "digitalen Existenz" im ach so tollen 21. Jahrhundert denn so erstrebenswert?

    Da bleibe ich doch lieber Analog.

    So, ich gehe jetzt Schallplatten hören. In Stereo!

  • 01.09.2010 11:03 Uhr

    von Sven:

    Letztendlich ist doch die entscheidende Frage welche grundsätzliche Haltung der Plattformbetreiber langfristig verfolgt. Hier gibt es auch bereits Alternativen. Schaut euch mal z.B. http://chocobrain.com an.
    Ein deutsches Unternehmen mit langfristiger, benutzerorientierter Datenschutzphilosophie:
    http://www.chocobrain.com/content/Datenschutz-bei-chocoBRAIN-%C3%9Cberzeuge-dich-selbst-von-unserer-Philosophie/07FC80E894E511DF95FD63806980ACF4#025641357573

  • 31.08.2010 18:51 Uhr

    von egal:

    Ich freue mich sehr, werde auch sehr bald wechseln, wenn Diaspora endlich da ist ...

  • 31.08.2010 15:59 Uhr

    von Querulant:

    @mfstaiger
    Get a hair cut and get a real life!

    Mal Spass bei Seite. Wozu braucht es den Sozialenetzwerke, außer sich der Welt zu präsentieren? Kontakt halten kann man (auch mit anderen mitteln des Internets) viel einfach und dsikreter...

    Man kann auch im "digitalen" 21. Jahrhundert leben ohne jeden Scheiss mit machen zu müssen.

  • 31.08.2010 11:16 Uhr

    von Jussuf:

    Dass auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg finanziell zum Diaspora-Projekt beigetragen hat, scheint hier ja fast bewusst unterschlagen zu werden..

    http://derstandard.at/1271377754803/Unterstuetzung-Mark-Zuckerberg-Diaspora-ist-eine-coole-Idee

    Wie dem auch sei, wer Facebook als Klassenfeind betrachtet, hat nach meiner Auffassung nur halb bis zum Ziel gedacht.

    Dezentrale Netze sind wichtig, schon immer gewesen, für die Entwicklung der Kommunikation. Sie sind zumindest nichts Neues. Nun, da ICQ nach Russland geht und sich auch behördliche Mitarbeiter in Amerika darüber beschweren, dass damit eine Strafverfolgung erschwert würde, könnte man auch das in Betracht ziehen, für "Sicherheit".

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Behoerden-ICQ-Verkauf-wuerde-Strafverfolgung-erschweren-1024128.html

    Man darf die Ambitionen hinter Diaspora nicht klein reden wollen, allerdings ist Hurra-Polemik unangebracht.. Facebook verfolgte bei seiner Expansion schließlich eine klare Strategie.. diese fehlt bei Diaspora noch gänzlich. Bis aus dem reaktionär motivierten Projekt eine echte Konkurrenz zu Facebook entsteht, bedarf es mehr als nur etwas Opposition, _weil_ Facebook die Nutzer verstanden hat - das ist die Krux.

    Auch Facebook könnte aus seinem System locker ein P2P-Netzwerk erzeugen, das on-the-fly und nahezu nur dezentral aufgebaut ist. Warum es das aber nicht macht, hat finanzielle und wiederum strategische Gründe, da es m.E. noch lange nicht am Ende seines Wachstums steht, zumindest technisch betrachtet.

  • 31.08.2010 09:51 Uhr

    von nichtvermietbar:

    @elvenpath: he, he guter gedanke zum mp3 tausch *grins*

  • 31.08.2010 01:03 Uhr

    von Ewigmorgiger:

    Ja ja, Freunde des Analogzeitalters, wenn ihr keine Social Networks benutzen wollt, ist das natürlich ganz allein eure Sache. Aber von den anderen ca. 500 Millionen FB-Usern würden sich bestimmt viele über eine Alternative freuen, die nicht in den (priavten) Händen einer der üblichen Datenkraken wie Google, Apple oder eben Facebook liegt.

