Der Präsident steht bei der Stimmenauszählung kurz vor der absoluten Mehrheit. Unruhen werden befürchtet. Berichtet wird auch über massivem Wahlbetrug.von Thomas Ruttig
Demokratie fällt nicht vom Himmel -- auch in den heute mehr oder minder demokratischen Ländern war eine langwieriege Entwicklung hin zur "Demokratie" notwendig und was haben wir? Eine Lobbykratie, in der an vielen Stellen demokratische Elemente der Mitbestimmung abgebaut werden (z. B. "verselbständigte" Schulen und Hochschulen, in denen undemokratische Gremien die höchste Enscheidungsgewalt haben).
Selbst wenn es also wirklich darum ginge Afghanistan zu demokratisieren, wäre dies nicht durch einen Krieg und das Installieren einer Regierung möglich. Für einen längerfristigen Systemwechsel ist ein Umdenken bei der Bevölkerung notwendig.
08.09.2009 12:10 Uhr
von FrederikeMK:
Was wundern wir uns? Das wußte der 'Westen' auch vor der Wahl. Der 'Westen' schreit nur laut 'Wahlfälschung' wenn ihm der Sieger einer Wahl (wie in Iran) nicht in den Kram paßt. Ansonsten gibt es keinen Aufschrei. Oder hat jemand unsere Kanzlerin oder irgend jemanden in der EU laut aufschreien hören über die Wahlfälschung in Bulgarien und über die Mafiosi, die dort nun in Regierung und Parlament sind (Frau Oertel von der taz hat berichtet)? Da ist nur - schweigen.
08.09.2009 10:28 Uhr
von Pyro:
@Lea
Ich kann Ihnen nur zustimmen, allerdings wird das, wie von anderen hier schon erläutert, aus diplomatischen, taktischen oder politischen Gründen nicht passieren. Schöne Neue Welt!
08.09.2009 08:33 Uhr
von Klaus Konold:
Schon erstaunlich, welche Beliebtheit der Bürgermeister von Kabul genießt.
Wenn Obama sich nicht deutlicher von Karsai distanziert, geht in diesem geschundenen Land alles wie gewohnt weiter - und das darf ja wohl nicht wahr sein.
07.09.2009 20:55 Uhr
von Lea:
Mit einer Aberkennung des Wahlsieges nach einer sorgfältigen Untersuchung kann die UNO nun großes Ansehen gewinnen.
07.09.2009 18:11 Uhr
von Boris:
@ helen: ganz einfach,Helen. Bis 2001 sollten die Taliban als Herrscher installiert werden, nachdem vorher fleißig die Mudjahedin beim Kampf gegen die Sowjets finanziert und unterstützt wurden.Die Taliban durften sogar zu Verhandlungen über eine Pipeline in die USA reisen. Dann entschied sich die USA für einen anderen Weg,nachdem ein Haufen Saudis mit Teppichmessern die größte Militärmacht der Welt übertölpelt hatten.Bis heute halten sich hartnäckige Zweifel an den offiziellen Verlautbarungen der Bush/Cheney-Regierung zum 11.September. Ich empfehle Ihnen,liebe Helen, den preisgekrönten Film "9/11 press for truth",falls Sie diesbezüglich nicht im Bilde sind. Seit 2001: Herr Karzai,ehemaliger Unocal-Berater((Union Oil Company of California), wurde installiert und hält sich bis heute mit gefälschten Wahlen,Bündnissen mit Kriegsverbrechern,Drogenbossen und Gesetzesvorlagen, die Vergewaltigungen in der Ehe legitemieren. Federführend bei all dem und bei der Operation Enduring Freedom sind die Vereinigten Staaten. MFG
PS.: Die Pipeline -Idee ist natürlich nicht vom Tisch
07.09.2009 17:58 Uhr
von Yanneck:
@Helen: Die Taliban haben eine von den Sowjets bei deren Abzug eingesetzte Regierung deinstalliert."Wir" sind alle Regierungen inklusive der deutschen, die bei dem Versuch, nach "Vertreibung" der Taliban eine Demokratie zu errichten, mitgeholfen haben. Und ich muss Herrn Domma da zustimmen, solche Nachrichten machen den Afghanistan-Einsatz (neben anderen) immer untragbarer. Nächstes Mal erst nachdenken, bevor Sie sich über andere lustig machen!
@gerda: Die Taliban sind doch nicht Schuld daran, dass Wahlfälschung betrieben wird! Natürlich wären vermutlich mehr Menschen zur Wahl gegangen, wenn es die Anschläge nicht gegeben hätte, aber dann wäre vermutlich das Ausmaß der Wahlfälschung ebenfalls angestiegen.
