Die Zukunft des Journalismus hat mit der Neuordnung der Räume in Redaktionen begonnen: Newsrooms und Content Desks haben Konjunktur. Doch als Sparmaßnahmen taugen sie nicht.von Klaus Raab
Die Zeitung "Österreich" hat auch einen solchen Newsroom, da sitzt der Chef ebenfalls in der Mitte und Redakteure strahlenförmig um ihn rum.
15.12.2008 10:17 Uhr
von DerhelleWahn:
Das alles geht aber doch an der Grundlage journalistischer Arbeit vorbei: Wofür brauche ich Journalismus? Dafür, dass mir Redakteure das Einordnen von Nachrichten helfen und - bei Magazinjournalisten - das Thema nach vorne denken, weiterdenken, vergleichen. Sprich sie sollen sich kräftig Gedanken machen und das Exzerpt will ich als Leser von meinem Blatt, das mir bitteschön Kontinuität liefern soll, haben. Es ist das Blatt meines Vertrauens. Das Blatt, von dem ich aus Erfahrung weiss, die Prognosen stimmen, die Einordnung ist richtig und die Kommentierung, Deutung auch. Wie soll eine Springmaus-Truppe - noch dazu im lärmigen Großraumbüro, wo man nicht mal telefonieren kann, das leisten? Wenn ein Magazinjournalist ein Zehntel seiner Zeit aufs Schreiben verwendet und 90 Prozent auch Recherchieren, Nachdenken und wieder Recherchieren im Wechsel - dem fehlt doch am Ende die Zeit zum Denken, wenn er statt Denken schon mal die Nachricht schreiben soll fürs Netz, dann für die Zeitung, vielleicht noch ein Kommentar für beides... Oder haben die Herren (Frauen kommen da kaum vor) es doch geschafft, den Stein des Weisen zu finden, wie ich Redakteuer mal eben für die Arbeitszeit klone? Kann man diese Verleger nicht abwählen, dene es mitnichten um die Erhaltung von Demokratie und Rechtsstaat geht und die auch bei schwarzen Zahlen Redaktionsblutbäder anrichten - nur der Rendite wegen? Gibt es irgendwo noch ernst zu nehmende Verleger oder nur noch keline Raffkes? Auch die haben etwas an Rechtsstaat zu verlieren.
Leserkommentare
15.12.2008 13:48 Uhr
von Linda Könnecke:
Die Zeitung "Österreich" hat auch einen solchen Newsroom, da sitzt der Chef ebenfalls in der Mitte und Redakteure strahlenförmig um ihn rum.
15.12.2008 10:17 Uhr
von DerhelleWahn:
Das alles geht aber doch an der Grundlage journalistischer Arbeit vorbei: Wofür brauche ich Journalismus? Dafür, dass mir Redakteure das Einordnen von Nachrichten helfen und - bei Magazinjournalisten - das Thema nach vorne denken, weiterdenken, vergleichen. Sprich sie sollen sich kräftig Gedanken machen und das Exzerpt will ich als Leser von meinem Blatt, das mir bitteschön Kontinuität liefern soll, haben. Es ist das Blatt meines Vertrauens. Das Blatt, von dem ich aus Erfahrung weiss, die Prognosen stimmen, die Einordnung ist richtig und die Kommentierung, Deutung auch. Wie soll eine Springmaus-Truppe - noch dazu im lärmigen Großraumbüro, wo man nicht mal telefonieren kann, das leisten? Wenn ein Magazinjournalist ein Zehntel seiner Zeit aufs Schreiben verwendet und 90 Prozent auch Recherchieren, Nachdenken und wieder Recherchieren im Wechsel - dem fehlt doch am Ende die Zeit zum Denken, wenn er statt Denken schon mal die Nachricht schreiben soll fürs Netz, dann für die Zeitung, vielleicht noch ein Kommentar für beides...
Oder haben die Herren (Frauen kommen da kaum vor) es doch geschafft, den Stein des Weisen zu finden, wie ich Redakteuer mal eben für die Arbeitszeit klone?
Kann man diese Verleger nicht abwählen, dene es mitnichten um die Erhaltung von Demokratie und Rechtsstaat geht und die auch bei schwarzen Zahlen Redaktionsblutbäder anrichten - nur der Rendite wegen?
Gibt es irgendwo noch ernst zu nehmende Verleger oder nur noch keline Raffkes?
Auch die haben etwas an Rechtsstaat zu verlieren.