    Und sorry, aber eine fundametalistische Argumentation auf dem Niveau von "wer ab und zu irgendwie das Internet benutzt hat, hat sowieso schon alle Daten freigegeben" zeugt wirklich nicht von besonders viel Sachkenntnis. Das Problem liegt schließlich nicht in der reinen Benutzung von Services, sondern darin, dass Daten von den Big Players an verschiedensten Stelleb eingesammelt, zentral gespeichert und aufgrund der nie versiegenden Datenfülle zu immer detaillierten Profilen veredelt werden. Das kann man in seinem Auswirkungen nicht mit einem gelegentlichen Online-Einkauf vergleichen.

  • 30.08.2010 20:28 Uhr

    von smash_what:

    @maschdi:
    es geht nicht ums brauchen...facebook und co sind zur zeit
    eben die aktuellen kommunikationsmittel.email ist halt auch schon etwas old-school bzw. angestaubt...und wenn es demnächst eine dezentrale lösung gibt, finde ich das ehrlich gesagt ganz gut.

  • 30.08.2010 19:35 Uhr

    von mfstaiger:

    Yippiieee! Ich kann es kaum abwarten, bis Diaspora endlich an den Start geht. Ich warte schon sehnsüchtigts drauf, seid ich meinen Facebook Selbstmord begangen habe.
    Keep on rocking, Diaspora. Ich setze große Hoffnung in euch!

    @Querulant: Es gibt halt Menschen, die über ihre analoge Existenz nie hinaus kommen wollen. Du bist einer davon. Aber das ist okay, wenn Menschen das 20ste Jahrhundert nicht überschreiten wollen. Hinzu kommt, wenn man keine Freunde in der digitalen Welt besitzt, dann macht es wirklich keinen Sinn. Wie soll man auch networken, wenn man Niemanden zum networking hat. ;)


    @Maschdi: Darum geht es gar nicht. Es geht nicht um das Zeigen, es geht darum, dass ich autonom entscheiden will, wer meine privaten, digitalen Inhalte zu sehen bekommt. Und dass ich jederzeit in der Lage bin, alles für immer zu löschen. Und nicht nicht mit der Teilnahme an einem sozialen Netzwerk alle meine Rechte durch hinterhältige AGBs komplett aus der Hand gebe und fragwürdigen Geschäftspraktiken wie bei Facebook ausgesetzt bin. Das ist einer der Ansätze von Diaspora.

    An Beide: Vielleicht erstmal mit einer Sache auseinander setzen, bevor man die Anti-Nummer fährt.
    Das gilt übrigens für alles im Leben.

  • 30.08.2010 17:52 Uhr

    von maschdi:

    wer braucht das überhaupt?! wer sich nicht zeigen will, kann sich auch eine anmeldung bei einem sozialennetzwerk sparen... und wer schon mal eine email besitzt oder z.b. im internet etwas eingekauft hat, hat meiner meinung nach eh seine daten freigegeben

  • 30.08.2010 17:04 Uhr

    von Elvenpath:

    "der sichere Austausch von Multimedia-Dokumenten"

    Das wird spannend ^^. Wenn plötzlich ein freies Netzwerk entsteht, wo Leute ihr mp3 austauschen können, hat die Musikindustrie ein gewaltiges Problem. Und so lange es von "Freund zu Freund" geht, fällt es unter die Privatkopie.


    So long...

  • 30.08.2010 15:43 Uhr

    von Stefan:

    Ich hoffe, dass es dort nicht "schöne kleine Spiele" giebt, die sich die Genehmigung des Nutzers einholen, auf seine Kontakte zurückgreifen zu können und dann die Pinwand aller Freunde später zumüllen.

  • 30.08.2010 15:40 Uhr

    von Querulant:

    Schwachsinn, denn die einzige wirkliche Alternative zum Seelen-Striptease ist einfach in keinem sogenannten Sozialennetzwerk zu sein... delete and logout!

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