Zum Artikel: So etwas darf doch eigentlich gar nicht passieren, erst recht nicht dann, wenn die Regierung eigentlich noch überwacht werden sollte! Aber was noch schlimmer ist: Wo bleiben die Statements der westlichen Regierungen (und natürlich auch die der anderen)? Bei den Fälschungen im Iran hat die ganze Welt sofort rumgebölkt als ginge es um den letzten Löwenzahn, zu diesen noch viel offensichtlicheren Manipulationen schweigen alle. Die lassen das Karsai einfach durch gehen, vermutlich nur, weil sie ihm an die Macht geholfen haben und sich nicht eingestehen wollen, dass auch er nur ein weiterer Halbdiktator ist. Einfach unmöglich!
07.09.2009 17:34 Uhr
von gullideckel:
@gerda: Zitat:"Wenn die Taliban nicht überall herumbombadieren"...es heißt nicht herumbombadieren...es heiß bomben....herumbombadieren machen Flugzeuge ;-(
07.09.2009 17:22 Uhr
von GonZoo:
Damit so ein lupenreiner Demokrat an die Macht kommt wurde also Krieg geführt. Respekt.
07.09.2009 17:21 Uhr
von Dirk Gober:
Gibt es Beweise, daß die Fake-Wahllokale von Karsais Anhängern und nicht die seiner Kontrahenten eingerichtet wurden, oder ist Karsai, als Verbündeter des Westens, in linken Augen automatisch der Schurke? Wann wurde der Grundsatz der Unschuldsvermutung eigentlich außer Kraft gesetzt?
07.09.2009 17:14 Uhr
von Volker Vonssen:
Jetzt mal im Ernst: wer von Euch glaubt, das in Afghanistan JEMALS ein demokratischer Staat entstehen wird? Dort gab es nie einen, gibt es keinen und wird es auch in Zukunft keinen geben.
07.09.2009 16:50 Uhr
von Helen:
@ Ottokar Domma:
"wir" haben installiert? Wen meinen Sie? Sprechen Sie im Majestätsplural?
Und was haben die Taliban deinstalliert?
07.09.2009 16:07 Uhr
von gerda:
Wenn die Taliban nicht überall herumbombadieren würden, wären die Wahlen demokratisch ehrlicher verlaufen.
Was jetzt? Karsai disqualifizieren? So macht es bei Doping-Verdacht im Sport! Das würde aber nur mit dem Schutz durch UNO-Truppen gehen.
07.09.2009 15:28 Uhr
von Ottokar Domma:
Und diese Regierung haben wir installiert? Und schützen Sie?
Leserkommentare
08.09.2009 13:25 Uhr
von hgcmnhbgfx:
Demokratie fällt nicht vom Himmel -- auch in den heute mehr oder minder demokratischen Ländern war eine langwieriege Entwicklung hin zur "Demokratie" notwendig und was haben wir? Eine Lobbykratie, in der an vielen Stellen demokratische Elemente der Mitbestimmung abgebaut werden (z. B. "verselbständigte" Schulen und Hochschulen, in denen undemokratische Gremien die höchste Enscheidungsgewalt haben).
Selbst wenn es also wirklich darum ginge Afghanistan zu demokratisieren, wäre dies nicht durch einen Krieg und das Installieren einer Regierung möglich. Für einen längerfristigen Systemwechsel ist ein Umdenken bei der Bevölkerung notwendig.
08.09.2009 12:10 Uhr
von FrederikeMK:
Was wundern wir uns? Das wußte der 'Westen' auch vor der Wahl. Der 'Westen' schreit nur laut 'Wahlfälschung' wenn ihm der Sieger einer Wahl (wie in Iran) nicht in den Kram paßt.
Ansonsten gibt es keinen Aufschrei. Oder hat jemand unsere Kanzlerin oder irgend jemanden in der EU laut aufschreien hören über die Wahlfälschung in Bulgarien und über die Mafiosi, die dort nun in Regierung und Parlament sind (Frau Oertel von der taz hat berichtet)?
Da ist nur - schweigen.
08.09.2009 10:28 Uhr
von Pyro:
@Lea
Ich kann Ihnen nur zustimmen, allerdings wird das, wie von anderen hier schon erläutert, aus diplomatischen, taktischen oder politischen Gründen nicht passieren. Schöne Neue Welt!
08.09.2009 08:33 Uhr
von Klaus Konold:
Schon erstaunlich, welche Beliebtheit der Bürgermeister von Kabul genießt.
Wenn Obama sich nicht deutlicher von Karsai distanziert, geht in diesem geschundenen Land alles wie gewohnt weiter - und das darf ja wohl nicht wahr sein.
07.09.2009 20:55 Uhr
von Lea:
Mit einer Aberkennung des Wahlsieges nach einer sorgfältigen Untersuchung kann die UNO nun großes Ansehen gewinnen.
07.09.2009 18:11 Uhr
von Boris:
@ helen:
ganz einfach,Helen.
Bis 2001 sollten die Taliban als Herrscher
installiert werden, nachdem vorher fleißig
die Mudjahedin beim Kampf gegen die Sowjets finanziert und unterstützt
wurden.Die Taliban durften sogar zu Verhandlungen
über eine Pipeline in die USA reisen.
Dann entschied sich die USA für einen anderen
Weg,nachdem ein Haufen Saudis mit Teppichmessern
die größte Militärmacht der Welt übertölpelt hatten.Bis heute halten sich hartnäckige Zweifel
an den offiziellen Verlautbarungen der Bush/Cheney-Regierung zum 11.September.
Ich empfehle Ihnen,liebe Helen, den preisgekrönten
Film "9/11 press for truth",falls Sie diesbezüglich nicht im Bilde sind.
Seit 2001:
Herr Karzai,ehemaliger Unocal-Berater((Union Oil Company of California), wurde
installiert und hält sich bis heute mit
gefälschten Wahlen,Bündnissen mit Kriegsverbrechern,Drogenbossen und Gesetzesvorlagen, die
Vergewaltigungen in der Ehe legitemieren.
Federführend bei all dem und bei der
Operation Enduring Freedom sind die Vereinigten
Staaten.
MFG
PS.: Die Pipeline -Idee ist natürlich nicht vom Tisch
07.09.2009 17:58 Uhr
von Yanneck:
@Helen: Die Taliban haben eine von den Sowjets bei deren Abzug eingesetzte Regierung deinstalliert."Wir" sind alle Regierungen inklusive der deutschen, die bei dem Versuch, nach "Vertreibung" der Taliban eine Demokratie zu errichten, mitgeholfen haben. Und ich muss Herrn Domma da zustimmen, solche Nachrichten machen den Afghanistan-Einsatz (neben anderen) immer untragbarer. Nächstes Mal erst nachdenken, bevor Sie sich über andere lustig machen!
@gerda: Die Taliban sind doch nicht Schuld daran, dass Wahlfälschung betrieben wird! Natürlich wären vermutlich mehr Menschen zur Wahl gegangen, wenn es die Anschläge nicht gegeben hätte, aber dann wäre vermutlich das Ausmaß der Wahlfälschung ebenfalls angestiegen.
Zum Artikel: So etwas darf doch eigentlich gar nicht passieren, erst recht nicht dann, wenn die Regierung eigentlich noch überwacht werden sollte! Aber was noch schlimmer ist: Wo bleiben die Statements der westlichen Regierungen (und natürlich auch die der anderen)? Bei den Fälschungen im Iran hat die ganze Welt sofort rumgebölkt als ginge es um den letzten Löwenzahn, zu diesen noch viel offensichtlicheren Manipulationen schweigen alle. Die lassen das Karsai einfach durch gehen, vermutlich nur, weil sie ihm an die Macht geholfen haben und sich nicht eingestehen wollen, dass auch er nur ein weiterer Halbdiktator ist. Einfach unmöglich!
07.09.2009 17:34 Uhr
von gullideckel:
@gerda:
Zitat:"Wenn die Taliban nicht überall herumbombadieren"...es heißt nicht herumbombadieren...es heiß bomben....herumbombadieren machen Flugzeuge ;-(
07.09.2009 17:22 Uhr
von GonZoo:
Damit so ein lupenreiner Demokrat an die Macht kommt wurde also Krieg geführt. Respekt.
07.09.2009 17:21 Uhr
von Dirk Gober:
Gibt es Beweise, daß die Fake-Wahllokale von Karsais Anhängern und nicht die seiner Kontrahenten eingerichtet wurden, oder ist Karsai, als Verbündeter des Westens, in linken Augen automatisch der Schurke?
Wann wurde der Grundsatz der Unschuldsvermutung eigentlich außer Kraft gesetzt?
07.09.2009 17:14 Uhr
von Volker Vonssen:
Jetzt mal im Ernst: wer von Euch glaubt, das in Afghanistan JEMALS ein demokratischer Staat entstehen wird? Dort gab es nie einen, gibt es keinen und wird es auch in Zukunft keinen geben.
07.09.2009 16:50 Uhr
von Helen:
@ Ottokar Domma:
"wir" haben installiert? Wen meinen Sie? Sprechen Sie im Majestätsplural?
Und was haben die Taliban deinstalliert?
07.09.2009 16:07 Uhr
von gerda:
Wenn die Taliban nicht überall herumbombadieren würden, wären die Wahlen demokratisch ehrlicher verlaufen.
Was jetzt? Karsai disqualifizieren? So macht es bei Doping-Verdacht im Sport! Das würde aber nur mit dem Schutz durch UNO-Truppen gehen.
07.09.2009 15:28 Uhr
von Ottokar Domma:
Und diese Regierung haben wir installiert? Und schützen Sie?
Kann ja wohl nicht wahr sein.