Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Berlin

Off Ways / Von Wegen

Regie: Uli M Schueppel, Dokumentarfilm, 91 min, Deutschland 2009 In Anwesenheit von Uli M Schueppel (Regisseur und Filmemacher) Der Dokumentarfilm zum legendären ersten Konzert der „Einstürzenden Neubauten“ in Ostberlin. Am Mittag des 21.12.1989 machen sich die Musiker*innen der zur damaligen Zeit als westdeutscher Kultexport gefeierten Band „Einstürzende Neubauten“ von Westberlin aus auf den Weg zu ihrem ersten Konzert in Ostberlin, noch Hauptstadt der DDR. Denn noch steht die Mauer und noch gibt es Grenzkontrollen. Der Mauerfall lag gerade wenige Wochen zurück. Es war Zeit, mal im „Osten“ zu spielen – doch was Grenzkontrollen und endlose Verhandlungen mit Grenzposten angeht, war die DDR noch ziemlich intakt. Und so wird es ein langer Weg von Kreuzberg nach Lichtenberg – um im Wilhelm-Pieck-Saal des VEB Elektrokohle aufzutreten. Der mit den Mitgliedern der Band befreundete Filmemacher Uli M Schueppel begleitete die „Einstürzenden Neubauten“ durch diesen besonderen Tag. Denn besonders war er für die zumeist in Westberlin aufgewachsenen Musiker*innen, die vorher nie die offizielle Genehmigung erhalten hatten, in der DDR aufzutreten. Besonders auch, weil das abendliche Doppelkonzert durch die Vermittlung des DDR-Dramatikers Heiner Müller zustande kam, der zu der Zeit mit Blixa Bargeld befreundet war und der das Konzert auch mit einer kleinen Ansprache einleitete. Besonders aber war dieses Konzert vor allem auch für das DDR-Publikum, das viel mit Namen und Konzept der „Einstürzenden Neubauten“ verband und das sich plötzlich mit seinen Projektionen – der Band und dem Westen gegenüber – direkt konfrontiert sah. Was passierte an diesem Dezembertag 1989 in Ostberlin, und wie ging es weiter? Um das legendäre Konzert entsteht durch die Erinnerungen der Besucher*innen, der Musiker*innen und in Kombination mit ihrem Leben heute ein Zeit-Mosaik – eine Reise in die deutsche Zwischenzeit. Im Rahmen der Reihe Kinemathek im HDM zum Thema „Wende“. Bei jeder Filmvorführung findet eine Einführung oder Diskussion mit Filmteammitgliedern, Protagonist*innen oder Zeitzeug*innen statt. Ziel der Filmreihe ist es, wichtige Zeitpunkte der Geschichte in Form dokumentarischer Erfahrung aktuell zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte